Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Medikamente gesünder als Vitamine?

Nach moderner Lesart sind Vitamine ja ungesund, gefährlich und müssen in wirksamer Form verboten werden. Denn nur Arzneimittel dürfen heilen. Könnte das geplante Verbot von Vitaminen das Ergebnis konsequenter Lobbyarbeit sein?

Meines Wissens wurden die Vitamine bereits 1993 wirklich gefährlich, – aber nur für die Pharmaindustrie. Denn damals veröffentlichte das New England Journal of Medicine eine Studie, dass die tägliche Einnahme von Vitamin E Herzkreislauferkrankungen um 40 % verringere. Immerhin nahmen 40000 Männer und 87000 Frauen an dieser Studie teil. 1996 veröffentlichte The Lancet dann eine Untersuchung von 2000 Personen mit Gefäßverkalkung. Es zeigte sich, dass sich die Herzinfarktrate um 77 % verringerte, wenn Vitamin E in Dosen zwischen 400 und 800 I.E. eingenommen wurde.

Das darf natürlich nicht sein. Denn heilen müssen ja die Statine, die Blutfettsenker, die Arzneimittel. Diese haben die Heilung ja nun per Definition gepachtet. Wenn die das nur halb so gut könnten wie das Vitamin E! Achtung: Die Statine senken wirklich messbar die Blutfette. Aber kaum das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei Vitamin E ist das umgekehrt.
One Love

Wieder einmal bekommt die Welt vor Augen geführt, wie autoritär eine korrupte, milliardenschwere Organisation das Zeitgeschehen bestimmt. Ich könnte im gleichen Atemzug noch eine weitere, nicht gewählte, aber weltumspannende Organisation nennen, die nicht nur das Wohl bzw. die Gesundheit der Menschen im Fokus hat.

Ich persönlich würde gar nicht so viel Energie in dieses Thema One Love stecken. Denn ich nehme jeden Menschen so, wie er ist. Und jeder darf lieben, wen oder was er will. Auf der anderen Seite würde ich aber auch keine speziellen Befindlichkeiten betonen und z. B. für jede Diversität eine eigene Toilette einrichten. Ich bin Wissenschaftler genug, um zu wissen, dass es bis auf seltene Ausnahmen im Promille-Bereich nur 2 Geschlechter gibt. Und da lasse ich mir von der Gender-Gaga-Diversitäts-Community auch nichts anderes einreden. Ich habe aber gesehen, wie gestandene Politiker in Interviews ordentlich ins Schwimmen gerieten, die sich nicht eindeutig zu den zwei Geschlechtern äußern wollten, die sie noch aus dem Biologie-Unterricht kannten.

Wenn ich allerdings wie der DFB den Kuchen anbeiße und das Tragen der Armbinde ankündige, dann sollte ich auch die Eier besitzen, das umzusetzen. Wer einknickt, nimmt das Thema dann wohl doch nicht ganz so ernst. Respekt zolle ich dagegen der Nationalmannschaft des Iran, die das Singen der Nationalhymne verweigert hat, um auf die Missstände in ihrem Land hinzuweisen. Apropos: Was heißt eigentlich Eier auf Persisch?
Nix dazugelernt?

Pünktlich zur Wintersaison füllen sich die Krankenhäuser mit Patienten mit Grippe-Infektionen. Das Murmeltier grüßt hier schon seit Jahrzehnten unverändert immer wieder, nur in den letzten 3 Jahren haben die Medien so darüber berichtet, als ob das Problem ganz neu wäre. Intensiv-Betten waren nie das Problem. Die wurden höchstens von den Kliniken künstlich verringert, um mehr Beihilfen abzugraben. Nadelöhr sind und waren immer die Pflegekräfte. Die ohnehin schon unterbesetzten Stationen wurden in den letzten 3 Jahren noch weiter ausgedünnt, da immer mehr Mitarbeiter wegen Überlastung das Handtuch geschmissen haben.

