Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Fachkräfte-Mangel

Achtung ein Witz: Was passiert, wenn ein Wüstenstaat sozialistisch wird? Sieben Jahre erst einmal nichts. Danach wird der Sand langsam knapp. - Bei uns werden die Fachkräfte knapp. Der Hauptgrund ist - auch wenn manche diese Aussage als populistisch empfinden - dass sich bei uns die Arbeit nicht mehr lohnt. Der Staat bietet eine derart bequeme soziale Hängematte, dass sich manche Menschen morgens dreimal überlegen, ob sie aufstehen oder sich doch lieber noch einmal umdrehen im Bett. Die Grundversorgung ist so üppig, dass man mit etwas inoffizieller Arbeit nebenher eine wunderbare Work-Life Balance hat.

Früher ging es eigentlich nur darum, was kann bzw. muss ich arbeiten, um für Essen und Wohnen zu sorgen. Meine Eltern waren als Zahnärzte durchaus wohlhabend. Sie haben aber nie einen Zweifel daran gelassen, dass ich für meinen Lebensunterhalt selbst werde aufkommen müssen. In anderen Familien lebt oft schon die dritte Generation in Folge vom Staat.
Heute überlegen sich viele, ob die Arbeit auch wirklich zu 100 % den Neigungen entspricht. Sonst lässt man es lieber. Dann kommt das Geld vom Staat.

Auch viele wohlmeinende Eltern erziehen ihre Kinder zur Untätigkeit. „Unser Kind soll nur das machen, was ihm Spaß macht.“ Aber in der Arbeitswelt hat der Spaß gleich einmal ein Loch, vor allem dann, wenn auch einmal unliebsame Aufgaben erledigt werden müssen. Dann dekompensiert das Wohlstandsgewächs, denn die Frustrationstoleranz wurde nie erlernt. Kinder, die auf dem Land aufwachsen und evtl. auf dem Bauernhof Hand anlegen mussten, gehen später ganz anders durchs Leben. Unserer rot-grün-sozialistischen Regierung fehlt es oft am Hausverstand. Das machte die Grüne Politikerin Katrin Göhring-Eckardt mit Ihrer Aussage deutlich: „Es ist erfreulich, wenn sich Menschen aus aller Welt in unseren Sozialsystemen wohlfühlen“. Wie sagte meine Lieblings-Kabarettistin Monika Gruber über diese Dame? - Wenn sie ihr Gehirn verstecken müsste, dann würde sie das bei ihr machen. Denn da sucht es keiner!
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Use it or loose it

Ein wichtiges Gesetzt der Medizin lautet: Gebrauche es, oder verliere es. Das gilt für praktisch alle Systeme. Der Körper passt sich immer genau an das an, was wir tun – oder eben nicht tun. Bei Muskeltraining schwillt der Biceps, bei Untätigkeit atrophiert er. Einer meiner Söhne lag einmal 6 Wochen im Koma und verlor dabei 25 kg Muskelmasse. Use it or loose it. Dramatische Veränderungen in kurzer Zeit. Körperliche Anstrengung ist aber nicht nur für den Muskel gut, sondern auch für den Knochen, um stabil zu bleiben und Osteoporose vorzubeugen.

Use it or loose it gilt auch für unser Immunsystem. Das muss und möchte sich nämlich immer beweisen, um aktiv zu bleiben. Ich erinnere nur deswegen daran, da nun wieder erste Stimmen laut werden bezüglich Maske und Social Distancing. Das wäre wieder genau das, was unser Immunsystem NICHT braucht. Gerade Isolation, Maske und ständige Desinfektion macht uns anfällig für zukünftige Infektionen. Für die gibt es dann ja glücklicherweise wieder neue *mpfungen, um die selbst erzeugten Fehler viel schlechter zu bekämpfen, als das Immunsystem das selbst gekonnt hätte. Der Mensch kann die Natur nicht verbessern. Bitte auch daran denken, wenn es bald wieder irgendwo verdächtig nach Bratwurst riecht. Dann *mpft bestimmt wieder jemand alle die, die nicht so viel Glück beim Mitdenken haben.
Karl der Große

Der Deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach war wohl noch nie ein Sympathie-Träger. Trotzdem hat er es geschafft, sich durch unzählige Talkshow Auftritte zwar nicht in die Herzen, aber in die Angstzentren der Menschen zu spielen. Er ist ein Meister darin, Horrorszenarien an die Wand zu malen. Erst überhöht er die Angst – egal ob in der C-Frage oder Klima – und will uns dann als Karl der Große davor schützen. Da ja nichts schlimmer ist als die Angst davor, glauben manche Menschen wirklich er sei der Retter. Dabei bohrt er nur ganz dünne Bretter, und ist bei den wichtigen Fragen wie Pflegenotstand oder Medikamente für Kinder kaum vorwärtsgekommen. In Interviews spricht er aber von „dramatischen“ Verbesserungen. Wenn ihn sonst schon keiner lobt…

