Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Graceful Degradation

Als Graceful Degradation bezeichnet man in der Medizin den schleichenden Abbau von Funktionen, den man gnädiger Weise selbst lange Zeit gar nicht spürt. So kann zum Beispiel die Gehirnfunktion schon um 70 % eingeschränkt sein, während die Fassade noch erstaunlich lange erhalten bleibt. Dann allerdings, wenn diese 70 % überschritten sind, macht sich der Verfall rapide bemerkbar. Ein Beispiel war der Entertainer Harald Juhnke, der jahrzehntelang seine Gehirnzellen Rausch um Rausch dezimierte. In Interviews konnte er aber lange Zeit noch die richtigen Schubladen ziehen und scheinbar individuelle Antworten geben, bis die Demenz ihn einholte.

Das Gleiche gilt für unsere (Herzkranz-) Gefäße, bei denen der Infarkt erst bei 70 % Verkalkung droht. Selbst das Burn-out-Syndrom hat einen langen Vorlauf, bei dem der Energie-Kannibalismus verdeckt bleibt.

Die Kunst der Prävention liegt darin, diese fatalen Prozesse früh zu erkennen und dem Patienten - freundlich, aber bestimmt - einen „Schubs“ in die richtige Richtung zu geben. Die frohe Botschaft: Viele Abbauprozesse lassen sich nicht nur verhindern, sondern sogar rückgängig machen!
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Multiresistente Keime

Wenn Krankheiten keine PR bekommen, drohen sie in der Informationsvielfalt unterzugehen. Dabei gehören Antibiotika-Resistenzen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Laut einer Studie aus „The Lancet“ starben 2019 rund 1,27 Millionen Menschen direkt an einer Infektion mit einem multiresistenten Keim. Wenn man die Diskussion um das berühmte „an und mit“ erweitert, sind das sogar knapp 5 Millionen pro Jahr.

Um die Zahlen etwas einzuordnen: Weltweit starben 2020 an HIV ca. 680 000 Menschen, an Malaria 630 000 und an C* rund 1.9 Millionen Menschen.
Ursache für diese resistenten Keime sind die viel zu oft eingesetzten Antibiotika, besonders bei viralen Erkrankungen. Viren sprechen grundsätzlich nicht auf Antibiotika an. Was viele nicht wissen: in der konventionellen Tierzucht werden mehr Antibiotika „verordnet“ als in allen Krankenhäusern. Denn Tiere neigen zu Seuchen, wenn sie zu eng und in zu großer Anzahl gehalten werden. Darum bekommt das geschundene Vieh Antibiotika gleich mit dem Futter zugeführt. Das Resultat sind genau diese multirestenten Keime.

Fazit: Nicht bei jedem Schnupfen zum Arzt rennen und Antibiotika nur ganz gezielt einsetzen. Beim Einkauf lieber einmal auf Fleisch verzichten, zumindest auf Fleisch und Geflügel aus der Massentierhaltung.
Mitochondrien

Könnte man sich Mitochondrien zu Weihnachten wünschen, stünden sie auf jedem Wunschzettel bestimmt ganz oben. Mitochondrien sind die Kraftwerke in unseren Körperzellen, in denen Energie und Lebenskraft erzeugt werden. Viele Mitochondrien – viel Energie.
Mitochondrien können sich innerhalb der Zellen vermehren oder aber auch abgebaut werden. Ob man nun über 2000 oder nur 1000 Mitochondrien pro Körperzelle verfügt, das ist subjektiv und objektiv deutlich spürbar. Der Sportler misst das objektiv mit der Stoppuhr. Für Normalbürger ist der Mangel an Mitochondrien subjektiv als unerklärliche „Handbremse“ im täglichen Leben spürbar. Müdigkeit, mangelnde Leistungsbereitschaft, schnelle Erschöpfung.

Erhöhter Blutzucker, Übergewicht und kohlenhydratlastige Ernährung können Mitochondrien nicht nur abbauen, sondern die Verbliebenen auch schädigen (Mitochondriopathie) und damit die Energieversorgung in den Zellen schwächen. 
Was viele nicht wissen: Limitierender Faktor für die Bildung von Mitochondrien ist der Magnesium-Spiegel im Blut bzw. in der Zelle. Wer viel schwitzt und /oder unter Stress leidet, verbraucht vermehrt Magnesium. Bei einer Blutuntersuchung sollte Magnesium darum nie fehlen. Wer nicht im oberen Normbereich liegt, sollte Magnesium unbedingt auffüllen.

