Dr. Michael Spitzbart
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Medizinjournalist, Arzt, Autor, Speaker
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Ein Schlag mit dem Hammer

Kennt ihr die folgende Geschichte? In der Fabrik funktionierte eine Fertigungsmaschine nicht mehr und legte dadurch die ganze Produktion lahm. Alle Maschinenbau-Ingenieure waren mit ihrem Latein am Ende und wussten keinen Ausweg. Da erinnerte man sich an einen alten Meister, der schon lange im Ruhestand war. Also wurde er um Rat gefragt. Er kam, sah sich die Maschine genau an, nahm einen Hammer und gab an einer bestimmten Stelle einen gezielten Hammerschlag ab. Sofort ratterte die Maschine wieder wie am Schnürchen. Die Geschäftsleitung war voll des Lobes, wunderte sich aber über die Rechnung des Meisters über 101 Euro. Der Meister sagte: „Der eine Euro ist für den Schlag mit dem Hammer. Die 100 Euro für das Wissen an welcher Stelle.“

In Analogie dazu kam heute ein junger Patient zur Kontrolle, voll des Lobes. Ursprünglich kam er nach einem 2-jährigen Ärzte-Marathon zu mir und, wie er sagte, ohne viel Hoffnung. Denn die Gesundheits-Ingenieure hatten ja bisher auch nicht helfen können.

Jetzt bei der Kontrolle sagte er, es ginge ihm wieder „unfassbar gut!“. So etwas ist Musik in meinen Ohren. Ich weiß natürlich nicht, wo genau ich ihn mit meinem Therapie-Hammer erwischt habe. Aber so etwas passiert, wenn man sich um die essenziellen Substanzen kümmert, welche die normale Medizin leider ausblendet. Essenziell heißt ja nicht umsonst lebensnotwendig.
Etwas Stress ist gesund!

Unser Gehirn liebt Herausforderungen. Besonders solche, die es gerade noch meistern kann. Denn dadurch lernt das Gehirn, die nächste Herausforderung leichter zu meistern. Unser Gehirn wächst an seinen Aufgaben. Darum ist ein gewisses Maß an Stress durchaus gut.

Das gilt auch für Kinder. Unser Nachwuchs wird nämlich nicht zur Selbstständigkeit erzogen, indem man ihm möglichst viel abnimmt. Fördern ist immer gut. Nur sollte man dabei das Fordern nicht ganz vergessen. Das übersehen Eltern heute leider viel zu oft. Viele Kinder kennen das Wort „Nein“ nicht mehr. Auch ein konsequent durchgesetztes „Nein“ kann ein Zeichen von Liebe sein. Das formt den Charakter und übt die Frustrationstoleranz. Meine Eltern (Gott hab sie selig) haben mir früher oft die Spur eingestellt, und mir meine Leitplanken aufgezeigt. Damals habe ich das natürlich nicht eingesehen. Heute bin ich ihnen dankbar dafür.

Zu viel Stress ist jedoch kontraproduktiv. Denn dadurch steigt das Stresshormon Cortisol im Blut an. Cortisol ist nicht nur das stärkste abbauende Hormon im Körper. Es zerstört Synapsen im Gehirn, lähmt das Gedächtnis und das Konzentrationsvermögen.

Die besten Stress-Killer sind leichte Ausdauerbewegung und Meditation. Besonders wenn man glaubt keine Zeit dafür zu haben, ist es am wichtigsten. Getreu dem Motto: Wenn du es eilig hast, gehe langsam.

