Dr. Michael Spitzbart
69K subscribers
1.28K photos
331 videos
1 file
163 links
Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
Download Telegram
Ehrliche Politiker

Ehrliche Politiker findet man am ehesten auf kommunaler Ebene. Dort bekommen sie jeden Tag Feedback vom Wähler und müssen ihnen immer wieder in die Augen schauen. Wenn aber ein Politiker die Karriereleiter hinauf klettert, passieren zwei Dinge. Erstens wird man im Politikgeschäft geschliffen. Und dabei kommt nicht immer ein Brillant zum Vorschein. Zweitens entfernen sich die Politiker immer weiter weg vom Volk, das sie eigentlich vertreten sollten.
Besonders weit weg ist man anscheinend in Brüssel. Wenn wir ehrlich sind, weiß doch niemand von uns wirklich, was unsere hoch dotierten Volksvertreter in dieser Blase dort treiben. Ich persönlich glaube, dass diese jetzt ins Visier geratene griechische Vizepräsidentin der EU mit Taschen voller Geld nur die Spitze des Eisberges ist.

Überall, wo es um Macht und Geld geht, werden charakterlich fragwürdige Menschen angezogen wie die Schmeißfliegen vom Aas. Nicht nur in der Politik. Selbst unsere Medien sprechen mittlerweile öffentlich von einer korrupten FIFA.
Anekdote am Rande: Kürzlich wurde ich unfreiwilliger Zeuge eines Gesprächs am Nebentisch eines Restaurants. Eine Dame, wohl Mitte 40, sprach darüber, sich beruflich verändern zu wollen. Entweder wollte sie etwas mit Lobbyismus machen oder aber in die Politik gehen. Anscheinend ist für viele der Unterschied fließend. Wenn ich menschlich integre Persönlichkeiten finden müsste, würde ich zuletzt in der Politik suchen. Unter dem Strich ist es schade, dass prinzipiell gute Ideen immer wieder von Geschäftemachern korrumpiert werden.
Medikamente teilen

Das Missmanagement im Gesundheitswesen treibt immer seltsamere Blüten. Es sind nun so wenige der gängigen Medikamente verfügbar, dass der deutsche Gesundheitsminister dazu aufruft, Nachbarn sollten sich gegenseitig aushelfen, wenn es knapp wird.

Apotheken haben weder Fieber- noch Hustensäfte für Kinder. Freie Betten in den Kinderkliniken sind weiterhin so selten wie die blaue Mauritius. Der Grund: In den letzten Jahren ist so stark an der Kostenschraube gedreht worden, dass besonders an den Medikamenten mit abgelaufenem Patent-Schutz (Generika) nur noch Centbeträge verdient werden. Da ist dann die „Musik“ draußen. (Könnte das auch eine Erklärung dafür sein, dass die Pharmaunternehmen immer mehr auf I*pfungen jeder Art schwenken, weil da nie der Patentschutz abläuft? Zudem haftet meist der Staat für deren Nebenwirkungen.) Grund Nummer zwei ist der Shareholder-Value. Investoren wollen am Gesundheitssystem verdienen und pressen es aus wie eine Zitrone.

Lauterbach durfte laut Gerichtsbeschluss vor Millionenpublikum straffrei behaupten, dass die Letzte – Ihr wisst schon was - nebenwirkungsfrei war. Das sei seine „persönliche Meinung“. Zum Verständnis: Als Gesundheitsminister darf man offenkundig Falsches in die Welt hinaus posaunen? Und als kleiner Arzt am Rande der Stadt wird man für seine persönliche Meinung zensiert?
Ich wünsche all meinen Lesern frohe Weihnachten im Kreis Eurer Lieben. Ich bedanke mich bei Euch allen für das Interesse, die konstruktive Kritik und das Teilen meiner Beträge. Frohe Festtage! 🎄
Risiko Vorsorge

Gesundheitsbewusste Menschen nehmen gerne an Vorsorgeuntersuchungen teil. Schließlich wird sogar offiziell berichtet, dass sich „durch das Mammografie-Screening die Brustkrebssterblichkeit um bis zu 30 % senken lässt.“ Das hört sich gut an. Der Laie vermutet dann, dass von 100 Frauen 30 weniger an Brustkrebs sterben. - Weit gefehlt!

Studien haben ergeben, dass von 1000 Frauen, die regelmäßig am Screening teilnehmen, drei an Brustkrebs starben. Bei einer Kontrollgruppe von 1000 Frauen, die NICHT am Screening teilnahmen, starben vier. Drei statt vier – das ist eine relative Risikoreduktion von 25 %. Aufgerundet für die Werbung auf bis zu 30 %. Das sollte man der Fairness halber dazu sagen.

In Asien wurde vor einiger Zeit eine Vorsorge-Untersuchung auf Schilddrüsen-Krebs angeboten. Eine reine Selbstzahler-Leistung. Man muss wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, an einem Schilddrüsen-Karzinom zu sterben, extrem gering ist. Trotzdem wurden dank entsprechender Werbung viele dieser Untersuchungen durchgeführt - und dementsprechend viele Krebsfälle entdeckt. Die Patienten ließen sich operieren und die Schilddrüse entfernen. Wie wir wissen, ist man danach lebenslang auf die Einnahme von Schilddrüsenhormonen angewiesen. Trotzdem waren die Patienten heilfroh, dass der Krebs früh erkannt und die Schilddrüse rechtzeitig entfernt wurde. Der springende Punkt ist: Trotz der stark gestiegenen Operationen hat sich die ohnehin schon geringe Sterblichkeit beim Schilddrüsen-Krebs nicht weiter verringert. Die Zahlen vor der Einführung des Screenings zeigten keinen signifikanten Unterschied gegenüber jenen danach.

