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Freilernen in der Realität
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Welche typischen, hinterfragenswerten Denkmuster gibt es im Zusammenhang mit (freier) Bildung?

Die allgemein verbreiteten Vorstellungen von Bildung, Lernen und sozialer Entwicklung beruhen in vieler Hinsicht auf nicht hinterfragten Annahmen, die sich oft als unzutreffende Mythen herausstellen und überdacht werden müssen.

Hier einige Beispiele für solche Mythen:

- Eine umfassende Grundbildung lässt sich nur durch strukturierten, vorgeplanten Unterricht durch fachlich vorgebildete Experten nach einem vorgegebenen Lehrplan erreichen.

- Für den Erwerb von hinreichenden Kompetenzen im Bereich der schulischen Kernfächer wie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen ist tägliche Übung unbedingt notwendig.

- Für den Erwerb hinreichender Sozialkompetenz ist es unbedingt notwendig, sich im Umfang der üblichen Schulzeit, also für mindestens zehn Jahre an jedem Schultag, in einer Klassengemeinschaft mit Gleichaltrigen aufzuhalten.

- Ohne einen Schulbesuch kann man keinen Schulabschluss erwerben.

- Ohne Schulabschluss ist es nicht möglich, einen zufriedenstellenden und angemessenen Beruf auszuüben oder gar Karriere zu machen. Ohne Schulabschluss sind Kriminalität und ein Leben in sozialen Randgruppen vorprogrammiert.

Quelle: Selbstbestimmte und selbstorganisierte Bildung versus Schulpflicht; Herausgeber: Matthias Kern; tologo verlag

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Das ABC des natürlichen Lernens - D wie Druck
von Heidrun Krisa & Susanne Sommer, erschienen im unerzogen-magazin

Ein Satz, der bei mir (H.K.) im Physikunterricht hängengeblieben ist, lautet: Druck erzeugt Gegendruck! Auch wenn uns der Lehrer damit die physikalischen Gesetzmäßigkeiten vermitteln wollte, hat der Satz ebenso im psychologischen Kontext seine nicht abstreitbare Wirkung: Sobald wir unter Druck gesetzt werden, versuchen wir uns zu widersetzen. Wir möchten nicht zu etwas gebracht werden, möchten unsere Entscheidungen frei von Manipulation treffen.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es ein Leichtes zu erkennen, dass auch junge Menschen ihre jeweiligen Lernerfahrungen am besten ohne Druck machen. Da wir alle ohnehin gewissen Zwängen und Unwägbarkeiten ausgesetzt sind, liegt es in der Natur der Sache, dass junge Menschen lernen, damit umzugehen. Wir müssen ihnen keine Lehre erteilen, indem wir noch zusätzlich Druck auf sie ausüben.

Wenn wir Menschen spürbaren Druck, z. B. Zeitdruck, erfahren, mobilisiert der Körper das Stresssystem. Mithilfe der Stresshormone versucht unser Körper mit den Anforderungen zurechtzukommen, wenn das aber nicht möglich ist, macht uns der weiterhin aufrecht erhaltene Druck krank. Daher lautet mein Appell: Nehmen wir den Druck weg, wo immer es geht! Freilernen ist der beste Beweis dafür, dass ganz ohne Druck von außen die besten Erfolge erzielt werden.


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Karin von Mitananda Lernen hat sich im Jahr 2024 mit drei sehr lieben langen Wegbegleiterinnen aus der gemeinsamen Zeit bei der “Initiative Freilernen 2013” darüber unterhalten, was sich seither getan und verändert hat, was dieser “prüfungsfreie Weg” mit ihnen als Eltern getan hat und wie die betroffenen Kinder mittlerweile erwachsen geworden sind und Wege gehen, die so vielfältig, bunt und besonders sind, wie sie selbst. https://youtu.be/3Jk6VPvhxmM
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Das nächste Treffen im Waldviertel findet am Samstag, 21.3. ab 13 Uhr statt. Wir freuen uns auf Dich/Euch! Maria & Felix (Mitglieder bei freilerner.at)
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Solidaritätsfonds - „Miteinander füreinander!“

Beim bundesweiten Netzwerktreffen 2018 wurde beschlossen, für laufend vorkommende gerichtliche Präzedenzfälle einen eigenen Solidaritätsfonds einzurichten, um die betroffenen Familien zu unterstützen.

