Cradle to Cradle NGO Newsstream
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Das Team von Cradle to Cradle NGO informiert Euch hier über anstehende Events von uns und wichtige News rund um Cradle to Cradle.
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Alles ist bekanntlich ein Gift, es kommt nur auf die Dosierung an, das gilt auch für Kohlenstoffdioxid. Die lineare Wirtschaft emittiert viel zu viel davon – und produziert dabei auch noch Müll, betreibt also ein doppeltes Missmanagement. Mit dem richtigen Kohlenstoffmanagement aber ist CO2 ein wertvoller Rohstoff: als Nährstoff für das Pflanzenwachstum, aber auch für die Produktion von synthetisch hergestellten Materialien wie Kunststoffe. Statt Klimaschutz auf die Minderung von CO2-Emissionen zu reduzieren, wird der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft nach C2C den Klimaschutz effektiv gestalten.

Eine Politik für morgen setzt Anreize für die endlose Nutzung von Kohlenstoff in allen Teilen unserer Wirtschaft. Schon jetzt ist die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre verheerend, weshalb wir den Kohlenstoff wieder zurückholen müssen – auch, weil wir ihn als Rohstoff brauchen. Damit die Konzentration nicht weiter zunimmt, muss die neue Bundesregierung schnellstmöglich einen Ausstieg aus der fossilen Verbrennung im Verkehr und beim Heizen beschließen sowie dem Verbrennen von wertvollen Materialien in Müllverbrennungsanlagen ein Ende setzen.

#sogehtmorgen #cradletocradle
Reale Preise entstehen nur dann, wenn auch alle negativen Folgen berücksichtigt werden, die ein Produkt oder eine Dienstleistung verursacht: Verschwendete Ressourcen, verschmutzte Natur, aber auch die Entsorgung, langfristige Umweltzerstörung und Gesundheitskosten.

Momentan geschieht auf europäischer Ebene leider das genaue Gegenteil: Unternehmen können die Natur nicht nur kostenlos zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil zerstören, sie werden dabei auch noch aktiv gefördert. Agrarsubventionen werden nach Fläche ausgezahlt, nicht nach Qualität. Der Einsatz von Rohöl bei der Kunststoffproduktion wird durch den Verzicht auf Umsatzsteuer indirekt subventioniert, wohingegen der Einsatz von Rezyklaten durch die Erhebung der Steuer benachteiligt wird.

Momentan werden so Teile der Wirtschaft für umwelt- und gesundheitsschädliches Verhalten belohnt, während die immensen Kosten dafür von der Gesellschaft getragen werden. Bisherige Versuche, dies zu ändern, beschränkten sich auf die Reduktion von Fehlern – doch weniger schlecht ist leider noch längst nicht gut. Erst wenn Umwelt- und Gesundheitsschäden voll eingepreist werden, setzen sich Produkte und Dienstleistungen durch, die gut für unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen sind.

#sogehtmorgen #cradletocradle
Mit knapp 20 Prozent des BIP hat die öffentliche Hand einen starken Hebel des Wandels in der Hand. Wenn sie konsequent nur noch Produkte und Dienstleistungen nach C2C beschafft oder ausschreibt, ist der richtige Impuls gesetzt: So entsteht eine riesige Nachfrage nach kreislauffähigen Produkten, nach zirkulären Dienstleistungsmodellen und positiven Beschäftigungsmodellen. Resiliente, gesunde und klimapositive Gebäude und Quartiere des Bundes, der Länder und in den Kommunen können heute Vorbild dafür sein, wie sich unsere Lebensräume positiv verändern werden.

Gemeinden und Städte wie Straubenhardt, Nettetal und Mönchengladbach lassen kommunale Gebäude von C2C inspiriert bauen – zugunsten der Lebensqualität vor Ort, des kommunalen Haushalts und der Standortattraktivität. In Bielefeld werden Gewerbegebiete nach C2C entwickelt, Ludwigsburg setzt umfangreich bei seinen Beschaffungsrichtlinien an. Berlin-Pankow wird nächste Schritte in seiner kommunalen Entwicklung nach C2C gehen. Deutschland hat die Chance, eine Vorreiterrolle innerhalb der EU einzunehmen und europaweite Standards für die öffentliche Beschaffung zu prägen.