Auch die Aminosäure Arginin baut in höherer Dosierung das Cortisol ab. Umgekehrt messe ich bei meinen Patienten häufig einen erhöhten Bedarf an Arginin, wenn das Stresshormon schon länger erhöht war.
Unerfüllbare Wünsche
Vor einigen Jahren fragte ich den damals 8-jährigen Sohn einer Krebspatientin, was er sich denn zu Weihnachten wünsche? Er sagte, er hätte eigentlich nur den einen Wunsch, dass seine Mama wieder gesund würde. Und fügte gleich hinzu: „Aber ich weiß, dass man sich nicht alles wünschen kann.“ Leider hat seine Mutter dieses Weihnachten nicht überlebt.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, dass sich die ganzen Gräben, die in unserer Gesellschaft entstanden sind, wieder schließen. Aber auch hier weiß ich, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen wird. Diese Gesellschaft wird anschließend nicht mehr die gleiche sein. Statt dessen werden mit jeder Nachrichtensendung die Gräben tiefer. Geschickt wird der Volkszorn auf die Ungeimpften gerichtet. Diejenigen, die den Wirkstoff nicht erhalten haben sind nun schuld daran, dass der Wirkstoff bei denen, die ihn erhalten haben, nicht so gut wirkt wie versprochen. Keine Rede vom Staatsversagen, falschen Versprechungen, von tausenden abgebauten Intensiv-Betten und schlecht bezahlten Pflegekräften. Diese waren auch schon früher bei jeder Grippe-Welle hoffnungslos überlastet.

 
Angeschlagene Boxer

Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten. Das ist eine alte Sportler-Weisheit. Das könnte auch für Viren gelten. Denn wenn das Virus durch die Maßnahmen nicht aus-, sondern nur angeknockt wird, entwickelt es ungeahnte Kräfte und Varianten. Nicht zugelassene Wissenschaftler haben ja wiederholt vor einer Immunflucht und Escape-Varianten gewarnt, wenn in eine Welle hinein geimpft wird. Und das gilt besonders dann, wenn der Impfstoff den Varianten deutlich hinterherhinkt. Wenn man die aktuelle Entwicklung betrachtet, ist dieser Gedanke vielleicht gar nicht so abwegig.

Ganz vorsichtig darf ich hier erwähnen, dass Omikron nicht die letzte Mutation bleiben wird. Wenn man es nicht sehr viel besser wüsste, könnte man glauben, dass wir durch unsere Maßnahmen versuchen, das Feuer mit Benzin zu löschen.

In den 70er Jahren haben wir sehr viel Geld dafür ausgegeben, unsere natürlichen Flussläufe als geometrisch korrekte Ströme zu begradigen. Das hat nicht nur unzählige Biotope zerstört, sondern vom Menschen herbeigeführte Hochwasser-Katastrophen verursacht. Nun gibt man wieder viel Geld aus, um die Flussläufe zu renaturieren.

Vielleicht muss man einen Tag älter sein, um zu verstehen, dass der Mensch die Natur zwar verändern, aber nicht verbessern kann. Unser über Millionen Jahre gewachsenes Immunsystem wird immer besser sein, und darf nicht gutgläubig an die Pharmaindustrie verkauft werden. Meine persönliche Meinung als Mensch (und nicht als Arzt, liebe Ärztekammer): Schutz der Alten und Kranken wäre ausreichend. Impfung der Kinder ist eindeutig der falsche Weg. Statt steriler Immunität erzeugen wir nur angeschlagene Boxer.
Verengter Meinungskorridor

„Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun, und trotzdem andere Ergebnisse zu erwarten“. Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben. Treffender kann man die heutige Zeit kaum beschreiben.

Besonders, wenn man seine Information nicht nur aus dem Staatsfunk bezieht, kommen Zweifel an der alleinigen Richtigkeit der getroffenen Maßnahmen auf. Im Gegenteil wird alles, was nicht in den verengten offiziellen Meinungskorridor passt, sanktioniert.

Wenn das Vertrauen in die geforderten Maßnahmen bei einem Teil der Bevölkerung noch nicht da ist, kann dies in Österreich ab Februar mit 3600 bis 7200 Euro Strafzahlung gefördert werden. Deutschland wird mit Sicherheit nachziehen.
Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus.

Länder wie Mexiko oder Japan haben Erfahrungen mit anderen Mitteln in der medikamentösen Therapie gesammelt. Japan hat diese „off-label“ Verordnung zwar nicht offiziell erlaubt, aber zumindest geduldet. Wen es interessiert, kann sich ja einmal bei „Our World in Data“ die Kurve für Japan ab dem 8. August 2021 ansehen, als das bei uns verteufelte Mittel erstmals eingesetzt wurde. Aktuell ist die Infektionsrate in Japan so niedrig, dass man sogar vom „Wunder von Japan“ spricht. In Österreich stellt die Ärztekammer diese Verordnung unter Strafe und hält Patienten an Ärzte zu melden, die dagegen verstoßen.

