Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Die Ohren nach Innen richten

Je älter ich werde, desto mehr liebe ich die Ruhe. Das ist mir besonders deutlich geworden, als mir im Herbst beim Bergwandern eine junge Frau mit Kopfhörern entgegenkam. Da habe mich selbst wieder erkannt: Als junger Mensch durfte meine Musik laut sein und ein Autoradio war damals keine Serienausstattung und dennoch unverzichtbar. Zudem war ich einer der ersten stolzen Träger eines Walkmans beim Joggen. Das hat sich nach und nach verändert. Heute empfinde ich es als Luxus, auch einmal nichts zu hören oder mich beim Wandern höchstens am Warnruf eines Murmeltiers oder dem Schrei des Steinadlers zu erfreuen. Ansonsten lenke ich mich ungern ab - wenn ich schon einmal die Gelegenheit habe, mit mir selbst allein zu sein.

Ständige Beschallung lenkt ab vom Wesentlichen. Von Selbstreflexion und eigenständigen Gedanken. Ständige Unterhaltung führt zur „Untenhaltung“. Viele Menschen mischen sich in ihr Privatleben gar nicht mehr ein. Die „eigene Meinung“ liefern durch redundante Wiederholung die Leitmedien. Netflix und Bürgergeld halten zudem viele Menschen passiv und eingelullt. Wenn Brot und Spiele passen, ist mit wenig Gegenwehr zu rechnen. Das wussten schon die alten Römer. Aber macht das glücklich, wenn man so neben sich her lebt?
Gendern ist undemokratisch

Wiederholte Umfragen haben ergeben, dass die Mehrzahl der Menschen die Sternchensprache und Schrift als störend und unnötig empfinden. Das hindert die von den Gebührenzahlern finanzierten Medien aber nicht daran, uns ständig weiter umzuerziehen. Getreu dem Motto: stetger Tropfen höhlt den Stein. Viele Menschen hören oder lesen mittlerweile geflissentlich darüber hinweg. Ich nicht! Mir stellen sich jedes Mal die Nackenhaare auf. Gegenderte Texte lese ich nicht weiter, und wenn im Fernsehen gegendert wird, zuckt schon der Finger auf der Fernbedienung. Merke: Der beste Knopf ist der „Aus“-Schalter.

Ich kenne in meinem privaten Umfeld auch niemanden, der so spricht, geschweige denn beim Geschlecht andere Chromosomen als das weibliche „XX“ oder das männliche „XY“ fordert.

Wenn man den Menschen entgegen allen Erkenntnissen der Biologie ein X für ein U weismachen kann, dann kann man denen widerstandslos auch noch ganz andere Sachen erzählen. Mit der Arroganz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wäre es schnell vorbei, wenn die Zwangsgebühren wegfallen würden bzw. sich mehr Menschen dagegen wehren würden. Dann müssten die Fernsehmacher dem Souverän aufs Maul schauen und nicht einer kleinen Kaste von selbst ernannten Sprachpolizisten in der woken Blase der Redaktionen.
Defensive Medizin

Ca. 40 Prozent der Medikamente werden nicht verordnet, um den Patienten optimal zu therapieren. Vieles verordnet der Arzt, um gewissen Leitlinien zu entsprechen und um sich als Behandler SELBST abzusichern. Nach dem Motto: Wir haben doch alles versucht. Daher könnte es gut sein, dass viele Patienten aus rein forensischen Gründen übertherapiert sind. Wir alle wissen: Jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Und diese werden oft nicht ernst genommen. So hören viele meiner Patienten, die nach einem vom Hausarzt neu verordneten Medikament eine Verschlechterung spüren, die stereotype Antwort des Mediziners: „Einen Zusammenhang halte ich da für ausgeschlossen“. Oder „Das bilden sie sich nur ein“. Wenn die Nebenwirkungen schon nicht ernst genommen werden, dann erst recht nicht die Wechselwirkungen.

