Eule 🎄
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Leseblockade?

WĂ€hrend ich eine kleine Hörpause von Daevabad brauche, weil mir vor Spannung sonst der Rauch aus allen Poren kommt, habe ich ganz gemĂŒtlich zwei Kurzgeschichten von Ray Bradbury gelesen. Das tĂ€gliche Lesen von Bradburys Kurzprosa ist schon fast zur Gewohnheit geworden. Ich mache es ja auch schon seit ein paar Wochen. Jedem, der bisher nicht sicher war, ob Bradbury etwas fĂŒr ihn ist, sei gesagt: Der Autor ist fĂŒr jeden was.

Mit dem Lesen der Kurzgeschichten habe ich also kein Problem. Wohl aber mit dem angefangenen Roman. Ich lese ihn seit Montag, also seit sechs Tagen und habe bisher 60 Seiten geschafft. LĂ€cherlich wenig! Peinlich. Ich hatte ein bisschen Bammel vor dem Umfang, denn es ist ein Heyne-Buch. Warum kann man keine normalen TaschenbĂŒcher mehr drucken? Gibt's ein TaschenbĂŒcherdruckproblem? Ein Taschenbuch ist ein Buch, das in eine Damenhandtasche passt (wusstet ihr sicher nicht, deshalb verrate ich es euch). Die Heyne-BĂŒcher sind mittelgroße Gehwegplatten, fĂŒr die man einen eigenen AnhĂ€nger braucht. Ich habe sogar die Tasche gewechselt, aber es passt immer noch nicht hinein. Da bekommt man Respekt vor dem Buch, noch bevor man mit dem Lesen angefangen hat.
Die ersten paar Seiten lasen sich ganz munter. Eigentlich sind die die ganzen 60 Seiten ganz munter. Die Autoren schreiben klar und verstÀndlich. Die Geschichte spielt, zumindest am Anfang, zum Teil auf dem Mars. Das ist meine zweitliebste Location nach magischen HÀusern aller Art. Warum zum Henkel komme ich nicht voran?
Nach einer Seite, drei SĂ€tzen, zwei AbsĂ€tzen - wie auch immer - ist Ende im GelĂ€nde. Null Konzentration. Viel Ablenkung drumherum. Die Buchstaben sind zu klein, zu groß, zu schwarz, zu eckig, zu irgendwas. Es geht nicht voran. Ü-ber-haupt nicht.
Es geht um Raumschiffe, Hummelnochmal! Das ist spannend! Das will ich lesen! Und nix geht.
Ich hĂ€tte mir den verdammten Roman gerne als Hörbuch geholt, dann wĂ€re der geflutscht. Aber leider gibt es keine Audioversion. Also habe ich mir gestern vor dem Schlafengehen (also eher heute frĂŒh) das eBook gekauft. Wenige Stunden, nachdem ich in einem GesprĂ€ch herumposaunt hatte, dass ich so teure eBook-KĂ€ufe vermeide. Da steh ich nun, mit Taschengehwegplatte und eBook. Das eBook kann ich ebenfalls nicht lesen, habe es im Laufe des Tages schon ein paar Mal versucht. Vielleicht habe ich nachher im Bett mehr Erfolg. Wenigstens ein Kapitel, das sollte doch wohl gehen, verdammtnocheins.

So eine ĂŒble Leseblockade hatte ich noch nie, glaube ich. Es liegt wohlgemerkt nicht an der Handlung oder dem Schreibstil, beides gefĂ€llt mir. Ich bin ratlos.

NatĂŒrlich verrate ich noch, um welches Buch genau es geht: Behemoth von den GebrĂŒdern Orgel.

#euleliest (oder #euleversuchtzulesen 😕) #daevabad #leseblockade #tsorgel #behemoth #raybradbury
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Die Blockadebrecherin und die Archen

Möglicherweise habe ich die Leseblockade ein wenig in den Griff bekommen. Möglicherweise. Denn ich habe den Behemoth bei den Hörnern gepackt und hab ihn jetzt zur HÀlfte bezwungen. Er liefert mir einen harten Kampf, aber wir wollen doch mal sehen, wer den lÀngeren Atem hat.

Soviel zur Blockade. Jetzt zu einem Punkt, der mich in diesem Buch beschÀftigt.

Archen. Nicht die von Noah, klar, ich meine die modernere Variante: Weltenschffe, Generationenschiffe, Archen eben. Raumschiffe, die es den Menschen ermöglichen sollen, innerhalb von einigen Generationen einen anderen Planeten zu erreichen.
Ich liebe dieses Thema. Generationenschiffe als Idee sind einfach klasse. Das war's aber auch schon. Im Grunde hat mich keines der BĂŒcher, die ich bisher ĂŒber so ein Schiff gelesen habe, ĂŒberzeugen können. Sie sind schlicht alle unglaubwĂŒrdig.

