Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! 🎉✨🎊
Es wird ein spannendes Jahr mit den angekündigten Protesten unserer Bauern am 8. Januar, mit der neuen Partei von Sahra Wagenknecht und mit den neuen Wahlen in den USA.
Es sind zwei lange spannende Artikel über Schule und Geld in Arbeit und dieses Jahr wird wieder etwas mehr von mir kommen.
Es wird ein spannendes Jahr mit den angekündigten Protesten unserer Bauern am 8. Januar, mit der neuen Partei von Sahra Wagenknecht und mit den neuen Wahlen in den USA.
Es sind zwei lange spannende Artikel über Schule und Geld in Arbeit und dieses Jahr wird wieder etwas mehr von mir kommen.
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Die Bauernproteste: Meine Gedanken
Es ist faszinierend, dass scheinbar die selben Leute, welche (zumindest insgeheim) Gewalt an Klimaklebern feiern, sich nun mit den Straßenblockaden der Bauern solidarisieren. Geht es den meisten Menschen nicht um moralische Prinzipien, sondern bloß um ihre subjektive Meinung oder gar Wutbürgertum?
Ich selbst habe mich ertappt, genau das zu tun: Warum finde ich die Bauernproteste nicht schlimm, die Klimakleber jedoch schon? Ist das Doppelmoral oder gibt es da vielleicht einen Unterschied, der diese Haltung trotzdem in sich kohärent macht?
Der erste Unterschied, welcher mir auffiel, war das Ziel beider Aktionen. Die Klimakleber möchten auf zu hohen CO₂‐Ausstoß aufmerksam machen sowie auf die dahingehend schlechte Politik und Konzernstrukturen. Dann stellt sich die Frage: Warum kleben sie sich nicht vor Einfahrten von Regierungsgebäuden oder Großunternehmen, sondern blockieren stattdessen normale Bürger?
Die Bauern möchten hingegen darauf aufmerksam machen, wie wichtig ihr Beruf ist und, dass eine Gesellschaft ohne sie nicht überlebensfähig ist. Daher sind die Blockaden bei ihnen durchaus passender. Der zweite Unterschied ist zudem, dass Fahrzeuge natürlich eher auf die Straße gehören, als festgeklebte Passanten.
Dazu kommt, dass ein paar Bauern sogar aktiv versucht haben, einen Bundesminister zu behindern, und genau diese Aktion wurde besonders stark kritisiert. Warum ist das so? Ist das vielleicht gerade, wo es weh tut, also effektiv ist?
Auch wird sich ständig darüber beschwert, dass die AfD sich mit den Protesten solidarisiert. Die Bauern sollen sich doch bitte distanzieren. Genau das ist es jedoch, was bereits in der Vergangenheit erfolgreich für Teile und Herrsche gesorgt hat. Es sollte nicht wichtig sein, wer sich einem anschließt. Wichtig sollte das Ziel sein. Wenn das klar definiert ist, spielt es keine Rolle, wer sich anschließt.
Doch kommen wir zurück zum ursprünglichen Thema. Weitere Unterschiede sind, dass sich einige Klimakleber als bezahlte Schauspieler herausgestellt haben und sie in Wirklichkeit einfach nur stören möchten. Ihre Blockaden sorgen sogar für das Gegenteil ihrer angeblichen Ziele. Autos stehen länger mit laufendem Motor herum und die Bevölkerung wird zunehmend genervt vom Thema.