Oft ist es also so, dass Patienten übertherapiert werden, um nur ja alles richtig zu machen. Besonders bei prominenten Patienten. Einer meiner weltbekannten Patienten wird von einem ganzen Stab von Ärzten betreut. Alle wollen von Herzen nur sein Bestes. Das führt dann dazu, dass er sagt: „Wenn ich morgens aufwache, geht es mir eigentlich gut. Wenn ich dann meine ganzen Medikamente eingenommen habe, kann ich mich gleich wieder hinlegen.“

Daher ist es vielleicht gar nicht so gut, prominent zu sein. Auch muss die Chefarztbehandlung - gerade was Operationen anbetrifft - nicht immer optimal sein. Denn der Chefarzt hat viel Zeit in der Bibliothek in seine Reputation investiert, während der erste Oberarzt seine Zeit im OP verbringt. Da verzichte ich gern auf den Chefarzt, nur weil der vielleicht Professor ist.
Das Milgram-Experiment

Vielen ist es bekannt, das Experiment des amerikanischen Psychologen Stanley Milgram. Ganz grob gesagt wurde untersucht, inwieweit der Einzelne - aber auch die ausführenden Organe - dazu bereit sind, gegen eigene Prinzipien und Moral zu handeln, wenn es eine Autorität befiehlt. Leuchtendes Gegenbeispiel dazu ist der Tennisspieler Novak Djokovic. Er wollte lieber nie mehr bei den Australien Open spielen, als sich von einer scheinbaren Autorität zu einer genetischen Manipulation seines Körpers zwingen zu lassen. Im Nachhinein war das sicherlich eine weise Entscheidung. Besonders wenn man sieht, wie es vielen jungen, durchtrainierten Menschen gegangen ist, die sich nicht so konsequent dagegen gewehrt haben. Noch schöner ist zu sehen, dass er nach erzwungener Abstinenz die Australien Open wieder gewonnen hat, als ob nichts gewesen wäre.

Schätzungsweise 60 Prozent der Menschen unterwerfen sich der Autorität und verraten ihre Prinzipien. Das waren dann diejenigen, die entgegen ihrer Überzeugung und vielleicht auch gegen das eigene Baugefühl eingeknickt sind, nur um reisen zu können, ins Kino oder Restaurant zu dürfen. - Also nicht einmal, um an den Australien Open teilzunehmen.

Wenn jemand zu den angesagten Themen dieser Zeit eine differenzierte Meinung hat und auch dazu steht, ist er deswegen nicht gleich ein Leugner, egal ob es das C -Thema, das Klima oder die Ukraine ist. Ich persönlich vermute, dass uns unsere Autoritäten in näherer Zukunft erneut auf einige weitere Proben stellen werden, nachdem es dieses Mal so gut geklappt hat.

Im verlinkten Video ist das Milgram-Experiment anschaulich erklärt. https://www.youtube.com/watch?v=0MzkVP2N9rw
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Hämoglobin – Taxi für den Sauerstoff

Das Hämoglobin ist im Sport der Leistungsparameter schlechthin. Bei der Tour de France kommt es eigentlich nur darauf an: Wer hat beim Start den höchsten Hämoglobinspiegel und ist vorher nicht beim Dopen erwischt worden. Viel Hämoglobin bedeutet viel Sauerstoff und damit Leistung im Zielorgan Muskel. Für alle, die ihr Geld nicht durch Sport, sondern mit dem Gehirn verdienen, wäre Hämoglobin genauso wichtig. Denn auch die grauen Zellen arbeiten deutlich besser mit viel Sauerstoff. Der Fehler: Abseits vom Sport interessiert sich kaum einer für diesen wichtigen Leistungsparameter. Dabei steht Hämoglobin für Leistungsbereitschaft nicht nur im Muskel, sondern auch im Gehirn. Darum strebe ich bei meinen Patienten immer den oberen Normbereich an.

Doch Vorsicht: Das Hämoglobin muss man immer gemeinsam mit dem Blutwert Hämatokrit beurteilen. Dieser Wert zeigt an, wie flüssig das Blut ist. Liegt der Hämatokrit unter 45 %, sprudelt das Blut fast wie Quellwasser. Bei höheren Werten um die 50 % wird das Blut dagegen zäh wie Sirup. Das bedeutet, die Taxis stehen im Stau, und am Zielorgan kommt trotz hohen Hämoglobins wenig Sauerstoff an. Zusätzlich kann das zähe Blut bei verkalkten Arterien eher verklumpen und schneller zum Infarkt führen. Wenn das Blut durch viel trinken wieder flüssiger wird und der Hämatokrit sinkt, wird im Verhältnis auch das Hämoglobin sinken.

Quintessenz in der Sportmedizin: Hohes Hämoglobin bei niedrigem Hämatokrit! Bei einem hohen Hämatokrit darf man sich also auf ein hohes Hämoglobin nichts einbilden.