Seuchen-Karl ist aber nur die Spitze des Eisbergs. In den wichtigen Fragen wie bezahlbare Energie, Innere Sicherheit und der weiterhin ungezügelten Migration verstärkt die Regierung die Probleme, anstatt sie zu lösen. So kann man einem zuvor prosperierenden Land, dem ich mich leider immer noch verbunden fühle, beim rasanten Abstieg zuschauen.
Was mich aber am meisten ärgert ist, dass diese Dünnbrettbohrer nun eine ZDF-Dokumentation „Ernstfall – regieren am Limit“ in Auftrag gegeben haben, um mit den angeblichen eigenen Erfolgen zu prahlen. Jedes Unternehmen müsste für so einen Imagefilm am Rande des Betrugs einen Haufen Geld ausgeben. In diesem Fall bezahlt dieses Regierungs-Marketing aber der Zwangs-Gebührenzahler.

Eigene moderne Kernkraftwerke abschalten (und am liebsten gleich in die Luft sprengen), dafür aber Atomstrom teuer aus Frankreich kaufen. Ein genialer Schachzug. Dazu zur Klimarettung mehr Kohle verstromen. Auf russisches Gas oder Öl verzichten, das dann aber 4 x teurer z. B. über Indien einkaufen. Amerikanisches Fracking-Gas mit Schweröl-Tankern über den Atlantik schippern. Die Liste der Erfolge ist wirklich lang. Wie viele Kinderbücher muss ich schreiben, um das alles irgendwann einmal verstehen zu können.
Sanktionen

Das SPD-Urgestein Klaus von Dohnanyi sagte zu Beginn des Ukraine-Krieges: Sanktionen haben noch nie etwas gebracht. - Das kann so ein junges grünes Küken wie Annalena Baerbock natürlich noch nicht wissen. Die muss Ihre Erfahrungen erst selbst machen. Leider auf unsere Kosten. Insofern haben die Sanktionen schon etwas gebracht: denn zumindest hat sie etwas dazu gelernt und weiß nun auch, dass die Sanktionen nichts gebracht haben. Denn die Wirtschaft ist im sanktionierten Russland gewachsen, während die deutsche Wirtschaft nun auf dem letzten Platz gelandet ist. Oder wie Robert Habeck es sagen würde: Wir sind nicht letzter, es ist nur keiner hinter uns. Sahra Wagenknecht hatte ebenfalls schon lange darauf hingewiesen, dass die Sanktionen nur uns schaden. Aber wenn Politiker mit falschem Parteibuch etwas sagen, kann das ja nicht stimmen.

Indien kauft russisches Öl, raffiniert es und verkauft es uns dann deutlich teurer. Sanktion scheinbar eingehalten, doch verdient haben Indien und Russland. Durch Habecks Heizungsgesetz sparen wir in den nächsten 6 Jahren insgesamt für sehr viel Geld so viel CO2 ein, wie China an einem einzigen Tag in die Luft bläst. Irgendwie scheint die Politik die Bürger mit aller Macht arm machen zu wollen. Das zumindest können sie.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Heute kommt der neue Impfstoff auf den Markt. Dieses Mal soll er aber wirklich vor Ansteckung schützen. Lauterbach will sich heute gleich impfen lassen. Was ich zu gern wüsste, ist, was sich dann wirklich in seinem Fläschchen befindet. Wir erinnern uns: Bei der Schweinegrippe hatten die Politiker ja einen eigenen Impfstoff erhalten.
Überwachung nimmt zu

YouTube kündigt an, nur noch gesundheitsbezogene Videos zu erlauben, die dem „allgemeinen medizinischen Konsens“ entsprechen. Was nicht mit den Informationen der WHO übereinstimmt, könnte dann „schwer auffindbar“ sein. Wer die WHO regiert, und wer den allgemeinen medizinischen Konsens definiert, wissen wir ja. Bock und Gärtner verschmelzen zum Hüter des Heiligen Grals.