Die letzte Arche von Stephen Baxter (Fortsetzung von einem Roman, der passenderweise Die letzte Flut heißt) - fade DurchfĂŒhrung einer interessanten Idee. Das meiste habe ich bereits vergessen, so wenig hat mich das Buch beeindruckt.
Exodus 2727 - Die letzte Arche von Thariot. Der Autor baut auf Spannung statt auf die Handlung, leider.
The Expanse-Reihe von James Corey. Hier gibt es ein Schiff, das seinem Zweck gerade noch entgangen ist. GlĂŒckwunsch!
Vakuum von Phillip P. Peterson - auch hier lÀuft nicht alles glatt, obwohl die Besatzung es geschafft hat, eine echte technologische Zivilisation hervorzubringen. Ist mir in der Form noch nicht begegnet.
Und jetzt Behemoth von T. S. Orgel. Hier gibt es gleich drei Weltenschiffe, auf denen die Menschen mit allerlei Problemen klarkommen mĂŒssen.
Die Geschichten sind alle verschieden, haben mir mal mehr und mal weniger gut gefallen. Was eint all diese Werke? Richtig: die Idee, dass die Menschen es schaffen, so ein Ding ĂŒberhaupt zu bauen. Nie im Leben. NIE IM LEBEN glaube ich, dass wir so ein gewaltiges Projekt je angehen werden. Es wird auf ewig Theorie bleiben. NatĂŒrlich mit einer Ausnahme - wenn wir es schaffen, es von Robotern bauen zu lassen, denen man nur die PlĂ€ne in die Manipulatoren oder Greifer drĂŒcken muss, und die Maschinen machen den Rest. Aber wir selbst? Als erstes wĂŒrde man ein planetenweites DIE KOSTEN!!! hören. So eine SchiffsmonströsitĂ€t ist nicht billig. Zweitens, eine Gruppe Menschen, die generationenlang auf kleinstem Raum leben mĂŒssen, mĂŒsste entweder zu Maschinen mutieren oder degenerieren. Rohstoffe werden knapp und Wissen geht verloren und schon brettert das stolze Weltenschiff gegen die nĂ€chste Sonne.

Schade. Ich wĂŒrde selbst zu gern in so ein Schiff steigen. Ich fĂ€nde es schade, dass ich die Zielwelt nie zu Gesicht bekĂ€me, aber ich wĂŒrde einsteigen. Vielleicht wĂ€re das sogar leichter, als eine Leseblockade zu ĂŒberwinden.
Wie gesagt, die Idee ist toll, aber sie ist nur etwas fĂŒr Phantasten.

#euleliest #thariot #phillipppeterson #stephenbaxter #arche #weltenschiff #generationenschiff #sciencefiction #tsorgel
Der Schöne und das Biest

Gestern las ich in einem meiner LieblingskanÀle (@femunity) einen netten Text. Ich hÀtte am liebsten laut gewiehert, ging aber nicht, ich war nicht allein. Zugleich hab ich vom Nicken fast ein Schleudertrauma bekommen.
Worum geht's im Text? Diejenigen, die Russisch können, können sich selbst ein Bild machen, fĂŒr die anderen fasse ich zusammen.
Die Autorin kommentiert eine Verfilmung von Die Schöne und das Biest: In dem ganzen Film ist das einzig Magische der singende Teekessel. Denn - was bitte soll magisch sein an einem Szenario, bei dem eine Frau einen haarigen Typen kennenlernt und erstmal seine Bude ausmistet? Mangels Alternative verliebt sie sich auch noch in ihn, oder zumindest bildet sie es sich ein.

Magisch wĂ€re etwas ganz anderes. Wenn nĂ€mlich eine Frau das Biest wĂ€re und der Schöne bei ihr anklopft. Nicht nur ein Biest im Sinne von Zicke, sondern eine Frau, die keinen Wert auf rasierte Beine legt, sich vor dem Fernseher lĂŒmmelnd den Bauch vollschlĂ€gt und die sich seit Tagen nicht mehr gekĂ€mmt hat. So eine normale Frau eben, wie wir wohl alle gerne mal wĂ€ren, was aber nicht geht, denn es geht gar nicht, es ist pfui. Wenn so eine Frau einfach mal auf alle Erwartungen sch....t und sich so gibt, wie MĂ€nner sich das auch stĂ€ndig erlauben, ohne dafĂŒr angegangen zu werden. WĂŒrde der bei ihr anklopfende schöne Prinz wirklich ihre grandiosen inneren Werte sehen oder gleich so schnell wegrennen, dass nur eine Staubwolke zu sehen ist?