Bei meinen Seminaren messen wir über ein örtliches Labor nicht nur diese wichtigen Leistungsparameter bei allen Teilnehmern. Nachmittags, wenn alle Teilnehmer ihren persönlichen Laborbogen in der Hand haben, wird jeder zum Spezialisten seiner eigenen Blutwerte ausgebildet.

Alle Informationen zu meinen anstehenden Seminaren findet ihr hier: https://seminare.spitzbart.com/seminare/.
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Schutz vor Krebs

Kürzlich erklärte mir eine ambitionierte Krankenschwester, dass sie ihren Beruf auf diese Art und Weise nicht weiter ausführen wolle. Denn bei ihr auf der Onkologie passiere immer wieder das Gleiche: Die Patienten kämen zur Chemo und werden danach entlassen. Kurze Zeit später kommen sie wieder wegen irgendwelcher Infektionen, z. B. einer Lungenentzündung. Nach der Antibiose werden sie wieder entlassen. Dann kommen sie wieder, weil sie nichts mehr essen können. Und dann ist das Ende ohnehin abzusehen.

Diese Art der Medizin ist nicht erfreulich, besonders wenn man Tag für Tag damit konfrontiert wird. Unter dem Strich hat die Krankenschwester ein Zitat des amerikanischen Onkologen Allen Greenberg in eigenen Worten wieder gegeben:
“Fast alle Medikamente sind giftig und nur dafür entwickelt worden, Symptome zu behandeln und nicht um irgendjemanden zu heilen. Die meisten chirurgischen Eingriffe sind unnötig. Kurz gesagt, unser offizielles medizinisches System ist hoffnungslos unpassend und/oder korrupt. Die Behandlung von Krebs und degenerativen Erkrankungen ist ein nationaler Skandal. Je eher Sie das lernen, desto besser wird es Ihnen gehen.”

Greenberg plädiert für Prävention und für eine vorwiegend pflanzliche Ernährung. Ich darf noch Bewegung sowie eine zuckerfreie und kohlenhydratarme Kost hinzufügen.
Vom Nutzen der Bewegung

Prof. Dr Wildor Hollmann gilt als der Nestor der deutschen Sportmedizin. Er lehrte bis ins hohe Alter und hielt mit 90 Jahren noch Vorlesungen. Ich selbst habe ihn mehrfach bei meinen Seminaren als Gastredner engagiert. Ich erinnere mich noch gut, wie die Teilnehmer lieber die Mittagspause sausen ließen, als bei der nicht enden wollenden Fragerunde nach seinem Vortrag auch nur ein Wort zu verpassen.

Eines seiner Zitate: „Gäbe es ein Medikament, das unser Herz stärkt, den Blutdruck senkt, den Blutfettspiegel günstig beeinflusst, die geistige Wachheit fördert, peripher entspannend wirkt, die Belastbarkeit der Knochen und Sehnen verbessert, unsere Muskeln wachsen lässt und die Durchblutung fördert und nicht zu vergessen, unser Leben verlängert, dabei ohne Nebenwirkungen ist – was würden wir dafür bezahlen? Es gibt dieses Medikament. - Es ist die Bewegung.“

Zusätzlich legte er großen Wert auf die Koordination, die Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Wenn man auf eines verzichten wolle, dann seiner Meinung nach höchstens auf die Schnelligkeit. Als ambitionierter Tennisspieler ließ er das für sich aber nicht gelten.
Selten trifft man auf fundierte Wissenschaft und gelebte Menschlichkeit in einer Person. Wildor Hollmann, der Mitbegründer der Sportmedizin, war einer davon. Für mich ein leuchtendes Vorbild!
„Ich will natürlich leben!“

Manche Patienten reagieren konsterniert, wenn ich ihnen angesichts vieler nachgemessener Mängel an essentiellen Substanzen anfangs auch viele Nahrungsergänzungsmittel (NEM´s) verordne. Bei den vielen Kapseln sagen dann manche: „Das möchte ich nicht alles schlucken. Denn ich will natürlich leben.“ Dabei beweisen die Defizite ja nur, dass sie vorher NICHT natürlich gelebt haben. Sonst wären die Defizite ja gar nicht vorhanden. Wir erinnern uns an Hippokrates von Kos, der sagte: „Unsere Nahrung soll unsere Medizin sein.“ Nur bei falscher Ernährung und/oder erhöhtem Verbrauch kommt es überhaupt zu Defiziten.