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c2c.ngo/so-geht-morgen
In der Schnittmenge von Ökologie und Ökonomie bietet die Digitalisierung enorme Chancen: Digitale Zwillinge von allen Produkten, von der Zahnbürste bis zum Gebäudekomplex, schaffen Transparenz als Voraussetzung für die fortführende Nutzung von Stoffströmen. Digitale Baupläne ermöglichen effektive Rückbaupläne. Und mittels digitaler qualitativer Daten lässt sich stets feststellen, welche Materialien und Stoffe in welcher Menge und welcher Qualität an welchem Ort vorhanden sind. So wird vom Konsumprodukt bis zum Gebäude alles zu einem Materiallager, in dem wertvolle Rohstoffe genutzt werden; von hier aus können sie weiter in technischen oder biologischen Kreisläufen zirkulieren.

Auch der Dienstleistungssektor kann erheblich von der Digitalisierung profitieren: Neben den etablierten Sharing-Konzepten ermöglicht die Digitalisierung Service-Modelle, in denen die Nutzung über dem Eigentum steht – so könnten Hersteller direkt vom Management wertvoller Rohstoffe und ihrer endlosen Nutzung profitieren.

Transparente und digitale Liefer- und Wertschöpfungsketten schaffen Qualitätskriterien wie Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit, Schutz von Klima, Boden und Wasser, aber auch die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion. Eine engagierte Politik für morgen nutzt die technischen Fortschritte unserer Zeit zum Aufbau einer starken digitalen Infrastruktur. Ein erweitertes Lieferkettengesetz wäre der richtige Ort für die Verankerung der digitalen Kreisläufe.

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Nur wer die Zusammenhänge zwischen ökonomischen Prozessen und ihren ökologischen Folgen erkennt und versteht, kann sie umgestalten – genau dieses Wissen muss in allen Ebenen der Bildung vermittelt werden. Für den Umbau zu einer C2C-Ökonomie brauchen wir Expertise aus allen Wissensund Wissenschaftsbereichen der Gesellschaft. Besonders wichtig ist dabei das interdisziplinäre Zusammenwirken der heute in Teilen weit auseinander gerückten Geistes- und Naturwissenschaften.

Bildung ist eine Kernaufgabe der Politik, deshalb müssen Bund und Länder Förderprogramme aufsetzen, mit denen das Verständnis einer Kreislaufwirtschaft nach C2C fächerübergreifend und in allen Bereichen der Bildung verankert wird – vom Kindergarten über allgemeinbildende Schulen und Universitäten bis in die Strukturen des lebenslangen Lernens. Speziell Kinder und Jugendliche haben nicht nur ein berechtigtes Interesse an wirklich nachhaltiger Politik, sie lassen sich auch für die praktische Umsetzung begeistern. Altersgerechte Bildungskonzepte vermitteln die Freude am klugen Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen.

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Die Weltbevölkerung mit gesunder Nahrung zu versorgen und dabei fruchtbare Ackerböden aufzubauen – das ist die große Aufgabe der kommenden Jahrzehnte. Mit der jetzigen Landwirtschaft richten wir enorme Schäden an, weil wir in linearen Systemen denken und handeln und dadurch dem Boden wertvolle Ressourcen entnehmen, ihm aber keine zurückgeben. Nur mit einer zirkulären Landwirtschaft können wir eine wachsende Anzahl von Menschen auf der Welt langfristig ernähren, Kohlenstoff binden und zu sauberer Luft beitragen. Eine solche regenerative Landwirtschaft ist nicht davon abhängig, dass wir Phosphor abbauen und ihn auf die Felder bringen, sondern sie schließt natürliche Kreisläufe und bringt die genutzten Nährstoffe wieder zurück.

Eine Politik für morgen muss eine Landwirtschaft fördern, die Böden als wichtige Kohlenstoffsenken nutzt und mit Nährstoffen anreichert: Gesunde Ackerböden produzieren dann nicht nur viel wertvolle Nahrung, sondern binden klimawirksames CO2. Sanktionen muss es hingegen für die Verschmutzung von Gewässern oder den Einsatz von Futtermitteln, für deren Anbau Regenwald gerodet wird, geben.