Die US-Regierung hat Facebook auf die Herausgabe der Daten aller User verklagt, die in der Vergangenheit den offiziell zugelassenen Informationen in der C.-Frage widersprochen haben. Da dürfte ich wohl auch dazu gehören. 😉

So wurde beispielsweise auch die Behauptung verboten, dass “Impfstoffe die Krankheit, gegen die sie schützen sollen, nicht wirksam verhindern”. Diese wahre Behauptung wurde inzwischen sogar von Seuchen-Karl eingestanden.

Wir erinnern uns, dass die kanadische Regierung den gegen die C-Maßnahmen demonstrierenden Truckern kurzerhand ihre Konten gesperrt haben. Über die Nummernschilder konnten sie die Streikenden identifizieren. Wie wir sehen, wird es in Zukunft immer schwieriger und teurer sein, sich eine eigene Meinung zu bilden und dem Mainstream zu widersprechen. Und wenn kritische Informationen verschwinden, wird dadurch die Masse der Schlafschafe sicherlich nicht abnehmen. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen, und ich ganz sicher auch nicht. Doch wir sollten jedem mündigen Bürger die Chance geben, sich aus allen Informationen seine eigene Meinung zu bilden. Wenn das behindert wird, führen die Initiatoren sicher nichts Gutes im Schilde. Oder wie Charly Chaplin es sagte: Nur wenn Du Böses vorhast, brauchst Du Macht. Für alles andere genügt die Liebe, um es umzusetzen.
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Bei Ihnen ist alles normal

„Bei Ihnen ist alles normal, der Nächste bitte!“ So verläuft beim Hausarzt oft die Besprechung der Laborwerte. Danach weiß man natürlich überhaupt nicht, was alles gemessen wurde. Und auch nicht, was alles NICHT gemessen wurde. Das „große Blutbild“ ist nämlich in Wahrheit ganz klein. Besonders die Leistungswerte interessieren den Hausarzt in aller Regel nicht.

Diese wichtigen Werte, die unsere Lebensqualität, unseren inneren Antrieb, unsere Stimmungslage und Belastbarkeit bestimmen, interessieren auch die Krankenkassen nicht. Darum gehören diese wichtigen Parameter nicht zur Routine. Da Eiweiß beispielsweise die Basis des Lebens ist, sollte man diesen Wert bei jeder Blutuntersuchung mit messen lassen. Ganz wichtig: Bei den Leistungswerten streben wir immer den oberen Normwert an. Denn nur normal ist noch lange nicht optimal.

Bei meinen Seminaren bitte ich nach Austeilen der Laborergebnisse immer um Handzeichen von denjenigen, deren Eiweißwert im angestrebten oberen Drittel gemessen wurde. Das mache ich vor allem aus pädagogischen Gründen. Denn viele Menschen glauben, sie äßen zu viel Eiweiß. Zuviel Eiweiß hatte noch nie jemand, und im oberen Normbereich befinden sich erfahrungsgemäß nie mehr als 10 %. Umgekehrt haben 90 % noch großes Entfaltungspotential, wenn man diesen wichtigen Wert nach oben puscht.

Die Krankenkassen sind verpflichtet, uns medizinisch ausreichend zu versorgen. Von der Schule wissen wir, dass zwischen der Note „ausreichend“ und „sehr gut“ Welten liegen. Das Delta zwischen ausreichend und sehr gut nennen wir Eigeninitiative.

Im Seminar verwenden wir eine ganze Stunde, um die wichtigsten Laborwerte zu besprechen, auch die jenseits des großen Blutbildes. Dieses wertvolle Wissen ist nicht nur wichtig für die Messung am Seminartag, sondern auch für alle zukünftigen Untersuchungen.
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DNA-Verunreinigung in RNA-Spritze

Gleich zu Beginn der flächendeckenden experimentellen Zwangsbeglückung hatte ich davor gewarnt, dass die m-RNA zu unserem Nachteil in unser Erbgut (DNA) eingebaut werden könnte. Das hat die Fakten Checker auf den Plan gerufen, und mein Post wurde unter Bezugnahme auf das Max-Planck-Institut dementiert. Dort hätte man extra angerufen, und ist wohl nicht viel weiter als bis zum Pförtner gelangt. Nach dem Motto: so wie man hinein fragt, so schallt es heraus – „wäre so ein Vorgang höchst unwahrscheinlich“. Leider habe ich im Biochemie-Studium ziemlich gut aufgepasst: Diesen „höchst unwahrscheinlichen“ Prozess nennt man reverse Transkription und das ausführende Enzym heißt reverse Transkriptase. Dadurch kann die m-RNA in unser originäres Erbgut DNA eingebaut werden, was zu einer dauerhaften genetischen Veränderung führen kann. Die Folgen davon sind unübersehbar.