Damit werden die aus Gerichtsverfahren entstehenden, durchaus beachtlichen Kosten gemeinsam getragen.

So stehen die Pionier-Familien wenigstens wirtschaftlich nicht allein da!

Hohe Kosten entstehen hauptsächlich durch:
- Gerichtsgebühren,
- Gutachter- und Anwaltshonorare,
die von einer einzelnen Familie kaum getragen werden können.

Wir bedanken uns für Deinen Beitrag!

Freilerner.at - Verein zur Förderung freier und selbstbestimmter Bildung
IBAN: AT12 3810 2000 0703 5322 / BIC: RZSTAT2G102
Verwendungszweck: SOLIDARITÄTSFONDS

https://www.freilerner.at/der-verein/solidaritaetsfonds/

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Video für Kongress "Kinder der Zukunft"

Im Beitrag von freilerner.at für den Kongress „Kinder der Zukunft“ (aus dem Jahr 2021) reflektieren Sigrid und Heidi über die Haltung, die es braucht, um unsere jungen Menschen frei und selbstbestimmt zu begleiten, und warum es genau diese Haltung ist, die wohl auch für unser aller Zukunft so entscheidend ist.

Darüber hinaus lassen sie uns an ihrem reichen Erfahrungsschatz aus der Begleitung ihrer Söhne teilhaben und zeigen auf, was es mit jungen Menschen macht, wenn sie ihren Begeisterungen folgen dürfen.

https://youtu.be/mvkwFVSXr4Y

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Freilernen ist...

…weit mehr, als nur eine neue Lernmethode! Es ist für uns eine Lebenshaltung! Und zudem: natürlicher Ausdruck von Lebendigkeit!

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Freilerner können...
...die Erkenntnisse der Gehirnphysiologie bestätigen, dass echtes Lernen unter Druck gar nicht möglich, ohne Druck dagegen gar nicht aufzuhalten ist.


Hier der ermutigende Bericht einer erfahrenen Mutter von vier Kindern (Frühjahr 2020/leicht gekürzt):

Bei uns gibt es keine Vorgaben, was den Stoff und die Lernzeit betrifft. Sie sind frei gestaltbar. Diese Art des Lernens kennen wir alle, zum Beispiel wenn ein Kleinkind zum ersten Mal einen komplexen Satz ausspricht. Die Eltern tauschen überraschte Blicke aus, Freude macht sich breit, die Augen leuchten. Das Wunderbare daran ist, dass das Lernen im Geheimen passiert ist und das Ergebnis deshalb scheinbar aus dem Nichts plötzlich auftaucht. So überraschen uns kleine Kinder jeden Tag aufs Neue.

Je älter die Kinder werden, desto stärker wird von außen bestimmt, was und wie sie lernen sollen. Schon im Kindergarten sind die Inhalte oft genau vorbereitet und didaktisch aufgebaut, damit die Kinder sie üben können. Ich denke, dass die Mehrheit solche Vorgaben für unerlässlich hält, besonders zur Vorbereitung auf die Schule. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die meisten kennen es kaum anders. Hätten wir ohne pädagogische Maßnahmen auch so viel lernen können?

E. ist gerade 4,5 Jahre alt. Anders als die meisten Kinder ihres Alters geht sie nicht in den Kindergarten. Normalerweise sind wir viel unterwegs in der Natur, im Garten oder treffen Freunde. Jetzt ist das wegen der Coronakrise natürlich nicht möglich und wir haben besonders viel Zeit für kreative Tätigkeiten. Weil wir Oma und Opa im Moment nicht sehen können, schicken wir ihnen täglich kleine Grußbotschaften und kurze Videos von der ganzen Familie. Auch E. will mitwirken und hat ihre ganz eigenen Ideen dazu. So sind bereits einige Bastel- und Kochvideos von ihr entstanden.

