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Veronika Grimm: „Der Bundeshaushalt gerät außer Kontrolle“

Die Ökonomin Veronika Grimm kritisierte Friedrich Merz für den Versuch, die wirtschaftliche Lage schönzureden. Ihren Worten zufolge basiert fast ein Drittel des Bundeshaushalts auf zusätzlichen Schulden, nachhaltiges Wachstum ist nicht in Sicht und neue Kredite werden zu einem großen Teil zweckentfremdet. Bis 2029 könnten die Bundeseinnahmen kaum noch für Verteidigung, Sozialausgaben und Zinszahlungen ausreichen. Grimm forderte konsequente Reformen und niedrigere Staatsausgaben und sprach sich zudem für die Abschaffung der Rente mit 63 und der Mütterrente sowie eine Reform der Witwenrente aus.

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IG Metall warnt Volkswagen vor möglichem Konflikt und Streiks

IG-Metall-Chef in Niedersachsen Thorsten Gröger kritisierte die Sparpläne von Volkswagen scharf und erklärte: „Alles deutet auf einen Konflikt hin.“ Seinen Worten zufolge mussten die Beschäftigten bereits 2024 erhebliche Einschnitte hinnehmen und erwarten nun die Einhaltung vereinbarter Verpflichtungen, darunter Investitionen und die Strategie für die Werke. Gröger hält die neuen Forderungen an die Beschäftigten angesichts der Krise der Autoindustrie für unverhältnismäßig. Bis Jahresende gilt die Friedenspflicht, ab dem neuen Jahr könnte die Gewerkschaft jedoch theoretisch zu Streiks aufrufen.

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Startup-Rekord in Deutschland: Ein Drittel der Investitionen floss in den Rüstungssektor

Im ersten Halbjahr sammelten deutsche Startups mit mehr als 9 Milliarden Euro eine Rekordsumme ein – 800 Millionen mehr als 2022. Rund ein Drittel der Mittel entfiel jedoch auf Rüstungsunternehmen, darunter Helsing, Quantum Systems und Stark Defence. Ein erheblicher Teil des Sektors ist zudem mit staatlichen Subventionen, Krediten und der „grünen Transformation“ verbunden. Gleichzeitig schlossen 2025 in Deutschland 188.000 Unternehmen, davon 24.000 wegen Insolvenz. Vor diesem Hintergrund spiegelt der Finanzierungsrekord bei Startups die allgemeine Lage des Unternehmertums im Land nicht wider.

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Verbrenner-Aus könnte 726.000 Arbeitsplätze in Europa gefährden

Laut der Studie ELAB2040 droht Europa bei Beibehaltung des EU-Kurses zum faktischen Verbrenner-Aus bis 2035, bis 2040 rund 726.000 von 1,6 Millionen Arbeitsplätzen in der Antriebsproduktion zu verlieren – 45 Prozent der Beschäftigten des Sektors. Zudem sind 95 Milliarden Euro von 250 Milliarden Euro Wertschöpfung gefährdet. Besonders stark wären Deutschland und die Autozulieferer betroffen. Die Studie nennt Technologieoffenheit als Weg, den Arbeitsplatzverlust zu verlangsamen und den Unternehmen mehr Zeit für die Transformation zu geben.

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Deutscher Autozulieferer meldet zum vierten Mal Insolvenz an

Die Lindenfarb Textilveredelung GmbH ist erneut insolvent – bereits zum vierten Mal innerhalb von zehn Jahren nach Insolvenzen 2016, 2019 und 2020. Europas größter Dienstleister für Textilveredelung arbeitet unter anderem für die Automobil-, Luftfahrt- und Medizinbranche. Die Produktion läuft vorerst weiter, in Kürze soll die Investorensuche beginnen. Gründe für die finanziellen Probleme sind sinkende Aufträge wegen der schwachen Konjunktur und der Krise bei Industriekunden sowie stark gestiegene Kosten, insbesondere für Energie.