Nun wurde in deutschen Chargen aber nicht nur wie erwartet die RNA gefunden, sondern grobe Verunreinigungen mit Fremd-DNA. Diese kann unser Erbgut sogar direkt und ohne den Umweg der reversen Transkription verändern.

Zuvor habe ich schon berichtet, dass 5 Chemieprofessoren die miserable Qualitätskontrolle und den ganz offiziell um eine Zehnerpotenz abweichenden pH-Wert der Flüssigkeit moniert hatten. Mit schwankendem pH ändert sich die Eigenschaft der applizierten Substanz. Das erklärt u. a., warum manche Chargen praktisch keine, und andere wiederum immense Nebenwirkungen hervorgerufen haben.

Über meine Erfahrung von deutlichem Anstieg von Krebsfällen habe ich berichtet. Das verzeichnet auch der emeritierter Yale-Professor und führender Epidemiologe Dr. Harvey Risch: Schnell wachsende Krebsarten in unbekanntem Ausmaß.

Ich kann nur hoffen, dass sich medizinische Laien und Politiker ohne abgeschlossene Berufsausbildung in Zukunft zurückhalten, wenn es darum geht, anderen Menschen einen Eingriff ins Erbgut vorschreiben zu wollen.

Mehr dazu unter: https://report24.news/supergau-schwerste-dna-verunreinigungen-in-deutschen-biontech-chargen-nachgewiesen/
Hämatokrit

Der Hämatokrit-Wert ist ein recht unbekannter Blutwert, der aber viele andere Werte im Blut relativiert. Beim Hämatokrit handelt es sich um den prozentuellen Anteil der Blutzellen (in Prozent) in Relation zum gesamten Blutvolumen. Je höher der Hämatokrit-Wert ist, desto konzentrierter und zähflüssiger wird das Blut. In der Sportmedizin wird der Hämatokrit darum immer mit dem Hämoglobin-Spiegel in Relation gesetzt. Wenn der Sauerstofftransporteur Hämoglobin hoch und der Hämatokrit niedrig (<45%) ist, dann wäre das ideal. Sprich gute Viskosität des Blutes bei gleichzeitig optimalem Sauerstofftransport. Das wäre Siegerblut – nicht nur im Sport, sondern auch am Schreibtisch. Denn nicht nur der Muskel, sondern auch das Gehirn arbeitet deutlich besser mit viel Sauerstoff.

Oft messen wir aber einen Hämatokrit von über 50%. Dann ist das Blut zäh wie Sirup, und daher erscheinen alle anderen gemessenen Bestandteile wie Hämoglobin oder Eiweiß höher, als sie in Wahrheit sind. Dann darf man sich auf einen hohen Hämoglobinspiegel nichts einbilden. Denn wenn das Blut durch eine hohe Trinkmenge wie erwünscht flüssiger wird, werden im Verhältnis Hämoglobin, Gesamt-Eiweiß etc. absinken.

Dementsprechend steigt der Hämatokrit an bei einer zu geringen Trinkmenge und/oder bei starkem Schwitzen. Und das kommt viel häufiger vor, als wir glauben. Ein zu zähes Blut kann sogar einen Herzinfarkt oder Gehirnschlag auslösen. Denn wenn bei zunehmendem Alter die Blutgefäße etwas verkalkt, sprich verengt sind - bei gleichzeitig eingedicktem Blut – dann ist 1 + 1 = 3. Dann können Arterien viel schneller verstopfen.

Ein Grund mehr, immer auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Faustregel: pro 25 kg Körpergewicht ein Liter Wasser.
Das gesprochene Wort

Was zählt am wenigsten in der Medizin? Das gesprochene Wort. Zumindest was die Abrechnungsziffern anbetrifft. Selbstverständlich darf der Arzt mit dem Patienten so lange reden, wie er möchte. Verantwortungsvolle Ärzte tun das auch. Doch abrechnungstechnisch schaut er anschließend mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Apparative Medizin wird dagegen sehr viel höher honoriert. Darum wird lieber zehnmal zu viel, einmal zu wenig geröntgt. Das gleiche gilt für Herzkatheter-Untersuchungen. Eine wahre Cashcow in der Medizin.

Besonders die Ärzte, die mit dem Patienten am wenigsten reden, haben die höchsten Honorare. Der Radiologe beschränkt sich auf die Worte „einatmen“ und „ausatmen“. Wenn er hinterher auch noch „weiteratmen“ sagt, gilt er schon als Quasselstrippe. Der Laborarzt bekommt den Patienten nie zu Gesicht. Noch nicht einmal das Blut schaut er selbst an. Das erledigen die Automaten. Dafür sind die Gebührenziffern fast wie eine Lizenz zum Gelddrucken.

