🌐33 abwarten:
abwarten und Tee trinken (ugs.):
warten wir erst einmal ab:
Abwarten und Tee trinken. In einem halben Jahr kann man vielleicht schon Sachen machen, die heute noch nicht gehen.
· Die Herkunft dieser Wendung ist unklar. Angeblich war sie ursprünglich eine
Mahnung an ungeduldige Kranke, Kräutertee zu trinken und auf die Heilung zu
warten.
🌐34 Abwechslung:
die Abwechslung lieben (ugs.):
häufig die Liebhaber, die Freundinnen wechseln:
Mein Freund liebt die Abwechslung.
🌐35 Abweg:
auf Abwege geraten:
vom rechten Lebensweg abkommen;
im Begriff sein, sittlich herunterzukommen:
Ich wusste nicht, dass er auf Abwege geraten war.
🌐 36 Abwesenheit:
durch Abwesenheit glänzen (iron.):
durch Abwesenheit unangenehm auffallen:
Mehrere Abgeordnete glänzten auf dem Empfang durch Abwesenheit.
🌐37 abwinken:
bis zum Abwinken (ugs.): „Nein, danke, es reicht!“
bis zum Überdruss , übermäßig viel, im Übermaß
Hausaufgaben bis zum Abwinken → viel zu viele Hausaufgaben
Werbung bis zum Abwinken → extrem viel Werbung
🌐 38 Abzug:
etw. in Abzug bringen (Papierdt.):
etw. bei einer Berechnung, Bewertung abziehen: Die Unkosten sind bereits in Abzug gebracht worden.
🌐 39 Ach:
mit Ach und Krach (ugs.):
mit Mühe und Not, gerade noch: Mit Ach und Krach
haben wir den Zug erreicht.
🌐 39a Ach und Weh schreien (ugs.):
Jammern und klagen:
Nachdem das Unglück geschehen war, schrien alle Betroffenen Ach und Weh.
mit vielem Ach und Weh; mit/unter Weh und Ach (ugs.):
mit vielem Klagen, Stöhnen; höchst ungern:
Mit vielem Ach und Weh hatte sie endlich die zwanzig Euro aus ihrem Portemonnaie gekramt.
🌐 40 Achse:
auf [der] Achse sein (ugs.):
unterwegs, auf Reisen sein:
Als Vertreter ist er ständig auf der Achse
🌐 41 Achsel:
die Achsel[n], mit den Achseln/der Achsel zucken:
mit einem Hochziehen der Schultern zu verstehen geben, dass man etw. nicht weiß, nicht versteht, dass einem etw. gleichgültig ist:
Beamte in allen Instanzen zucken hilflos die Achseln, wenn man sie fragt, was denn nun genau für diesen Fall an Gesetzen gilt oder nicht.
🌐 41a etw. auf die leichte Achsel nehmen:
etw. unangemessen leichtnehmen:
Der Bischof von Tarbes nimmt dabei die leidige Geschichte durchaus nicht auf die leichte Achsel
🌐42 acht:
jmdn. in Acht und Bann tun/erklären (Geschichte):
1. über jmdn. die Reichsacht und den Kirchenbann verhängen: Der König ließ ihn und seine Familie in Acht und Bann erklären.
2.jmdn. aus einer Gemeinschaft ausschließen, aufs Schärfste verurteilen:
🌐43 Acht:
etw. außer [aller] Acht lassen;
etw. aus der/aus aller Acht lassen:
etw. nicht beachten:
Bei der Entscheidung hatte man wichtige Aspekte außer aller Acht gelassen
sich vor jmdm., etw. in Acht nehmen:
sich vorsehen, sich hüten:
Nimm dich vor diesem Menschen in Acht! ·
🌐44 Achter:
jmdm. 'nen Achter ins Hemd treten (landsch. salopp):
jmdn. gehörig verprügeln:
Wenn der erfährt, dass du gequatscht hast, tritt der dir 'nen Achter ins Hemd.
· Das verbogene Rad eines Fahrrades wird in manchen Gegenden »Achter« oder »Acht« genannt, weil es von vorn gesehen einer Acht ähnelt. Die Wendung spielt darauf an, dass sich der Körper des Getretenen vor Schmerz wie ein Achter krümmt.
🌐45 Achtung:
alle Achtung !:
das verdient Anerkennung! (Ausruf der Bewunderung):
In Mathe eine Eins! Alle Achtung!
🌐 46 achtzig: auf achtzig sein/kommen (ugs.):
vor Wut rasen, rasend werden:
Seine Frau ist auf achtzig, weil das Essen im Ofen verbrutzelt und er wieder nicht angerufen hat, dass er später nach Hause kommt. ·
jmdn. auf achtzig bringen (ugs.):
jmdn. rasend vor Wut machen:
Der bringt mich mit seinem Gequatsche auf achtzig.
· Hier wie auch in der vorausgehenden Wendung ist mit »achtzig« die Zahl der
Stundenkilometer gemeint. Die Wendungen stammen aus einer Zeit, in der 80 km/h noch als besonders hohe Geschwindigkeit für ein Kraftfahrzeug galten.
🌐 47 Acker:
sich vom Acker machen (salopp):
sich davonmachen; verschwinden:
Mach dich vom Acker! Mach Mücke!
🌐 48 ad absurdum:
etw. ad absurdum führen (bildungsspr.):
die Unsinnigkeit von etw. aufzeigen:
Ich werde diese Behauptungen ad absurdum führen.
🌐 49 ad acta: etw. ad acta legen (bildungsspr.):
eine Angelegenheit als erledigt betrachten; über etw. nicht mehr sprechen, verhandeln
🌐 50 Adam: der alte Adam (veraltend)
die alten Schwächen, Gewohnheiten eines Mannes:
seit Adams Zeiten/Tagen (ugs.):
seit je, solange man denken kann:
Das ist doch schon seit Adams Zeiten bekannt.
bei Adam und Eva anfangen (ugs.):
bei seinen Ausführungen sehr weit ausholen:
Ich setze rudimentäre Kenntnisse des Stoffes voraus und werde in meinen Ausführungen deshalb nicht bei Adam und Eva anfangen.
von Adam und Eva stammen (ugs.):
(von Dingen, Anschauungen o. A.) sehr alt, veraltet sein