Eule ­čÄä
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Das Wort zum Alltag

Buchvorstellungen, interessante Links, der t├Ągliche Wahnsinn und sinnloses Gelaber - alles in einem Kanal.
Und Katzenfotos ^^

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Ich habe soeben "The Orville" entdeckt und - MEIN GOTT WAS IST DAS?!
­čĄ¬
Schon klar, die Serie gibt's schon l├Ąnger, bisher ist sie aber an mir vorbeigeflutscht. Ich bin nun einmal kein gro├čer Serienfan und mich interessieren nur sehr wenige und selbst bei denen gebe ich meist nach ein-zwei Folgen wieder auf. Zuletzt hatte ich mich auf "Picard" gefreut, nach einer Folge war Schluss.
Also auf in die unendlichen Weiten des Serienwitzes. Ich werde berichten.

Von Bord der Orville gesendet

#euleguckt #theorville
Meet Bambi

Nachdem mir gestern wieder ein Rehbock ├╝ber den Weg gelaufen ist, habe ich meine einpr├Ągsamsten Erlebnisse mit Bambis Verwandten zusammengetragen.

Mein Arbeitsweg f├╝hrt durch W├Ąlder und (Mais)Felder. Manche Stra├čenabschnitte kann man trotz erlaubten 70 km/h nur langsam entlangrollen, weil jederzeit ein Reh vors Auto h├╝pfen kann.

Einmal sah ich ein einsames Rehkitz auf dem Feld. Ich frage mich, was aus ihm geworden ist. Verirrte Junge ├╝berleben vermutlich nicht.

Vor ein paar Jahren entdeckte ich auf dem Feld neben der Stra├če einen Albino-Bock, der offenbar eine Besprechung mit einem normalbraungef├Ąrbten Kollegen hatte. Ich h├Ątte am liebsten Fotos geschossen, denn wann kriegt man mal einen Albinorehbock vor die Linse?

Einmal begegneten mir morgens ein paar Rehe auf der Stra├če. Sie trotteten in den Wald, und ich dachte mir, dass ich nun f├╝r einige Tage rehfrei w├╝rde fahren k├Ânnen. Statistisch gesehen. Ich meine, selbst in einem derart "rehverseuchten" Gebiet trifft man nicht jeden Tag auf Tiere. Aber weit gefehlt! Auf dem Heimweg h├╝pfte mir wieder eines vors Auto. Im Dunkeln. Fluchend bremste ich ab. "Ok, kommt wohl vor, sch..├č auf Statistik", dachte ich. Nur wenige hundert Meter weiter kam ein weiteres Reh aus dem Wald und wollte auf die andere Stra├čenseite. "Nun ist aber auch gut", sagte ich in die Stille meines Autos hinein. Kurz bevor ich den Wald verlie├č, kam noch ein drittes angetrottet. "Wollt ihr mich verarschen?", fragte ich das Lenkrad. Es schwieg wohlweislich.
Seitdem nehme ich die Rehstatistik nicht mehr ernst. Sie l├╝gt.

Das war das Wort zum Samstag. Fahrt vorsichtig.

#eulef├Ąhrt #eulenalltag
Eule und ihre B├╝cher

Vor einigen Monaten kam mir der dumme Gedanke, die B├╝cher in meiner Bibliothek zu erfassen. Dumm, weil es viele, wirklich viele! sind. Ich habe f├╝nf hohe Ikea-Regale, in denen die B├╝cher in Dreierreihen gestapelt sind. Die Menge an Papier kann ich nicht einmal sch├Ątzen.
Der Gedanke, auf eine Leiter zu steigen, die B├╝cherstapel herauszuholen, die einzelnen B├╝cher in einer Tabelle zu erfassen und wieder zur├╝ckzusortieren - au weia. Viel Arbeit!
Auf Twitter schlug mir jemand vor, die B├╝cher direkt im Regal zu fotografieren und dann in aller Ruhe zu erfassen. Keine schlechte Idee. Doch - in vielen B├╝chern habe ich das Kaufdatum eingetragen, und dieses sollte dann schon mit in die Tabelle.
Ihr merkt schon, wer keine Sorgen hat, der schafft sich welche.
Nun ist es k├╝rzlich ein paar Mal vorgekommen, dass ich B├╝cher doppelt bestellt habe, weil ich den ├ťberblick verloren habe. Es musste also dringend etwas getan werden.
Da es inzwischen f├╝r fast alle Lebensbereiche eine App gibt, dachte ich mir, dass es bestimmt auch eine f├╝r B├╝chersammlungen gibt. Und so kam es, dass ich in der letzten Woche "Meine Bibliothek" auf dem Handy installierte.
Man scannt den Strichcode auf dem Buchr├╝cken ein, oder tippt die ISBN manuell ein - und fertig ist ein neuer Bucheintrag! Gut, vieles muss man korrigieren. Bei einigen B├╝chern hei├čen die einzelnen B├Ąnde einfach wie die Buchreihe, z. B. meine 6 Barrayar-B├Ąnder hei├čen laut App alle gleich, die musste ich umbenennen. Bei manchen B├╝chern findet die App nicht die Seitenzahl oder den Verlag. Bei manchen fehlt das Coverbild. Alles in allem aber ist es weniger Tipperei, als wenn ich alles in eine Excel-Tabelle eintragen m├╝sste. Angeblich l├Ąsst sich die B├╝chersammlung sogar in Excel importieren! Das werde ich bei n├Ąchster Gelegenheit testen.

