Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Auf ein besseres Neues!

Ich wünsche all meinen treuen Lesern einen guten Rutsch und ein gesundes sowie glückliches neues Jahr. Möge 2022 besser werden! Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir weniger Angst in den Gehirnen der Menschen wünschen. Stattdessen mehr Vertrauen in die Natur und weniger blindes Vertrauen in die Technik. Wie wir alle wissen, hatten die vollmundigen Versprechungen, die viele nur allzu gern geglaubt haben, eine sehr kurze Halbwertszeit.

Eines dürfen wir nie vergessen: Gesundheit ist immer aktiv und nicht delegierbar. Darum möchte ich Euch auch im neuen Jahr mit vielen Tipps und motivierenden Denkanstößen zur Seite stehen.
Und noch etwas: Ich möchte mich bedanken für die unzähligen Kommentare, die Ihr das ganze Jahr über abgegeben habt. Diese waren zu 99.9 % konstruktiv, respektvoll und höflich. Das ist nicht die Regel, wenn man sich bei anderen Formaten umschaut. Darum ist das keine leere Hülse wenn ich sage: Ich habe das beste Publikum der Welt! Ich danke Euch von ganzem Herzen.
Wenn alles rund läuft

Solche Post lese ich gerne: „Für uns ist ein kleines Wunder geschehen, ich bin tatsächlich schwanger! Wir waren im Sommer bei Ihnen und haben uns einstellen lassen. Und Schwupps, es hat tatsächlich dieses Wunder bewirkt. Wir sind überglücklich!“

Wenn diese Menschen dann schon alles Mögliche hinter sich hatten, was die Reproduktionsmedizin zu bieten hat, freut mich so eine Nachricht besonders. Nach Optimierung des Stoffwechsels und aller natürlich ablaufenden Prozesse können wirklich „kleine Wunder“ geschehen. Und je größer die Blockade im Stoffwechsel war, desto größer ist das Wunder.

Dabei läuft es immer auf das Gleiche hinaus. Wenn nur eine einzige essenzielle Substanz zu wenig vorhanden ist, läuft der ganze Körper auf Sparflamme. Wenn man zu wenig Zink hat, kann man das nicht durch mehr Jod ersetzen. Einen Mangel an Aminosäuren kann man nicht durch mehr Kohlenhydrate wettmachen.

Durch die Messung kann man exakt die Schwachstellen aufdecken und dann gezielt auffüllen. Für mich ist es immer wieder faszinierend zu sehen, was diese unbeachteten essenziellen Substanzen alles in uns bewirken. Dann muss ich wieder an den „Kollegen“ denken, der mich letztes Jahr bei der Ärztekammer angezeigt hat, weil ich „mit völlig nutzlosen Substanzen wie Selen, Folsäure und B-Vitaminen arbeiten würde. Man sollte mir das Handwerk legen“.
Ich glaube, der eine oder andere Kollege war in der Biochemie-Vorlesung öfter einmal die Kreide holen…
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Esoterik und Exoterik
 
Das Wort Esoterik wird zurzeit gerne in einem Atemzug als „cruder Verschwörungstheorie“ und „Schwurbelei“ bezeichnet. Dabei beschreibt die Esoterik eigentlich nur den Weg nach Innen. Ganz im Gegensatz zur Exoterik, die sich mit der äußeren Welt beschäftigt. Exoterik beschert uns die Weltverbesserer, während uns die Esoterik im Idealfall bessere Menschen schenkt.

Was ist besser: Wenn ein Mensch, der mit sich selbst möglicherweise nicht im Reinen ist, sich anschickt, die Welt zu verbessern? Oder ein Mensch, der zunächst einmal anfängt, sich SELBST zu verbessern?