Zweiter Schlüsselreiz für die Bildung neuer Mitochondrien ist, – wer hätte das gedacht - die Bewegung.
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Geh Du voran

„Geh Du voran“, sagt die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich“. - Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“, sagt der Körper zur Seele. (Ulrich Schaffer)
Dieses Zitat beschreibt sehr deutlich die unteilbare Zweiheit zwischen Körper und Geist. Denn genau so ist der Mensch definiert, als Individuum (lat. Unteilbares). Eine körperliche Erkrankung kann sehr wohl seelische Ursachen haben.

Wenn man als Mediziner allein auf der Organebene arbeitet, verfehlt man häufig die wirklichen Ursachen. Leider sieht man die Seele weder im Ultraschall noch auf dem Röntgenbild. Darum bleiben die wirklichen Zusammenhänge viel zu oft verborgen. Oder sie werden mit Psychopharmaka behandelt, die leichtfertig verschrieben werden, als wären sie von Haribo.
Charisma

Könnte man Charisma kaufen, so würden manche Menschen einen Haufen Geld dafür ausgeben. Aber Charisma kann man sich genau so wenig kaufen wie Liebe oder einen guten Charakter.
Charisma ist jedoch kein Charakterzug, sondern das Resultat einer unwiderstehlichen, überzeugenden, positiven Ausstrahlung. Menschen, die in sich ruhen, die ihrer eigenen Linie unbeeinflussbar treu bleiben und dabei den Mitmenschen emphatisch zugewandt sind - solche Individuen kommen dieser beneidenswerten Ausstrahlung am nächsten.
Da fallen uns natürlich sofort unsere Politiker ein: Olaf Scholz, Karl Lauterbach sowie die deutschen Außen- oder Verteidigungsministerinnen, die uns durch ihre charismatische Ausstrahlung sofort in ihren Bann ziehen.
Nur böse Zungen würden fragen, warum manche hohen Ämter von Menschen mit der Ausstrahlung eines Bermuda-Dreiecks bekleidet werden.
Überproportional viele charismatische Menschen findet man meiner Meinung nach in der Film- oder Musikbranche. George Clooney wäre so ein Beispiel, Robbie Williams, Julia Roberts - oder aus früheren Filmen Anthony Quinn, Romy Schneider oder Curd Jürgens.
Welche charismatischen Persönlichkeiten fallen Euch ein?
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Wie in Watte gepackt

Glück onduliert, sprich es verläuft in Wellenbewegungen (Latein: Unda, die Welle). Wer das ganze Glück der Welt gepachtet hätte, würde es irgendwann gar nicht mehr als Glück empfinden. Wir brauchen die Tiefen, um die Höhen überhaupt genießen zu können. Natürlich wünschen wir uns immer mehr Höhen als Tiefen.

Viele Ärzte verordnen heute bei Tiefphasen in meinen Augen viel zu schnell Psychopharmaka, z. B. um den Todesfall eines geliebten Menschen zu überwinden. Das gelingt mit Medikamenten aber nicht wirklich. Wenn man die Trauerarbeit nicht bewältigt, wird das Problem nur nach hinten verschoben.

Was viele nicht wissen: Psychopharmaka können die eigene Serotoninproduktion lähmen. Sie dämpfen die Emotionen in beide Richtungen. Sie puffern Höhen genauso ab wie die Tiefen. Meine Patienten berichten dann, Sie fühlten sich „wie in Watte gepackt“. Sie nehmen am eigenen Leben emotional weniger teil. Dabei sind es doch die Emotionen, die das Leben ausmachen oder?

Mein Bestreben liegt immer darin, den  Gehirnstoffwechsel auf natürliche Art und Weise zu optimieren.
Die Schilddrüse – das Gaspedal des Lebens

Würden Sie depressive Verstimmung, Erschöpfung, einen gestörten Fettstoffwechsel, Haarausfall, unerfüllten Kinderwunsch oder Schlafstörungen mit einem Mangel an Schilddrüsenhormon in Verbindung setzen?