Heute habe ich 6 Stunden lang B├╝cher aus dem Regal geholt und erfasst. Den Tag wollte ich eigentlich "The Orville" widmen, aber ich hatte 'nen Lauf und habe so lange weiter gemacht, bis der Akku meines Handys leer war. Erfasst sind jetzt 182 B├╝cher. Das sind gut drei Regalbretter.
Noch bin ich begeistert, aber ich sch├Ątze, lange bevor ich mit dem ersten Regal fertig bin, werde ich meine B├╝chersammlung zu hassen anfangen.

Bleibt dran, es geht bald weiter.

#euleliest #euleerfasst #b├╝chersammlung
#SchreibprojektTropfen tr├Âpfelt weiter

Stand 10.11.:
150 Seiten
30.789 W├Ârter
189.228 Zeichen
25 Kapitel

In den letzten Tagen habe ich kaum je 200 W├Ârter pro Abend geschrieben, das ist viel zu wenig. Aber ich hatte mich ein wenig verzettelt und musste zusehen, wie ich aus der Schreibbredouille wieder herauskam.
Gut, dass ich nicht beim NaNoWriMo mitmache, ich w├╝rde grandios scheitern!

(├ťber meinen ersten NaNoWriMo-Versuch schrieb ich hier.)

#euleschreibt
Forwarded from Der Postillon Newsticker
+++ Ganz d├╝nnes Eis: Polarb├Ąr auf schmelzender Scholle h├Ąlt Klimawandel f├╝r Verschw├Ârungstheorie +++
Das Eulenb├╝chererfassen geht weiter.

(wobei ich mich immer wieder frage, wessen B├╝cher ich gelesen haben soll) ­čśł

#euleliest #euleerfasst #b├╝chersammlung
So sah es vor ein paar Tagen aus (inzwischen sind einige B├╝cher wieder umgezogen).

#euleliest #euleerfasst #b├╝chersammlung
Es war einmal an einem d├╝steren Novembertag, da ├╝berlegte ich mir ein Thema f├╝r das Wort zum Montagabend. Das Rennen machte das Thema - buhu! - Aliens!

Als Science-Fiction-Fan sind mir in B├╝chern und Filmen schon eine Menge Aliens begegnet. Man sollte meinen, dass ich das Thema Au├čerirdische unbedingt begr├╝├če. Aber weit gefehlt! Meistens regt es mich auf.

Nehmen wir beispielsweise die ber├╝hmten Greys, die kleinen d├╝rren grauen Wesen mit den Riesenaugen, die man sp├Ątestens nach dem Film "Paul" total putzig findet. Angeblich sind das ganz fiese Gesellen, die werwei├čwieweit durchs All geflogen sind, um "grau"enerregende Experimente an Menschen durchzuf├╝hren und als Attraktion in Roswell zu jobben. Entf├╝hrungen durch die Greys geistern seit Jahrzehnten durch alle m├Âglichen Medien. Ich gebe es ja zu, eine Zeitlang dachte ich wirklich, da w├Ąre was dran. Ich meine: k├Ânnen so viele Menschen irren? (Spoiler: sie k├Ânnen.) Nachzulesen z. B. in "Der Drache in meiner Garage" von Carl Sagan.
Hier soll es aber nicht um die kriminellen T├Ątigkeiten der Alienentf├╝hrer gehen, sondern um die Fragen: Warum sind sie grau? Wie kommt es, dass sie unsere Luft atmen k├Ânnen? Wenn sie von einem fremden Planeten stammen, wie k├Ânnen sie dann humanoid sein? Selbst die Humanoiden auf der Erde, also wir, sind eher ein Zufall der Evolution.