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Die Verteilung winziger Kunststoffpartikel lässt sich inzwischen fast überall nachweisen: in den Weltmeeren, in Ackerböden, im Blutkreislauf von Fischen und im menschlichen Gehirn. Das sogenannte Mikroplastik ist ein gefährlicher Fehler der linearen Wirtschaft. Sie hat z. B. Textilien hervorgebracht, die ihre Kunststofffasern durch die Waschmaschine in die Gewässer abgeben. Auch Autoreifen und Kosmetika verursachen Mikroplastik und die meisten Farben und Lacke beinhalten Kunststoffe – inklusive vieler Millionen Kilometer Fahrbahnmarkierungen. Dabei gibt es längst Alternativen zu Produkten, die die Umwelt mit den winzigen Kunststoffpartikeln belasten.

Grundsätzlich müssen Kunststoffe kreislauffähig und gesund (s. Punkt 1) sein – nur so kann Mikroplastik langfristig verhindert werden. Die neue Bundesregierung muss dazu eine Strategie entwickeln, die nicht nur die Verwendung von recyceltem Kunststoff steigert, sondern Kunststoffe und ihren Einsatz aus dem Blickwinkel des Designs betrachtet: Die endlose Wiederverwendung muss bei jedem Kunststoffprodukt von Anfang an eingeplant werden. Jetzt ist die Chance und die Notwendigkeit da, die Verbreitung von Mikroplastik durch eine entschlossene Kunststoffstrategie zu stoppen.

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Die Sonne versorgt uns mit deutlich mehr Energie, als die Menschheit jemals brauchen wird. Diese Energie müssen wir nutzen, denn nur Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen sind ein optimaler Ausweg aus der Klimakrise. Eine konsequente C2C-Ökonomie lässt sich mit einer Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen umsetzen, die kreislauffähig ist. Die isolierte Betrachtung von CO2-Reduktion hat dann fatale Nebenwirkungen, wenn etwa Carbonfasern in Windkraftanlagen oder seltene Erden in Solarzellen untrennbar miteinander verbunden werden – denn so steigern wir zwar kontinuierlich die Effizienz und schützen das Klima, aber die Materialverbunde werden nach ihrer Nutzung zu Sondermüll. So lösen wir also das eine, verschärfen aber das andere Problem: die Rohstoffkrise. Zukunftsfähige erneuerbare Energie produzieren wir nur unter Berücksichtigung aller ökologischer Faktoren.

Eine durchdachte Politik für morgen beschleunigt den Ausbau erneuerbarer Energien, setzt dabei aber voll kreislauffähige Anlagen ein und fördert Dienstleistungsmodelle statt den günstigen Verkauf der Anlagen. Eine Überarbeitung des EEG ist dafür ebenso nötig wie andere Steuermodelle, die die Produktion und Nutzung klimafreundlicher und zugleich kreislauffähiger Technologien begünstigen.

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Der Circular Economy Action Plan (CEAP) der EU-Kommission ist ein Umbauplan von der linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft, in der die Fehlkonstruktion „Müll“ nicht mehr vorkommt. Die künftige Bundesregierung hat damit die große Chance, aus dem CEAP eine Roadmap für eine unverwässerte nationale Kreislaufstrategie zu gestalten.
Dazu gehört auch ein erweiterter Blick auf die Zusammenhänge aller ökologischer Probleme. Der Klimaschutz ist ausgesprochen wichtig, aber die Bemühungen um CO2-Reduktionen dürfen keine anderen Probleme verschärfen: Hocheffiziente Dämmstoffe stehen für Klimaschutz, sind aber oft auch umwelt- und gesundheitsschädlich. Gleiches gilt für Solarzellen, die zwar immer mehr Strom produzieren, leider aber auch untrennbaren Müll.
Eine Politik für morgen muss die Voraussetzungen schaffen für die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung kreislauffähiger und gesunder Produkte. Sie muss Ziele formulieren und gesetzlich verankern, die miteinander kompatibel und messbar sind. Dabei hat der Staat die besten Chancen, seiner Rolle als Ermöglicher gerecht zu werden, indem er engagierte und zielführende Investitionen in Bildung und Wissenschaft tätigt. In einem solchen Staat ist kein Platz für Subventionen umweltschädlicher Technologien. Ganz im Gegenteil fordert eine zeitgemäße Politik die konsequente Einhaltung ökologischer und sozialer Standards – und fördert so jene Produkte und Geschäftsmodelle, die uns in eine intakte Zukunft führen.