Anders sieht das bei den Bauern aus: Es geht ihnen tatsächlich um ihre eigene Sache und es ist bundesweit groß angelegt und wurde vorab angekündigt, sodass die Menschen dadurch nicht plötzlich gestört wurden, sondern sie genau wussten, dass dann wohl Betriebe stillstehen oder Schulunterricht ausfallen wird. Manch einer freut sich wohlmöglich sogar darüber…
Insofern denke ich nicht, dass es ein Widerspruch ist, Klimakleber abzulehnen und Bauernprotesten zuzustimmen. Auch, wenn sich viele Menschen sicherlich nicht diese ganzen Gedanken gemacht haben werden, sind diese Unterschiede doch intuitiv wahrnehmbar. Es geht nicht nur den Bauern, sondern sehr vielen Menschen, schlichtweg darum, endlich ein Zeichen zu setzen. Nun, mit diesen Bauernprotesten, findet sich lediglich ein Ventil dafür.
Sie empfinden, dass alles zunehmend bergab geht. Meiner Ansicht nach ist das nicht nur ein Empfinden. Ein solcher Widerstand war doch schon lange überfällig. Ich hoffe, dass es Wirkung zeigt und bei Bedarf wiederholt wird. Denn… Bedarf ist genug da. Es gibt viele weitere wichtige offene Themen.
Es ist faszinierend, dass scheinbar die selben Leute, welche (zumindest insgeheim) Gewalt an Klimaklebern feiern, sich nun mit den Straßenblockaden der Bauern solidarisieren. Geht es den meisten Menschen nicht um moralische Prinzipien, sondern bloß um ihre subjektive Meinung oder gar Wutbürgertum?
Ich selbst habe mich ertappt, genau das zu tun: Warum finde ich die Bauernproteste nicht schlimm, die Klimakleber jedoch schon? Ist das Doppelmoral oder gibt es da vielleicht einen Unterschied, der diese Haltung trotzdem in sich kohärent macht?
Der erste Unterschied, welcher mir auffiel, war das Ziel beider Aktionen. Die Klimakleber möchten auf zu hohen CO₂‐Ausstoß aufmerksam machen sowie auf die dahingehend schlechte Politik und Konzernstrukturen. Dann stellt sich die Frage: Warum kleben sie sich nicht vor Einfahrten von Regierungsgebäuden oder Großunternehmen, sondern blockieren stattdessen normale Bürger?
Die Bauern möchten hingegen darauf aufmerksam machen, wie wichtig ihr Beruf ist und, dass eine Gesellschaft ohne sie nicht überlebensfähig ist. Daher sind die Blockaden bei ihnen durchaus passender. Der zweite Unterschied ist zudem, dass Fahrzeuge natürlich eher auf die Straße gehören, als festgeklebte Passanten.
Dazu kommt, dass ein paar Bauern sogar aktiv versucht haben, einen Bundesminister zu behindern, und genau diese Aktion wurde besonders stark kritisiert. Warum ist das so? Ist das vielleicht gerade, wo es weh tut, also effektiv ist?
Auch wird sich ständig darüber beschwert, dass die AfD sich mit den Protesten solidarisiert. Die Bauern sollen sich doch bitte distanzieren. Genau das ist es jedoch, was bereits in der Vergangenheit erfolgreich für Teile und Herrsche gesorgt hat. Es sollte nicht wichtig sein, wer sich einem anschließt. Wichtig sollte das Ziel sein. Wenn das klar definiert ist, spielt es keine Rolle, wer sich anschließt.
Doch kommen wir zurück zum ursprünglichen Thema. Weitere Unterschiede sind, dass sich einige Klimakleber als bezahlte Schauspieler herausgestellt haben und sie in Wirklichkeit einfach nur stören möchten. Ihre Blockaden sorgen sogar für das Gegenteil ihrer angeblichen Ziele. Autos stehen länger mit laufendem Motor herum und die Bevölkerung wird zunehmend genervt vom Thema.
