Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Engpass-Konzentrierte-Strategie

Wäre Politik vernunftbasiert, würde sie sich an der aus der Betriebswirtschaft bekannten Engpass-Kontenzentrierten-Strategie (EKS) orientieren. Engpass in der Krise sind die Intensivbetten. Da sind sich wohl alle einig. Und was macht man? Der Flaschenhals wird verengt, in dem man in der `schlimmsten Pandemie aller Zeiten´ tausende Intensivbetten abbaut. Und man lässt zu, dass das schon in früheren Grippezeiten hoffnungslos überlastete Intensivpersonal scharenweise in andere Berufe flüchtet. Stattdessen werden hunderte Milliarden in die Pandemiebekämpfung gesteckt, während der Engpass weiter verschärft wird. Wenn wir nicht so sicher wären, dass unsere hellsten Köpfe bei der Krisen-Bewältigung am Start sind, könnte man glauben, dass wir von Dummköpfen regiert werden. Oder die Agenda ist eine andere.

Gefördert wird nicht das, was das Intensivpersonal im Beruf halten würde. Stattdessen erhöht man die Frequenz bei den Stichen, die längt nicht das halten, was uns der „Impfheld“ Ugur Sahin und Konsorten anfangs vollmundig versprochen hatten. Zur Erinnerung: 92 % Wirksamkeit bei steriler Immunität.
Wenn man nun den Bock zum Gärtner macht und den BioNTech Chef zur Vorgehensweise bei der Omikron-Variante befragt, was wird er sagen? – Sein Rat: die Booster-Impfung müsse bereits nach 3 Monaten erfolgen.

Zeitgleich warnen unsere Politiker vor den sozialen Netzwerken. Denn dort würden Rechtsradikale mit utopischen Ideen wie einer drohenden Impfpflicht die Bevölkerung aufwiegeln. Bis die Verschwörungs-Theorien dann wahr werden. Dann bedeutet Impfzwang plötzlich Freiheit.
Ob es bei der Intelligenz auch einen Engpass gibt?

Mehr dazu: 
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/corona-impfheld-ugur-sahin-in-bild-geimpfte-sind-nicht-mehr-ansteckend-75557532.bild.html
Energie-Kannibalismus

In einem früheren Post habe ich schon einmal von der letzten Reise der Lachse berichtet. Zum Ablaichen schwimmen die Lachse bekanntlich aus dem Ozean zurück in die Flüsse. Sie kämpfen dabei ständig gegen Strom, überwinden Stromschnellen und sogar Wasserfälle. Diese Bilder kennen wir alle. Angefeuert werden die Fische dabei durch das Stress-Hormon Cortisol. Das ist das stärkste abbauende Hormon, auch bei uns Menschen. Es macht diese immense Leistung erst möglich, indem es dem Körper sämtliche Energiereserven zur Verfügung stellt. Dazu wird sogar wertvolles Eiweiß wie Muskelmasse und das Immunsystem geopfert und dem Körper als Energie zur Verfügung gestellt. Darum nennt man diesen durch das Cortisol induzierten Stress-Stoffwechsel „Energie-Kannibalismus“. Unmittelbar nach dem Ablaichen stirbt dann der total erschöpfte Lachs. Kein Einziger erreicht lebendig wieder den Ozean.

An diesem Energie-Kannibalismus leiden unbemerkt viele von uns. Vor allem wenn man nicht bequem mit, sondern gegen den Mainstream schwimmt. Emotionaler Stress, gepaart mit mangelnder Regeneration wie Schlafstörungen führt dazu, dass viele Menschen bereits unbemerkt in die Abwärtsspirale des Burnout eingefädelt haben. Merke: Burnout ist ein Prozess, kein Zustand.