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#sogehtmorgen: Passend zur ersten, konstituierenden Sitzung des Bundestags sind wir heute vor dem Bundestagsgebäude für eine Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle und eine ausgeschlafene Politik eingetreten: Mit Schlafsack, Isomatte, guter Laune und unserem Politik-Briefing im Gepäck!

Abgeordneten wie Kevin Kühnert, Bettina Hagedorn, Canan Bayram, Dieter Janecek, Ralph Lenkert, Stefan Gelbhaar, Anke Domscheit-Berg, Dr. Bärbel Kofler, Bernhard Herrmann und Maximilian Funke-Kaiser haben wir unser Politik-Briefing sowie einen C2C-Schlafanzug persönlich übergeben. Ein wichtiger Schritt, um Cradle to Cradle in den Bundestag und auf die Agenda der nächsten Bundesregierung zu bringen!💪🏼

Vielen Dank an alle, die unsere #sogehtmorgen-Kampagne unterstützt haben und gemeinsam mit uns daran arbeiten, Cradle to Cradle in Gesellschaft und Politik zu verankern!

Unser Politik-Briefing für eine Kreislaufwirtschaft nach Cradle to Cradle findet Ihr hier zum Nachlesen: https://lnkd.in/d4_hpWbi
FDP, Grüne und SPD haben ziemlich unterschiedliche Standpunkte in wichtigen Kernbereichen, wie der Digitalisierung, der Finanzpolitik und dem Klimaschutz. In den Koalitionsverhandlungen müssen diese Unterschiede überwunden werden. Denn in den nächsten vier Jahren steht die kommende Bundesregierung vor einer großen Aufgabe: Sie muss die Transformation unserer linearen in eine zirkuläre Wirtschaft umsetzen.

Wir brauchen eine Wirtschaft, die in Kreisläufen denkt und nicht versucht weniger schlecht zu sein, sondern gut! Wie das funktionieren kann haben wir in 10 Punkten in unserem Politik-Briefing zusammengefasst. Am 26. Oktober 2021 haben wir es Rahmen einer Aktion vor dem Bundestag an zahlreiche Bundestagsabgeordnete überreicht. Denn jetzt ist die Zeit, um umzudenken und für eine ausgeschlafene Politik einzutreten!

Das Video zu unserer Aktion, könnt ihr jetzt ansehen. https://youtu.be/_QvW1-V_6AA

Unser Politik-Briefing für eine zirkuläre Wirtschaft nach Cradle to Cradle gibt es hier zu lesen: c2c.ngo/so-geht-morgen
Der heute vorgelegte Koalitionsvertrag ist ein wichtiger Schritt in Richtung zirkuläre Zukunft. Circular Economy wird endlich nicht mehr als Nebenaspekt der Umweltpolitik behandelt, sondern als das, was sie ist: Ein Weg für effektiven Klima- und Ressourcenschutz, eine Chance für eine wirklich nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und die Sicherung sowie Schaffung von Arbeitsplätzen. Ökonomie und Ökologie müssen und können zusammen gedacht und vereinbart werden.

Aber: Bei der Ausgestaltung müssen FDP, Grüne und SPD ganzheitliche und wirklich zukunftsfähige Detaillösungen erarbeiten, die ökonomische, ökologische und soziale Mehrwerte bieten. Ein Rückfall in das alte Muster der Schadensreduktion ist hier völlig fehl am Platz. Als gemeinnützige NGO beschäftigen wir uns seit knapp zehn Jahren ausschließlich mit dem Thema Cradle to Cradle. Denn dieser Ansatz beschreibt eine qualitativ hochwertige #Kreislaufwirtschaft und nur eine solche Kreislaufwirtschaft ist wirklich zukunftsfähig. Deshalb haben wir uns die entsprechenden Passagen im Koalitionsvertrag einmal genauer angesehen: c2c.ngo/koalitionsvertrag-wichtiger-schritt-mit-luft-nach-oben