Dabei ist der Mangel bzw. die Schilddrüsenunterfunktion überaus häufig. Das Schilddrüsenhormon ist in den westlichen Ländern die am häufigsten verordnete Tablette überhaupt.
Das Schilddrüsenhormon wäre in einer gesunden Schilddrüse sehr einfach herzustellen. Dazu benötigen wir nur genügend Eiweiß, speziell die Aminosäure Tyrosin sowie die Spurenelemente Jod und Selen. Selen verwandelt die inaktive Speicherform T4 in das wirksame Schilddrüsenhormon T3.
Selen und Jod sind in Deutschland, Österreich und die Schweiz laut WHO endemische Mangelgebiete.  Die Böden geben es einfach nicht mehr her. Darum misst der Hausarzt ja immer Selen und Jod im Blut, bevor er das Schilddrüsenhormon verordnet. (Das war ein Scherz😉)

Dass die meisten Menschen zusätzlich zu wenig Eiweiß im Blut haben, wird den aufmerksamen Lesern meiner Posts nicht entgangen sein. Wie fast immer gibt es natürliche Alternativen zu den Tabletten. Dazu müsste man aber die Biochemie verstanden haben.
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Ausdauer-Training immer nüchtern!

Was machen viele Hobby-Sportler, – aber sogar manche Profis - systematisch falsch? Sie essen vor dem Training! Sinn und Zweck des Ausdauertrainings wäre es ja eigentlich, die Fettverbrennung zu optimieren. Wenn ich zuvor aber beispielsweise eine Banane oder ein Müsli esse, kommt es unweigerlich zu einer Insulinausschüttung im Körper. Und damit verbrennt man im Training immer nur Kohlenhydrate (Zucker), ganz egal wie optimal ich meinen aeroben Fettverbrennungspuls treffe.

Je nach Nahrungsmenge bzw. ausgeschüttetem Insulin kann man sich durchaus 30-60 Minuten im Zuckerstoffwechsel befinden, ohne auch nur ein Gramm Fett verbrannt zu haben. Und dann ist das Training ja ohnehin meist vorbei.
Das ist ein systematischer Fehler, den ich viel zu oft bei meinen Patienten beobachte. Das torpediert dann den Trainingserfolg. Trinken (Wasser) zuvor ist natürlich nicht nur erlaubt, sondern notwendig und erwünscht.
Beziehungs-Paradoxon

Obwohl die Scheidungsrate in der heutigen Zeit gefühlt hoch ist, sind die Paare heute dennoch länger zusammen als beispielsweise vor 100 oder 200 Jahren. Früher gab es sicherlich kaum Scheidungen. Trotzdem wurden die Karten oft neu gemischt. Mal starb eine Frau im Kindbettfieber. Mal blieb der Mann auf dem Schlachtfeld einer der zahllosen Kriege. Unter den Hinterbliebenen kam es dann immer wieder zu neuen Paarbildungen, bis das Schicksal sie wieder auseinanderriss.
Heute haben wir hoffentlich alle gelernt, dass es bei Kriegen nur Verlierer gibt. Nie hatten wir einen längeren Frieden als jetzt. Zum anderen haben die Fortschritte der Medizin die Lebensspanne der Menschen in den letzten 100 Jahren fast verdoppelt. (Hoffentlich machen wir das jetzt nicht kaputt!)

Ich persönlich glaube, dass die Beziehungen heute inniger sind als früher. Ich vermute, dass die Menschen sich früher emotional weniger an den Partner gebunden haben, da sie erfahrungsgemäß öfter auseinandergerissen wurden.
Umso erfreulicher ist es jetzt, eine harmonische Partnerschaft lange genießen zu können. Dann gewinnt das Wort „lebenslänglich“ eine wunderschöne Bedeutung!
Warum es Frauen schwerer haben

Zumindest wenn es um den Eiweißaufbau geht, haben es Frauen deutlich schwerer als Männer. Frauen haben 4 Gründe, Eiweiß zu verlieren, wo Männer nur einen Grund haben. Frauen bekommen Kinder, Frauen stillen und Frauen menstruieren. Überall geht erheblich Eiweiß flöten. Nur beim Stresshormon Cortisol sind wieder beide Geschlechter gleich. Wenn dieses erhöht ist, verbrennen wir alle unwiederbringlich wertvolles Eiweiß als Energie.
Dabei sollte Eiweiß eigentlich andere wichtige Funktionen übernehmen. Allen voran der Aufbau der „Rückenwindhormone“ Dopamin und Serotonin. Diese machen mental stark und belastbar. Aber auch der Muskel- und Knochenaufbau ist ganz stark von einem hohen Eiweißspiegel im Blut abhängig.