Ich glaube, so einen Film wĂŒrde ich auch gern sehen. Die Schöne und das Biest werde ich allerdings nie mehr so sehen können wie einst.

#eulenalltag
Universum von Phillip P. Peterson

Im 22. Jahrhundert ist die Menschheit dabei, andere Planeten zu besiedeln. Die Technologie, die es erlaubt, innerhalb weniger Sekunden hunderte bis tausende Lichtjahre zu ĂŒberbrĂŒcken, gilt als sehr sicher. Der Flug zu einem anderen Stern ist also Routine. Mike Warnock macht sich also keine Sorgen, als er mit Frau Ellie und Sohn Neil an Bord der Challenger geht, die sie zu einer neuen Koloniewelt bringen soll. Die Familie will ein neues Leben anfangen, denn auf der Erde hat sie keine Zukunft. Mike ist nĂ€mlich ein Kriegsverbrecher. Im ersten interstellaren Krieg hat er einen verbrecherischen Befehl ausgefĂŒhrt und mehrere Millionen Menschen getötet.
FĂŒr KapitĂ€nin Christine Dillinger ist der bevorstehende Flug der letzte. Sie hat gekĂŒndigt und freut sich auf das zivile Leben mit Mann und Tochter, die auf der Erde auf sie warten.
Doch der Routineflug geht schief und die Challenger landet buchstÀblich am Ende der Welt.

Der erste Gedanke, der einem beim Lesen des Buches kommt, ist, dass Peterson seinen Selfpublisher-Erfolgsroman Transport bei einem großen Verlag noch einmal veröffentlicht hat. Die Figuren haben neue Namen, kĂ€mpfen aber gegen dieselben DĂ€monen. Es gibt den gebeutelten Ex-Soldaten, den physikbegeisterten Nerd, den knurrigen MilitĂ€r, die taffe KampfgefĂ€hrtin, ein todbringendes Problem, die beĂ€ngstigenden FehlschlĂ€ge und das hoffnungsvolle Ende. Das mit dem Ende ist kein Spoiler, denn wer mehr als einen Roman von Peterson gelesen hat, weiß, dass er auch in den dĂŒstersten Roman einen Hoffnungsschimmer einbaut. Den erwartet man als Stammleser schon.

Überhaupt, die Erwartungen. Die werden nicht enttĂ€uscht. Man weiß immer, was hinter der nĂ€chsten Kurve liegt, wohin die Reise geht und dass der Held eine Lösung findet. Peterson versucht nicht, den Heiligen Gral zu finden, sondern auf gewohnte Weise zu unterhalten. Warum etwas an einem bewĂ€hrten Rezept Ă€ndern?

Ist das schlecht? Nicht unbedingt. Wenn man genau weiß, was kommt, kann man nicht enttĂ€uscht werden. Man kennt die Auflösung schon, wenn auch nicht im Detail, und erwartet eine unterhaltsame Lesereise. Die bietet Peterson hier in jedem Fall.

Wie in den meisten seiner BĂŒcher gibt es auch in Universum sehr viel Physik. Ob die Dinge sich auch genau so verhalten, wie Peterson sie erklĂ€rt, kann ich nicht beurteilen, aber sie klingen fĂŒr Laien-Ohren plausibel. Trotz der ernsten Fragen, die im Buch angesprochen werden, ist es kaum mehr als Popcorn-Literatur. Unterhaltsam, spannend, vorhersehbar und genau deshalb ein klein wenig sĂŒchtigmachend.

Ich habe jedes Buch des Autors gelesen/gehört, manche mehrfach. Wenn mir nach leichter Science-Fiction ist, ĂŒber die ich nicht allzuviel nachdenken muss, greife ich immer zu Petersons BĂŒchern. Das schaffen nicht viele Autoren. Trotzdem hoffe ich, dass Peterson sich von der Schablone, nach der er seine Geschichten strickt, entfernt und etwas Unvorhergesehenes schafft. Ich wĂŒrde es kaufen.

#euleliest #universum #phillipppeterson
Ihr Kinderlein kommet - bloß nicht!

Über die gestern zu Ende gelesene LektĂŒre werde ich mich hier vorerst nicht auslassen, sonst höre ich mit dem Feuerspucken gar nicht wieder auf.

Unter anderem kam ein Kind in dem Buch vor. Das ist eines meiner Lese-Neins. Mag ich nun einmal nicht. Sobald ein Kind in Buch und Film vorkommt, geht die Nerverei los. Es muss stÀndig gerettet werden, es steckt die Finger in den Mixer, es heult rum und am Ende gibt's Zuckerguss satt, weil alle das Kind knuffeln.