Prävention findet nicht am Röntgengerät statt, sondern jeden Tag durch eine gesunde Lebensweise!
2
Ernährung & Medizin

„Wer sich richtig ernährt, der braucht keine Medizin. Wer sich falsch ernährt, dem hilft keine Medizin! (Ein Zitat von Hippokrates)

Leider hat sich das Ernährungsverhalten in den letzten 100 Jahren enorm verändert. Ich helfe dir, dich im Dschungel der oft widersprüchlichen Empfehlungen zurechtzufinden. Und das erfolgt am besten durch eine Messung im Blut und die daraufhin erfolgende individualisierte Empfehlung.

Merke: Nur wer misst, weiß Bescheid.
Liebe Community, ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich freue mich schon auf zukünftig anstehende Projekte und auf viele interessante Beiträge zum Thema Gesundheit und Co.
Essenziell heißt lebensnotwendig

Der Mensch besteht aus 47 zwingend lebensnotwendigen Substanzen: Das sind Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente. Würde nur eine einzige davon ganz fehlen, wäre man tot. Darum nennt man diese natürlichen Substanzen essenziell. Stell dir vor, du hättest von nur einem dieser Naturstoffe die Hälfte der optimalen Dosis im Blut und in der Zelle. Dann bist du zwar nicht tot, lebst aber auch nur halb. Wenn so ein Mangel schleichend entsteht, spürt man die Veränderung kaum. Doch irgendwann realisierst du, dass irgendwo die Handbremse angezogen sein muss.

Du bekommst deine PS nicht mehr auf die Straße. Dabei steckt oft nur ein banaler Mangel dahinter. Ein Nadelöhr. In meiner Praxis beschäftige ich mich fast ausschließlich mit der Optimierung dieser Substanzen - Messen und gezielt auffüllen. Zur Not sogar intravenös.

Merke: Nicht der Arzt heilt - die Natur heilt. Darum müssen wir die Natur unterstützen. Im Idealfall mit gesunder Ernährung. Und wenn das nicht ausreicht, mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEMs).
Die Seele und die Farbe der Gedanken

Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an (ein Zitat von Marc Aurel). Depressionen sind der körperliche Ausdruck einer traurigen Seele. Füttere Deine Seele darum mit möglichst vielen positiven Gedanken, Emotionen und Gefühlen. Dann nimmt deine Seele von Tag zu Tag eine hellere Farbe an.

Merke: Das Negative läuft dir automatisch über den Weg. Das Positive musst du aktiv suchen.
Homöopathie

Heute mache ich mich einmal unbeliebt und oute mich: Ich bin kein Freund der Homöopathie. Zumindest dann, wenn es sich um die Substitution essenzieller Substanzen handelt. Bei einem meiner Seminare kokettierte morgens eine Zahnärztin bei der Blutabnahme damit, dass sie wohl den höchsten Magnesium-Wert von allen Teilnehmen haben würde. Schließlich nähme sie täglich Magnesium in homöopathischer Hochpotenz ein. Das Ende vom Lied: Ihr Magnesiumspiegel war so ziemlich der Tiefste von allen.

In der Homöopathie werden Wirkstoffe bekanntlich ja so lange verdünnt, bis sie praktisch gar nicht mehr nachweisbar sind. Je verdünnter, desto hochpotenter. Bildlich gesprochen ist das so, als würde man mit einem leeren Benzinkanister, der vor langer Zeit einmal die „Information“ von Benzin hatte, ein Auto betanken wollen. Wenn das funktionieren würde, wären ja sämtliche Energieprobleme gelöst.

Die Homöopathie mag manchen Menschen mit anderen Krankheitsbildern geholfen haben. Zum Auffüllen essenzieller Substanzen taugt sie leider nicht.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die letzten 30 Jahre haben unsere Nahrung stärker verändert als die 10 000 Jahre zuvor. Die Nahrungsmittel-Industrie hat unsere natürlichen Lebensmittel durch ihre Prozesse nicht dem Menschen, sondern der Prozessierung, der Lagerhaltung und der Gewinnoptimierung angepasst. Wie kann man Nahrungsmittel möglichst lange haltbar machen, und wie kann man den Gaumen des Konsumenten auch bei schlechter Qualität „verwöhnen“? Mehr als 2000 Zusatzstoffe dürfen den Nahrungsmitteln legal zugefügt werden, aber nur 320 müssen als solche gekennzeichnet werden. Ist unser darmassoziiertes Immunsystem überhaupt auf diese ganzen körperfremden Substanzen eingestellt?

Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Diphosphate, Zitronensäure und diverse andere Konservierungsstoffe lesen wir oft auf der Verpackung. Was wir nicht lesen: Ein Erdbeerjoghurt enthält meist nur eine halbe Erdbeere. Der Geschmack entsteht aus einem Aromastoff aus einem Holzpilz. Himbeer-Geschmack entsteht aus Zedernholz. Über 2800 verschiedene Zusatzstoffe benutzt die Nahrungsmittelindustrie.

Jetzt kommt die Preisfrage: Wie entstehen die rapide ansteigenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Sind es wirklich die natürlichen Grundstoffe unserer Lebensmittel? Die Aminosäuren, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder doch eher die chemischen Zusätze der Nahrungsmittelindustrie? Von den oft angebotenen IgG-Tests, um Ursache von Nahrungsmittelunverträglichen zu detektieren, halte ich nichts. Diese zeigen nämlich nur das an, was der Körper gut kennt, nicht worauf er allergisch ist.

Fazit: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten bildlich gesprochen direkt vom Feld essen, prozessierte Produkte vermeiden, die Darmflora untersuchen und ggfs. optimieren und über eine Blutuntersuchung das Zonulin messen, um ein Leaky-Gut Syndrom auszuschließen.
1