Als erstes wollte sie ein Osterkörbchen aus Naturpapier basteln. Da ich noch ein Modell in Erinnerung hatte, konnte ich ihr die einzelnen Arbeitsschritte ansagen. Nebenbei erwähnt interessierte sich E. bis zu diesem Zeitpunkt kaum für Basteleien und hatte daher so gut wie keine Erfahrung mit dem Gebrauch einer Schere oder dem Falten von Papier.

Beim Filmen war ich erstaunt zu sehen, wie genau und scheinbar mühelos sie das Papier gefaltet und mit der Schere zugeschnitten hat. Sie konnte es auf Anhieb, ohne es jemals zuvor geübt zu haben. Während sie im Tun war, sagte ich kein Wort, sondern fing nur mit der Kamera ihren Gesichtsausdruck ein. Ihr Blick wirkte nach innen gerichtet, sie sah erfüllt und glücklich aus, denn sie hatte selbst herausgefunden, wie das Falten und das Schneiden funktionieren. Es war für sie eine Meisterleistung.

Gleich am nächsten Tag bastelte sie zwei Osterhasen aus leeren Klopapierrollen. Wieder das gleiche Phänomen. Diesmal schnitt sie nicht nur gerade Linien, sondern auch kurvige Hasenohren aus. Das Schneiden mit der Schere ist eine neu erworbene Fertigkeit, auf die sie nun jederzeit zurückgreifen kann. Der richtige Moment dafür war ganz von selbst gekommen. Das gibt nicht nur E. ein schönes Gefühl, sondern auch mir als Beobachterin. Ich freue mich mit über dieses Wunder, das ich beim selbstbestimmten Lernen immer wieder erlebe.

Wir alle kennen diese Augenblicke, in denen wir tief eintauchen in unsere Tätigkeit und erst nach einer gewissen Zeit wieder auftauchen, wenn das Werk zu unserer Zufriedenheit gelungen ist. Es ist ein von innen gesteuerter Schaffensprozess, der uns glücklich macht. Wichtig dabei ist, dass wir uns freiwillig dazu entschlossen haben. Niemand könnte jemals eine solche Konzentration und Ausdauer aufbringen, wenn er zu etwas gezwungen wird.
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Gleich nach E. durfte ich selbst auch diese Erfahrung machen, denn ich hatte große Freude beim Zusammenschneiden der Videos. Als ich mit dieser ungewohnten Tätigkeit fertig war, fühlte ich mich satt und zufrieden. Ein sehr schöner Zustand, der hoch ansteckend ist! Oft lassen sich nämlich auch E.'s Geschwister dadurch zu eigenen Projekten inspirieren, und das kommt der ganzen Familie zugute, besonders jetzt, wo wir alle so eng beieinander sind.

Ich wünsche mir, dass sich Eltern, die vielleicht gerade unter Druck stehen, etwas entspannen, wenn sie meinen Beitrag lesen. Ich wünsche ihnen, dass sie die Zeit mit ihren Kindern genießen können. Wir Eltern dürfen Eltern bleiben. Wir müssen weder zu Pädagogen noch zu Spielkameraden werden. Es reicht völlig aus, wenn wir alle den Dingen nachgehen, die uns Freude bereiten, und uns dabei gegenseitig inspirieren. Das macht nicht nur glücklich, sondern nährt auch die Eltern-Kind-Beziehung.

Keine Sorge, wenn sich scheinbar nichts tut! Sehr Vieles passiert im Stillen und wird erst viel später sichtbar. Lernen und Entwicklung finden jeden Augenblick statt. Darum ist es besonders wichtig, immer wieder ins Vertrauen zu gehen und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Alles zu seiner Zeit!