NatĂŒrlich gibt es auch die andere Variante - das Kind ist hier etwas UnerklĂ€rliches, Mystisches, Geheimnisvolles. So wie in dem gestern beendeten Buch. Das ist noch viel schlimmer. Vor allem, wenn die Autoren unterwegs den Faden verlieren. Dann nervt das Ganze noch viel mehr.
Warum musste es also in diesem Buch ein Kind sein? Warum nicht einmal ein geheimnisvolles Tier in die Geschichte einfĂŒhren? Keine Katze, natĂŒrlich nicht, Katzen sind per definitionem geheimnisvoll. Aber vielleicht ein Meerschweinchen? Es hat keine Finger, um den Mixer einzuschalten, und bekommt in einem Supermarkt keinen hysterischen Anfall. Am Ende knuffeln es natĂŒrlich trotzdem alle, aber das ist ok.

NatĂŒrlich kommt so ein Buchkind nicht allein. In meinem Parallelbuch war auch eins. Das war - der Hummel sei dank - nur Beiwerk, hatte nix zu melden, daher als Figur nicht so nervig. Trotzdem hĂ€tte ich gern darauf verzichtet.

#euleliest
Ein Nilpferd im Weltraum

Vor einigen Tagen habe ich Behemoth von T. S. Orgel beendet. Im Post ĂŒber die Leseblockade erwĂ€hnte ich das Buch ja bereits. Tja, es lag wohl doch nicht an mir, dass es nicht voran ging. Dabei war der Anfang des Buches ja nicht mal schlecht.
Der Reihe nach.

Auf dem Mars wird ein außerirdisches Schiff gefunden, offenbar ist es abgestĂŒrzt. Diese Entdeckung ermöglicht einen beispiellosen technologischen Fortschritt der Menschheit. So ist es möglich geworden, drei Generationenschiffe zu bauen, die zu einem erdĂ€hnlichen Planeten fliegen sollen, um dort eine neue menschliche Kolonie zu grĂŒnden. Denn auf der guten alten Erde steht es nicht zum Besten, Leben ist dort kaum noch möglich. Die Menschen sind inzwischen auf den Mond und den Mars ausgewandert, aber eine neue Erde ist diesen unwirtlichen Orten natĂŒrlich vorzuziehen.
Die Schiffe sollen 150 (?) Jahre unterwegs sein. Die Voraussetzungen fĂŒr diese lange Reise sind so gut, wie sie ĂŒberhaupt sein können, was kann schon schiefgehen?

Nach mehreren Generationen haben sich die Schiffsbesatzungen gesellschaftlich ziemlich weit voneinander entfernt. Auf der Zheng He, dem Schiff von der Erde, herrscht Zwangsharmonie. Die Bewohner sind genetisch modifiziert und in 12 Tierkreiszeichen eingeteilt worden. Es gibt Affenmenschen fĂŒr die grobe Arbeit, die Kaste der Schweine stellt die Bediensteten, die Tiger sorgen fĂŒr Ordnung und die Drachen herrschen.
Auf der Tereschkowa, dem Mond-Schiff, das durch einen Asteroideneinschlag schwer beschĂ€digt wurde, versuchen die Bewohner einfach nur zu ĂŒberleben. Sie sind Weltmeister im Improvisieren geworden.
Auf der Venta Chitru, dem marsianischen Schiff, ist nur die Besatzung wach, die kĂŒnftigen Kolonisten befinden sich im KĂ€lteschlaf.
Alle drei Archen geraten aneinander, als in den Tiefen des Alls ein riesiges außerirdisches Wrack gefunden wird.

Es fing gut an. Die Entdeckung der Schiffs auf dem Mars, die Vorstellung der einzelnen Gesellschaften auf den Archen, der Flug zum Wrack - das alles fand ich spannend.
Aber dann - ...
Nach der Landung der drei Erkundungsteams auf dem Wrack, das ein Witzbold Behemoth tauft, geraten die Menschen (und der Leser gleich mit) in eine mystische Welt. Totgeglaubte Personen tauchen auf, ein HexenhĂ€uschen, ein Monster. Und niemand, verdammt nochmal NIEMAND, fragt sich, wie das sein kann. Die Dinge werden einfach hingenommen. Ist halt alles außerirdisch, da ist halt nichts normal. Aber was ist mit der Logik? Hat die Behemoth gleich auch die Logik gefressen, zusammen mit den einigen Teammitgliedern?
Die Logik, ja... Ich habe mehrere Stellen im Buch markiert, wo die Figuren Dinge wissen, die sie nicht wissen können, weil sich diese Dinge ganz woanders ereignet haben und die Figuren nicht dabei waren.
Angefangene bzw. angedeutete Entwicklungen versickern im Sande. Was ist mit den Extremisten auf der Zheng He? Wozu wurde Hong eingefĂŒhrt, wenn er doch im weiteren Verlauf keine Rolle spielt?
Stattdessen irren die Menschen durch finstere GĂ€nge, fĂŒhren GesprĂ€che, die den Leser nicht schlauer machen. Statt sich zu fragen, wie ein kleines MĂ€dchen ohne Raumanzug im luftleeren Wrack herumlaufen kann.