Preisfrage über das Wochenende: Warum bekommen Frauen so viel häufiger Osteoporose als Männer? Wer das Rätsel gelöst hat, kann das gleich bei der Ernährung umsetzten. Ein kleiner Hinweis: mehr Kohlenhydrate beim Essen lösen das Problem nicht…
Gesponserte Profile

Manchmal muss ich mich über meine Kollegen wundern. So ist mir ein Profil bei Instagram aufgefallen, wo eine Frau Dr. Julia Fischer penetrante Impfempfehlungen ausspricht. Frei jeden Zweifels empfiehlt sie die Impfung für Jedermann, Kinder, Schwangere und Säuglinge. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hier durch Geld der Pharmalobby das ärztliche Gewissen ausgeschaltet wurde. Ebenfalls existieren Fake-Profile von angeblichem medizinischen Fachpersonal, in denen dramatisch von der Überlastung der Intensivstationen berichtet wird. 

Den Vogel schießt in meinen Augen Eckehard von Hirschhausen ab, der 1.4 Millionen Euro von der Bill & Melinda Gates Stiftung erhielt. Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, beschimpft er als „asoziale Trittbrettfahrer“.
Verwunderlich ist, dass im Fernsehen frank und frei Impfwerbung geschaltet wird, ohne auf Nebenwirkungen hinweisen zu müssen. Sonst wird bei jedem Schnupfenmittel rechtlich zwingend darauf hingewiesen: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

In Österreich wurde die Impflotterie Gott sei Dank gekippt. Das war ein rechtlich höchst fragwürdiger und erbärmlicher Versuch, das Impfgeschäft anzukurbeln. Die Milliarde, die unter den „Impflingen“ verlost werden sollte, kommt nur den Mitarbeitern im Gesundheitswesen zugute. Endlich einmal eine gute Entscheidung.
Weiterhin bröckelt in Österreich die Impfpflicht. Nur Lauterbach hat den Schuss noch nicht gehört. Kann ihn mal jemand kneifen?
Zauderer und Zögerer

Bei meinen ärztlichen Kollegen wundere ich mich oft über die kritiklose Hinnahme vorgegebener Maßnahmen. Das mag daran liegen, dass Ärzte nie wirklich zum Nachdenken erzogen wurden. Zu meiner Studentenzeit kursierte folgender Witz: Gib einem Physikstudenten eine  Formelsammlung mit dem Auftrag: Lerne diese auswendig! Da wird der Physiker fragen: „Warum? Wenn ich die Formel brauche weiß ich ja, wo ich sie finde“. Medizinstudenten hinterfragen bei dieser Aufforderung nicht warum? - sondern: „Bis wann?“

Das könnte auch die Antwort auf die Haltung mancher Ärzte beim Impfthema sein. Da wird nicht gefragt warum, sondern wie oft?
Gefährlich ist zudem, wenn die größten Zauderer und Zögerer an der Spitze stehen und die Marschrichtung vorgeben. Rund um Deutschland und Österreich macht alles auf, nur in Kleinbonum verstehen die Verantwortlichen nicht die Lektion, welche die Natur ihnen gibt. Wenn trotz aller Maßnahmen die Inzidenzen durch die Decke schießen – bei gleichzeitig unbelasteten Intensivstationen – möchte man den Lauterbach einmal in den Arm nehmen, und ihm zuraunen: Auch Du wirst endemische Erkältungskrankheiten im Winter nicht verhindern.

Inklusion gehört nicht auf die Regierungsbank. Leider ist der Bundestag heute ein Sammelbecken für schwache Figuren, Berufsversager und Studienabbrecher. Ein Grund mehr, deren Vorgaben zu hinterfragen.