In unserem Gesundheitssystem haben Empathie und Zeit keinen Wert. Es gibt immer mehr Spezialisten, die sich um einzelne Organe kümmern - aber nicht um den ganzen Menschen. Böse Zungen behaupten, in einigen Großstädten gäbe es mittlerweile mehr Kardiologen als Menschen mit Herz.

Wie sagte Prof. Thure von Uexküll, Nestor der Psychosomatik: Die Physiker glauben schon längst wieder an den lieben Gott - nur die Mediziner glauben immer noch an die Physiker.
Mit 66 Jahren

Mit 66 Jahren, so singt Udo Jürgens, fängt das Leben an. Ich kann von mir nicht behaupten, zuvor nicht schon gut und gerne gelebt zu haben. Doch mit zunehmendem Alter verschieben sich die Prioritäten. Man steht morgens nicht mehr auf mit dem Gedanken „nur ein weiterer Tag in meinem Leben“ - sondern „ein Tag weniger vom Rest meines Lebens“.

Die Lebenszeit ist begrenzt und will klug genutzt sein. Darum werde ich in Zukunft weniger zeitliche Verpflichtungen und fixe Termine vereinbaren, sondern mehr Platz für das Spontane lassen. Wenn mich das Wetter morgens zu einer Bergtour oder zum Radfahren einlädt, dann wird das für mich wichtiger sein als die Zeit am Schreibtisch, in der Praxis, auf Vorträgen und Seminaren. Nicht dass mir meine Arbeit nicht auch in Zukunft weiter Spaß machen wird. Nur werde ich weniger feste Termine dafür einplanen.

Je älter man wird, desto bescheidener werden die Wünsche. Und das Wertvollste ist die Zeit. Zeit mit der Familie, den Freunden, in der Natur - und einfach nur das Leben genießen. Oder lass es auch einmal nur Langeweile sein. Ein Gefühl, dass ich seit meiner Kindheit nicht mehr hatte.

Trotzdem werde ich mich nicht aufs Altenteil zurückziehen, sondern weiter den Finger in die Wunde legen, wenn es irgendwo brennt. Und wenn man nicht auf die Meinung anderer angewiesen ist, kann man es so richtig krachen lassen. Los geht’s!

Ich wünsche Euch allen und mir natürlich auch viel Gesundheit und Glück in (meinem) neuen Lebensjahr.
Plastizität des Gehirns

Wenn wir auf die Welt kommen, ist unser Gehirn so neutral wie ein weißes Blatt Papier. Auch wertet es zunächst nicht zwischen Gut und Böse. Das Gehirn nimmt wertfrei Informationen auf und speichert sie ab, so wie man einen Computer füttert. Dabei hat die Festplatte des Gehirns einen Speicherplatz für positive, und einen Speicherplatz für negative Gedanken, Gefühle und Emotionen. Beide sind in jeweils unterschieden Arealen angesiedelt. Das Zentrum, welches wir im täglichen Leben mehr mit Informationen füttern, wächst anatomisch nachweisbar. Wer seinen Fokus häufig auf das Positive im Leben richtet, dessen positives Zentrum wird größer sein. Wer viel Negatives aufsaugt, züchtet ein größeres negatives Zentrum heran. Der Fachbegriff dafür lautet: Plastizität des Gehirns.

Und jetzt kommt dar Hammer: Das jeweils größere Zentrum speist unseren inneren Dialog. Dieses innere Zwiegespräch, welches wir unablässig mit uns selbst führen. So wie wir unseren Computer gefüttert haben, so arbeitet er dann automatisch. Richtig merken können wir das nur, wenn wir zur Ruhe kommen. Bei manchen findet dann ein „awfulizing“ statt: Negative Gedanken immer negativer machen. Über verschütte Milch nachdenken und dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen.

Umgekehrt gibt es auch das „beautifulizing“, wenn der Fokus in der Vergangenheit mehr auf dem Positiven gelegen hat. Das ist bei ca. 11 Prozent der Menschen in der westlichen Welt der Fall.

Das Schöne ist, man kann das verändern, wenn das Problem erkannt ist. Genau darum heißt es ja auch Plastizität des Gehirns. Der Philosoph Marcus Aurelius hat es anders ausgedrückt: „Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe Deiner Gedanken an.“ - Unser Glück hängt von unserem Denken ab. Darum Nachrichten nur noch höchstens einmal täglich … 😉