Anders sieht das bei den Bauern aus: Es geht ihnen tatsächlich um ihre eigene Sache und es ist bundesweit groß angelegt und wurde vorab angekündigt, sodass die Menschen dadurch nicht plötzlich gestört wurden, sondern sie genau wussten, dass dann wohl Betriebe stillstehen oder Schulunterricht ausfallen wird. Manch einer freut sich wohlmöglich sogar darüber…
Insofern denke ich nicht, dass es ein Widerspruch ist, Klimakleber abzulehnen und Bauernprotesten zuzustimmen. Auch, wenn sich viele Menschen sicherlich nicht diese ganzen Gedanken gemacht haben werden, sind diese Unterschiede doch intuitiv wahrnehmbar. Es geht nicht nur den Bauern, sondern sehr vielen Menschen, schlichtweg darum, endlich ein Zeichen zu setzen. Nun, mit diesen Bauernprotesten, findet sich lediglich ein Ventil dafür.
Sie empfinden, dass alles zunehmend bergab geht. Meiner Ansicht nach ist das nicht nur ein Empfinden. Ein solcher Widerstand war doch schon lange überfällig. Ich hoffe, dass es Wirkung zeigt und bei Bedarf wiederholt wird. Denn… Bedarf ist genug da. Es gibt viele weitere wichtige offene Themen.
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Lernen, Teil 0: Geschichte der Schulen
Die Audio‐Versionen dieser drei Zitate sind ungekürzt.
Prof. Dr. Franz Hörmann
Maria Theresia wollte in Wirklichkeit auch nicht unbedingt eine gebildete Bevölkerung, sondern sie wollte Soldaten, die lesen und schreiben können und sich mit Begeisterung
Die nächste Konditionierungsstufe war mit der Industrialisierung erreicht. Da hat man das akustische Glockensystem eingeführt, weil auch bei den ersten Fließbändern
Sie lernen z. B. auch, dass Autorität wichtiger ist, als inhaltliches Wissen, denn wenn der Mathematiklehrer
Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Die
Das sind Dinge, die vollständig aus dem Fokus geraten sind, wie sehr eigentlich Schulen, aber auch Universitäten, dieser Tiefenindoktrination dienen.
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther
Das war im Kaiserreich so.
Die Audio‐Versionen dieser drei Zitate sind ungekürzt.
Prof. Dr. Franz Hörmann
→🔊»Schule hatte historisch nie den Zweck, die Menschen zu bilden. […] John Taylor Gatto […] ist ein amerikanischer Lehrer, der in den 90er Jahren zum besten Lehrer New Yorks ausgezeichnet wurde. In seiner Dankesrede hat er gefordert, die Schulpflicht abzuschaffen, weil er in seinen Büchern […][nachwies], dass […][dessen] Ziel war, die Menschen durch Verdummung unten zu halten, […]Maria Theresia wollte in Wirklichkeit auch nicht unbedingt eine gebildete Bevölkerung, sondern sie wollte Soldaten, die lesen und schreiben können und sich mit Begeisterung
[…] erschießen lassen. Deshalb waren im Preußen und in Österreich die ersten Lehrer pensionierte Offiziere, […] Die ganze Idee von Disziplin – Augen geradeaus, wir stehen auf, wir grüßen, wenn der Lehrer reinkommt, wir sind ruhig, wir schwätzen nicht, und ein Bild vom Landesvater hängt an der Wand – kommt noch aus dieser Zeit. […]Die nächste Konditionierungsstufe war mit der Industrialisierung erreicht. Da hat man das akustische Glockensystem eingeführt, weil auch bei den ersten Fließbändern
[…] mit einem akustischen Signal der Arbeitsgang gewechselt wurde. Damit das schon von der Schule an trainiert wird, müssen dann eben nach einer Schulstunde die Kinder alles fallen lassen, womit sie gerade beschäftigt sind, und dann plötzlich etwas ganz anderes tun. Das sind die unterbewussten Trainingseinheiten. […] Inhalt […], den sie ja sowieso wieder vergessen, ist ja völlig irrelevant.Sie lernen z. B. auch, dass Autorität wichtiger ist, als inhaltliches Wissen, denn wenn der Mathematiklehrer
