Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Menschliche Medizin

Prof. Thure von Uexküll war ein Arzt, wie ich ihn mir vorstelle. Er war stets bemüht, den Menschen als Ganzes zu sehen und weniger allein nach Laborbefunden zu behandeln. Ein Zitat von ihm erwähne ich gerne in meinen Seminaren: „Die Physiker glauben längst wieder an den lieben Gott. Nur die Mediziner glauben immer noch an die Physiker."

Das Zitat illustriert, dass wir heute eine vornehmlich apparative Medizin verfolgen, die auch bei der Abrechnung sehr hoch honoriert wird. Das gesprochene Wort ist wenig wert, und wird praktisch nicht honoriert.
Leider führt das dazu, dass heute an so manchem schlechten Mediziner ein guter Maschinenbau-Ingenieur verloren gegangen ist. Viel zu oft werden Patienten herz- und empathielos behandelt. Doch der Mensch ist mehr als die Summe seiner Organe, wie Mediziner ihn sehen. Zwischen Medizinern und Ärzten besteht ein gewaltiger Unterschied: Der Arzt sieht den Menschen nicht als die Summe seiner Organe - sondern als die Summe von Körper, Geist und Seele. Medizin kann man studieren, Arzt muss man sein.
Die 3 häufigsten Fehler bei Nahrungsergänzungen

Das erste Missverständnis ist zu glauben, keine NEM's zu benötigen. In unserer heutigen Nahrung sei alles enthalten. So sagen das auch unsere Politiker. Ich messe aber seit über 30 Jahren die Versorgung meiner Patienten mit diesen essenziellen Stoffen. Die Fälle, bei denen alles in perfekter Konzentration
nachweisbar war, kann ich an einer Hand abzählen. Natürlich ist man nicht krank, wenn eine Substanz nur zu 70 % statt zu 100 % zur Verfügung steht. So richtig gesund ist man aber auch nicht.

Zweitens nehmen die Menschen die NEM's in der Dosierung ein, die sie auf der Packung lesen. Merke: Auf der Packung steht die juristische - und nicht die
therapeutisch - empfohlene Dosis. Therapeutisch braucht man aber oft viel mehr, als juristisch „zulässig" ist.

Drittens kann die erforderliche Dosierung individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Ob groß oder klein, dick oder dünn, je nach Zustand des Stoffwechsels,
der Darmflora und der Verdauung müsste man nämlich anders dosieren. Darum ist und bleibt die Messung und die gezielte Dosierung der Königsweg. Vor allembei vorhandenem Leidensdruck. Bei meinen Patienten fülle ich gröbere Defizite dann sogar per Infusion auf, damit sie schnell zur alten Form zurückfinden.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn wir alle Stoffe über die Nahrung bekämen. So hatte es die Natur ja ursprünglich vorgesehen. Doch erstens hat
sich die Qualität unserer Ernährung verändert. Zweitens wurde die erforderliche Kalorienmenge in den letzten 100 Jahren mehr als halbiert. Die Vorstellung, dass wir mit 50% der Nahrung 100% der Vitalstoffe aufnehmen könnten, ist illusorisch.
Entgiftungsorgan Leber

Unsere Leber wünschen wir uns so jungfräulich wie frische Kalbsleber beim Metzger. Auf den ersten Blick sehen sie sich nämlich zum Verwechseln ähnlich. Eine belastete Leber verändert aber ihre Konsistenz, die Farbe und sähe in der Auslage beim Metzger gar nicht appetitlich aus. Eine ausgewachsene Fettleber kann sogar eine gelbliche Farbe annehmen.
Was belastet die Leber? Natürlich Alkohol, aber auch Medikamente, spätes (kohlenhydratreiches) Abendessen sowie ein schlechtes Immunsystem. Denn wenn die Abwehr schlecht ist, können Viren wie das Epstein-Barr-Virus reaktiviert werden und die Leberwerte ansteigen lassen.

Der sensibelste Leberwert ist die Gamma-GT. Diese steigt am frühesten an. Im Freiburger Raum heißt die Gamma-GT „Ganter-GT“, weil das lokale Bier dort Ganterbräu heißt. Ein Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Leberwerten und toxischer Belastung. Wenn die sogenannten Transaminasen (GOT und GPT) ebenfalls ansteigen, ist der Schaden an der Leber größer. Denn diese kann man nur dann vermehrt im Blut messen, wenn Leberzellen zerstört werden.