Mit ist nicht bekannt, dass die Gesundheitspolitik hier effektiv gegengesteuert hätte. Natürlich bildet man diese hoch qualifizierten Pflegekräfte nicht über Nacht aus. Und gute Mitarbeiter kosten Geld. Nicht nur als spürbare Wertschätzung anstatt Klatschen vom Balkon, sondern auch um die Attraktivität dieses Berufes zu steigern. Mittlerweile ist aber so viel Zeit vergangen, dass dieses Nadelöhr hätte behoben werden können, wenn nur der politische Wille da wäre.

Personalkosten sind natürlich ein großes Thema bei profitorientierten Kliniken. Dagegen fallen die Milliarden für Tests und Impfstoffe kaum ins Gewicht. Diese werden immer noch bereitwillig locker gemacht. Könnte das daran liegen, dass die Pharma eine größere Lobby als die Pflegekräfte hat?
Handeln statt Empören

Manche Zitate regen zum Nachdenken an. So sagte der kanadische Philosoph Professor Herbert Marshall McLuhan: „Moralische Empörung ist eine grundlegende Technik, um einem Idioten Würde zu verleihen.“ In gleichem Maße, wie allerorten die Empörung ansteigt, können wir auf die Anzahl der Menschen zurück schließen, die ihrem farblosen Leben gerne mehr Würde verleihen würden.

Prinzipiell unterstütze ich jeden, der durch sein aktives Handeln die Welt verbessert. Und nicht diejenigen, die passiv an Bilderrahmen oder Asphalt kleben. In der gleichen Zeit, in der how dare you Greta Thunberg auf jedem Titelblatt ihre Empörung kundtat, erfand der gleichaltrige Jugendliche Boyan Slat ein bahnbrechendes System, um den Plastikmüll aus den Weltmeeren zu fischen. Doch die Weltpresse, wohl selbst um die Vermehrung eigener Würde bemüht, hatte nur Schlagzeilen für die Empörung.
Manche Menschen erheben sich gerne durch ihren zur Schau getragenen moralischen Narzissmus über andere. Doch Empörung allein ist noch keine Leistung an sich. Fazit: Leistung und Handeln schlägt Empörung!
Zweierlei Maß

Erstaunlich ist, wie vehement unsere Politiker die strengen Corona-Maßnahmen im Einparteien-Staat China verurteilen und den Mut zu den dort aktuell stattfindenden Demonstrationen loben. Wie steht es schon in der Bibel: Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem Auge bemerkst du nicht? – Haben unsere Politiker vergessen, dass sie selbst unsere Demonstranten als Covidtoten, Schwurbler oder Rechtsextreme beschimpft und sogar mit Wasserwerfern gegen sie vorgegangen sind? Wenn zwei das Gleiche tun, ist das für unsere Volksvertreter anscheinend noch immer nicht dasselbe.

Es wurde in den letzten Jahren sehr viel Porzellan zerbrochen und Vertrauen verspielt, indem gar nicht untersuchte und heute widerlegte Behauptungen wie der Schutz vor Weitergabe gebetsmühlenartig wurden. (Auf spezielle Schlüsselwörter wird hier bewusst verzichtet, um nicht gelabelt zu werden und auch um den fast schon lächerlichen Disclaimer zu vermeiden, in dem Sie immer erklärt bekommen, wo Sie die einzig wahre Wahrheit finden …)
Dauer-Alarmismus und das Stresshormon

Selten sind so viele scheinbare Katastrophen auf einmal über uns hineingebrochen wie in den letzten 3 Jahren. Infektionskrankheiten, Krieg, Inflation, extrem steigende Energiepreise, Klimaerwärmung und Angst vor einem Blackout. Viele Menschen haben sich in einen Dauer-Angstzustand versetzen lassen. Das hinterlässt Spuren im Hormonprofil. Selbst bei meinen Patienten, – die sicher eher zu den hart gesotteneren und kritischen Zeitgenossen gehören - messe ich einen Anstieg beim Langzeit-Stresshormon Cortisol.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Denn Cortisol ist das stärkste abbauende Hormon. Erstens unterdrückt es die Bildung der „Rückenwindhormone“ Dopamin und Serotonin im Gehirn. Zweitens baut es aktiv Synapsen im Gehirn ab. Höflich ausgedrückt wird man dadurch nicht unbedingt klüger. Böse Zungen behaupten, dass ein Volk in Angst leichter regierbar wäre. Schützen können wir uns nur, indem wir möglichst wenig von denjenigen Medien konsumieren, die Ängste immer wieder anstacheln. Selbst wenn alles den Bach hinunterginge, wäre es der Fernseher, der uns zuletzt genommen werden wird.