[…] in einem Jahr […] auf Verständnis prüft und die Schularbeit ganz anders korrigiert, als der Mathelehrer, dem es ein Jahr später nur um das richtige Ergebnis geht, dann lernen sie, dass sie, wenn sie eine gute Note haben wollen, immer das tun müssen, was der Lehrer sagt, und nie eigene Entscheidungen treffen.«Prof. Dr. Rainer Mausfeld
→🔊»Tiefenindoktrination […] durchzieht alle Sozialisationsinstanzen, insbesondere natürlich auch die Schulen. […] Wir beschäftigen uns sehr viel mit Propaganda und […] Medien. […] Die Schulen sind als Tarnkappenindoktrinateure irgendwie aus dem Fokus geraten. […]Die
[Schulpflicht] wurde nicht eingeführt, um mündige Bürger zu erzeugen. […] Sinn der Schulpflicht war, gehorsame Staatsbürger und fromme Kirchgänger heranzuziehen. Wie kann es sein, dass wir […] weiterhin die Ideologie in uns tragen, mit den Schulen sollen mündige Bürger erzeugt werden?[…] Beispiel […], von Bertrand Russell, der sagt: „Ausbildungssysteme sind nicht entwickelt worden, um echtes Wissen zu vermitteln, sondern um das Volk dem Willen der Herrschenden gefügig zu machen. Ohne ein raffiniertes Täuschungssystem in den Schulen wäre es unmöglich, den Schein der Demokratie zu wahren. Es ist nicht erwünscht, dass der normale Bürger selbstständig denkt, weil man der Auffassung ist, dass Leute, die selbstständig denken, schwer handzuhaben sind. Nur die Eliten sollen denken. Der Rest soll gehorchen oder den Führern folgen, wie eine Hammelherde. Diese Doktrin hat auch in Demokratien alle staatlichen Erziehungssysteme von Grund auf verdorben.“ 1922!Das sind Dinge, die vollständig aus dem Fokus geraten sind, wie sehr eigentlich Schulen, aber auch Universitäten, dieser Tiefenindoktrination dienen.
«Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther
→🔊»Wir haben […] Schule nicht deshalb, damit die Kinder da drin ihre Potenziale entfalten, […] Schule war immer schon zu nichts anderem da, als dass […][sie] so zurechtgestutzt werden, dass […][sie] diese komische Gesellschaft optimal und möglichst lange erhalten […].Das war im Kaiserreich so.
[…] Das war bei den Nazis so. […] Jedenfalls wäre es jetzt total bekloppt von uns, wenn wir glaubten, dass unsere Schulen nun nicht mehr dazu da sind, gute Konsumenten hervorzubringen. […] Wir brauchen möglichst viele Leute, […] die mit ganz vielen Bedürfnissen herumlaufen, weil sie so unglücklich in der Schule gewesen sind, müssen sie dann ganz viel haben.«👍3
Lernen, Teil 1: Eintauchen ins Gedächtnis
Es gibt kaum ein Thema, das gleichzeitig so wichtig ist und so viele Irrglauben aufweist. Lernen wird allgemeinhin als etwas Negatives oder Anstrengendes empfunden und unmittelbar mit der Schule in Verbindung gebracht. Dass Schulen jedoch gar nichts mit Lernen zu tun haben, wie es eigentlich wünschenswert wäre, habt ihr bereits im vorherigen Teil 0 erfahren. Es geht in Wirklichkeit um Konditionierung und Einhegung ins Gesellschaftssystem.
Das fängt bereits bei den einfachsten Aspekten an. Bis zum sechsten Lebensjahr gilt es als psychologisch auffällig, wenn Kinder sich nicht bewegen möchten. Ab dem sechsten Lebensjahr gilt es als psychologisch auffällig, wenn Kinder sich bewegen möchten, anstatt stundenlang stillzusitzen und sich vorgefertigte Sachen anzuhören. Seit wann kann in der Wissenschaft so gearbeitet werden? Von Menschen künstlich erschaffene Umstände bestimmen, was psychologisch gesund sei? Es weist darauf hin, dass es bei diesem Thema in Wirklichkeit um etwas anderes geht, als um Gesundheit oder Lernen, doch das hört natürlich hier nicht auf.