Ich weiß nicht, wo ich das Buch einordnen soll. Ist es Science-Fiction? Immerhin kommen Raumschiffe vor. Ist es Gothic? Es kommen Geheimnisse und Dunkelheit vor. Ist es ein Familiendrama? Es gibt ein Ehepaar mit Problemtochter und zwei BrĂŒder, die sich nicht grĂŒn sind.
Ich ordne es also in meine eigene Kategorie ein: In die Kategorie der KaminbĂŒcher! Dort ist es gut aufgehoben.

#euleliest #tsorgel #lesenamkamin #behemoth
Die Seherin von Troja von Jo Graham

Möwe ist die Tochter eine trojanischen Sklavin. Nach einem Unfall kann sie nicht mehr arbeiten, und ihre Mutter bringt sie zur Pythia, damit diese das MĂ€dchen als ihre Dienerin annimmt. Pythia ist eine geachtete Priesterin des Todeskults, doch die Opfergaben haben sich im Laufe der Zeit immer weiter verringert. FrĂŒher brachte man ihr Prinzessinnen, heute ist es nur noch ein SklavenmĂ€dchen. Aber sie nimmt Möwe auf und bildet sie zur Nachfolgerin aus. Als Pythia stirbt, wird Möwe zur neuen Pythia. In einem Traum sieht sie, wie schwarze Schiffe auf die Stadt zukommen und eilt zum Hafen. Es sind die Landsleute ihrer Mutter, Trojaner, angefĂŒhrt von Äneas, dem einzigen ĂŒberlebenden Sohn des Priamos.
Möwe-Pythia schließt sich der Reise des Äneas an, der eine neue Heimat fĂŒr die klĂ€glichen Überreste seines Volkes sucht.

Troja und Äneas waren die Stichworte, dieses Buch wollte ich lesen. Die LektĂŒre ist schon Monate her, aber ein paar EindrĂŒcke sind noch immer vorhanden. Zum einen liest sich das Buch wie nichts. Man fliegt ĂŒber die Seiten und taucht irgendwann, 100 Seiten spĂ€ter, wieder in der RealitĂ€t auf. Dabei ist es bei weitem kein Meisterwerk, sondern eher ein Buch, das man nach dem Lesen wieder vergisst. Ein bisschen wie Fastfood.

Die Legende ĂŒber Äneas dĂŒrften die meisten kennen - das war der, der Rom gegrĂŒndet hat. Man weiß also beim Lesen, wohin es geht. Der Weg zum Ziel ist steinig und abenteuerlich, aber nicht unbedingt voll atemloser Spannung. Die Ich-ErzĂ€hlerin Möwe ist eine besonnene junge Frau, und genauso ist auch die Geschichte, ruhig, mit umschiffbaren Untiefen und Gefahren. Zwar gibt es lebensgefĂ€hrliche StĂŒrme, doch vom Ziel abbringen können diese die schwarzen Schiffe und Möwe nicht.

Schön fand ich den Abstecher in ein fernes Land. Möwes Zweifel, ob sie die Reise fortsetzen oder bleiben soll, fand ich hier glaubwĂŒrdig dargestellt. Man weiß natĂŒrlich, dass alle Wege nach Rom fĂŒhren, zumindest was diese ReisegefĂ€hrten angeht, trotzdem schafft es die Autorin, den Leser kurz ins GrĂŒbeln zu bringen.
NatĂŒrlich gibt es auch eine Liebesgeschichte. Diese ist, wie der Rest der Handlung, eher unaufgeregt, und doch gerade deshalb um so berĂŒhrender.

Im Februar 2022 kommt ein weiterer historischer Roman der Autorin auf Deutsch heraus. Ich werde ihn auf jeden Fall kaufen.

Fazit: Ein angenehm zu lesendes Buch ĂŒber eine Odysee (nur ohne Odysseus).

#euleliest #dieseherinvontroja #jograham
Neue Regalbewohner

- und solche, die ausziehen werden.