Aber auch bloße Unterhaltung kann eine Art der „Untenhaltung“ sein. Das Prinzip Brot und Spiele ist nicht ganz neu. Wer das durchschaut, bleibt länger gesund.
Stresshormon senken

Aufgrund des letzten Posts tauchte vermehrt die Frage auf, ob und wie man das Langzeit-Stresshormon Cortisol senken kann? Das funktioniert auf zweierlei Weise: Erstens muss man natürlich seine Stressoren identifizieren und eliminieren. Das ist leichter gesagt als getan. Wir können die Welt nicht ändern, und den Chef dürfen auch nicht umbringen. Darum müssen wir über eine erhöhte Resilienz die Belastbarkeit steigern und uns quasi eine Teflonbeschichtung gegen Stress zulegen. Das gelingt über eine erhöhte körpereigene Produktion des Glückshormons Serotonins. Dieses wiederum wird aus der essenziellen Aminosäure Tryptophan gebildet. Und genau diesen wertvollen Eiweißbaustein verbrauchen wir vermehrt durch Stress. Die Belastbarkeit sinkt. Und das lässt das Stresshormon ansteigen. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Darum bitte bei der Ernährung auf viel Eiweiß achten und evtl. Tryptophan (oder 5HTP) hoch dosiert als Nahrungsergänzung einnehmen. Zusätzlich baut die Aminosäure Arginin in höherer Konzentration das Cortisol ab.
Leichte Ausdauerbewegung wie strammes Spazierengehen oder Joggen senkt ebenfalls das Stresshormon. Dabei immer den Blick nach oben richten. Der Volksmund sagt zu Recht: „Kopf hoch!“ Dann entstehen – und das wissen wir auch vom NLP – automatisch mehr positive Gedanken. Wer den Kopf hängen lässt, verbleibt im Grübelzwang.
Fazit: Mentale Hygiene, Nachrichten höchstens einmal täglich, dafür viel Eiweiß und aerobe Bewegung. Und bitte auch nicht von Weihnachten stressen lassen.😉
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Der erste Eindruck

Es gibt nie eine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Der erste Eindruck entscheidet und ist wichtiger als alles andere danach. Einen schlechten ersten Eindruck kann man nur schwer wieder wettmachen. Denn das Unterbewusstsein will unbewusst immer den ersten Eindruck bestätigen. Ist der erste Eindruck positiv, werden alle positiven Merkmale verstärkt und das Negative eher herausgefiltert. Umgekehrt passiert das Gleiche. Wir alle kennen das chinesische Sprichwort: Wenn Du nicht lächeln kannst, mach kein Geschäft auf.
 
Interessant ist, dass der erste Eindruck eher vom Bauchgefühl als vom Intellekt kommt. Und da genügt oft schon eine Sekunde. Die größten Fehler habe ich immer dann gemacht, wenn ich mein Bauchgefühl missachtet und auf das Hirn vertraut habe.
 
Jeder sollte sich immer sein eigenes Bild von seinem Gegenüber machen und nicht auf Fremdurteile vertrauen. Psychologen haben einmal folgendes Experiment gemacht: bei einem Lehrerwechsel wurden bei der Übergabe die guten Schüler als die Schlechten und die Schlechten als die Guten dargestellt. Am Jahresende wurden die schlechten Schüler um 1 bis 2 Noten besser, und die Guten um 1 bis 2 Noten schlechter beurteilt.
Fortschritte der Medizin

„Die wenigsten Medikamente helfen den Patienten wirklich, obwohl sie uns ein langes, gesundes Leben bescheren sollten.“ Das sagt der dänische Mediziner Peter C. Gøtzsche - ehemaliger Direktor des Nordic Cochrane Centers am Rigshospitalet in Kopenhagen - und fordert für die Branche eine Revolution. Dem kann ich mich nur anschließen.

