Bajszel
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Aktuelles aus der ProgrammSchänke,
die auch sonst täglich ab 16 Uhr geöffnet hat.
Emser Str. 8, Kirsten-Heisig-Platz in Neukölln
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Am 21.04.26 um 19:30 Uhr bei uns:

Theorie, Kritik & Aktion:
Unsere neue Broschüre über linke Perspektiven auf Religion & Emanzipation ist da. Passend dazu laden wir zu einem Vortrag und anschließender Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann.

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Das kann sich in Männlichkeitskult und sexistischem Verhalten äußern, in der Vorliebe fürs Agitieren statt fürs Argumentieren oder in der Vorstellung, antifaschistische Akteur*innen seien stets im Recht, was auch immer sie tun. Aber auch im Glauben, man sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Der Griff in die Mottenkiste staatssozialistischer Parteidiktaturen und Sympathie für autoritäre Führergestalten wie Lenin liegen da oft nahe. Der Glaube, „die Klasse und das Volk“ brauche eigentlich nur die richtigen Führer, korreliert zudem mit zwei ebenso absurden wie folgenreichen Fehleinschätzungen: Nationalsozialismus und Antisemitismus seien die Folge rechter Verführungskünste und bürgerlich-rechtsstaatliche Verhältnisse seien letztlich ebenfalls „faschistisch“.

Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz.

Der Referent entwickelt Essentials eines Antifaschismus, der aus eigenen Fehlern lernen, der autoritären Welle mit Aussicht auf Erfolg entgegentreten und Perspektiven für eine bessere Welt aufzeigen kann.
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Täter, Opfer, brava gente.

Am 25. April wird in Italien die Befreiung vom Faschismus gefeiert. Dass die Resistenza als Gründungsmythos der Republik gilt, prägte die Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit und festigte über Jahrzehnte das Bild der Italiener als „brava gente“. Abseits der bekannten Heldenepen zeigt sich jedoch, dass es Widerstand gegen den Faschismus schon lange vor dem Partisanenkrieg gab. Der Vortrag richtet den Blick auf den weniger glorreichen Widerstand des frühen Antifaschismus.

Im Anschluss wird Cronache di poveri amanti (Carlo Lizzani, 1954) gezeigt, in dem Marcello Mastroianni in seiner ersten großen Rolle zu sehen ist. Der Film zeigt, wie der Faschismus zunehmend in den Alltag eingreift und Widerstand zur individuellen Praxis wird.
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Keine Straße des berühmt-berüchtigten Berliner Bezirks Neukölln ist so verrufen wie die Sonnenallee – doch die wahren Verhältnisse sprechen eine differenziertere Sprache.
Bis zum Fall der Mauer in Berlin war Neukölln vor allem ein abgeschiedenes Quartier, eher ruhig als aufregend – ein Viertel von Losern und Abgehängten, unsaniert, die Luft gesättigt von den Schwaden der Kohleheizungen. Das Quartier um die inzwischen berüchtigte Sonnenallee war alles, aber nicht hip oder quirlig. Das hat sich nach 1989 zum durchaus freundlichen Erstaunen der Ureinwohner geändert: Die Sonnenallee ist zum Schauplatz von Aufbruch und Niedergang geworden. Hier ist kein großes Geld, hier wird nicht schick konsumiert, hier wird mit Mühsal gelebt. Berühmt, ja verrufen war die Sonnenallee besonders seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag, an dem die Terrororganisation der Hamas Menschen in Israel massakrierte – und in Neukölln aus Freude darüber Baklava verteilt wurde. Pro-palästinensische Demonstrationen machten diese autoüberlastete Straße selbst in überregionalen Medien bekannt. Was aber macht die Sonnenallee wirklich aus, wer lebt dort, wer kommt mehr schlecht als recht über die Runden, wer will mehr vom Leben als Tagelöhnerei, wer sagt etwas zu den Umständen des Lebens, die mehr sind als alltägliche Bagatellen? Jan Feddersen lebt seit 27 Jahren an der Sonnenallee, er hat die Um- und Aufbrüche selbst erlebt und weiß, wie es rund um diese Straße tickt. »Meine Sonnenallee« ist ein Buch der Spaziergänge und Gespräche in einem Viertel rüder und zarter Verfasstheit – und eines, das zeigt, welche Fragen wir wirklich über unser Zusammenleben stellen sollten.