Bei meinen Patienten messe ich im Vergleich deutlich höhere Cortisol-Spiegel als noch vor 2 Jahren. Anscheinend nimmt diese Situation die Menschen doch mehr mit, als wir glauben. Die Kunst besteht dann darin, diese Abwärtsspirale in eine Aufwärtsspirale zu verwandeln. Darum ist Entspannung, Meditation, Bewegung und eiweißreiche Ernährung in dieser Zeit wichtig wie nie.
Perpetuum Mobile
Das Perpetuum Mobile ist das utopische Konzept einer Maschine, die ganz ohne Energiezufuhr ewig läuft. In der Physik gibt es so etwas nicht. In der der weniger wissenschaftlichen Medizin schon. Physik ist unbestechlich. Da zählen Messwerte. In der Medizin ist das anders. Da zählt auch die Angst. Und genau diese befeuert, nicht zuletzt durch die freundliche Unterstützung der Medien, das pharmazeutische Perpetuum Mobile.

Ich muss meine Kristallkugel nicht lange polieren, um zu wissen, dass Omikron nicht die letzte Mutante bleiben wird. Denn je schneller wir die Stichfrequenz erhöhen, umso mehr Immunflucht bzw. Escape-Varianten werden wir erzeugen.

Ich wiederhole mich mit meiner These, dass der Mensch die Natur immer schlechter macht, je öfter er eingreift. Nun werden Kinder ab 4 Jahren geimpft, die völlig ohne Individual-Nutzen die Immunflucht des Virus befeuern werden. Der Motor ist die in den Eltern erzeugte Angst. Der Irrglaube, die Natur dadurch beherrschen zu können.

Je älter ich werde, desto demütiger lerne ich von der Natur. Die braucht uns nämlich nicht. In weiten Teilen Afrikas, wo Natur eine größere Rolle und die Medien eine kleinere Rolle spielen, nimmt man kaum Notiz von unserer Hysterie. Dort liegt die Impfquote bei 2 Prozent. Diesen Menschen ist auch ziemlich egal, wie die nächste Variante heißen wird. Genau wie den entspannten Menschen hier, die an das eigene Immunsystem glauben. Die immunrelevanten Nährstoffe wie Vitamin C und Zink, Vitamin D und Selen sowie die Omega-3-Fettsäuren stärken meinen ganz persönlichen Glauben.
Man sieht nur mit dem Herzen gut

An Tagen wie diesen, mit einer in der jüngeren Vergangenheit nie da gewesenen Spaltung der Gesellschaft, möchte ich an die Weisheit des Kleinen Prinzen des berühmten Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry erinnern. Wir alle kennen dieses Kinderbuch, welches eigentlich die Erwachsenen lehrt, dem Leben mit Liebe zu begegnen.
„Du siehst nur mit dem Herzen gut“, sagte der Kleine Prinz. „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Bei vielen unserer Mitmenschen ist das Herz in den letzten Monaten blind geworden. Eine einzige Frage, – zur der in meinen Augen jeder stehen darf, wie er möchte, – lässt die Fronten verhärten. Wir dürfen aber nicht zulassen, dass verschiedene Sichtweisen unsere Herzen versteinern. Es gibt nie DIE einzig wahre Meinung, weder persönlich und erst recht nicht wissenschaftlich. Das wird derzeit nur so dargestellt mit einer Autorität und Zensur, die noch vor 2 Jahren niemand für möglich gehalten hätte.

Darum bin ich meinem Ärztekammer-Präsidenten auch nicht böse, wenn er in einem Rundschreiben allen Ärzten mitteilt, wie sie zu denken haben. Und natürlich bei Verstößen sogleich mit Disziplinar-Maßnahmen droht. Man könnte das als diktatorisch bezeichnen. Doch was würde der Kleine Prinz mit ihm machen? Würde er ihn vielleicht einfach einmal in den Arm nehmen, drücken und ihm leise ins Ohr flüstern, dass er nicht ganz so wichtig ist, wie er sich nimmt?

Wir müssen milde sein und dürfen nicht zulassen, das andersdenkende Menschen Unverständnis, Schmerz oder Hass in uns hervorrufen und damit unseren inneren Frieden stören.
Ihr müsst tiefer graben!