Grundsätzlich ist die Leber aber ein sehr gutmütiges Organ und verzeiht ganz lange ganz viel. Vor allem tut die Leber nicht weh, wenn sie belastet ist. Aber merke: Müdigkeit ist der Schmerz der Leber!  Alle Teilnehmer des (Kohlenhydrat-) Fastens können aufatmen. Nach 6 Wochen ist die Leber meist jungfräulich regeneriert.
Frage an die Community

Liebe Community, ich freue mich stets sehr über das positive Feedback und die tollen Kommentare auf Facebook & Instagram. Da es mir am Herzen liegt, weiterhin interessante gesundheitswissenschaftliche Themen zu posten, würde ich gerne von euch wissen, welche Themen euch interessieren beziehungsweise worüber ihr gerne lesen würdet. Lasst es mich unbedingt in den Kommentaren auf Facebook & Instagram wissen! 😊
Autoimmun-Krankheiten

Zunächst darf ich mich herzlich für das überwältigende Feedback und die Vorschläge zu zukünftigen Themen bedanken. Sehr viele von Euch wünschten sich Informationen zu den diversen Autoimmunkrankheiten, die ich hier einmal zusammenfassend behandeln möchte. Autoimmunkrankheiten haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Hashimoto, Rheuma, Colitis ulcerosa etc. kann man über eine antientzündliche Ernährung günstig beeinflussen. Dabei sollten alle Körner - vor allem Weizen– vermieden werden. Natürlich gilt dies auch für alles, was aus diesen Körnern gemacht wird – von der Pizza bis zum Kuchen. Zusätzlich ist die Fruktose ein Entzündungstreiber. Darum sind alle Soft-Drinks tabu. Leider sollte auch das so süß gezüchtete Obst durch ganz viel Gemüse ersetzt werden. Omega-6-Fettsäuren sind ebenfalls zu vermeiden. Milch-(Produkte) sollte man weglassen. Entzündungshemmend wirken dagegen die wertvollen Omega-3 Fettsäuren, die vornehmlich in Ölen oder fetten Seefischen zu finden sind. Antioxidantien wie Vitamin C und E, Vitamin D, die Spurenelemente Selen und Zink sollten im oberen Normbereich vorliegen. Leichtes Ausdauertraining optimiert zusätzlich das Immunsystem.

Flankierend kann man über die Optimierung der Blutwerte die Selbstheilungskräfte stärken. Dies muss dann aber individuell geschehen. Nicht ohne Stolz darf ich sagen, dass Patienten, die sich strikt an die Vorgaben halten, die Dosis der Medikamente wie Cortison, das Krebsmedikament MTX etc. reduzieren oder sogar ganz absetzen konnten.
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Schutz vor Krebs
 
Auf vielfältigen Wunsch darf ich Stellung zum wichtigen Thema Krebs nehmen. Die Hälfte der Menschen wird das Thema statistisch einmal im Leben notgedrungen interessieren. Mindestens ein Drittel wird daran sterben. Merke: Je höher der Kohlenhydrat- bzw. Zuckergehalt der Ernährung ist, desto steiler steigt die Krebsrate an.
 
Der Nobelpreisträger Otto Warburg hat als Erster den Stoffwechsel der Krebszelle erforscht. Sein Fazit: Krebszellen verbrennen nicht, sondern sie vergären (im Gegensatz zu gesunden Zellen) Zucker zur Energiegewinnung. In der durch die Gärung entstehenden Säure fühlen sich die Krebszellen wiederum pudelwohl. Der fatale Kreislauf beginnt. Diagnostisch nutzt man dieses Wissen um die hohe Affinität von Krebs zum Zucker: Für die Metastasen-Suche erhalten die Patienten bei der Szintigraphie eine markierte Zuckerlösung intravenös. Schon nach kurzer Zeit kann man dann sehen, wo eventuelle Metastasen sitzen. Denn Krebs zieht Zucker an wie ein Magnet.
 
Therapeutisch nutzt man dieses Wissen leider nicht. Im Gegenteil wird Krebspatienten geraten, die Ernährung nicht zu verändern - und für viel Energie gerne auch einmal ein Stück Sahnetorte zu essen. Ich behandele meine Patienten sehr erfolgreich mit dieser Methode des Zuckerentzugs. Auch für die Prophylaxe ist das wichtig. Zusätzlich optimiere ich das Immunsystem und arbeite mit hohen Dosen Vitamin C, Vitamin D und Selen. Achtung: B-Vitamine und Folsäure sind während der Krebsbehandlung tabu. Denn damit wachsen alle Zellen besser. Auch die Unerwünschten.
Nahrungsergänzungen
 
Ein weiterer, häufig geäußerter Wunsch unserer Umfrage war das Thema Nahrungsergänzungen (NEM’s). Bei diesem Thema läuft man bei mir natürlich offene Türen ein. Schließlich bilden NEM’s die Behandlungsgrundlage in meiner Praxis. Ich kenne kaum ein Medikament, welches man nicht durch natürliche Stoffe ersetzen oder verhindern könnte. In der Vergangenheit habe ich ja schon oft über dieses Thema geschrieben. Zusammenfassend darf ich sagen, dass man selbst bei gesündester Ernährung selten optimal versorgt ist. Zwischen normal und optimal liegt ein großer Unterschied, der auch im täglichen Leben spürbar ist.
 