Es gibt da diese Dystopie, Wir von Jewgeni Samjatin. Der Roman erschien 1921 und hat George Orwell zu dessen berĂŒhmten 1984 inspiriert. Gestern habe ich das Buch beendet. Es ist vielleicht die Mutter aller modernen Dystopien, aber fĂŒr mich ein Kaminbuch. Die Handlung ist dĂŒster und trostlos und vorhersehbar, das hĂ€tte ich ja noch akzeptiert, weil es in diesem Genre so sein muss. Die Sprache jedoch ist sehr schwierig. Kurze, abgehackte SĂ€tze, die oft unvollstĂ€ndig wirken und denen man nicht immer folgen kann. Ich verstehe schon, warum Samjatin diese Art des ErzĂ€hlens gewĂ€hlt hat, sie passt zu der Hauptfigur. Mir passt sie ganz und gar nicht.
Das Buch wird mein Regal verlassen.

Über Behemoth schrieb ich oben ja schon, das wird ebenfalls ausziehen. Vielleicht findet es einen Leser, den es begeistern kann.

Unter meinen NeuzugÀngen sind gleich drei Biographien. Greenlights oder die Kunst, bergab zu rennen von Matthew McConaughey, Will: Die Autobiografie von Will Smith und Maid von Stephanie Land (noch nicht auf Deutsch). Letzteres Buch will ich lesen, weil es eine Netflix-Serie gibt. Dass ich mir zuerst die Buchvorlage vornehme, versteht sich von selbst. Dann wird genetflixt.

Erinnert sich noch jemand an die Reihe, die ich im letzten Jahr hier vorgestellt habe, Königliches Blut? Der siebte Band ist ebenfalls bei mir eingetroffen. Ein schönes Foto habe ich auf Instagram geteilt. Wer mir (mars.eule) dort folgt, hat es sicher schon gesehen. Bei der nĂ€chsten Gelegenheit werde ich auch den langen Post auf meiner Internetseite aktualisieren. Die BĂŒcher sind so schön geworden, dass ich nicht widerstehen kann und sie herumzeigen muss.

#euleliest #behemoth #dystopie #netflix #willsmith #matthewmcconaughey #stephanieland #irinakotova #jewgenisamjatin #lesenamkamin #neuimregal
Raumschiffe und Stalker

Gestern habe ich das Hörbuch You - Du wirst mich lieben von Caroline Kepnes beendet. Es ist schon ein krasses StĂŒck Buch. Wenn man so tief in den Kopf eines Soziopathen und Stalkers eintaucht, möchte man hinterher lange duschen.
Worum geht es? (fĂŒr diejenigen unter euch, die die Netflix-Serie nicht kennen)
Der BuchhĂ€ndler Joe Goldberg lernt die Studentin Guinevere Beck kennen und ist sofort von ihr besessen. Er will sie fĂŒr sich, mit allen Mitteln. Um sie zu bekommen, geht er buchstĂ€blich ĂŒber Leichen.
Der ErzĂ€hlstil ist ungewöhnlich. Das Buch heißt nicht von ungefĂ€hr You. Joe erzĂ€hlt von Beck immer nur in der zweiten Person. Daran muss man sich als Leser*in gewöhnen, was relativ schnell passiert.

Ebenfalls gestern habe ich das Buch Maid von Stephanie Land beendet. So schnell bin ich seit vielen Monaten nicht mehr durch die Seiten gerauscht. Ich habe den eBook-Reader sogar beim ZĂ€hneputzen eingeschaltet und gelesen.
In dem Buch berichtet die Autorin von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter. Sie hat kein Geld, bekommt kaum UnterstĂŒtzung vom Staat und ĂŒberhaupt keine von ihrer Familie. Um ĂŒber die Runden zu kommen, geht sie putzen. Wie sich der Job auf ihr Leben, ihre Ansichten und ihre Zukunft auswirkt, ist sehr berĂŒhrend zu lesen. Manchmal auch haarstrĂ€ubend. Stephanie Land ist auf jeden Fall eine sehr sehr starke Frau. Hut ab!

Heute habe ich Die Kandidatin von Constantin Schreiber gehört. Das Buch hat mich - obwohl gĂ€nzlich andere Thematik - an das kĂŒrzlich gelesene Epidemie von Asa Ericsdotter erinnert. In beiden Werken geht es um eine gute Idee, die so verdreht und auf die Spitze getrieben wurde, dass an ihr ĂŒberhaupt nichts Gutes mehr bleibt.
Das Buch von Schreiber handelt Sabah Hussein, die erste muslimische Kanzlerkandidatin. Schreiber macht es wie Ericsdotter: er nimmt den Holzhammer und gestaltet so ĂŒberspitzte Situationen, wie sie einen nur die Augen verdrehen lassen.