Ein Großteil der in der Schule behandelten Inhalte wird sehr bald wieder vergessen. Das ist seit langem allgemein hin bekannt und bleibt dennoch unverändert. Erneut geht es offenbar nicht wirklich um das vorgegebene Ziel. All diese von den Kindern dafür aufgewendete Zeit kann als verschwendet betrachtet werden. Dieselbe Zeit hätte sinnvoll eingesetzt werden können, um Talente und Begabungen zu fördern. Schulen stehlen somit einen gehörigen Teil des wichtigsten Guts, das wir als Menschen haben, nämlich unsere Lebenszeit.
Doch um was handelt es sich denn nun bei diesem Lernen? Einen ersten Hinweis darauf gibt uns der Freilerner André Stern in seinen Vorträgen, wenn er fragt: „Was machen Kinder, wenn wir sie in Ruhe lassen?“ Doch dazu – und zu alternativen Konzepten – kommen wir in Teil 3. Fangen wir erst einmal bei den Grundlagen an, nämlich dem Gehirn und Gedächtnis. Hierbei gebe ich größtenteils die Erklärungen des Arztes und Molekulargenetikers Dr. Michael Nehls aus seinem Interview bei Jasmin Kosubek wieder. Warum vergessen wir überhaupt?
Das Kurzzeitgedächtnis ist ein sehr kleiner Teil des Gehirns. Dieses hat die Stärke, sich Dinge blitzschnell und ohne die Notwendigkeit von Wiederholung merken zu können. Jedoch hat es durch seine geringe Größe nur stark begrenzte Speicherkapazität. Daher hat das Kurzzeitgedächtnis ebenfalls die Aufgabe, seinen Inhalt dem großen Langzeitgedächtnis im Schlaf durch wiederholtes Vorspielen beizubringen. Anschließend löscht sich das Kurzzeitgedächtnis, sodass neuer Speicherplatz für den nächsten Tag zur Verfügung steht.
Allerdings bleibt immer eine Verknüpfung im Kurzzeitgedächtnis erhalten. Ohne diese Liste von Verknüpfungen im Kurzzeitgedächtnis kann unser Gehirn nicht auf im Langzeitgedächtnis gespeicherte Dinge zugreifen. Üblich wachsen im Schlaf außerdem neue Neuronen im Kurzzeitgedächtnis, um den für diesen Index belegten Speicherplatz auszugleichen, sodass genug freier Speicher für die Erfahrungen des nächsten Tages zur Verfügung steht.
Wenn das Kurzzeitgedächtnis voll ist und dennoch weitere Dinge gespeichert werden müssen, priorisiert es – so vermuten Forscher – anhand der emotionalen Wichtigkeit, was gelöscht wird. Klar ist jedoch, dass jede Erinnerung im Index zusammen mit der Emotion gespeichert wird, die dabei empfunden wurde; und ohne Emotionen verbleiben Inhalte gar nicht im Index. Daher wird vieles vom Schulstoff vergessen. Dann, beim Abrufen von Erinnerungen, wird immer auch das verknüpfte Gefühl mit abgerufen. Deshalb sollte Lernen stets etwas Positives sein.
Letzteres wusste ich bereits durch Vorträge vom Hirnforscher, Arzt, Biologen und Tierarzt Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, der in Teil 0 bereits zu Wort kam. Dieser spricht zudem häufig von zwei psychischen Grundbedürfnissen, mit denen jeder Mensch geboren wird. Das ist in einer Woche Thema in Teil 2. Ich vermute sogar, dass jedes Säugetier oder gar jedes Tier damit geboren wird, doch das nur als kleiner Einwurf am Rande.