Eine schnelle Umsetzung der alle beglückenden Impfpflicht in Deutschland könnte dauern. Das wird gar nicht am Grundgesetz oder anderen juristischen Gründen scheitern. Denn die Gerichte zeigen sich derzeit erstaunlich flexibel. Es scheitert an der Organisation. Im Gegensatz zu Österreich besteht in Deutschland kein Impfregister. Und bis dieses steht, werden die Berliner wohl eher einen Flughafen bauen. Die Mitarbeiter der Gesundheitsämter sind ohnehin hoffnungslos überlastet. Und möglicherweise befinden sie sich mit ihren Faxgeräten noch immer im ausgehenden letzten Jahrtausend.

Währenddessen erhöht man die Frequenz der Beglückung. Und wenn diese gar nicht so glücklich macht wie erwartet, kann nur mehr vom Gleichen helfen.

Das erinnert mich  an einen alten Witz aus der DDR. Walter Ulbricht beobachtet zwei Volkspolizisten, die vor dem Staatsratsgebäude einen Fahnenmast eingraben. Als anschließend Erde übrig bleibt, graben sie ein zweites Loch, um die Erde darin unterzubringen. Und wieder bleibt Erde übrig. Daraufhin öffnet Ulbricht das Fenster und ruft den Vopos zu: „Ihr müsst tiefer graben!“
Ähnlichkeiten mit derzeit laufen Aktionen wären rein zufällig.
Wie viel James Bond steckt in Karl Lauterbach?

Der neue deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt getreu seinem Lebensmotto “moneo, ergo sum“ (Ich warne, also bin ich) vor einer massiven 5. Welle. Ohne wirklich belastbare Daten halte diese Aussage für menschlich fragwürdig. Als Arzt, der er vorgibt zu sein, verwerflich. Und für einen Politiker verantwortungslos.

„Angst essen Seele auf“, so lautete das Melodram des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder. Und Angst frisst sich buchstäblich durch das Gehirn, da über erhöhte Spiegel des Stresshormons Cortisol Synapsen im Gehirn zerstört werden. Zusammengefasst: Angst macht weder glücklicher, noch intelligenter, noch fördert sie unser rationales Denken.

Aus menschlicher und ärztlicher Sicht macht es mich fassungslos, wie man das Volk rein vorsorglich immer wieder in Angst und Schrecken versetzt. Kann man dadurch wirklich die Welt retten? Ich persönlich glaube, dass ziemlich wenig James Bond in Karl Lauterbach steckt. Dafür hat er mit seinen Warnungen viel zu oft danebengelegen. 

Diese redundante Angsterzeugung auf allen Kanälen rund um die Uhr hat in den Gehirnen vieler zuvor vernunftbegabter Menschen schwere Schäden hinterlassen. Der ständige Appell an das Angstzentrum hat sie zu perfekten Untertanen degradiert. Die nicht mehr fragen, warum. Sondern nur, wie oft.

Könnte man nicht auch einmal kommunizieren, dass eine neue Variante wie Omikron, die angeblich viel ansteckender ist, dann meistens weniger gefährlich sein wird? Viren können nämlich bei ihren Mutationen meistens nicht beides gleichzeitig: ansteckender und auch gefährlicher werden.
Das wäre doch einmal ein Wort zum Sonntag!
Trauer und Freude

Am Wochenende erreichte mich die traurige Nachricht, dass eine meiner Lieblingspatientinnen verstorben ist. Das ist auf der einen Seite traurig. Andererseits aber auch wieder weniger traurig, wenn man die Vorgeschichte kennt. Die ältere Dame kam vor gut 6 Jahren ziemlich aufgelöst in meine Praxis. Unmittelbar zuvor hatte man ihr im örtlichen Krankenhaus geraten, sich möglichst schnell um eine Pflegekraft für ihren Mann zu bemühen, da sie Weihnachten wohl nicht mehr erleben würde. – Wie ich diese Aussagen mancher Kollegen hasse. Diese haben ihren Beruf verfehlt und wären wohl besser Maschinenbau-Ingenieur geworden.

Mit unserem gemeinsamen Therapiekonzept überlebte die Patientin nicht nur das Weihnachten vor 6 Jahren, sondern hatte weitere aktive Jahre. Vor 2 Jahren sagte sie mir, dass sie gar nicht darüber nachdenkt, ob sie das kommende Weihnachtsfest vielleicht nicht mehr erleben könnte.