Es ist aber nicht alles schlecht. Die Medizin hat auf dem Gebiet der Chirurgie beispielsweise enorme Fortschritte gemacht. Obwohl schon in Altertum operiert wurde, würde ich mich - wenn überhaupt - lieber heute unter das Messer legen als zu Zeiten Julius Caesars, der ja angeblich selbst durch einen Kaiserschnitt (heute noch Sectio Caesarea genannt), das Licht der Welt erblickte. Auch dass wir bei akuten bakteriellen Infekten Antibiotika verordnen können, ist ein Segen für die Menschheit.

Chronische Krankheiten werden aber laut meiner Erfahrung immer nur symptomatisch und nicht ursächlich behandelt. Besonders schlimm ist, wie leichtfertig Mediziner heute zum Rezeptblock greifen und Psychopharmaka verschreiben. Diese wieder auszuschleichen ist um ein Vielfaches schwerer, als sie zu verordnen.
Endorphine

Der britische Afrikaforscher Sir David Livingstone wurde einmal auf Reise von einem Löwen angegriffen. Er konnte nur in letzter Sekunde durch das beherzte Eingreifen seiner Reisebegleiter gerettet werden. Danach wurde er gefragt, wie er diese Nahtoderfahrung empfunden habe. Zu aller Überraschung antworte er, dass er die Situation „wie ein neutraler Beobachter von außen“ wahrgenommen habe, völlig emotionslos und ganz ohne Angst.

Die Natur hält für uns ein spezielles Hormon bereit, welches uns die schlimmsten Situationen erträglicher macht. Dieses Schutzhormon überschwemmt uns in den schwersten Augenblicken, vorausgesetzt wir verfügen über genug Eiweiß- genauer gesagt von der essenziellen Aminosäure Phenylalanin - in unserem Blut. Das ist nämlich der limitierende Eiweißbaustein zur körpereigenen Bildung von Endorphin.

Aber nicht nur bei Todesangst werden Endorphine freigesetzt. Auch körperliche Anstrengung kann zu deren Ausschüttung führen. So berichten manche Langstreckenläufer über das „Runner's High“, unbeschreibliche Glücksgefühle und Leichtigkeit des Seins trotz Anstrengung. Das wäre so ziemlich die gesündeste „Sucht“, die ich mir vorstellen kann.
Verschlimmbessern

Mir persönlich ist kein Beispiel bekannt, wie der Mensch Millionen Jahre gewachsene Strukturen durch sein Eingreifen nachhaltig verbessert hätte. Als aktuelles Beispiel können wir das Immunsystem betrachten, das sich insbesondere bei Kindern - aber auch bei vielen Erwachsenen - merklich verschlechtert hat. Der Grund: Das Immunsystem muss sich ständig „auffrischen“, um aktiv und wachsam zu bleiben. Das gelingt nur durch den täglichen Kontakt mit vielen Viren und Bakterien und nicht durch Kontaktbeschränkungen, ständige Desinfektion und Masken.

Die Kinderkliniken sind nun überfüllt mit Kindern, die dem RS-Virus wenig entgegen zu setzten haben und daher schwer erkranken. RS-Viren sind nicht neu aufgetreten, nur das Immunsystem ist durch das Eingreifen des Menschen schlechter geworden. Haben wir den Teufel durch den Beelzebub ausgetrieben?

Was lernen wir daraus? Erstens ist es ganz egal, wie ein Krankheitserreger mit Vornamen heißt. Die Kliniken sind im Winter immer überfüllt. Dieses strukturelle Problem will die Politik aber anscheinend nicht beheben. Zeit genug dafür wäre mittlerweile gewesen. Zweitens braucht unser Immunsystem ständig Konfrontation mit der Umwelt, um aktiv und wachsam zu sein.
Ich habe schon lange auf diesen Zusammenhang von Kontaktbeschränkung und schlechterem Immunsystem hingewiesen. Jeder, der ein tiefes Verständnis für die Natur hat, kann das nachvollziehen. Die Politik wohl eher nicht.