Es gibt kaum ein Thema, das gleichzeitig so wichtig ist und so viele Irrglauben aufweist. Lernen wird allgemeinhin als etwas Negatives oder Anstrengendes empfunden und unmittelbar mit der Schule in Verbindung gebracht. Dass Schulen jedoch gar nichts mit Lernen zu tun haben, wie es eigentlich wünschenswert wäre, habt ihr bereits im vorherigen Teil 0 erfahren. Es geht in Wirklichkeit um Konditionierung und Einhegung ins Gesellschaftssystem.
Das fängt bereits bei den einfachsten Aspekten an. Bis zum sechsten Lebensjahr gilt es als psychologisch auffällig, wenn Kinder sich nicht bewegen möchten. Ab dem sechsten Lebensjahr gilt es als psychologisch auffällig, wenn Kinder sich bewegen möchten, anstatt stundenlang stillzusitzen und sich vorgefertigte Sachen anzuhören. Seit wann kann in der Wissenschaft so gearbeitet werden? Von Menschen künstlich erschaffene Umstände bestimmen, was psychologisch gesund sei? Es weist darauf hin, dass es bei diesem Thema in Wirklichkeit um etwas anderes geht, als um Gesundheit oder Lernen, doch das hört natürlich hier nicht auf.
Ein Großteil der in der Schule behandelten Inhalte wird sehr bald wieder vergessen. Das ist seit langem allgemein hin bekannt und bleibt dennoch unverändert. Erneut geht es offenbar nicht wirklich um das vorgegebene Ziel. All diese von den Kindern dafür aufgewendete Zeit kann als verschwendet betrachtet werden. Dieselbe Zeit hätte sinnvoll eingesetzt werden können, um Talente und Begabungen zu fördern. Schulen stehlen somit einen gehörigen Teil des wichtigsten Guts, das wir als Menschen haben, nämlich unsere Lebenszeit.
Doch um was handelt es sich denn nun bei diesem Lernen? Einen ersten Hinweis darauf gibt uns der Freilerner André Stern in seinen Vorträgen, wenn er fragt: „Was machen Kinder, wenn wir sie in Ruhe lassen?“ Doch dazu – und zu alternativen Konzepten – kommen wir in Teil 3. Fangen wir erst einmal bei den Grundlagen an, nämlich dem Gehirn und Gedächtnis. Hierbei gebe ich größtenteils die Erklärungen des Arztes und Molekulargenetikers Dr. Michael Nehls aus seinem Interview bei Jasmin Kosubek wieder. Warum vergessen wir überhaupt?
Das Kurzzeitgedächtnis ist ein sehr kleiner Teil des Gehirns. Dieses hat die Stärke, sich Dinge blitzschnell und ohne die Notwendigkeit von Wiederholung merken zu können. Jedoch hat es durch seine geringe Größe nur stark begrenzte Speicherkapazität. Daher hat das Kurzzeitgedächtnis ebenfalls die Aufgabe, seinen Inhalt dem großen Langzeitgedächtnis im Schlaf durch wiederholtes Vorspielen beizubringen. Anschließend löscht sich das Kurzzeitgedächtnis, sodass neuer Speicherplatz für den nächsten Tag zur Verfügung steht.
Allerdings bleibt immer eine Verknüpfung im Kurzzeitgedächtnis erhalten. Ohne diese Liste von Verknüpfungen im Kurzzeitgedächtnis kann unser Gehirn nicht auf im Langzeitgedächtnis gespeicherte Dinge zugreifen. Üblich wachsen im Schlaf außerdem neue Neuronen im Kurzzeitgedächtnis, um den für diesen Index belegten Speicherplatz auszugleichen, sodass genug freier Speicher für die Erfahrungen des nächsten Tages zur Verfügung steht.