Jan Feddersen ist Soziologe, Redakteur der TAZ, Kurator des taz lab sowie des taz Talk und Schwulenaktivist. In den 80ern war er Mitglied im Kommunistischen Bund. Er ist Experte für den Eurovision Song Contest, veröffentlichte zahlreiche Texte und Bücher zu ebendiesem und zu Fragen der Identitätspolitik. Er ist Mitherausgeber des "Jahrbuch Sexualitäten" (Wallstein Verlag) und war Gründungsmitglied von PEN Berlin und der Debattenplattform Initiative Queer Nations. Seit kurzem ist er Co-Host des Podcast "based.".

Am 22.4.26, 19:30.
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Programm-Update
Beginn (soweit nicht anders vermerkt) immer 19:30h
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Do, 16.04. Bastian Mokosch: Kritik des Postmarxismus. Buchvorstellung und Diskussion. Gesellschaft für Kritische Bildung.
Fr, 17.04. Prof. Tobias Arand: Der Holocaust ist keine Vergleichsgröße. Vortrag und Diskussion
So, 19.04. Der zweite kleine Bücher- & Plattenflohmarkt im Bajszel - ab 16.00 Uhr!
Di, 21.04. Theorie, Kritik & Aktion [TKA] Release-Reihe zur Broschüre Holy ****. Linke Perspektiven auf Religion und Emanzipation. Lothar Galow-Bergemann: „Fallstricke der Emanzipation. Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute“.
Mi, 22.04. Jan Feddersen: Meine Sonnenallee: Notizen aus Neukölln. Buchvorstellung und Gespräch
Do, 23.04. Vorstellung des Distanz Magazins Nr. 8: Krieg und Frieden. Alle reden vom Krieg. Wir auch. Mit der Redaktion.
Sa, 25.04. Moritz Pitscheider: Täter, Opfer, Brava Gente. Mythen der Resistenza und früher Antifaschismus. Mit Filmvorführung. Masiyot e.V.
So, 26.04. Valeria Babych: Dokumentarfilmvorführung zum 40. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Veranstaltung zur Unterstützung der Ukraine.
Di, 28.04. Die Helm und der Weller. Von Berlin ins Exil. Lieder der 20er und 30er Jahre. Soli-Konzert für das Bajszel.
Mi, 29.04. Free Association: Sassy Susys Salon mit Special Guest (wird noch bekannt gegeben)
Do, 30.04. Tacheles FU lädt zum Pub-Quiz ein! Thema: Antisemitismus und Jüdische Kultur. Anfängerinnen und Expertinnen herzlich willkommen.
Fr, 01.05. Ab 14h : Tanz in den Mai. Mit Bratwurst, Bowle und Musik. 19:30h Jungle Bar: Der Fleiß ist die Wurzel der Hässlichkeit. Musik und Texte zur gezielten Schwächung der Arbeitsmoral. Mit Markus Ströhlein.
Di, 05.05. Klaus Bittermann und Christoph Hesse: Umkämpfte Geschichte. Einsprüche gegen die Umdeutung des 7. Oktober. Buchvorstellung und Diskussion. Edition Tiamat
Do, 07.05. Dr. Ahmed Al Baba: Nakba- und Genozid-Narrativ: Antijüdische ideologische Kontinuität mit fatalen Konsequenzen. Masiyot e.V.
Sa, 16.05. Screening des Eurovision Song Contest Finales.
Do, 21.05. Ukrainischer Frühlings-Poetry Slam
Fr, 22.05. Lina Eilers: Feministische Kritik der Prostitution. Vortrag und Diskussion
Di, 26.05. Vincent v. Wroblewsky: Vermutlich Deutscher. Buchvorstellung und Diskussion. Masiyot e.V.
Do, 28.05. Andreas Büttner, der Antisemitismusbeauftragte von Brandenburg, berichtet über seine Arbeit und den wachsenden Antisemitismus. Gespräch und Moderation Alex Carstiuc, Masiyot e.V.
So(nicht wie auf den Bildern Di!), 31.05. Stefan Jehne: Biografien als Sonden der Transformation. Agency der NS Täter:innen nach 1945. Buchvorstellung und Diskussion.
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Bajszel pinned «Do, 16.04. Bastian Mokosch: Kritik des Postmarxismus. Buchvorstellung und Diskussion. Gesellschaft für Kritische Bildung. Fr, 17.04. Prof. Tobias Arand: Der Holocaust ist keine Vergleichsgröße. Vortrag und Diskussion So, 19.04. Der zweite kleine Bücher- &…»
Am 28.04.26 bei uns:

Die Helm und der Weller: Von Berlin ins Exil.
Ein Liederabend mit Songs der 1920er und 30er Jahre.

Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Kurt Weill, Friedrich Hollaender, Claire Waldoff: Sie alle waren feste Größen des Berliner Kulturlebens. Es war wild, es war queer, es war jüdisch. Dann kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Wer anders dachte – und sang! – wurde systematisch aus dem Land getrieben. Wer konnte, flüchtete ins ungewisse Exil.
Die Schauspielerin und Politikerin Anne Helm singt eine Hommage an die Musiker*innen einer Zeit, in der politische Songs zum Ort der inneren Freiheit wurden. In ihrem 90-minütigen Programm spannt sie den Bogen von der Dreigroschenoper und beschwingten Kabarettsongs der Weimarer Zeit über antifaschistische Widerstandslieder, bis hin zu Hanns Eislers wehmütigen Worten über das Exil: „Und ich werde nicht mehr sehen das Land, aus dem ich gekommen bin.“
Begleitet wird sie dabei von Marcel Weller an der Gitarre. Durch ihre direkte und schlichte Interpretation, schenken die beiden den Liedern eine große Aktualität und Nahbarkeit.
Heute ist bei uns ab 16h Flohmarkt! Verkaufsstände sind alle ausgebucht, es gibt also viel zu entdecken. Kommt vorbei
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Am 26.04.26 um 19:30h bei uns:

Tschernobyl 86 - Der Super-GAU
Dokumentarfilm | 2025-2026

Am 26. April 1986 explodiert Block 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl. Ein Super-GAU mitten im Kalten Krieg. Niemand hat mit einer solchen Katastrohe gerechnet. Niemand ist darauf vorbereitet. Alle sind überfordert angesichts des Ernsts der Lage. 40 Jahre danach erzählt "Tschernobyl 86 – Der Super-GAU", wie die Menschen versuchen, mit der Nuklearkatastrophe fertig zu werden.
"Tschernobyl 86 – Der Super-GAU" von Volker Heise ("Gladbeck", "Schockwellen", "Berlin 45") beruht zu 100 Prozent auf Originalarchivbildern. Die Aufnahmen wurden akribisch recherchiert und stammen zum Teil aus Archiven in der Ukraine. Chronologisch erzählt der 90-minütige Dokumentarfilm ab dem Moment der Explosion anhand von politischen Akteuren entlang der sich überschlagenden Ereignisse. Menschen sind unmittelbar zu erleben, wie ihnen die Zeit davonläuft, wie sie ihre Angst nicht länger verbergen, wie sie sich unter Lebensgefahr in die radioaktive Gefahrenzone begeben, um in einem Kraftakt das Schlimmste zu verhindern. Der Dokumentarfilm erinnert mit der tickenden Uhr an die Tage und Wochen nach der Atomkatastrophe.

Filmvorführung mit Valeria Babych, die an der Entstehung des Films mitwirkte.
Eine Veranstaltung zur Unterstützung der Ukraine.
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Am 29.04.26 um 19:30h bei uns:

Sassy Susy lässt die Hüllen fallen und präsentiert zum allerersten Mal in der langen Geschichte des Salons einen echten und wahrhaftigen

***Trommelwirbel***

Mann !

Und zwar nicht irgendeinen, sondern den ihrigen.

Dieses Exemplar konnte sich durch den Greenflagnavigator manövrieren und hat selbst die ein oder andere nicht ganz grüne Flagge auf Damenseite überstanden.

Das Paar wird aus dem Nähkästchen plaudern und ein paar Anekdoten zum Besten geben.
Kann es dabei zu Brechreiz kommen angesichts von zu viel Süßigkeit? Vielleicht.
Werden kritische Fragen und Beiträge aus dem Publikum zensiert? Niemals!
Für die Liebe tun wir alles - auch die ein oder andere Hülle fallen lassen.
Don’t miss it 💕

Sassy Susy und ihre *Special Guests* besprechen die wirklich wichtigen Themen des Lebens - Liebe, Sex, Begehren.
Das Geschlechterverhältnis wird mal ernsthaft, mal frivol mit psychoanalytischem Besteck seziert. Immer gern gesehen sind Belange aus dem Publikum, denen sich Susy mit Leidenschaft annimmt.

Es herrscht die freie 🍑-ociation!
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Es heißt wieder: Hinaus zum 1. Mai! Und zwar auf den Kirsten-Heisig-Platz!

☀️Ab 14 Uhr gibt es Bratwurst, Pommes & Maibowle☀️

Um 19:30 Uhr ist Jungle Bar zum Thema: Der Fleiß ist die Wurzel der Hässlichkeit - Musik & Texte zur gezielten Schwächung der Arbeitsmoral. Ein musikalischer Abend mit Markus Ströhlein 🏖

Wir sehen uns!
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