Das ist ├╝brigens mein gr├Â├čtes Problem mit "Star Trek". Die Mannschaften der Enterprise begegnen im Laufe der Jahre zig verschiedenen Aliens. Fast alle diese Au├čerirdischen wirken menschlich. Sie haben menschliche Probleme, sie sehen bis auf einige kosmetische Eigenheiten menschlich aus.
Das Gleiche gilt f├╝r "Star Wars". Unmengen von Aliens! Gef├╝hlte Millionen. Mit der Schwerkraft und der Luft scheinen die wenigsten Probleme zu haben. Ersetzte man sie alle durch z. B. Skandinavier oder S├╝dafrikaner - und an den Geschichten der beiden "Star"-Universen w├╝rden sich nur klitzekleine Details ├Ąndern. Wozu dann ├╝berhaupt Aliens?
Kommen wir zum klassischen "Alien", das Eier in einem Menschen legt und dessen Jungen sich ans Tageslicht fressen. Das ist schon weniger humanoid, was gut ist, weil glaubw├╝rdiger. Allerdings: So eine Alienlarve w├Ąchst heran und nascht dabei von ihrem Wirt. Wieso schmeckt ihr Mensch? Wieso kotzt sie nicht im Strahl? Wie kommt es, dass ein Alien aus einer fremden Welt mit einem ganz und gar alienm├Ą├čigen Stoffwechsel einfach so fremdes genetisches Material verdauen kann?
Diese Liste kann man endlos fortf├╝hren. Spontan f├Ąllt mir kein Film mit einem Alien ein, von dem ich sagen kann "Wow, krasses Ding!".

Die Romanschreiber haben meist das gleiche Problem wie die Drehbuchschreiber. Sie haben die Phantasie, um die wildesten, fremdesten Au├čenweltler zu erschaffen (haben sie doch, oder?), tun es aber nicht. Wieso nicht? Wird dem Leser einfach nicht zugetraut, sich etwas so derma├čen anderes vorzustellen?
Ja, sich einen lebendigen Ozean wie auf Solaris vorzustellen ist schwer. Ich selbst bin daran gescheitert. Aber die Idee fand ich genial. So muss fremdes Leben sein. V├Âllig nicht-menschlich. Unvorstellbar. Weil es sich unter ganz anderen Bedingungen entwickelt hat als das Leben auf der Erde. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen uns. Es kann keine Kommunikation stattfinden, jedenfalls nicht innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen. Die Schwierigkeiten wurden ├╝brigens in der Kurzgeschichte von Ted Chiang "Die Geschichte deines Lebens" (als "Arrival" verfilmt) plausibel erkl├Ąrt.

Meine liebsten SF-Geschichten sind also die, in denen keine Aliens vorkommen. Oder, in denen die Au├čerirdischen in Form von Sporen, Pflanzen oder Insekten auftreten, als etwas also, mit dem man sich nicht einfach in Quarks Bar setzen kann.

Und zu guter Letzt: Glaube ich an Au├čerirdische? Ja. Ich bin in dieser Hinsicht einer Meinung mit Ellie Arroway aus "Contact": Das Universum w├Ąre sonst eine gewaltige Platzverschwendung.

Lebt lang und in Frieden! ­čľľ­čĆż

#alieneule #eulenalltag
Zugegeben, manchmal h├Ątte ich gerne einen Kamin. Ich w├╝rde am Kamin sitzen und lesen, und manche B├╝cher gleich darin verbrennen.
Wie man an dieser Einleitung unschwer erkennen kann, geht es heute um schlechte Literatur.

Ich unterscheide zwei Arten von schlechten B├╝chern.
1. Die Handlung ist ├╝belst. Also echt und wirklich und wahrhaftig f├╝r die Tonne. Eine Schande f├╝r die Buchwelt.
2. Der Schreibstil ist so schlecht bzw. so verwirrend, dass man die Handlung gar nicht erst wahrnimmt. Unlesbar halt.

Ja, was als schlechtes Buch gilt, ist f├╝r jeden anders. Dieser ganze Post ist rein subjektiv.

Einige B├╝cher fallen mir spontan ein. Z. B. f├Ąllt das wunderh├╝bsch aufgemachte Hardcover von Gesa Schwartz "├ära der Drachen" mit ├╝ber 700 Seiten in zweite Kategorie. Nachdem ich mich wochenlang (!) durch die Seiten gek├Ąmpft hatte, gab ich nach 250 Seiten auf. Nach ├╝ber 200 Seiten wusste ich immer noch nicht, wer wo wann mit wem und warum eigentlich. Den Schreibstil fand ich unfassbar z├Ąh und aufgebl├Ąht. So als habe die Autorin bei jedem Wort den Thesaurus bem├╝ht und immer das komplizierteste Wort gew├Ąhlt. Ein Dschungel, durch den man sich nur mit einer Machete k├Ąmpfen konnte. Oder mit Drachenfeuer.
Dabei habe ich gar nichts gegen schwierige Texte! Ich w├╝rde sogar sagen, je schwieriger, desto besser.