Meiner Meinung nach leben wir heute viel zu sehr im Außen. Und die schnelle neue Welt mit Medienüberflutung und Netflix lenkt uns ab von der ebenso wichtigen inneren Welt.
In meiner Jugend war ich auf langen Motorrad-Reisen viel alleine unterwegs. Die ersten Tage waren wie ein Sprung ins kalte Wasser. Doch schon bald war ich alleine, ohne dabei einsam zu sein. Dann wird so eine Reise in die weite Welt gleichzeitig auch zu einer Reise in die innere Welt. Damals gab es noch keine Ablenkung über Internet, Mobil-Telefon und Social Media. Und Navigation funktionierte nur über Land-Karte.

Exoterik neigt dazu, den Schmutz vor den Türen anderer zu sehen und dabei die eigenen Müllhalden zu übersehen. Wenn aber nur jeder vor der eigenen Tür kehrt, wäre doch bald überall gekehrt. Oder?
Peak Bone Mass

Als Peak Bone Mass (PBM) bezeichnet man die maximale Knochendichte, die ein Mensch in seinem Leben erreicht. Bei Frauen liegt das Alter der Peak Bone Mass bei Anfang 20 Jahren, bei Männern bei knapp 30 Jahren. Wenn dieser Zenit überschritten ist, nimmt die Knochendichte kontinuierlich ab. Ganz wichtig dabei sind 2 Punkte. Erstens: Wie hoch ist meine PBM bei meinem individuellen Maximum? Zweitens: Wie schnell baut sich mein Knochen danach ab? Ganz schlecht wäre es, schwach anzufangen und darauffolgend stark nachzulassen. Denn dann droht die Osteoporose. Wenn diese eintritt, ist der Zug also schon viel früher abgefahren.

Die Grundsubstanz des Knochens besteht aus Eiweiß. Dann erst kommen Kalzium und Phosphat. Meine Erfahrung zeigt, dass Kalzium im Blut sogar ansteigt, wenn der Knochen schwächer wird. Denn bei der Osteoporose wird Kalzium freigesetzt.

Für starke Knochen müssen wir zunächst auf einen hohen Eiweißspiegel im Blut achten, um die körpereigenen Aufbauprozesse zu unterstützen. Zusätzlich benötigen wir zwei Schlüsselreize für den Knochenaufbau: zum einen die Gravitation, der wir ja automatisch ausgesetzt sind. Bei Astronauten im Weltall findet jedoch fern der Schwerkraft zwangsläufig ein Knochenabbau statt. Der zweite Schlüsselreiz ist die Bewegung. Die Couch fördert keine stabile Knochen. 

Die von der Medizin gerne verordneten Biphosphonate scheinen laut mehreren Studie den Knochenaufbau langfristig eher zu stören als zu verbessern. Darum setze ich bei meinen Patienten auf einen hohen Eiweißspiegel im Blut und auf immer genügend Vitamin D3 und K2.
Der Natur den Steigbügel halten

Ein weiser Arzt sagte einmal: Die Zeit bis zur Heilung kann man sich auf die eine oder andere Art vertreiben. Gemeint ist in diesem Zusammenhang eher die Natur, die heilt – ganz egal, welche Therapieform der Arzt wählt. Darum dauert eine Grippe ohne Behandlung laut Volksmund 14 Tage, mit Arzt 2 Wochen.

Vielleicht muss man einen Tag älter sein, um den oft universitären Hochmut zurückzuschrauben, und die Leistung der Natur besser anzuerkennen. Bei meinen Behandlungskonzepten steht darum immer die Natur im Vordergrund. Nur wenn der Körper optimal mit allen essenziellen Substanzen versorgt ist, können die Selbstheilungskräfte auch wirklich effektiv arbeiten. Ich nenne das: Der Natur den Steigbügel halten.

Wenn das Immunsystem durch einen Mangel an Zink, Vitamin C oder D schwächelt, dann kann eine Grippe auch einmal 4 Wochen dauern.
Glückliche Beziehungen

Wenn Ehepaare langjährige Jubiläen feiern, kommt oft die Presse für ein Interview, und der Bürgermeister bringt Blumen. In diesem Zusammenhang wurde ein Ehepaar einmal gefragt, was denn Geheimnis ihrer langjährigen Ehe wäre. Sie antworteten: „Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man Dinge noch reparierte und nicht weggeworfen hat.“

Diese Aussage hat mich tief berührt - ist sie doch das genaue Gegenteil unserer heutigen Ex-und-Hopp Gesellschaft. Darum finde ich es auch immer so schön, wenn ältere Paare beim Spazieren gehen noch Händchen halten. Jüngere sieht man viel zu oft nebeneinander vertieft ins eigene Smart Phone schauen. Dabei ist beiderseitige Achtsamkeit und Empathie die wichtigste Grundlage für ein glückliches Miteinander.

