Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Die Fische und das Wasser

„Die Fische werden das Wasser wohl als Letzte entdecken“  hat Albert Einstein einmal gesagt. Wenn etwas zu offensichtlich ist, wird man gerne einmal betriebsblind. Ein Beispiel dafür wäre die Pharmaindustrie, die versuchen könnte, uns mit möglichst körperfremden Substanzen zu behandeln. Viele Krankheiten entstehen bekanntlich erst dann, wenn die körpereigenen essenziellen Substanzen im Defizit sind. Den daraus entstehenden Symptomen versucht man dann mit körperfremder Chemie beizukommen.

Zur Erinnerung: Unser Körper besteht aus 47 essenziellen Substanzen. Das sind die Amino- und Fettsäuren, die Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Das ist quasi das „Wasser“, in dem wir schwimmen- und das manche nicht entdecken (wollen). Nur wenn wir wirklich optimal mit diesen Stoffen versorgt sind und nirgendwo auf Reserve laufen, kann Gesundheit und (Selbst-) Heilung überhaupt  stattfinden.
Schade, dass man keinen dieser 47 lebensnotwendigen Stoffe patentieren kann. Sonst hätte man sich sicher schon längst dafür interessiert 🧐
Herzlichen Dank!

Es gibt mehrfachen Grund zur Freude. Erstens folgen mir mittlerweile 65.000 Menschen auf Instagram. Bei Facebook liegt die Reichweite wieder bei 313.000. Herzlichen Dank für Euer Vertrauen. Danke auch für Eure zahlreichen positiven Bewertungen bei Google-Business. Hier hatte anscheinend ein Neider versucht, mir mit vielen negativen Scheinbewertungen zu schaden. Es ist traurig, wenn sich jemand erhöhen möchte, indem er andere schlecht macht. Solche Menschen haben die Gesetze des Lebens nicht begriffen und werden ewig erfolglos bleiben. Hier greift das Gesetz der Resonanz, welches sich immer bewahrheitet.

Ostern ist das Fest der Freude, der Auferstehung und des Neuanfangs. Ich wünsche Euch heute frohe Ostern im Voraus und einen zauberhaften Neuanfang. Ich werde am Gardasee ganz fest an Euch denken!
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Stoffwechsel

Im Stoffwechsel werden - wie der Name schon sagt - Stoffe gewechselt. Fette und Kohlenhydrate werden beispielsweise in Energie verwandelt. Dabei entsteht Wärme. Darum ist eine Leiche kalt und wir sind warm.
Gegessene Fette bleiben Fette, bis sie dem Energiestoffwechsel zugeführt werden. Überschüssige Kohlenhydrate können wiederum als Fett gebunkert werden, wenn sie nicht gleich in Energie verwandelt werden. Nur Eiweiß kann biochemisch niemals in Fett verwandelt werden. Daraus kann man schon einiges für sich selbst ableiten.

Wichtigster Motor des Energiestoffwechsels ist die Schilddrüse, quasi das Gaspedal des Lebens. Aus der essenziellen Aminosäure Tyrosin und dem Spurenelement Jod wird in der gesunden Schilddrüse das wirksame Schilddrüsenhormon T3 gebildet. Katalysiert wird das Ganze durch das Spurenelement Selen.

Eiweiß (Aminosäuren) kann nicht direkt in Energie wandelt werden, dafür aber in wichtige Strukturen: Muskel- und Knochenmasse, das Immunsystem, das rote Blut und viele Hormone werden aus Eiweiß gebildet. Im Gehirnstoffwechsel werden die gehirnaktiven Aminosäuren (ausreichende Mengen vorausgesetzt) in gute Laune, Antrieb und Belastbarkeit verwandelt. Katalysiert wird das Ganze unter anderem durch B-Vitamine und Folsäure.

Wie wir sehen, spielt der ganze Stoffwechsel wie in einem Konzert zusammen, sowohl im Körper als auch im Geist. Mangelt es nur an einem Stoff, spielt das ganze Orchester auf Sparflamme. Die Kunst ist immer herauszufinden, wo genau sich der Mangel befindet.
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Arthrose

Bewegung macht nur dann wirklich Spaß, wenn man die Gelenke nicht spürt. Dummerweise treten Probleme meist dann auf, wenn wir den dynamisch konzipierten Bewegungsapparat statisch missbrauchen. Also Sitzen schadet den Gelenken mehr als Joggen. Das passt nicht so ganz in das Weltbild mancher Orthopäden, die vom Joggen abraten. Weil man sich dann die Gelenke abnutzt. Das stimmt nur dann, wenn man sehr krumme Achsen hat und/oder zu viel Gewicht die Gelenke belasten.

Typisch für die Arthrose ist der Anlaufschmerz, der dann mit der Bewegung abnimmt. Ist ein Gelenk schon länger überlastet, vergrößert es anatomisch seine Oberfläche - um die Last physikalisch besser zu verteilen. Im Röntgenbild sieht man dann so genannte „Rabenschnäbel“, die aus dem Gelenk herauswachsen. Ein im Röntgenbild verringerter Gelenkspalt durch Knorpelabbau deutet ebenfalls auf Arthrose hin. Wichtig: Röntgenbilder von Hüfte oder Knie sollten immer im Stehen gemacht werden, um das Gelenk besser beurteilen zu können. Achtung: Heute wird viel zu früh zu Operationen geraten, weil dadurch das Geld verdient wird.