Gescheitert bin ich auch an Andr├ę Acimans "Call Me by Your Name". Nach 120 Seiten war Schluss. Das Geschmachte war kaum auszuhalten. Ich habe das Buch, glaube ich, in den ├Âffentlichen B├╝cherschrank gestellt. Vielleicht findet es einen geneigten Leser. ├ťbrigens war mir auch der Film zu langsam. Hab ihn nach 20 min ausgeschaltet.
Bei den vielen Preisen, die Buch und Film abgesahnt haben, wohl kaum wirklich schlecht, aber f├╝r mich ein Kaminbuch.

In die erste Kategorie, also superduperschlimme Handlung, f├Ąllt beispielsweise "Der Kuss des Satyrs" von Elizabeth Amber. Ein Nackenbei├čer mit Satyrn. O la la, dachte ich, nachdem ich in meinem Stammforum einen wahnsinnig witzigen Verriss gelesen hatte. Das will ich auch lesen!
Ja, das hatte ich dann davon... Ein wirklich unlesbarer Schinken, fast schon ein Porno. Hab das Buch nur zu Ende gelesen, um selbst einen Verriss zu schreiben. Ich such den mal raus und poste ihn hier, damit ihr wisst, vor welchem Buch ihr fl├╝chten m├╝sst, falls es euch mal verfolgt.

#euleliest #lesenamkamin
"Der Kuss des Satyrs" von Elizabeth Amber
1. Teil der Reihe

Toskana, 19. Jahrhundert. Der Weinbergbesitzer Nick verwandelt sich in Vollmondn├Ąchten in einen Satyr. Um seine Weinberge zu retten, muss er eine Frau mit Feenblut heiraten. Jane hat aber nicht nur magisches Blut, sondern ist auch noch unkonventionell und nicht bereit, sich ihrem k├╝nftigen Mann unterzuordnen. K├Ânnen Fee und Satyr ├╝berhaupt miteinander auskommen?

Oh. Mein. Gott. Was f├╝r'n Schmarrn ist das denn?!
Ist das Buch wirklich von einer Frau? Klingt eher nach einer m├Ąnnlichen Fantasie.
Hier treibts jeder mit jedem: Satyrn mit Nebelnymphen (die sich praktischerweise hinterher wieder in Luft aufl├Âsen), (Stief)Bruder mit Schwester, Tante mit Freundinnen, Satyrn mit Huren, Satyrn mit M├Ągden. Tun die Br├╝der es auch miteinander? Dauergeil genug sind sie ja, Nick beispielsweise kann ein halbes Dutzend Mal in der Stunde.
Nat├╝rlich kann Nick nicht nur poppen. Er rettet auch holde Jungfrauen, praktischerweise indem er sie heiratet. Dabei stellt er sich aber so d├Ąmlich an, dass es schon wieder lustig ist. Ein Beispiel: Er sucht auf einer Gesellschaft, die auf einem recht ausgedehnten Anwesen stattfindet, seine Braut. Diese hat Feenblut und duftet entsprechend. Nick folgt dem schwachen Duft hin und her und kann die Quelle endlich in einem Zelt ausmachen, in dem eine Wahrsagerin die Zukunft deutet. Man sollte annehmen, dass er das Feenhalbblut sofort erkennt, aber nein, er macht seinen Antrag beinahe der falschen Frau.
Oder: Die Satyrn k├Ânnen eine Frau nur an Vollmond schw├Ąngern und selbst dann k├Ânnen sie noch entscheiden, ob sie scharfe Munition verwenden oder Platzpatronen. Nick fiebert schon dem n├Ąchsten Vollmond entgegen, weil er ja so dringend einen Erben braucht, und ist fest entschlossen, diesen zu zeugen. Eine Woche vorher f├Ąllt ihm pl├Âtzlich ein, dass Feen ja nicht nur gute Feenkr├Ąfte haben k├Ânnen, sondern auch b├Âse. Letztere sollten auf keinen Fall an seinen Erben weitergegeben werden! Er muss also erst herausfinden, ob Janes Kr├Ąfte gut oder b├Âse sind. Aber da die beiden Eheleute ja nicht miteinander reden, wird die Zeit knapp. Mit Hirn w├Ąre das nicht passiert.

