Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Der Natur den Steigbügel halten

Ein weiser Arzt sagte einmal: Die Zeit bis zur Heilung kann man sich auf die eine oder andere Art vertreiben. Gemeint ist in diesem Zusammenhang eher die Natur, die heilt – ganz egal, welche Therapieform der Arzt wählt. Darum dauert eine Grippe ohne Behandlung laut Volksmund 14 Tage, mit Arzt 2 Wochen.

Vielleicht muss man einen Tag älter sein, um den oft universitären Hochmut zurückzuschrauben, und die Leistung der Natur besser anzuerkennen. Bei meinen Behandlungskonzepten steht darum immer die Natur im Vordergrund. Nur wenn der Körper optimal mit allen essenziellen Substanzen versorgt ist, können die Selbstheilungskräfte auch wirklich effektiv arbeiten. Ich nenne das: Der Natur den Steigbügel halten.

Wenn das Immunsystem durch einen Mangel an Zink, Vitamin C oder D schwächelt, dann kann eine Grippe auch einmal 4 Wochen dauern.
Glückliche Beziehungen

Wenn Ehepaare langjährige Jubiläen feiern, kommt oft die Presse für ein Interview, und der Bürgermeister bringt Blumen. In diesem Zusammenhang wurde ein Ehepaar einmal gefragt, was denn Geheimnis ihrer langjährigen Ehe wäre. Sie antworteten: „Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man Dinge noch reparierte und nicht weggeworfen hat.“

Diese Aussage hat mich tief berührt - ist sie doch das genaue Gegenteil unserer heutigen Ex-und-Hopp Gesellschaft. Darum finde ich es auch immer so schön, wenn ältere Paare beim Spazieren gehen noch Händchen halten. Jüngere sieht man viel zu oft nebeneinander vertieft ins eigene Smart Phone schauen. Dabei ist beiderseitige Achtsamkeit und Empathie die wichtigste Grundlage für ein glückliches Miteinander.

Auf früheren Reisen war ich oft alleine unterwegs und hätte besonders schöne Momente wie einen Sonnenuntergang in Big Sur, Kalifornien, gerne gemeinsam mit einem Herzensmenschen genossen. Darum weiß ich heute - so kitschig, wie es sich auch anhört: Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein doppelt schönes Wochenende. Habt Euch lieb und seid nett zueinander. 😉
Contre Coeur

Wir alle kennen das Gesetz der Resonanz. Wenn man den Fokus auf all das legt, was in der aktuellen Situation zugegebenermaßen schlecht läuft, reduziert sich zwangsläufig der Blick auf das Positive. Mit persönlichen Folgen. Denn wenn man sich zu lange gegen das anstemmt, was der inneren Überzeugung widerspricht, wird das eigene Herz eng. Darum hab mich dafür entschieden, mich gedanklich viel weniger mit der aktuellen Situation zu beschäftigen. Dazu ist schon alles gesagt und es bröckelt ohnehin an allen Ecken und Enden. Von daher kann ich Allen Hoffnung machen, die sich zu nichts zwingen lassen möchten.

Auf meinen Reisen habe ich immer besonders schöne Momente als „Magic Moments“ so realistisch wie möglich abgespeichert, um sie später im täglichen, -manchmal grauen Leben wieder zu reaktivieren. Das ist ein Trick aus der Psychologie: Man muss diese Situation gar nicht real erleben. Es genügt die plastische Vorstellung, um das ganze Mindset zu verbessern. Denn allein die Vorstellung kann zu körperlichen Veränderungen führen. Also nicht nur im Gehirn. (Männer wissen das 😉)

Im heutigen Bild seht Ihr einen meiner Magic Moments: Der Blick in den afrikanischen Busch. In dieser Lodge „Elsas´Kopje“ wohnte die  britisch -österreichische Naturforscherin und Autorin Joy Adamson mit ihrer zahmen Löwin Elsa.
Muhammad Ali

Vorgestern hätte Muhammad Ali, den ich noch als Cassius Clay kennengelernt habe, seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert. Ich bin immer fasziniert von großen Sportlern. Vor allem, wenn sie nie ihre Bodenhaftung und Menschlichkeit verloren haben. Ali war natürlich bekannt für seine große Klappe. Aber ebenso für sein übergroßes Herz.