Wer natürlich leben möchte, braucht nur Folgendes zu tun: Das Auto verkaufen, die Zentralheizung abstellen, Holz hacken, den Acker bestellen und dadurch täglich 5000 kcal verbrennen. Das bekommen wir am Schreibtisch nicht hin. Früher haben die Menschen allein über die hohe Quantität genügend von der Qualität der Ernährung abbekommen. Wenn durch einen geringeren Kalorienbedarf die Quantität sinkt, muss man umso mehr auf die Qualität achten. Und da sind NEM´s manchmal eben unverzichtbar.

Merke: Das Minimumgesetz lehrt, dass der tiefste gemessene Wert über unser Wohlbefinden entscheidet. Es geht uns genauso gut oder schlecht, wie es der tiefste Wert erlaubt. Und einen Mangel an Zink kann ich nicht durch mehr Jod ausgleichen. Einen Mangel an essentiellen Aminosäuren nicht durch mehr Fettsäuren beheben. Darum strebe ich für meine Patienten jeweils die optimierten Werte an, um den Stoffwechsel wie bei einem guten Orchester zu dirigieren.
Auf Phuket wird es eng

Das Urlaubsparadies Phuket ist voll wie nie. Der Grund: Vor allem wehrfähige Männer aus dem aktuellen europäischen Krisengebiet – ausreichend Kleingeld vorausgesetzt – verlassen in Scharen das Land. Nicht nur aus Russland, sondern auch aus der Ukraine. Man stellt sich auf einen längeren Aufenthalt ein. Sämtliche Villen sind langfristig vermietet, und die Kinder besuchen lokale Privatschulen. Nach Angaben der Tourismusbehörde von Phuket sind diese Flüchtlinge zum wichtigsten Markt geworden.

Als Arzt und Kriegsdienstverweigerer verurteile ich niemanden, der sich dem Kriegsgeschehen entzieht. Auffällig ist nur, dass niemals diejenigen, die über den Krieg entscheiden, darin sterben werden. Opfer sind oft diejenigen, die entweder nicht gefragt wurden oder die sich nicht freikaufen können.

Mein Vorschlag: Man sollte alle unsere glühenden Befürworter und Lieferanten schwerer Geräte gleich mit an die Front schicken. Anton Hofreiter, Strack-Zimmermann, von der Leyen und Annalena Baerbock. Letztere könnte dann nicht nur die Außenpolitik, sondern auch das Kampfgeschehen an der Front feministischer gestalten. Oder hört der Feminismus da dann doch auf?

Zu guter Letzt dürfen natürlich auch Herr Biden und Putin in der ersten Reihe nicht fehlen. Mittendrin statt nur dabei.
Wenn Ärzte streiken

Wenn Ärzte streiken – so sollte man annehmen – steigt die Sterberate. Dem ist aber nicht so. Das zeigt eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie der Harvard Medical School. Die Sterblichkeit steigt nicht an, in einigen Fällen sinkt sie sogar ab. Wie zum Beispiel bei einem 5-wöchigen Streik in Los Angelos, an dem sich 50 % der Ärzte beteiligten.

Während eines 14-tägigen Ärztestreiks im Jahre 1986 in einem Krankenhaus in Italien starb in diesem Zeitraum kein Patient, sonst durchschnittlich 43 pro Tag.

Während eines Ärztestreiks 2000 in Israel sank die Sterblichkeit um 40 %.

Könnte es sein, dass viele Patienten übertherapiert werden? Dass lieber drei Medikamente zu viel als eines zu wenig verordnet werden? In meinem Beitrag vom 3. Februar habe ich ja schon über die „defensive Medizin“ berichtet. Viele Medikamente werden verordnet, um nur ja allen Leitlinien zu entsprechen. Weil sich der Arzt selbst absichern möchte, und nicht um dem Patienten damit zu helfen.

Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten sind und bleiben die Ursache für viele Todesfälle. In Deutschland sterben mit knapp 60 000 Menschen jährlich deutlich mehr an Nebenwirkungen als im Straßenverkehr. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Der Grund: Viele Mediziner nehmen Nebenwirkungen nicht ernst. Zweitens kostet es den Arzt jeweils 30 Minuten, um den Vorfall ordnungsgemäß zu melden und in die Statistik aufzunehmen. Bei vollem Wartezimmer passiert das kaum.

Besonders perfide ist, dass Patienten, die z. B. Nebenwirkungen nach dem „Spiken“ erlitten haben, beweisen müssen, dass sie diese ohne den Eingriff nicht bekommen hätten.