Auf meiner Ausgabe war ein Aufkleber, auf dem stand "Sexy, sinnlich, erotisch" oder so ├Ąhnlich. Ich schlage einen aussagekr├Ąftigeren Aufkleber vor: "Ich Satyr, du Jane!"
Ein Liebesroman oder meinetwegen auch ein Erotikroman ist das nicht, es ist eine Mischung aus Comedy und einem M├Âchtegern-Porno, bei dem eine Sexszene die n├Ąchste abl├Âst.
Bei manchen S├Ątzen h├Ątte ich fast in die Tischkante gebissen: "Er griff nach ihren H├╝ftknochen" und "fundamentales Verlagen" und "Wir m├╝ssen uns paaren". Romantisch, oder?
Apropos, H├╝ftknochen. Die werden ├Âfter erw├Ąhnt. Jane, das Skelett?

Der Klappentext erz├Ąhlt einem was von der lieblichen Jane, die den unwiderstehlichen Nicholas Satyr heiratet, der sich einmal im Monat in einen leidenschaftlichen Naturgeist verwandelt. Das "leidenschaftlich" geh├Ârt gestrichen und durch "geil" ersetzt. Denn so sind die Satyr-Br├╝der: Dauergeil. Sie k├Ânnen die ganze Nacht. Und am Tag auch. Und in der Vollmondnacht erschlaffen sie gar erst im Morgengrauen. Bei Vollmond legen sie ihre menschliche Seite ab und werden zu Tieren, nicht ansprechbar und nur an das Eine denkend. Beim letzten Vollmond scheinen sie aber bei klarem Verstand zu sei, soweit ihnen das eben m├Âglich ist. Aber gut, da haben sie auch Gruppensex mit Jane, daran muss es liegen.
Alles Merkw├╝rdige und Andersartige, das bei den Satyrn vor sich geht, wird mit "Das ist bei uns so ├╝blich" erkl├Ąrt. Ein Satyr-Kind wird nur 28 Tage lang ausgetragen - "Das ist bei uns so ├╝blich". Die Diener werden am Abend aus dem Haus geschickt - "Das ist bei uns so ├╝blich". Jane wird gezwungen, mit allen drei doppelt best├╝ckten Br├╝dern zu - ├Ąh - verkehren - "Das ist bei uns so ├╝blich. Das ist nur zu deinem Besten".

Fazit: Unterirdisch. Das Buch kommt weg. Das ist bei mir so ├╝blich.

#euleliest #lesenamkamin
"Die Ladenh├╝terin" von Sayaka Murata

Vor einigen Tagen sah ich ein neues Video meiner Lieblingsbooktuberin, die voller Begeisterung von "Die Ladenh├╝terin" erz├Ąhlte. Es ist ein Roman aus Japan, und japanische Literatur l├Ąsst mich eigentlich kalt. Aber die Begeisterung war ansteckend, ich besorgte mir das H├Ârbuch. Das habe ich gestern geh├Ârt.

Im Buch geht es um die 36j├Ąhrige Keiko Furukura, die in einem Convience Store, dem Konbini, arbeitet.
Keiko ist ein wenig seltsam, um es mal vorsichtig zu sagen. Es fehlt ihr an Empathie, ihre Handlungen sorgen mindestens f├╝r Kopfsch├╝tteln, wenn nicht f├╝r Befremden. Als Studentin findet sie sich als Aushilfe im Konbini wieder und dort, wo es Regeln und Vorschriften f├╝r alles gibt, kann sie als Normale durchgehen. Sie ordnet ihr Leben komplett dem Supermarkt unter, sie lebt f├╝r ihre Arbeit. Aber in der japanischen Gesellschaft eckt sie damit an. Ein Mensch muss Karriere machen, heiraten, eine Familie gr├╝nden, und nicht seit 18 Jahren als Aushilfe jobben. Schlie├člich bringen die Kommentare der anderen sie dazu, einem ehemaligen Kollegen ein Angebot zu machen.

Es ist ein d├╝nnes B├╝chlein, 145 Seiten nur, das H├Ârbuch ist 190 min lang. Es passiert darin nicht viel.
Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht als Satire gedacht war, es spielt auch keine Rolle.
Man beobachtet Keiko beim Einr├Ąumen der Regale, beim Essen mit Freunden, in Gespr├Ąchen mit Kollegen, und h├Ârt dabei den Gedanken der Ich-Erz├Ąhlerin zu, die versucht, sich in der Welt der Normalen zu behaupten.
Beim Lesen/H├Âren muss man sich auf einen anderen Kulturkreis einlassen, der mit dem europ├Ąischen nur wenig gemein hat. Das f├Ąllt allerdings nicht schwer, und schon nach wenigen Minuten ist man im Land der aufgehenden Sonne.
Keikos Versuche, ihre Tarnung als Normale aufrechtzuerhalten, sind manchmal traurig, manchmal witzig, manchmal zum Fremdsch├Ąmen, aber immer faszinierend. Der Schluss des Buches ist logisch und im Grunde unvermeidlich.