Er sagte einmal: „Ich mag es nicht, wenn Menschen, mit denen ich im Restaurant sitze, die Mitarbeiter schlecht behandeln. Denn das würden sie auch mit mir machen, wenn ich dieser Position wäre.“ - Das unterschied ihn von so manchen neureichen Schnöseln heute, die glauben sich selbst erhöhen zu können, indem sie andere erniedrigen.

Ein anderes seiner Zitate: „Mein Reichtum liegt in meiner Kenntnis von Selbst, Liebe und Spiritualität.“
Graceful Degradation

Als Graceful Degradation bezeichnet man in der Medizin den schleichenden Abbau von Funktionen, den man gnädiger Weise selbst lange Zeit gar nicht spürt. So kann zum Beispiel die Gehirnfunktion schon um 70 % eingeschränkt sein, während die Fassade noch erstaunlich lange erhalten bleibt. Dann allerdings, wenn diese 70 % überschritten sind, macht sich der Verfall rapide bemerkbar. Ein Beispiel war der Entertainer Harald Juhnke, der jahrzehntelang seine Gehirnzellen Rausch um Rausch dezimierte. In Interviews konnte er aber lange Zeit noch die richtigen Schubladen ziehen und scheinbar individuelle Antworten geben, bis die Demenz ihn einholte.

Das Gleiche gilt für unsere (Herzkranz-) Gefäße, bei denen der Infarkt erst bei 70 % Verkalkung droht. Selbst das Burn-out-Syndrom hat einen langen Vorlauf, bei dem der Energie-Kannibalismus verdeckt bleibt.

Die Kunst der Prävention liegt darin, diese fatalen Prozesse früh zu erkennen und dem Patienten - freundlich, aber bestimmt - einen „Schubs“ in die richtige Richtung zu geben. Die frohe Botschaft: Viele Abbauprozesse lassen sich nicht nur verhindern, sondern sogar rückgängig machen!
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Multiresistente Keime

Wenn Krankheiten keine PR bekommen, drohen sie in der Informationsvielfalt unterzugehen. Dabei gehören Antibiotika-Resistenzen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Laut einer Studie aus „The Lancet“ starben 2019 rund 1,27 Millionen Menschen direkt an einer Infektion mit einem multiresistenten Keim. Wenn man die Diskussion um das berühmte „an und mit“ erweitert, sind das sogar knapp 5 Millionen pro Jahr.

Um die Zahlen etwas einzuordnen: Weltweit starben 2020 an HIV ca. 680 000 Menschen, an Malaria 630 000 und an C* rund 1.9 Millionen Menschen.
Ursache für diese resistenten Keime sind die viel zu oft eingesetzten Antibiotika, besonders bei viralen Erkrankungen. Viren sprechen grundsätzlich nicht auf Antibiotika an. Was viele nicht wissen: in der konventionellen Tierzucht werden mehr Antibiotika „verordnet“ als in allen Krankenhäusern. Denn Tiere neigen zu Seuchen, wenn sie zu eng und in zu großer Anzahl gehalten werden. Darum bekommt das geschundene Vieh Antibiotika gleich mit dem Futter zugeführt. Das Resultat sind genau diese multirestenten Keime.

Fazit: Nicht bei jedem Schnupfen zum Arzt rennen und Antibiotika nur ganz gezielt einsetzen. Beim Einkauf lieber einmal auf Fleisch verzichten, zumindest auf Fleisch und Geflügel aus der Massentierhaltung.
Mitochondrien

Könnte man sich Mitochondrien zu Weihnachten wünschen, stünden sie auf jedem Wunschzettel bestimmt ganz oben. Mitochondrien sind die Kraftwerke in unseren Körperzellen, in denen Energie und Lebenskraft erzeugt werden. Viele Mitochondrien – viel Energie.
Mitochondrien können sich innerhalb der Zellen vermehren oder aber auch abgebaut werden. Ob man nun über 2000 oder nur 1000 Mitochondrien pro Körperzelle verfügt, das ist subjektiv und objektiv deutlich spürbar. Der Sportler misst das objektiv mit der Stoppuhr. Für Normalbürger ist der Mangel an Mitochondrien subjektiv als unerklärliche „Handbremse“ im täglichen Leben spürbar. Müdigkeit, mangelnde Leistungsbereitschaft, schnelle Erschöpfung.