Sicherlich hat niemand die allein selig machende Therapie. Das gilt aber für BEIDE Seiten. Der Tellerrand ist sehr übersichtlich geworden, und außen rum wird zurzeit viel Stacheldraht gewickelt.

P.S.: Ich habe heute bestimmte Schlüsselbegriffe bewusst vermieden, um zu sehen, ob die Leseroboter trotzdem anspringen…
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Wie wichtig sind Antikörper?

Mein Lieblings-Journalist Boris Reitschuster hat auf der Bundespressekonferenz mehrfach nachgefragt, ob es Zahlen darüber gäbe, wie häufig sich Genesene erneut mit dem C-Virus infizieren und auf den Intensivstationen landen. Meines Wissens sind da bis heute keine Zahlen geliefert worden. Dass „Impfdurchbrüche“ das Gesundheitssystem belasten, kann nicht mehr geleugnet werden. „Immundurchbrüche“ sind dagegen kaum bekannt.

Mein erster Lehrer ist immer die Natur. Danach kommt meine Frau, und erst nach einer ganzen Weile die Pharmaindustrie. Nicht dass alles schlecht wäre, was diese herstellt. So bin ich froh und dankbar, bei einer schweren bakteriellen Lungenentzündung ein wirksames Antibiotikum verordnen zu können.

Mir missfällt jedoch der Gedanke, dass erworbene Immunität nach durchgemachter Erkrankung keinen sicheren Schutz darstellen soll. Dass genesene Patienten trotzdem zusätzlich noch den pharmazeutischen Schutz benötigen. Im Gegenteil weisen die verantwortlichen Politiker darauf hin, dass es falsch sei, bei Genesenen vor der Impfung die Antikörper zu bestimmen. Zu dünn sei die Datenlage über die Immunität nach der Infektion. Glücklicherweise wissen wir ja sehr viel mehr über die Dauer der Wirksamkeit der anderen Maßnahmen.

Der Arzt und Epidemiologe Professor Alexander S. Kekulé verrät in einem seiner Podcasts, dass er von einer evtl. sogar lebenslangen Immunität nach durchgemachter Krankheit ausgeht. Selbst wenn Antikörper nicht mehr nachweisbar sind, gäbe es immer noch die Gedächtniszellen und die sogenannte Schleimhaut-Immunität. Dadurch kann das eigene Immunsystem das Virus bekämpfen, noch BEVOR es überhaupt in den Körper eindringt.

Mich persönlich stört, dass nur das propagiert wird, was dieses Zeichen ®️ trägt. Die Natur kennt dieses Zeichen aber nicht. Eigene Antikörper, Vitamin D und C, Zink und weitere natürliche Faktoren für ein gesundes Immunsystem werden weder für die Therapie noch für die Prävention in Betracht gezogen. Woran das wohl liegen mag?
Der große Zapfenstreich

Gestern Abend wurde die scheidende deutsche Bundeskanzlerin mit dem großen Zapfenstreich verabschiedet. Kann Deutschland nun aufatmen? Oder folgt dem Regen die Traufe? Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) veröffentlichte einst in einem Kommentar über Merkel: „Eine Grabplatte, die sich über Deutschland gelegt hat!“ Im deutschen Haltungs-Journalismus hätte sich niemand gewagt, so einen Satz zu schreiben. Statt dessen wurden ihre oft alleinigen Entscheidungen (Bankenrettung, Atomausstieg, Grenzöffnung) medial möglichst positiv dargestellt. Im Ausland war Merkel stets willkommen, da sie freizügig deutsche Steuermilliarden im Ausland verteilte, während deutsche Rentner Flaschen sammelten, um ihre mickrige Rente aufzubessern.
Sicher denken jetzt einige, meine Aussagen seien populistisch. Damit kann ich leben. Das einzige, was ich Merkel zugutehalte ist meine Vermutung, dass es ihr nicht um persönliche Bereicherung oder Befriedigung des Egos ging. Ich frage mich nur, wessen Diener sie war?
Überraschend war die Rücktrittswelle der 3 Egos in Österreich. Als ob sie ahnen würden, dass irgendetwas Großes auf sie zurollt, dem sie nicht gewachsen sind.
Gespannt bin ich, ob mit Karl Lauterbach ein viel zu lange unbeachtetes und fast schon vertrocknetes Ego noch einmal als Gesundheitsminister reanimiert wird.
Wünschen würde ich mir, dass Menschen ohne persönliche Defizite, ohne Nähe zum Lobbyismus und der Industrie, die Geschicke der Menschen lenken.
Kluge Politiker