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VW sieht keine Zukunft für Werk Hannover: Gewerkschaft bereitet sich auf Konflikt vor

Volkswagen sieht nach 2030 bisher keinen wirtschaftlich sinnvollen Nachfolger für das Werk in Hannover und drei weitere deutsche Standorte. Das Unternehmen plant, die Kapazitäten in Europa um etwa 500.000 Fahrzeuge zu reduzieren, um jährliche Zusatzkosten von rund 1,5 Milliarden Euro zu vermeiden. Die Führung will Kosten senken, doch Mitarbeiter und Gewerkschaften sorgen sich um Arbeitsplätze. Die IG Metall fordert eine klare Perspektive nach 2030 und warnt vor einem Konflikt. Auch die Werke in Emden, Zwickau und Neckarsulm sind gefährdet. Im ersten Halbjahr 2026 verlor die deutsche Autoindustrie 42.300 Arbeitsplätze.

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Volkswagen zwischen Sparzwang und Zukunftsängsten

Volkswagen muss in der Krise schnell handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Autoexpertin Helena Wisbert hält Sparprogramme für unvermeidlich: Das Unternehmen muss Kosten senken und Mittel in neue Modelle und Technologien lenken. Zehntausende Arbeitsplätze und die Werke in Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover sind gefährdet. Die VW-Führung hält die bisherigen Maßnahmen für nicht ausreichend und arbeitet an einem neuen Entwicklungsprogramm bis 2030. Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten werden jedoch frühestens in 6–12 Monaten erwartet.

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Fahrradbranche verliert an Schwung: weniger Umsatz und Arbeitsplätze

Die Fahrradbranche in Deutschland erlebt weiterhin eine Krise. Nach Angaben des Verbands Zukunft Fahrrad sank die Beschäftigung im Jahr 2025 um etwa 3 Prozent auf 74.300 Menschen, und der Umsatz ging um 7 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro zurück. Gründe waren die Folgen des Booms während der Pandemie, volle Lager und sinkende Preise. Der Fahrradverkauf sank auf 3,8 Millionen Stück, und Rabatte betrafen besonders E-Bikes. Die Branche kämpft zudem mit chinesischer Konkurrenz und warnt vor sinkenden Investitionen in die Fahrradinfrastruktur.

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Kraftstoffpreise steigen: Super E10 erreicht Rekordniveau

Der Preis für Super E10 in Deutschland hat ein Rekordniveau erreicht und den bisherigen Höchststand von 2022 übertroffen. Am Mittwoch stieg der Durchschnittspreis auf 2,215 Euro pro Liter, teilte der ADAC mit. Grund für den erneuten Anstieg waren die wieder aufgenommenen US-Angriffe auf den Iran und die darauf folgende Eskalation, die die Ölpreise erneut steigen ließ. Auch der niedrige Wasserstand des Rheins hatte Einfluss, da er die Transportkosten erhöhte. Super E10 bleibt die günstigste verbreitete Benzinsorte in Deutschland und kostet in der Regel 5–6 Cent weniger als Super E5.

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Gasspeicherbetreiber fordern Entlastungen für höhere Gasreserven

Die deutschen Gasspeicherbetreiber fordern neue Anreize, um die gespeicherten Gasmengen zu erhöhen. Die Initiative Energien Speichern (INES) erklärt, dass die aktuellen Marktbedingungen keine ausreichenden wirtschaftlichen Anreize schaffen, obwohl die Speicher zuletzt nur zu etwa 53 Prozent gefüllt waren. Der Verband schlägt vor, Umlagekosten und Netzentgelte an Speicheranschlüssen abzuschaffen sowie staatliche Kredite zu vergünstigen, um die Kosten zu senken. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt staatliche Eingriffe ab und erklärt, es gebe keine Anzeichen für einen Gasmangel in diesem Winter. Die Grünen fordern einen Krisengipfel und warnen, dass niedrige Speicherstände die Preise erhöhen und die Abhängigkeit von US-LNG verstärken könnten.