Das Buch hat mich ebenso begeistert zur├╝ckgelassen wie die Booktuberin. Ich habe mir von Murata bereits das zweite Buch bestellt.

Gelesen wird das H├Ârbuch von Bettina Storm, die Keiko eine sehr sch├Âne Stimme verleiht. Die Sprecherin werde ich mir auf jeden Fall merken.

#euleliest #dieladenh├╝terin #sayakamurata
Kaminbuch-Odyssee

Hier schrieb ich ├╝ber ein paar Kaminb├╝cher. Heute ist mir ein weiteres eingefallen, n├Ąmlich "Ulysses" von James Joyce.
Erw├Ąhnt man in einem Literaturkreis, dass man "Ulysses" bescheiden fand, wird einem unterstellt, man habe das Buch nicht verstanden, es sei Weltliteratur etc.
Nun, es ist schlechte Weltliteratur. Verstehen will ich so etwas nicht, ich hab nur ein Leben, und das ist f├╝r bessere B├╝cher reserviert.

Es muss schon an die 20 Jahre her sein, da h├Ârte ich zum ersten Mal von "Ulysses". Ein weltbekannter, schwieriger Roman ├╝ber eine Art Odyssee sollte das sein. Ich machte mich sofort auf die Suche, doch das Buch, nicht einmal ein Hardcover, kostete gut 30 DM, damals war das eine Menge Geld f├╝r ein Buch. Schlie├člich bekam ich es in die Finger und begann zu lesen. Ja, der Anfang war komplex, aber hey, komplexe B├╝cher konnten mich nicht schrecken.
Je weiter ich las, desto verwirrter wurde ich. Zu verstehen war da so gut wie nichts. War Joyce beim Schreiben auf harten Drogen? Anders konnte ich mir diesen graphomanischen Text nicht erkl├Ąren. Nach wenigen Seiten schon dache ich ans Abbrechen. Doch hier bekam ich die jedem B├╝chernarr bekannten Gewissensbisse: Was, wenn es gleich auf der n├Ąchsten Seite besser wird? Was, wenn ich mein Jahreshighlight in den H├Ąnden halte und ich nur noch ein bisschen durchhalten muss? Au├čerdem, Abbrechen. Ein furchtbares Wort f├╝r eine/n Leser/in. Ich konnte mich nicht erinnern, schon einmal ein Buch abgebrochen zu haben.
"Ulysses" ging in meine pers├Ânliche Leseliste als das erste bewusst abgebrochene Buch ein.
Vielleicht h├Ątte ich noch ein wenig weiter gelesen, immerhin hat der Roman fast 1.000 Seiten, da k├Ânnte ja noch was kommen! Aber auf ca. Seite 100 beschreibt Joyce ausf├╝hrlich den Stuhlgang des Helden. Ja, der gute Mann kackt. An dieser Stelle waren meine Augen bereits gr├Â├čer als Untertassen. Was h├Ąttet ihr denn getan? Etwa dabei zugesehen? Ich denke nicht.

Fazit: Manchmal ist das, was als Weltliteratur bezeichnet wird, einfach nur Kacke.

#euleliest #lesenamkamin
Achtung, toxisches Buch!

Oben habe ich ja bereits dar├╝ber geschrieben, dass ich nicht gerne B├╝cher abbreche. Zwar tue ich das hin und wieder, wenn ich es nicht mehr aushalte, aber wirklich sehr selten. Noch seltener breche ich H├Ârb├╝cher ab. Da muss schon SEHR viel passieren!
Aber manchmal passiert es eben. So geschehen bei "After Passion" von Anna Todd.
Alle redeten von dem Buch, ich wollte unbedingt auch mitreden k├Ânnen. Das H├Ârbuch kam und ich st├╝rzte mich drauf. Nach ca. einem Drittel gab ich auf. H├Ątte ich das Buch in Papierausgabe gehabt, ich h├Ątte vor Frust darauf herumgetrampelt.