Physiotherapie, Muskelaufbau, Schuh-Innen oder Außenrand-Erhöhung können sogar anatomisch krumme Achsen funktionell begradigen. Nahrungsergänzungen mit Chondroitin und Glukosamin helfen, den geschundenen Knorpel besser zu ernähren. Wunder darf man davon nicht erwarten – kann aber unter Umständen dem Gelenksersatz noch lange davonlaufen.
Im nächsten Post behandeln wie die Arthritis - die entzündliche Schwester der Arthrose.
Arthritis

Alles, das in der medizinischen Terminologie auf –„itis“ endet, bedeutet Entzündung. In den Gelenken können die Entzündungen durch eingeschleppte Keime, viel häufiger aber durch autoimmune Prozesse wie Rheuma entstehen. Das Leitsymptom für eine entzündliche Gelenkerkrankung ist der Schmerz, der nicht wie bei der Arthrose (Anlaufschmerz) während der Bewegung nachlässt. Auch Schwellung und Erwärmung verraten die Entzündung. Bei rheumatischen Erkrankungen greift das eigene Immunsystem die Gelenkinnenhaut an. Die Schulmedizin behandelt das mit Cortison, dem Krebsmittel MTX und/oder „Biologika“, die sich harmloser anhören, als sie sind.

Durch die richtige antientzündliche Ernährung kommt man meist mit weniger Medikamenten aus oder kann diese sogar ganz vermeiden. Entzündungstreiber wären Körner, allen voran der Weizen – und alles, das daraus gemacht wird. Aber auch Fructose kann Entzündungen anheizen. Darum sollte dann viel mehr Gemüse als Obst gegessen werden. Softdrinks sind ebenfalls tabu. Entzündungshemmend wirken auch die wertvollen Omega-3 Fette, die fettlöslichen Vitamine sowie alle Radikalenfänger. Freie Radikale können Entzündungsprozesse wie bei Kettenreaktionen am Laufen halten, bis sie beispielsweise durch Vitamin C und E abgefangen werden. Entsäuerung tut ebenfalls immer gut. Egal ob bei Arthrose oder Arthritis.
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Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

Eine mehrfach gestellte Frage der Community lautete: Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel (NEM´s)? Meine Antwort sollte lauten: Nein! – Wenn die Realität nicht eine andere wäre. Bei Calcium, Jod, Zink, Vitamin D, Folsäure, B-Vitaminen und wichtigen essenziellen Aminosäuren bestehen häufig Defizite, die eigentlich über die Nahrung gedeckt werden sollten. Die Betonung liegt auf „eigentlich“.

Toastbrot, Nutella, Fruchtzwerge und Chicken Nuggets sind nur in der Werbung gut. Das sind Nahrungsmittel, keine Lebensmittel. Nahrungsmittel machen nur satt. Lebensmittel dagegen satt und vital. Kinder haben eine 4-fach höhere Süßschwelle. Das bedeutet: Für Kinder muss das Essen 4-mal so süß schmecken wie für Erwachsene, damit sie es überhaupt als süß empfinden. Das weiß die Industrie. Darum werden die „gesunden“ Kinderjoghurts so gesüßt, dass es Erwachsene schon als eklig empfinden. Je früher die Kinder in diese Süßfalle tappen, umso weniger schmecken ihnen Lebensmittel als natürliche Versorgungsquelle für die essenziellen Substanzen.

Das ist der Grund, warum bei Verzehrstudien die ohnehin schon niedrig angesetzten Mindestmengen oft nicht erreicht werden.
Wenn Kinder gedeihen und wachsen, in der Schule und im Sport gut sind, kann man auch ohne Messung von zumindest ausreichender (Schulnote 4) Versorgung ausgehen.

Wenn Kinder nicht wachsen, bestehen oft Defizite bei den Aminosäuren Lysin und/oder Arginin, – beides Schlüsselaminosäuren für die Produktion des Wachstumshormones. Bei Konzentrationsschwäche (ADS/ADHS) fehlen oft Folsäure, B-Vitamine oder Zink. In den Wintermonaten hat die Haut keine Chance, genügend Vitamin D für den Calciumhaushalt und den Knochenstoffwechsel zu produzieren. Grundsätzlich sollten Eltern also auf eine eiweißreiche, zuckerarme und möglichst wenig prozessierte Ernährung für ihre Sprösslinge achten. Häufigster Fehler bei der Kinderernährung: zu viele Nudeln und zu wenig Gemüse. Dann werden NEM´s unumgänglich.
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Wissenschaft schafft Wissen