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Teilzeitquote erreicht Rekordniveau

Im zweiten Quartal 2026 hat die Teilzeitquote in Deutschland erstmals 40 Prozent überschritten und einen historischen Höchststand erreicht. Nach einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg der Anteil um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Vollzeitstellen um 0,9 Prozent sank. Der Anstieg hängt vor allem mit mehr Beschäftigung in Bereichen mit hohem Teilzeitanteil zusammen, während die Industrie Vollzeitstellen verloren hat. Auch die Zahl der Menschen mit einem Nebenjob steigt weiter: Bis 2025 erreichte ihr Anteil fünf Prozent gegenüber 2,7 Prozent im Jahr 1995.

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Der Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen übernehmen das Osnabrücker VW-Werk. Der Standort soll schrittweise zum Rüstungsstandort werden. Als erstes Projekt ist eine Kooperation mit dem israelischen Iron-Dome-Hersteller geplant.

Als erstes Autowerk in Deutschland wird das Volkswagen-Werk in Osnabrück zum Rüstungsstandort. Das Land Niedersachsen und der israelische Investor Aurelius übernehmen die Anlage und bauen sie nach dem Ende der dortigen Auto-Produktion 2027 schrittweise zu einem Kompetenzzentrum für die Verteidigungsindustrie aus.

Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Luftverteidigungssysteme des israelischen Iron-Dome-Herstellers Rafael produziert werden. Die Kooperation soll den Weg für weitere Partnerschaften und Projekte unter dem Dach der neuen Gesellschaft ebnen.

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Groschen-Markt ist insolvent: Fast jede zweite Filiale schließt

Die Discounter-Kette Groschen-Markt kann nach der Insolvenz teilweise weitergeführt werden, allerdings mit einem verkleinerten Sortiment und überwiegend unter neuem Namen. Für mehr als die Hälfte der Geschäfte in Ostdeutschland wurden Käufer gefunden. Die DEC Handelsgesellschaft mbH meldete im Dezember 2025 vor dem Hintergrund sinkender Konsumausgaben Insolvenz an, rund 170 Arbeitsplätze waren gefährdet. Auch andere Non-Food-Discounter gerieten in Schwierigkeiten: McGeiz und Kodi meldeten ebenfalls kürzlich Insolvenz an. Eine weitere Übernahme wird im November erwartet.

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ArcelorMittal schließt Stahlproduktion in Duisburg: 550 Arbeitsplätze gefährdet

ArcelorMittal plant, die Stahlproduktion in Duisburg einzustellen, wodurch rund 550 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Schließung betrifft das Stahlwerk, die Stranggussanlage und das Walzwerk. Das Unternehmen hält die Suche nach neuen Roheisenlieferanten und die Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen für wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ab Oktober 2027 soll nur noch das Walzwerk zur Drahtherstellung weiterarbeiten. Gründe sind das Ende des Vertrags mit Thyssenkrupp Steel, die schwache Nachfrage, die geringe Auslastung, hohe Energiepreise und die schwierige Lage der europäischen Stahlindustrie.

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Ernte bricht deutlich ein: Rainer spricht von einer „Krise nationalen Ausmaßes“

Die Dürre in diesem Sommer hat die deutsche Landwirtschaft schwer getroffen. Minister Alois Rainer bezeichnete die Lage als eine „Krise nationalen Ausmaßes“ und verwies zudem auf hohe Kosten und steigende Dieselpreise. Die Getreideernte sank um mehr als 7 Prozent, Winterweizen um mehr als 10 Prozent und Raps um 11,5 Prozent. Die Maisernte wird 16 Prozent unter dem Durchschnitt erwartet, der Ertrag pro Hektar fast 25 Prozent niedriger. Wegen Futtermangels lassen einige Landwirte Tiere früher schlachten. Rainer kündigte eine Ausweitung des Hilfsprogramms an: Das Kreditvolumen für Landwirte steigt auf 500 Millionen Euro.