Natürlich ist jedes Leben endlich, besonders bei einer bestehenden Grunderkrankung. Bei aller Freude über die gewonnene Zeit trauere ich um eine höchst patente, liebenswerte, naturverbundene, bodenständige Patientin. Sie trug den gleichen Vornamen wie meine Mutter.
Im Tal der Ahnungslosen

„Tal der Ahnungslosen“ war ein sarkastischer Begriff in der alten DDR. In manchen Regionen wie dem Elbkessel rund um Dresden konnte man aus geografischen Gründen kein (verbotenes) West-Fernsehen und UKW-Rundfunk empfangen. Die Bewohner wurden ausschließlich über die zensierten Staatsmedien informiert. Daher konnte man diesen Menschen leichter ein „X“ für ein „U“ vormachen.

Das Tal der Ahnungslosen hat sich in den letzten Monaten extrem vergrößert. In den Staatsmedien läuft rund um die Uhr eine in meinen Augen unerträgliche Beeinflussung, Meinungsmache, Framing und Diffamierung Andersdenkender, die nur sehr unbedarften Menschen nicht auffällt.

Abseits von unseren Qualitätsmedien gibt es mehrere Hinweise darauf, dass Omikron sich zwar schneller vermehrt, aber wahrscheinlich weniger pathogen ist. Den zweiten Teil des Satzes hört man aber nicht im Elbkessel. Forscher der Universität Hongkong haben Hinweise darauf, dass sich die neue Mutante im Lungengewebe zehnmal langsamer reproduziert als frühere Varianten. Auf einen viel schwächeren Verlauf weist ebenfalls die Ärztin hin, die Omikron als Erste in Südafrika entdeckt hat.

Wenn sich diese Hinweise bei nüchterner Betrachtung erhärten, wäre dies die beste Möglichkeit, die ganze Infektionswelle für immer auslaufen zu lassen. Dazu müsste man aber zulassen, dass sich alle gesunden, immunstarken Menschen infizieren. Zur Erinnerung: Im bestens nachuntersuchten europäischen Ground Zero der Epidemie hatte 85 % der Bevölkerung von Ischgl nichts bis wenig von der eigenen Infektion bemerkt.

Leider wird die Tendenz weiter in die andere Richtung gehen. Denn der nächste Lockdown steht bereits vor der Tür. Das passiert, wenn Menschen, welche die Natur nicht begriffen, trotzdem in deren Prozesse eingreifen. Hier sollte jeder selbst entscheiden, inwieweit die bisherigen Intervention genutzt haben. Dazu müsste man aber die Komfortzone verlassen und sich umfassender informieren.
Einkaufszettel für Weihnachten

Wenn man die aktuellen Studien durchforstet, erkennt man sowohl bei der Infektionshäufigkeit als auch der Schwere einen roten Faden: Je höher der Kohlenhydrat-bzw. der Zuckerkonsum in der Ernährung ist bzw. war, desto anfälliger ist der Mensch. Umgekehrt schützt mehr Eiweiß vor Infektionen.

Merke: das Immunstem ist zwingend vom Eiweiß abhängig. Nicht von Kohlenhydraten. Denn nur aus den Aminosäuren kann der Körper die ganzen Abwehrzellen bilden. Darum werde ich nicht müde meine Patienten daran zu erinnern, dass der Eiweißspiegel im Blut immer in den oberen Normbereich gehört. Das gelingt erfahrungsgemäß nicht, wenn man sich an den Kohlenhydraten satt isst. Diese sind nämlich im Gegensatz zum Eiweiß nicht essenziell. Meine Auffassung entspricht hier wie so oft nicht der Lehrmeinung, ist aber in den Lehrbüchern der Biochemie nachzulesen.