Worum geht's da?
Tessa begegnet Hardin und verf├Ąllt ihm. Nun, ich vermute, dass sie ihm verf├Ąllt, ich habe ja nach einem Drittel auf dem nicht vorhandenen Buch herumgetrampelt.
Tessa hat einen Freund, aber Hardin ist viel besser! Er ist so h├╝bsch, undurchschaubar, geheimnisvoll, reich und kann jedes M├Ądchen haben. Hach, ein Traum. - So zumindest war wohl die Idee des Buches. Was aber r├╝berkommt ist ein Kerl mit einem so gewaltigen Dachschaden, dass eine Concorde hindurchpassen w├╝rde.
Und Tessa! Meine G├╝te! Sie kann buchst├Ąblich nicht nein sagen. Zu nichts, was Hardin vorschl├Ągt.
Beispiel: Sie bekommt Besuch von ihrem Freund, den sie schon eine Weile nicht gesehen hat, aber dann hat Hardin irgendein Wehwehchen, und sie l├Ąsst den Freund einfach stehen, um Hardin Gesellschaft zu leisten. Sie ├╝bernachtet bei ihm, verschwendet dabei keinen Gedanken an ihren Freund.
Weil sich die ganze Handlung um diese beiden extremst unausstehlichen Figuren dreht, hatte ich schon recht bald die Nase voll.

Es ist der erste Band einer mehrteiligen Reihe, inzwischen gibt es auch zwei Kinofilme, das Ganze ist also mega-erfolgreich. Es ist mir unbegreiflich. Diese B├╝cher w├╝rden sich verh├Ârtechnisch gut in Guantanamo machen. Wenn man sie den Terroristen vorliest, gestehen die alles.

Fazit: Das war eine w├╝rglich schlimme Lese-/H├Âr-Erfahrung.

#euleliest #lesenamkamin
Spacig, aber nicht spa├čig

Vor gut 10 Jahren las ich in einer Leserunde mit Autor das Buch "Collector". Der Autor Markus Heitz hat seitdem m├Âglicherweise eine Voodoo-Puppe mit meinem Namen in der Schreibtischschublade. Ich fand das Buch n├Ąmlich gar nicht gut und hielt mit meiner Meinung nicht hinterm Berg.

"Collector" spielt eintausend Jahre in der Zukunft. Es geht um Aliens, Raumschiffe und seltsame Gestalten. Das Buch wurde als erster Teil einer Reihe gehandelt, aber ob es weitere B├╝cher gibt, wei├č ich nicht. Ich bin "Collector" so schnell losgeworden, wie ich konnte.

Mich hat im Roman praktisch alles gest├Ârt. Die Figuren sind flach und nichtssagend. Mir hat nur eine gefallen und auch die nur im ersten Kapitel mit ihr. Danach war sie genauso langweilig wie die anderen. Die m├Ąnnliche Hauptfigur agiert nicht, sondern reagiert blo├č. Als Nebenfigur w├Ąre sie ganz brauchbar geworden, als Hauptfigur ein Reinfall.

Heitz bezeichnet den Roman als "Space Fiction". Ja, Space gibt es reichlich. Aber mir hat die Science gefehlt. Ich meine: da wird beschrieben, wie ein Schwarzes Loch "gebaut" wird. Da kriegt man als Leser einen Lachkrampf! Als gesagt wird, dass die Sonne ├╝berwiegend aus Eisen und Nickel besteht, will man blo├č noch sterben. Es sind Wasserstoff und Helium!
Ebenso werden die Zeitr├Ąume einfach nicht glaubw├╝rdig dargestellt. 1000 Jahre. Man stelle sich diesen Zeitraum vor. Gewaltig! Selbst in 100 Jahren hat allein auf der Erde eine verdammte Menge an Entwicklungen stattgefunden. In "Collector" sind tausend Jahre ab heute vergangen. Die Scheibenwischer eines Trucks quietschen aber immer noch. Nicht gerade fortschrittlich.

Handlungsstr├Ąnge enden einfach im Nichts. Nicht, weil eine Fortsetzung geplant war, sondern einfach so. Beispiel: Zwei Menschen fliehen vor den Aliens. Die Flucht wird spannend und detailliert beschrieben - und verpufft wie ein Pups im Weltall. Wozu das Ganze?!

Interessant war, dass alle au├čer mir dieses Buch in der Leserunde toll fanden. Ja, es liest sich leicht, man kommt schnell voran. Das liegt aber m├Âglicherweise an der riesigen Schrift und den breiten R├Ąndern im Buch. Ich habe also fast an meinem Verstand gezweifelt. Als ich mich im Netz umsah, entdeckte ich drei weitere Leserunden und las mir die ganzen Beitr├Ąge durch. Es stellte sich heraus, dass die Leserinnen das Buch gut fanden, die Leser dagegen sehr viel weniger. Das ist ja eigentlich schon fast ein Klischee, dass m├Ąnnliche Leser eher und mehr Science-Fiction lesen als weibliche, und entsprechend ein Buch des Genres ganz anders - kritischer! - bewerten.