Den heute verlinkten FAZ-Podcast kann ich jedem nur empfehlen. Darin erklärt Herr Prof. Mertens von der Stiko, warum er seine Kinder eher nicht impfen lassen würde. In Österreich würde ihm so eine Aussage wohl ein Disziplinar -Verfahren vor der Ärztekammer einbringen. Man darf sich nämlich laut Verordnung nicht kritisch äußern. Im gleichen Podcast berichtet eine Kinderärztin, dass die Infektionskrankheiten allgemein enorm zugenommen hätten. Covid gehöre auch dazu, würde aber bei Kindern im Allgemeinen keine Probleme bereiten.

Über die Ursache vermehrter Infektionskrankheiten habe ich in einem früheren Beitrag bereits geschrieben: durch die reduzierten Kontakte schläft das Immunsystem ein, und man wird generell anfälliger für Erkrankungen. Wir können also die Inzidenz für einzelne Krankheit verringern, öffnen aber anderen Krankheiten Tür und Tor. Wenn der Mensch an einer Stelle in die Natur eingreift, ahnt er oft nicht, welche Kaskade er im Endeffekt in Gang setzt.

Für mich war interessant zu erfahren, wie zurückhaltend sich Experten, die tagtäglich mit der Materie zu tun haben, zu einer generellen Impfpflicht auch für Kinder äußern. Umso lauter und vehementer melden sich dagegen Politiker und medizinische Laien zu Wort. Und sie reden dabei doch nur wie ein Blinder von der Farbe.

Kürzlich zitierte einer meiner Leser den Philosophen Platon in den Kommentaren: „Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.“ Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/stiko-chef-mertens-zur-corona-impfung-fuer-kinder-17661957.html
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Konsens oder Nonsens

Wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht, richten unsere Qualitätsmedien aktuell gerne den Blick nach China. Wäre man nicht auf einem Augen blind, müsste man vielleicht gar nicht so weit in die Ferne schweifen. Über das Recht auf körperliche Unversehrtheit bzw. dessen Selbstbestimmung will nun der Staat entscheiden.

Nach Absichtserklärung der Österreichischen Ärztekammer sollen nun allen ungeimpften Ärzten die Zulassung entzogen werden. Was geschieht dann mit den genesen Ärzten? Sollen sich diese zusätzlich zur höchst effektiven natürlichen Immunität noch einer künstlichen Immunität unterwerfen?  Die so gut ist, dass man sie alle 6 Monate wiederholen darf? 

Ganz entgegen der öffentlichen Darstellung gibt es keinen breiten Diskurs in dieser Frage, sondern eine extreme Verengung auch in der wissenschaftlichen Diskussion. Bezeichnend ist da das verlinkte Interview mit dem Österreichischen Gesundheitsminister, der wie ein Roboter auf die gestellten Fragen redundant - dafür brav gegendert - auf den Konsens und die breit aufgestellte Diskussion mit Expertinnen und Experten hinweist. Wollen wir nur alle hoffen, dass auf so viel krampfhaften Konsens nun kein Nonsens folgt.
 
https://www.youtube.com/watch?v=29wEzyTk-Jk
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Engpass-Konzentrierte-Strategie