Auf früheren Reisen war ich oft alleine unterwegs und hätte besonders schöne Momente wie einen Sonnenuntergang in Big Sur, Kalifornien, gerne gemeinsam mit einem Herzensmenschen genossen. Darum weiß ich heute - so kitschig, wie es sich auch anhört: Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein doppelt schönes Wochenende. Habt Euch lieb und seid nett zueinander. 😉
Contre Coeur

Wir alle kennen das Gesetz der Resonanz. Wenn man den Fokus auf all das legt, was in der aktuellen Situation zugegebenermaßen schlecht läuft, reduziert sich zwangsläufig der Blick auf das Positive. Mit persönlichen Folgen. Denn wenn man sich zu lange gegen das anstemmt, was der inneren Überzeugung widerspricht, wird das eigene Herz eng. Darum hab mich dafür entschieden, mich gedanklich viel weniger mit der aktuellen Situation zu beschäftigen. Dazu ist schon alles gesagt und es bröckelt ohnehin an allen Ecken und Enden. Von daher kann ich Allen Hoffnung machen, die sich zu nichts zwingen lassen möchten.

Auf meinen Reisen habe ich immer besonders schöne Momente als „Magic Moments“ so realistisch wie möglich abgespeichert, um sie später im täglichen, -manchmal grauen Leben wieder zu reaktivieren. Das ist ein Trick aus der Psychologie: Man muss diese Situation gar nicht real erleben. Es genügt die plastische Vorstellung, um das ganze Mindset zu verbessern. Denn allein die Vorstellung kann zu körperlichen Veränderungen führen. Also nicht nur im Gehirn. (Männer wissen das 😉)

Im heutigen Bild seht Ihr einen meiner Magic Moments: Der Blick in den afrikanischen Busch. In dieser Lodge „Elsas´Kopje“ wohnte die  britisch -österreichische Naturforscherin und Autorin Joy Adamson mit ihrer zahmen Löwin Elsa.
Muhammad Ali

Vorgestern hätte Muhammad Ali, den ich noch als Cassius Clay kennengelernt habe, seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert. Ich bin immer fasziniert von großen Sportlern. Vor allem, wenn sie nie ihre Bodenhaftung und Menschlichkeit verloren haben. Ali war natürlich bekannt für seine große Klappe. Aber ebenso für sein übergroßes Herz.

Er sagte einmal: „Ich mag es nicht, wenn Menschen, mit denen ich im Restaurant sitze, die Mitarbeiter schlecht behandeln. Denn das würden sie auch mit mir machen, wenn ich dieser Position wäre.“ - Das unterschied ihn von so manchen neureichen Schnöseln heute, die glauben sich selbst erhöhen zu können, indem sie andere erniedrigen.

Ein anderes seiner Zitate: „Mein Reichtum liegt in meiner Kenntnis von Selbst, Liebe und Spiritualität.“
Graceful Degradation

Als Graceful Degradation bezeichnet man in der Medizin den schleichenden Abbau von Funktionen, den man gnädiger Weise selbst lange Zeit gar nicht spürt. So kann zum Beispiel die Gehirnfunktion schon um 70 % eingeschränkt sein, während die Fassade noch erstaunlich lange erhalten bleibt. Dann allerdings, wenn diese 70 % überschritten sind, macht sich der Verfall rapide bemerkbar. Ein Beispiel war der Entertainer Harald Juhnke, der jahrzehntelang seine Gehirnzellen Rausch um Rausch dezimierte. In Interviews konnte er aber lange Zeit noch die richtigen Schubladen ziehen und scheinbar individuelle Antworten geben, bis die Demenz ihn einholte.