Und jetzt zum Raumschiff. Wie das mit LeseplĂ€nen manchmal so ist, habe ich mich statt fĂŒr eine geplante Biografie spontan fĂŒr ein anderes Buch entschieden: Blindflug von Peter Watts. Laut Klappentext soll es um einen Erstkontakt gehen und dafĂŒr bin ich bekanntlich immer zu haben. NatĂŒrlich kann es nicht so gut werden wie Der Astronaut von Andy Weir, aber hey, lassen wir uns ĂŒberraschen.

#euleliest #eulehört #carolinekepnes #you #constantinschreiber #diekandidatin #stefanieland #maid #blindflug #peterwatts #asaericsdotter #andyweir #netflix
Teste jetzt den Booster-Chip. Hoffe, damit kann ich dann Gedanken lesen und mich per GPS ohne Navi durch unbekanntes GelÀnde bewegen.

#Impfung #Corona
Abgefahrene Erfahrungen

Wie ich oben schon erwÀhnt habe, wurde ich in diese Woche mit Biontech geimpft.
Normalerweise kriege ich von den Impfungen nichts als einen Pieks mit. Mein Körper scheint die Pseudo-Infektion im Vorbeigehen plattzumachen. Vielleicht ist die Einstichtstelle gerötet und/oder die Haut drumherum empfindlich.
Nicht dieses Mal.
Um die Einstichstelle hat sich eine große rote Beule gebildet, die zudem einen Tag lang ziemlich unangenehm war, am anderen Tag dann gejuckt hat wie blöd (inzwischen fast wieder alles normal).
Am Tag nach dem Impfung hatte ich Grippesymptome: Kopfweh, SchwÀche, Frieren.
Aber dann! Jungejunge, mit DIESER Nebenwirkung habe ich nicht gerechnet. Euphorie. Euphooooriaaaa! *singt*
Ich hatte gestern das GefĂŒhl, ohne Triebwerk durch die StratosphĂ€re dĂŒsen zu können. GefĂŒhlt den ganzen Nachmittag und Abend hatte ich ein dĂŒmmliches Grinsen im Gesicht. Alkohol kann so etwas nicht, Leudde.
Im Laufe des heutigen Tages hat es sich dann ein wenig gelegt. Schade!
Ich schiele jetzt auf den Kalender, denn bis zur nĂ€chsten Impfung in - wann? 6 Monaten? - ist es noch so lang! Ich weiß jetzt, warum es ImpfSTOFF heißt, denn der Stoff ist offenbar beste Ware.
Ich wollte mich mit der Impfung ja eigentlich nur vor dem BeatmungsgerĂ€t schĂŒtzen, und diese "Nebenwirkung" war ein netter Bonus.

#Impfung
Girl A von Abigail Dean

Lex ist eine erfolgreiche AnwĂ€ltin, die zwischen Großbritannien und den USA hin und her pendelt. Sie hat Geld, Freunde, ihre UnabhĂ€ngigkeit - und ein Geheimnis. Letzterem muss sie sich stellen, als ihre Mutter im GefĂ€ngnis stirbt und Lex das Haus vererbt, in dem sie, Lex, zusammen mit ihren Geschwistern aufgewachsen ist. Das Grauen ihrer Kindheit und Jugend wird auf diese Weise erneut an die OberflĂ€che gespĂŒlt.

Das Thema des Buches ist Kindesmisshandlung und -vernachlĂ€ssigung, und ist daher voller Trigger und nicht fĂŒr jede/n geeignet. Wer aber meint, damit klar zu kommen, bekommt eine Geschichte, die einem die Haare zu Berge stehen lĂ€sst.

Eine der Fragen im Buch lautet: Wieso seid ihr geblieben? Wieso bist du nicht frĂŒher geflohen, als die Dinge noch nicht so schlimm waren? Lex' antwortet darauf, dass sich die HorrorzustĂ€nde erst ĂŒber Jahre entwickelten. Diese Entwicklung wird in RĂŒckblenden erzĂ€hlt. Die Eltern, vor allem der Vater, von Lex, Evie, Ethan, Delilah, Gabriel, Daniel und Noah waren religiöse Fanatiker und rechtfertigten ihr Tun damit, ihre Kinder vor der großen bösen Welt zu beschĂŒtzen. Als Leser mit dem Blick "von außen" erkennt man schon bald, dass es hier eher um totale Kontrolle als um Liebe und Schutz geht, doch von innen sah es fĂŒr die Kinder natĂŒrlich nicht danach aus.