Und Eiweiß bewirkt noch etwas: die Aminosäure Glycin trägt dazu bei, unseren Schleimhautfilm z.B. im Rachen so zu „imprägnieren“, dass ein Virus diese natürliche Barriere schlechter durchdringen kann. Förderlich sind hier zusätzlich Zink, Vitamin C und D. Also all das, wozu uns unser Gesundheitsminister ständig rät. (Das war natürlich ein Scherz.) In meinen Augen wird das Pferd hier politisch von hinten aufgezäumt. Aber wir sind ja gewohnt, eher das Symptom, und nicht die Ursache zu behandeln.

Auf dem Einkaufszettel für Weihnachten sollten also viele eiweißreiche Lebensmittel stehen, die mit gutem Gewissen gegessen werden können. Bei den Plätzchen sollte man zweimal überlegen, bevor man eins isst.

Mehr dazu:
https://pubag.nal.usda.gov/catalog/7203941
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In der Medizin wird die Existenz eines sogenannten Adipostaten diskutiert. Dieses hypothetisch vorhandene Zentrum soll dem Körper über Feedback Mechanismen mitteilen, wann es mit der Kalorienaufnahme genug ist.
In den satten Fettzellen wird das Hormon Leptin (griechisch leptos: schlank, mager) gebildet und ausgeschüttet, welches folgend im Gehirn das Sättigungsgefühl auslöst und die Nahrungszufuhr stoppt. Soweit die Theorie.

Insider wissen, dass das Sättigungshormon Leptin aus 167 Aminosäuren gebildet wird. Wenn allerdings zu wenig Aminosäuren (sprich Eiweiß) zur Verfügung stehen, wird kaum ein Sättigungsgefühl vermittelt. Das bedeutet, über die Kohlenhydratmast kann der Körper praktisch unbegrenzt weiter zunehmen, bis man im Extremfall gar nicht mehr durch die eigene Haustür passt. Wir kennen diese meist amerikanischen Bilder, wenn Menschen mit dem Kran aus ihrer Wohnung geborgen werden müssen. Durch Kohlenhydrate versagt der Adipostat.

Eiweiß vermittelt viel schneller und effektiver das Sättigungsgefühl als Kohlenhydrate. Zudem fördert es gemeinsam mit Jod und Selen die Bildung des Schilddrüsenhormons Thyroxins und das Glukagons. Thyroxin stellt den „Zündfunken“ für die Fettverbrennung dar, welche das Glukagon anfeuert.
Warum man ausgerechnet über den Feiertagen auf solche Gedanken kommt? 😉
Endorphine

Sir David Livingstone, der berühmte Afrikaforscher und Entdecker der Victoria-Wasserfälle, wurde einmal auf einer seiner Reisen von einem Löwen angefallen. In letzter Sekunde konnten ihn seine Mitreisenden retten. Befragt nach seiner Todesangst in dieser Situation antwortete Livingstone später ganz ruhig: Er hätte die Situation „wie von außen“ beziehungsweise wie ein neutraler Beobachter der Szene völlig emotionslos gesehen.

Grund für diese nüchterne Betrachtungsweise in größter Not sind Endorphine, die genau dann ausgeschüttet werden, wenn es „eng wird“. Quasi wie ein Rettungsanker der Natur. Selbst wenn seine Kollegen ihn nicht gerettet hätten, wäre Livingstone ziemlich sanft in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen: Nach einem Autounfall mit skalpierender Kopfverletzung fielen die Beistehenden in Ohnmacht, während ich selbst habe gar nichts davon gespürt habe. Drogen wie Kokain können nur deswegen bei uns wirken, weil wir von der Natur mit Rezeptoren für dieses körpereigene Kokain, sprich Endorphin, ausgestattet sind.

Das Schöne im Leben ist, dass die Endorphine auch unbeschreibliche Glücksgefühle auslösen können - wenn es gerade keine negative Situation zu kompensieren gibt.  Das „Runner´s High“ wäre so ein Zustand, wenn durch Anstrengung körpereigene Endorphine freigesetzt werden.

Jetzt dürfen wir dreimal raten, woraus dieser Glücksbote Endorphin gebildet wird? Richtig: wir können genauso viel (oder wenig) Endorphin produzieren, wie Eiweiß zur Verfügung steht.
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