Das Gleiche gilt für unsere (Herzkranz-) Gefäße, bei denen der Infarkt erst bei 70 % Verkalkung droht. Selbst das Burn-out-Syndrom hat einen langen Vorlauf, bei dem der Energie-Kannibalismus verdeckt bleibt.

Die Kunst der Prävention liegt darin, diese fatalen Prozesse früh zu erkennen und dem Patienten - freundlich, aber bestimmt - einen „Schubs“ in die richtige Richtung zu geben. Die frohe Botschaft: Viele Abbauprozesse lassen sich nicht nur verhindern, sondern sogar rückgängig machen!
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Multiresistente Keime

Wenn Krankheiten keine PR bekommen, drohen sie in der Informationsvielfalt unterzugehen. Dabei gehören Antibiotika-Resistenzen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Laut einer Studie aus „The Lancet“ starben 2019 rund 1,27 Millionen Menschen direkt an einer Infektion mit einem multiresistenten Keim. Wenn man die Diskussion um das berühmte „an und mit“ erweitert, sind das sogar knapp 5 Millionen pro Jahr.

Um die Zahlen etwas einzuordnen: Weltweit starben 2020 an HIV ca. 680 000 Menschen, an Malaria 630 000 und an C* rund 1.9 Millionen Menschen.
Ursache für diese resistenten Keime sind die viel zu oft eingesetzten Antibiotika, besonders bei viralen Erkrankungen. Viren sprechen grundsätzlich nicht auf Antibiotika an. Was viele nicht wissen: in der konventionellen Tierzucht werden mehr Antibiotika „verordnet“ als in allen Krankenhäusern. Denn Tiere neigen zu Seuchen, wenn sie zu eng und in zu großer Anzahl gehalten werden. Darum bekommt das geschundene Vieh Antibiotika gleich mit dem Futter zugeführt. Das Resultat sind genau diese multirestenten Keime.

Fazit: Nicht bei jedem Schnupfen zum Arzt rennen und Antibiotika nur ganz gezielt einsetzen. Beim Einkauf lieber einmal auf Fleisch verzichten, zumindest auf Fleisch und Geflügel aus der Massentierhaltung.
Mitochondrien

Könnte man sich Mitochondrien zu Weihnachten wünschen, stünden sie auf jedem Wunschzettel bestimmt ganz oben. Mitochondrien sind die Kraftwerke in unseren Körperzellen, in denen Energie und Lebenskraft erzeugt werden. Viele Mitochondrien – viel Energie.
Mitochondrien können sich innerhalb der Zellen vermehren oder aber auch abgebaut werden. Ob man nun über 2000 oder nur 1000 Mitochondrien pro Körperzelle verfügt, das ist subjektiv und objektiv deutlich spürbar. Der Sportler misst das objektiv mit der Stoppuhr. Für Normalbürger ist der Mangel an Mitochondrien subjektiv als unerklärliche „Handbremse“ im täglichen Leben spürbar. Müdigkeit, mangelnde Leistungsbereitschaft, schnelle Erschöpfung.

Erhöhter Blutzucker, Übergewicht und kohlenhydratlastige Ernährung können Mitochondrien nicht nur abbauen, sondern die Verbliebenen auch schädigen (Mitochondriopathie) und damit die Energieversorgung in den Zellen schwächen. 
Was viele nicht wissen: Limitierender Faktor für die Bildung von Mitochondrien ist der Magnesium-Spiegel im Blut bzw. in der Zelle. Wer viel schwitzt und /oder unter Stress leidet, verbraucht vermehrt Magnesium. Bei einer Blutuntersuchung sollte Magnesium darum nie fehlen. Wer nicht im oberen Normbereich liegt, sollte Magnesium unbedingt auffüllen.

Zweiter Schlüsselreiz für die Bildung neuer Mitochondrien ist, – wer hätte das gedacht - die Bewegung.
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