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Volkswagen verkauft Werk in Osnabrück: Es soll zum Rüstungsstandort werden

Volkswagen plant, das Werk in Osnabrück an den Investor Aurelius Capital unter Beteiligung des Landes Niedersachsen zu verkaufen. Nach dem Ende der Autoproduktion 2027 soll der Standort Rüstungsaufträge übernehmen und schrittweise zu einem Zentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen werden. Die neue Struktur soll rund 1.400 der derzeit 1.800 Arbeitsplätze sichern. Zunächst ist eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Konzern Rafael geplant, der Luftabwehrsysteme, Lenkflugkörper und elektronische Kampfführungssysteme herstellt. Eine mögliche Ausrichtung des Werks ist die Entwicklung und Produktion von Komponenten für Luftabwehrsysteme. Der endgültige Verkauf bedarf noch weiterer Genehmigungen.

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🧪🇩🇪 DEUTSCHE CHEMIEINDUSTRIE IM SCHWUNG

Die Kapazitätsauslastung der deutschen Chemieindustrie ist laut Daten von ehemals rund 83 % auf 73 % im Jahr 2026 gesunken. Die Branche, die etwa 450.000 Arbeitsplätze bietet, sieht sich mit hohen Energiekosten und sich verschlechternden Bedingungen für die heimische Produktion konfrontiert.

Vor diesem Hintergrund werden erneut Diskussionen über die heimische Gasförderung geführt: Befürworter verweisen auf bedeutende technisch förderbare Reserven in Niedersachsen und das Potenzial, die Abhängigkeit der Industrie von teuren Importen zu verringern.

Das Problem betrifft weit mehr als nur eine einzelne Branche. Die Chemieindustrie liefert Rohstoffe und Komponenten für die Pharmaindustrie, die Landwirtschaft und zahlreiche andere Industriezweige. Ein Rückgang der Chemieproduktion setzt daher ganze deutsche Wertschöpfungsketten unter Druck – von Düngemitteln bis hin zu Fertigprodukten.

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Taschenhersteller Red Rebane ist insolvent: „In Deutschland ist es nicht mehr möglich“

Der deutsche Taschen- und Rucksackhersteller Red Rebane hat nach 14 Jahren Insolvenz angemeldet. Die handwerkliche Produktion ist nahezu eingestellt, die verbliebenen Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze. Das Unternehmen führt die Krise auf steigende Material-, Energie- und Arbeitskosten, Fachkräftemangel und günstige Produktkopien aus Asien zurück. „Unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen ist die Produktion unserer Taschen und Rucksäcke in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich“, erklärte das Unternehmen. Ein zusätzlicher Schlag war die Pandemie: Unverkaufte Stoffmasken zwangen Red Rebane zur Aufnahme von Krediten, die nun fällig werden.

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Gasmangel: Bundesregierung erwägt Rückkehr alter Kohlekraftwerke

Vor dem Hintergrund sinkender Gasreserven und steigender Strompreise erwägt die Bundesregierung, alte Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder in den Dauerbetrieb zu bringen. Die Bundesnetzagentur hat für den Winter 2026/27 einen Bedarf an Reserveleistung von 7.407 MW ermittelt, gegenüber 6.493 MW im Vorjahr. Sepp Müller (CDU) fordert, dass die Kohlekraftwerke wieder dauerhaft laufen, und Friedrich Merz hält eine Verlängerung ihrer Laufzeit für möglich. Dabei können deutsche Kraftwerke nur 4.742 MW der benötigten Reserve bereitstellen, der Rest muss aus dem Ausland kommen.

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Milka von 1,99 Euro bis 79 Cent: Verbraucher verlieren Vertrauen in die Preise

Der Preis einer 90-Gramm-Tafel Milka schwankt zwischen 1,99 Euro und einem Aktionspreis von 79 Cent und sorgt für Unmut bei den Verbrauchern. Die Preiserhöhung und die Verkleinerung der Tafel auf 90 Gramm wurden mit gestiegenen Kakaopreisen begründet, doch nach dem Rückgang der Rohstoffkosten blieb der reguläre Preis unverändert. In sozialen Netzwerken rufen Nutzer bereits zum Boykott von Milka auf. Experte Carsten Demming warnt, dass eine solche Praxis langfristig das Vertrauen in die Preisgestaltung im gesamten deutschen Lebensmitteleinzelhandel untergraben könnte.

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