Es gibt gefundenes Wissen und geschaffenes Wissen. Gefundenes Wissen umfasst beispielsweise die Heilkraft von Pflanzen oder die seit über 2000 Jahren überlieferte Lehre der chinesischen Medizin. Gefundenes Wissen bleibt. Geschaffenes Wissen überholt sich immer wieder. Geschaffenem Wissen – gerade auf dem medizinischen Sektor – stehe ich äußerst skeptisch gegenüber. Denn wer initiiert und finanziert die medizinische Forschung? 90 % der „Forschung“ erfolgt über die Pharmaindustrie. Dabei beweist jedes Pharmaunternehmen die Wirksamkeit des EIGENEN Medikaments. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Zumindest die Resultate sind naturgemäß meist überraschend positiv. Wenn sich unabhängige Wissenschaftler mit diesen Forschungsergebnissen beschäftigen, kommen sie oft zu ganz anderen Resultaten.

Das neue deutsche Wort für Staatsverschuldung heißt nun „Sondervermögen“. Vermögen hört sich ja schon einmal ganz gut an… 100 Milliarden Sondervermögen für Rüstung sind ruck-zuck aus dem Boden gestampft. Für Bildung, Intensiv-Pflege und Betten sowie menschenwürdige Renten geht das leider nicht. Auch nicht für unabhängige medizinische Forschung. Finde den Fehler.
Größer als das Ego

Ich bin immer fasziniert von Menschen, bei denen man spürt, dass ihre Ziele und Ideale über das eigene Ego hinausgehen. Kurz gesagt Ziele, die größer sind als das Ego. Natürlich muss jeder für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen können und dürfen. Doch sollte das ganze Schaffen und Streben nicht allein dazu dienen, dass man im Winter heizen kann. Merke: Ein Job ernährt den Körper. Eine Berufung nährt zusätzlich den Geist und die Seele.

Die Welt ist voller Egoisten, die gerne auch einmal andere übervorteilen - für den eigenen Nutzen. Doch langfristig werden diese Menschen nicht glücklich werden.

In der Familie ist es glücklicher Weise meistens so, dass die liebenden Eltern das Wohl der Kinder über das eigene stellen. Das Gegenteil von Familie finden wir heutzutage in der Politik. Dort wimmelt es von Egoisten, Narzissten und Lobbyisten, die hauptsächlich das eigene Wohl im Auge haben. Einige wenige Philanthropen ausgenommen.
Eisen und Eiweiß

Sehr viele besonders weibliche Patienten klagen über einen chronischen Eisenmangel. Denen kann ich dann fast auf den Kopf zusagen, dass sie außerdem noch einen hohen Eiweißmangel haben. Denn nur bei einem hohen Eiweißspiegel im Blut verfügt man über genügend vom Eisenspeicher-Protein Ferritin. Merke: Der Eisenspeicher ist eng ans Eiweiß gekoppelt. Wenn ich bei einem tiefen Eisenspiegel immer nur Eisen substituiere, dann ist das nicht viel mehr als Kosmetik. Parallel zum Eisen muss also das Eiweiß aufgebaut werden, um nachhaltig Erfolg zu haben.

Beim Arzt sollte neben dem Eisen darum immer auch das Gesamt-Eiweiß bestimmt werden. Leider gehört das nicht zur Routine. Dabei ist Eiweiß für mich der wichtigste Wert überhaupt. Da der Eisenwert selbst großen Schwankungen unterworfen ist, sollte man zum Eisen auch das Eisenspeicher-Protein Ferritin messen. Dieser Wert sollte immer über 100 µg/l liegen. Das kriegt man nie ohne einen hohen Eiweißwert hin, der über 7.7 g/dl liegen sollte.
Hauptsache Haltung

Menschen mit Idealen verdienen immer unsere Achtung. Besonders dann, wenn die Ideale auch im Alltag authentisch gelebt werden. Manchmal sollten diese aber auch kritisch hinterfragt werden, besonders wenn das Ideal in eine sinnlose Haltung übergeht. Politisch gäbe es da aktuell einiges zu diskutieren, wozu ich mich an anderer Stelle äußern werde.
Darum hier nur ein Beispiel aus meiner Praxis: eine junge Studentin lehnte als Veganerin den Verzehr sämtlicher tierischer Produkte ab. Sicherlich ein hohes Ideal, was sich in diesem speziellen Fall aber sehr ungünstig auf ihre eigene Gesundheit ausgewirkt hat. Denn der gemessene Eiweißwert war unterirdisch tief, und damit alles, was vom Eiweiß abhängig ist: Die mentalen Rückenwindhormone wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin waren ebenfalls tief im Keller. Das wirkt sich im täglichen Leben durch depressive Stimmung, mangelnde Resilienz, Nervosität und Antriebslosigkeit aus. Mein Vorschlag, zumindest 5 Eier täglich zu essen, wurde abgelehnt. Hippokrates sagte einmal: „ Bevor Du jemanden heilst, frag ihn, ob er bereit ist, die Dinge aufzugeben, die ihn krank gemacht haben.“ Nichts gegen vegane Ernährung, wenn man es schafft, den Gesamt-Eiweißspiegel damit im oberen Drittel zu halten.
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