Wäre Politik vernunftbasiert, würde sie sich an der aus der Betriebswirtschaft bekannten Engpass-Kontenzentrierten-Strategie (EKS) orientieren. Engpass in der Krise sind die Intensivbetten. Da sind sich wohl alle einig. Und was macht man? Der Flaschenhals wird verengt, in dem man in der `schlimmsten Pandemie aller Zeiten´ tausende Intensivbetten abbaut. Und man lässt zu, dass das schon in früheren Grippezeiten hoffnungslos überlastete Intensivpersonal scharenweise in andere Berufe flüchtet. Stattdessen werden hunderte Milliarden in die Pandemiebekämpfung gesteckt, während der Engpass weiter verschärft wird. Wenn wir nicht so sicher wären, dass unsere hellsten Köpfe bei der Krisen-Bewältigung am Start sind, könnte man glauben, dass wir von Dummköpfen regiert werden. Oder die Agenda ist eine andere.

Gefördert wird nicht das, was das Intensivpersonal im Beruf halten würde. Stattdessen erhöht man die Frequenz bei den Stichen, die längt nicht das halten, was uns der „Impfheld“ Ugur Sahin und Konsorten anfangs vollmundig versprochen hatten. Zur Erinnerung: 92 % Wirksamkeit bei steriler Immunität.
Wenn man nun den Bock zum Gärtner macht und den BioNTech Chef zur Vorgehensweise bei der Omikron-Variante befragt, was wird er sagen? – Sein Rat: die Booster-Impfung müsse bereits nach 3 Monaten erfolgen.

Zeitgleich warnen unsere Politiker vor den sozialen Netzwerken. Denn dort würden Rechtsradikale mit utopischen Ideen wie einer drohenden Impfpflicht die Bevölkerung aufwiegeln. Bis die Verschwörungs-Theorien dann wahr werden. Dann bedeutet Impfzwang plötzlich Freiheit.
Ob es bei der Intelligenz auch einen Engpass gibt?

Mehr dazu: 
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/corona-impfheld-ugur-sahin-in-bild-geimpfte-sind-nicht-mehr-ansteckend-75557532.bild.html
Energie-Kannibalismus

In einem früheren Post habe ich schon einmal von der letzten Reise der Lachse berichtet. Zum Ablaichen schwimmen die Lachse bekanntlich aus dem Ozean zurück in die Flüsse. Sie kämpfen dabei ständig gegen Strom, überwinden Stromschnellen und sogar Wasserfälle. Diese Bilder kennen wir alle. Angefeuert werden die Fische dabei durch das Stress-Hormon Cortisol. Das ist das stärkste abbauende Hormon, auch bei uns Menschen. Es macht diese immense Leistung erst möglich, indem es dem Körper sämtliche Energiereserven zur Verfügung stellt. Dazu wird sogar wertvolles Eiweiß wie Muskelmasse und das Immunsystem geopfert und dem Körper als Energie zur Verfügung gestellt. Darum nennt man diesen durch das Cortisol induzierten Stress-Stoffwechsel „Energie-Kannibalismus“. Unmittelbar nach dem Ablaichen stirbt dann der total erschöpfte Lachs. Kein Einziger erreicht lebendig wieder den Ozean.

An diesem Energie-Kannibalismus leiden unbemerkt viele von uns. Vor allem wenn man nicht bequem mit, sondern gegen den Mainstream schwimmt. Emotionaler Stress, gepaart mit mangelnder Regeneration wie Schlafstörungen führt dazu, dass viele Menschen bereits unbemerkt in die Abwärtsspirale des Burnout eingefädelt haben. Merke: Burnout ist ein Prozess, kein Zustand.

Bei meinen Patienten messe ich im Vergleich deutlich höhere Cortisol-Spiegel als noch vor 2 Jahren. Anscheinend nimmt diese Situation die Menschen doch mehr mit, als wir glauben. Die Kunst besteht dann darin, diese Abwärtsspirale in eine Aufwärtsspirale zu verwandeln. Darum ist Entspannung, Meditation, Bewegung und eiweißreiche Ernährung in dieser Zeit wichtig wie nie.