Am häufigsten messe ich Defizite beim Leistungsparameter Gesamt-Eiweiß, den wichtigen essenziellen Aminosäuren, beim Vitamin D sowie bei den Spurenelementen Magnesium und Selen.
Niedrige Eiweißspiegel stehen für mangelnde Belastbarkeit, ein schlechtes Immunsystem, Muskelabbau und Osteoporose. Die Aminosäure Tryptophan sorgt für gute Laune und Stressresistenz. Die essenziellen Eiweißbausteine Phenylalanin und Tyrosin sind – ausreichende Blutspiegel vorausgesetzt - für die Produktion von den Antriebshormonen Dopamin und Noradrenalin sowie für das Schilddrüsenhormon zuständig.  Magnesiummangel verursacht nicht nur Muskelkrämpfe, sondern oft auch Tinnitus, Migräne und Hörsturz. 

So kann man anhand der Symptome oft schon auf den speziellen Mangel rückschließen. Natürlich hält die Pharmaindustrie für jedes Symptom auch ein  Medikament bereit.
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Gesundheit aus der Vogelperspektive

Ich betrachte die Gesundheit meiner Patienten, wann immer es geht auf der Meta-Ebene. Übergeordnet, nicht nur aus der Situation heraus. Denn in der präventiven Medizin handelt es sich immer um Wahrscheinlichkeiten. Wie wird es dem Patienten wohl gehen, wenn der Blutwert XY über die nächsten Jahre so bleibt? Bei tollen Blutwerten können wir uns gemeinsam freuen und einer rosigen Zukunft entgegenblicken.
Bei schlechten Werten allerdings ist die Prognose ungünstig, auch wenn man selbst im Augenblick gar nichts davon spürt. Und genau darin liegt die Gefahr: Denn die wenigsten Krankheiten fallen „wie auf einmal“ vom Himmel. Das wusste schon Hippokrates von Kos.
Gerade unsere Zivilisationskrankheiten haben oft 10 bis 20 Jahre Vorlauf. Die Kunst besteht dann zum einen darin, diese ungünstige Konstellation zu erkennen. Zum anderen muss man den Patienten zu Veränderungen bewegen, selbst wenn er im Augenblick gar keinen Leidensdruck verspürt. Das Motto: Wenn ich etwas spüre, kann ich ja immer noch etwas verändern, ist leider falsch. Denn wenn man etwas spürt, ist der Zug oft schon 20 Jahre vorher abgefahren.
Das gilt besonders für Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, Burnout und Depressionen. Überspitztes Beispiel: Wenn der Lungenkrebs da ist, muss man mit dem Rauchen gar nicht mehr aufhören. Oder anders herum: Wenn das Auto geklaut ist, muss man die Garage nicht mehr abschließen.
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Picken wie die Hühner

Ein wichtiger Tipp für die Einnahme von Nahrungsergänzungen: Nie zu viel auf einmal einnehmen, – sondern den Tagesbedarf möglichst auf viele kleine Einzeldosen aufteilen. Denn wenn zu hohe Dosen auf einmal im Darm anfluten, kann ein Teil davon gar nicht aufgenommen werden. Die Vitamin C Aufnahme beispielsweise funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Wenn pro Zeiteinheit mehr Schlüssel (Vitamin C) angeboten werden als Schlösser (Transportkanäle durch die Darmschleimhaut) frei sind, kann der Überschuss gar nicht resorbiert werden. Dann hat man zwar keinen teuren Urin, wie das die Gegner von NEM’s gerne bezeichnen, sondern teuren Stuhl.

Wenn oral eingenommene Vitamine im Urin nachweisbar sind, sind sie ja logischer Weise aufgenommen worden. Bei dem Weg durch den Körper kommen sie dann ihren wertvollen Aufgaben nach. Sie entgiften, neutralisieren freie Radikale und katalysieren unzählige biochemische Prozesse. Lauter Prozesse, von denen die NEM-Gegner keine Ahnung haben.

Praktischer Tipp: den Tagesbedarf am besten morgens auf einem kleinen Unterteller vorbereiten und dann im Vorübergehen immer einmal wieder eine Kapsel einnehmen. Damit erhöht man automatisch seine Trinkmenge und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.
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Die Fische und das Wasser

„Die Fische werden das Wasser wohl als Letzte entdecken“  hat Albert Einstein einmal gesagt. Wenn etwas zu offensichtlich ist, wird man gerne einmal betriebsblind. Ein Beispiel dafür wäre die Pharmaindustrie, die versuchen könnte, uns mit möglichst körperfremden Substanzen zu behandeln. Viele Krankheiten entstehen bekanntlich erst dann, wenn die körpereigenen essenziellen Substanzen im Defizit sind. Den daraus entstehenden Symptomen versucht man dann mit körperfremder Chemie beizukommen.

Zur Erinnerung: Unser Körper besteht aus 47 essenziellen Substanzen. Das sind die Amino- und Fettsäuren, die Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Das ist quasi das „Wasser“, in dem wir schwimmen- und das manche nicht entdecken (wollen). Nur wenn wir wirklich optimal mit diesen Stoffen versorgt sind und nirgendwo auf Reserve laufen, kann Gesundheit und (Selbst-) Heilung überhaupt  stattfinden.
Schade, dass man keinen dieser 47 lebensnotwendigen Stoffe patentieren kann. Sonst hätte man sich sicher schon längst dafür interessiert 🧐