Diesen und viele weitere Beiträge findest Du auf unserer Homepage: www.freilerner.at

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Buchempfehlung
Ekkehard von Braunmühl: „Zeit für Kinder“, tologo verlag, Leipzig 2006


„Entgegen dem noch vorherrschenden naiven Sprachgebrauch ist Erziehung das Wort zur Bezeichnung von objektiv kinderfeindlichen, menschenfeindlichen, lebensfeindlichen Handlungen, die aus vordemokratischer und faustrechtlicher Tradition stammen, Machtansprüche durchsetzen und Herrschaftsgelüste befriedigen sollen, die Abhängigkeit von Kindern schamlos ausbeuten und Kindern gegenüber die allen Menschen in unserem Grundgesetz garantierten Rechte auf Achtung ihrer Würde und auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit mit Füßen treten. Wer Kinder erziehen will, will Kinder zerstören – ob er es schon weiß oder ob er es noch nicht weiß: Für die Kinder macht das keinen Unterschied.“

„Es gibt viele Erklärungsversuche für beispielsweise die massenhafte psychische Verelendung der Bevölkerung, das Vorherrschen des autoritären Charakters, die Ausuferung der Suchtproblematik, das Duckmäusertum, die Besitz- und Konsumgier, die Isolation, die Intoleranz, den Sinnverlust, den politischen Unverstand, das sexuelle Elend, die Partnerschaftsprobleme – aber letztlich sind alle diese Erscheinungen wesentlich nur Symptome des Mangels an einerseits Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstbestimmungsfähigkeit, andererseits sozialer Verbundenheit, Verantwortlichkeit, Solidarität. Und dieser Mangel wird jeweils nur in der Kindheit der Menschen erzeugt, wenn ihre Rechte missachtet werden.“ (S. 80)

„Zeit für Kinder“ ist ein eindringliches Plädoyer für Kinderfreundlichkeit, für das Recht des Kindes auf Freiheit, Achtung und Würde.

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Das ABC des natürlichen Lernens - E wie Eintauchen
von Heidrun Krisa & Susanne Sommer, erschienen im unerzogen-magazin

Freilernen hat viele Facetten. Das Eintauchen – in ein bestimmtes Thema – ist eine davon. Die freie Zeiteinteilung, das selbstgewählte und intrinsisch motivierte Herangehen an ein bestimmtes Thema, die Möglichkeit der unendlichen Wiederholung bzw. Erweiterung der »Wissensmaterie « – all das begünstigt, ja ermöglicht das tatsächliche Eintauchen in ein Lerngebiet, in eine Aufgabe.

Gemeint ist damit nicht nur der viel zitierte »Flow«, also das konzentrierte und schaffensfreudige Erleben im Moment. Mit Eintauchen ist das wirkliche Auskosten eines Themas gemeint. So lange, bis das Bedürfnis, noch mehr darüber erfahren zu wollen, befriedigt ist. Und das kann ganz unterschiedlich lang sein. Manche Interessen sind nach kurzer Zeit erledigt. Andere bedürfen Wochen, Monate, ja ganzer Jahre.

Das Schöne dabei ist, dass Eltern sich dabei voll und ganz von ihren Töchtern und Söhnen lenken lassen dürfen. Denn sie sind es, die nach mehr fragen. Oder eben nicht. Sie müssen nicht motiviert, geleitet werden. Natürlich dürfen Eltern und andere Begleiter:innen Vorschläge machen, etwas anbieten. Das passiert aber nicht vorsätzlich, also mit einer bestimmten Intention (wie zum Beispiel: Der junge Mensch soll dabei xy lernen), sondern aus der Mitfreude, dem gemeinsam gelebten Leben heraus.

Eltern werden dann »hellhörig« für die Dinge, die auch interessant sein können und bieten sie ganz selbstverständlich und erwartungsfrei an.

Sehr bereichernd ist es, als Eltern mit den jungen Menschen gemeinsam ganz tief eintauchen zu können. Und sich vielleicht den schon seit jeher in sich schlummernden Wunsch zu erfüllen, sich vollkommen, ohne Druck und Zeitvorgabe einem Thema widmen zu dürfen. Eine Erlebensqualität, die den meisten Eltern vorenthalten wurde, nehmen Schulanforderungen doch jegliche Möglichkeit, sich wirklich intensiv mit einem Wissensgebiet beschäftigen zu können.

Also: eine unbezahlbare Chance, sich diesbezüglich nachzunähren und gleichzeitig in verbindendem Kontakt mit den eigenen Kindern zu sein.