Es ist ein beklemmender Roman ĂŒber zerstörte Leben. Die Schilderung des Geschehnisse in dem Elternhaus sind ĂŒbel. Noch schlimmer ist nur noch die Zeit danach. Man beobachtet, wie Lex und ihre Geschwister versuchen, sich in der Freiheit zurecht zu finden und es scheinbar schaffen. Die Folgen der traumatischen Ereignisse sind aber auch nach fast 20 Jahren immer noch da. Die Überlebenden werden bis an ihr Lebensende nicht davon loskommen. Ich gestehe, ich hatte an einigen Stellen feuchte Augen, z. B. als Lex bei ihren Adoptiveltern nicht aufhören kann zu essen.

Was mir gefehlt hat, war eine nÀhere BeschÀftigung mit der Rolle der Mutter. Es wird nur in einem Satz erwÀhnt, dass auch sie ein Opfer gewesen sein könnte, und dieser Satz kommt nicht von der Ich-ErzÀhlerin Lex. Sie hat mit der eigenen TraumabewÀltigung genug zu tun und daher nicht in der Lage, den Gedanken zuzulassen.

Girl A wird als Thriller verkauft, ist aber eher keiner, trotz der ganzen Spannung und des Grauens. Und - leider - ist er trotz des Themas und der aufgeworfenen Fragen eher Durchschnitt. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und solange ich es im Ohr hatte, fand ich es ungeheuer interessant. Nach ein paar Tagen konnte ich mich jedoch kaum noch an den Titel erinnern, was nicht fĂŒr das Buch spricht.

Fazit: Lesestoff mit vielen Triggern.

Es ist ĂŒbrigens eine Mini-Serie geplant. Ich hoffe, dass die PlĂ€ne auch verwirklicht werden. Die Serie wĂŒrde ich nĂ€mlich sehr gern sehen.

#euleliest #eulehört #abigaildean #girla
Was machen eigentlich die Katzen?

Katze 1: schlÀft
Kater 2: schlÀft.
Kater 3+4: weiß der Geier
Kater 5: dto.

Ein bisschen ausfĂŒhrlicher?
Katze 1: schlĂ€ft den ganzen Tag. Es sei denn sie frisst gerade, dann nicht. Aber abgesehen davon, ob sie schlĂ€ft oder frisst, zwei Dinge tut sie immer: sĂŒĂŸ sein und haaren. Von den Haaren, die man von ihr zupfen kann oder die sie im Vorbeilaufen verliert, kann man drei weitere Katzen basteln.
Kater 2: schlĂ€ft viel. Wenn er nicht schlĂ€ft und frisst, jagt er die Streuner durch sĂ€mtliche GĂ€rten. Am Dienstag war er bei der TierĂ€rztin, mal wieder. Die TierĂ€rztin meinte, jetzt sollte es wieder gut werden. Katerchen hatte vor 2 Wochen eine OP im Maul. Es besteht die leise Hoffnung, dass das vierwöchentliche Cortison-Geben damit vorbei sein könnte. Alle bitte die Daumen drĂŒcken.
Katzen 3-4, auch Streuner genannt: ĂŒber die schrieb ich ja schon öfter, Spooky und Cookie. Kommen allabendlich fleißig vor die TĂŒr und warten auf Futter. Spooky kommt auch gern ins Haus und macht dabei vor Schreck in einer unbekannten Umgebung zu sein keine HĂ€ufchen mehr. Cookie ist noch immer zu scheu, ich weiß nach wie vor nicht, ob es ein Kater oder eine KĂ€tzin ist. Inzwischen steckt er auch mal die Nase ins Treppenhaus und es wurde sogar schon einige Male eine Pfote gesichtet.
Kater 5: ein großer Grauer. Vielleicht auch eine KĂ€tzin, wer weiß. Er gehört zu einer Dame irgendwo die Straße runter, kommt aber hier fressen. Ist dabei auch ziemlich penetrant. Er schubst Cookie vom Futternapf weg, wenn fĂŒr ihn kein eigener hingestellt wird. Dauer-Knurrer:in.

Neulich wollte ich den Streunern etwas Gutes tun und habe einen Karton vor die TĂŒr gestellt, darin eine Versandtasche mit Luftpolsterfolie (ich hatte keine Decke). Luftpolsterfolie sollte aber auch vor der gröbsten KĂ€lte schĂŒtzen, dachte ich mir.
Wer errÀt, was passiert ist?
Es wurde reingepinkelt. Statt den Karton als Schutz vor der KĂ€lte zu nutzen, musste er als Katzenklo herhalten. Nett.

Fortsetzung folgt...

#eulenalltag #katzen