Erhöhter Blutzucker, Übergewicht und kohlenhydratlastige Ernährung können Mitochondrien nicht nur abbauen, sondern die Verbliebenen auch schädigen (Mitochondriopathie) und damit die Energieversorgung in den Zellen schwächen. 
Was viele nicht wissen: Limitierender Faktor für die Bildung von Mitochondrien ist der Magnesium-Spiegel im Blut bzw. in der Zelle. Wer viel schwitzt und /oder unter Stress leidet, verbraucht vermehrt Magnesium. Bei einer Blutuntersuchung sollte Magnesium darum nie fehlen. Wer nicht im oberen Normbereich liegt, sollte Magnesium unbedingt auffüllen.

Zweiter Schlüsselreiz für die Bildung neuer Mitochondrien ist, – wer hätte das gedacht - die Bewegung.
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Geh Du voran

„Geh Du voran“, sagt die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich“. - Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“, sagt der Körper zur Seele. (Ulrich Schaffer)
Dieses Zitat beschreibt sehr deutlich die unteilbare Zweiheit zwischen Körper und Geist. Denn genau so ist der Mensch definiert, als Individuum (lat. Unteilbares). Eine körperliche Erkrankung kann sehr wohl seelische Ursachen haben.

Wenn man als Mediziner allein auf der Organebene arbeitet, verfehlt man häufig die wirklichen Ursachen. Leider sieht man die Seele weder im Ultraschall noch auf dem Röntgenbild. Darum bleiben die wirklichen Zusammenhänge viel zu oft verborgen. Oder sie werden mit Psychopharmaka behandelt, die leichtfertig verschrieben werden, als wären sie von Haribo.
Charisma

Könnte man Charisma kaufen, so würden manche Menschen einen Haufen Geld dafür ausgeben. Aber Charisma kann man sich genau so wenig kaufen wie Liebe oder einen guten Charakter.
Charisma ist jedoch kein Charakterzug, sondern das Resultat einer unwiderstehlichen, überzeugenden, positiven Ausstrahlung. Menschen, die in sich ruhen, die ihrer eigenen Linie unbeeinflussbar treu bleiben und dabei den Mitmenschen emphatisch zugewandt sind - solche Individuen kommen dieser beneidenswerten Ausstrahlung am nächsten.
Da fallen uns natürlich sofort unsere Politiker ein: Olaf Scholz, Karl Lauterbach sowie die deutschen Außen- oder Verteidigungsministerinnen, die uns durch ihre charismatische Ausstrahlung sofort in ihren Bann ziehen.
Nur böse Zungen würden fragen, warum manche hohen Ämter von Menschen mit der Ausstrahlung eines Bermuda-Dreiecks bekleidet werden.
Überproportional viele charismatische Menschen findet man meiner Meinung nach in der Film- oder Musikbranche. George Clooney wäre so ein Beispiel, Robbie Williams, Julia Roberts - oder aus früheren Filmen Anthony Quinn, Romy Schneider oder Curd Jürgens.
Welche charismatischen Persönlichkeiten fallen Euch ein?
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Wie in Watte gepackt

Glück onduliert, sprich es verläuft in Wellenbewegungen (Latein: Unda, die Welle). Wer das ganze Glück der Welt gepachtet hätte, würde es irgendwann gar nicht mehr als Glück empfinden. Wir brauchen die Tiefen, um die Höhen überhaupt genießen zu können. Natürlich wünschen wir uns immer mehr Höhen als Tiefen.

Viele Ärzte verordnen heute bei Tiefphasen in meinen Augen viel zu schnell Psychopharmaka, z. B. um den Todesfall eines geliebten Menschen zu überwinden. Das gelingt mit Medikamenten aber nicht wirklich. Wenn man die Trauerarbeit nicht bewältigt, wird das Problem nur nach hinten verschoben.

Was viele nicht wissen: Psychopharmaka können die eigene Serotoninproduktion lähmen. Sie dämpfen die Emotionen in beide Richtungen. Sie puffern Höhen genauso ab wie die Tiefen. Meine Patienten berichten dann, Sie fühlten sich „wie in Watte gepackt“. Sie nehmen am eigenen Leben emotional weniger teil. Dabei sind es doch die Emotionen, die das Leben ausmachen oder?

Mein Bestreben liegt immer darin, den  Gehirnstoffwechsel auf natürliche Art und Weise zu optimieren.