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2019 verfasst, noch immer aktuell: Unser POSITIONSPAPIER "Alternativen zur Externistenprüfung - Überblick, Fakten & Lösungen zur Realisierung informeller Bildungswege" https://www.freilerner.at/wp-content/uploads/2021/05/Alternativen-zur-Externistenpruefung_2019-10-02.pdf
Unser Konzept "Prozessorientierte Begleitung informeller Bildungswege (ProBiB)" - nachzulesen im Positionspapier "Alternativen zur Externistenprüfung" - wäre jederzeit umsetzbar ...
Das ABC des natürlichen Lernens - E wie Einkommen
von Heidrun Krisa & Susanne Sommer, erschienen im unerzogen-magazin

»Wie schafft ihr das, wenn ihr nicht beide arbeiten geht? Bei uns würde das nicht gehen.« Solche und ähnliche Sätze hören wohl alle Freilerner-Eltern immer wieder. Ja, jungen Menschen einen freien und selbstbestimmten Bildungsweg zu ermöglichen, scheitert tatsächlich oft an der Idee oder Angst, das Geld könnte nicht reichen.

Dieser Glaubenssatz wird meist schon aus der eigenen Kindheit mitgeschleppt. Und stimmt schlicht und ergreifend nicht. Es ist eine Tatsache, dass eine durchschnittlich große Familie sehr gut durch ein Gehalt versorgt werden kann. Auch gibt es Möglichkeiten, dass sich die Eltern »die Arbeit« aufteilen, dass also der Vater und die Mutter zum Einkommen beitragen, allerdings nicht im »gesellschaftlich vorgesehenen und bekannten« Stundenausmaß. Wobei das nicht immer im befriedigender Weise funktioniert. Weil Familiensituationen und auch die Bedürfnisse junger Menschen individuell und verschieden sind. Es braucht gesellschaftspolitisch in jedem Fall dringende Veränderungen.

Wichtig wäre es, sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen einzusetzen sowie dafür, dass Elternschaft endlich als essenziell wichtige Arbeit an der Basis der Gesellschaft anerkannt und monetär entlohnt wird. Und es wäre wünschenswert, dass Eltern freilernender Kinder jenes Geld zur Verfügung steht, das von Seiten des Staates ja auch für Krippen-, Kindergarten- und Schulplätze ausgegeben wird. Leider ist das – jedenfalls in Österreich und Deutschland – nicht der Fall.

Tatsache ist, dass die finanziellen Bedingungen vielleicht nicht die einfachsten sind, wenn es darum geht, den anvertrauten jungen Menschen einen selbstbestimmten Bildungs- und Lebensweg zu ermöglichen. Aber es ist möglich. Wo ein Wille, da ein Weg.


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"Es findet gerade in vielen relevanten Bereichen ein Paradigmenwechsel statt, doch Veränderungen schreiten nur langsam voran. Es scheint, als ob das alte System mit aller Macht um seinen Erhalt kämpft und jene, die neue Wege beschreiten möchten, gefordert sind, dran zu bleiben." Zitat von Susanne Wolf aus ihrem Artikel über das Freilernen "Was nicht sein darf". https://brennstoff.com/was-nicht-sein-darf/
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Freilernen fühlbar

I. (fast drei Jahre alt) hat das Schreiben entdeckt. Wenn sie mich oder ihre große Schwester schreiben sieht, will sie auch schreiben. Am liebsten füllt sie Freiräume in meinem Tagebuch (nie schreibt sie über meine Schrift drüber!) oder sie beschreibt die Linienspiegel, von der ersten Zeile bis zur letzten. Meistens sind es Zickzack-Linien, manchmal auch Kreise. Mich fasziniert, wie sie mit drei Jahren ihr eigenes Schreib-Lern-Material entwickelt, sich Aufgaben stellt und diese mit einer Konzentration ausübt, von der wohl so manche Volksschullehrerin träumen würde. Intrinsische vs. extrinsische Motivation!

https://www.freilerner.at/2017/01/04/ina-schreibt-und-schreibt-und-schreibt/

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