Wie dem auch sei, nach diesem Buch verschenkte ich alle B├╝cher von Markus Heitz, die ich im Regal hatte, und habe nie mehr eines gekauft oder auch nur kaufen wollen.

Fazit: Auch ein spaciges Kaminbuch ist immer noch ein Kaminbuch.

#euleliest #lesenamkamin
Weiter oben schrieb ich schon ├╝ber ein Buch von Sayaka Murata, heute m├Âchte ich das zweite vorstellen:

"Das Seidenraupenzimmer" von Sayaka Murata

Natsuki und Yu, Cousine und Cousin, verstehen sich gut. Auf den j├Ąhrlichen Familientreffen verbringen sie viel Zeit zusammen, und schw├Âren sich sogar eines Tages ewige Liebe und Treue. Beide kommen aus Familien mit einer h├╝bschen Fassade, doch dahinter sieht es schon nicht mehr so harmonisch aus. Yu ist seit dem Tod seines Vaters eine St├╝tze f├╝r seine Mutter, man munkelt sogar, dass es mehr ist als eine blo├če Mutter-Sohn-Beziehung. Natsuki ist ein ungeliebtes und unbeachtetes M├Ądchen, welches das Interesse eines p├Ądophilen Lehrers auf sich zieht. Au├čerdem haben beide Kinder ein Geheimnis: Yu h├Ąlt sich f├╝r einen Au├čerirdischen, Natsuki hat Kontakt zu einem Au├čerirdischen, den nur sie h├Âren kann und der sich als Pl├╝schmaus tarnt.
Nach einem Vorfall bei der Beerdigung des Gro├čvaters werden Natsuki und Yu getrennt und sehen sich ├╝ber 20 Jahre lang nicht.

Inzwischen ist Natsuki verheiratet. Ihr Mann ist ein Au├čenseiter wie sie, und eines Tages ├Ąu├čert er den Wunsch, den Ort kennen zu lernen, von dem Natsuki ihm erz├Ąhlt hat, den Ort, an dem sie mit Yu zusammen war. Yu wohnt jetzt dort, im Haus der verstorbenen Gro├čeltern. Im Gegensatz zu Natsuki und ihrem Mann, die sich ihre Andersartigkeit bewahrt haben, hat Yu sich der Gesellschaft angepasst und will von seiner "au├čerirdischen" Vergangenheit nichts mehr h├Âren.

Wieder ein wunderbarer Roman von Sayaka Murata. Ganz anders als "Die Ladenh├╝terin", und doch jenem Buch ├Ąhnlich. Es geht wieder um Figuren, die nicht in die auf Perfektion und N├╝tzlichkeit getrimmte japanische Gesellschaft passen. Doch w├Ąhrend die Ladenh├╝terin Keiko weiter ihren Weg geht, zerbrechen Natsuki, Tomoobi und Yu an den Erwartungen und dem Druck der Gesellschaft.

Mir hat das Buch trotz des surrealen Endes ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil ist eine Wucht, anders kann ich es nicht beschreiben. Die f├╝r Europ├Ąer fremdartige japanische Welt entsteht ohne Probleme vor dem inneren Auge, man freut, leidet und f├╝rchtet sich zusammen mit den Figuren.
Die in "Das Seidenraupenzimmer" angesprochenen Themen sind nichts f├╝r Zartbesaitete, es geht um Ablehnung, Missbrauch, zerst├Ârte Leben, aber auch um das verzweifelte Festhaltenwollen an der eigenen Identit├Ąt, die in der realen Welt keine Chance aufs ├ťberleben hat.

Fazit: S├╝chtigmachend!

#euleliest #sayakamurata #dasseidenraupenzimmer
Wie sieht es denn eigentlich mit meinem Roman aus?

Stand 01.12.2020

Das #SchreibprojektTropfen hat inzwischen 30 Kapitel und 188 Seiten.
Es geht mal flotter und mal langsamer voran. An manchen Tagen kommt eine Seite heraus, an manchen, wie heute, vier.
Die weiteren Zahlen:
38.681 W├Ârter
238.002 Zeichen
92 Tage Schreibzeit

Ich hoffe, dass ich noch in diesem Monat fertig werde.
Bisher hat der Roman den Umfang meines Erstlings, "Erstkontakt mit Violine". Ich gehe davon aus, dass ich mindestens den Umfang von "Ares" erreiche. Guckenwirmal!

#euleschreibt