Wenn das Kurzzeitgedächtnis voll ist und dennoch weitere Dinge gespeichert werden müssen, priorisiert es – so vermuten Forscher – anhand der emotionalen Wichtigkeit, was gelöscht wird. Klar ist jedoch, dass jede Erinnerung im Index zusammen mit der Emotion gespeichert wird, die dabei empfunden wurde; und ohne Emotionen verbleiben Inhalte gar nicht im Index. Daher wird vieles vom Schulstoff vergessen. Dann, beim Abrufen von Erinnerungen, wird immer auch das verknüpfte Gefühl mit abgerufen. Deshalb sollte Lernen stets etwas Positives sein.
Letzteres wusste ich bereits durch Vorträge vom Hirnforscher, Arzt, Biologen und Tierarzt Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, der in Teil 0 bereits zu Wort kam. Dieser spricht zudem häufig von zwei psychischen Grundbedürfnissen, mit denen jeder Mensch geboren wird. Das ist in einer Woche Thema in Teil 2. Ich vermute sogar, dass jedes Säugetier oder gar jedes Tier damit geboren wird, doch das nur als kleiner Einwurf am Rande.
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Lernen, Teil 2: Psychologie der Bedürfnisse
Nun, welche sind denn die beiden psychischen Grundbedürfnisse, die ich in Teil 1 andeutete? Dabei handelt es sich um ›geistiges Wachstum aus sich selbst heraus‹ sowie ›Bindung zu anderen Menschen als gleichwertiges Mitglied‹. Meiner Vermutung nach ist Bindung zu anderen Tieren ebenfalls ein Teil dessen. Beide Bedürfnisse können auch mit den Begriffen ›Neugierde‹ und ›Verbundenheit‹ zusammengefasst werden. Wenn jeder Mensch damit geboren wird, stellt sich jedoch die Frage, warum so viele Menschen das damit eigentlich zu erwartende Verhalten, wie die Lust am Lernen, völlig zu wünschen übrig lassen.
Die Antwort darauf ist relativ einfach: Die Funktionsweise der Schulen mit ihren festgeschriebenen Lehrplänen unterdrückt aktiv das Neugierde‐Bedürfnis. Auch daheim nach der Schule findet sich oft keine Erholung, wenn die Eltern nicht hinter ihren Kindern stehen, sondern stattdessen weiteren Druck wegen der Noten erzeugen. Das Bedürfnis nach Verbundenheit wird seitens Eltern und Schulen durch diese Behandlung von oben herab sowie durch viel zu häufiges Mobbing ebenfalls verletzt.
Bereits die einfache Unterdrückung der genannten Bedürfnisse aktiviert laut Prof. Hüther im Gehirn die gleichen Areale wie bei körperlichen Schmerzen. Dieser wiederholte unterbewusste Schmerz, der im Gehirn stattfindet, löst nunmehr Kompensationsmechanismen aus. Schließlich möchte unser Gehirn nicht immer wieder verletzt werden. Es ist ein unterbewusster emotionaler Konflikt, den die jungen Menschen selbst nicht lösen können. Daher versucht ihre Psyche, irgendwie damit umzugehen und eine Art von Akzeptanz für die Situation zu finden.
Als Resultat gibt es zwei Formen von Resignation. Die erste ist, dass sie sich fortan einreden, sie selbst seien der Fehler, sie selbst seien irgendwie schlecht und Schuld an dem Konflikt. Die zweite Form ist, sich selbst einzureden, die anderen Menschen seien der Fehler, Schuld am Konflikt, und diese ganze Gesellschaft könne ihnen einfach mal gestohlen bleiben.
Gleichzeitig muss die Psyche natürlich versuchen, mit dem verursachten Schmerz umzugehen. Häufig beginnt das Gehirn daher, die Schmerzen in dieser Region des Gehirns zu betäuben. Die Folge ist, dass sich diese Menschen fortan auch körperlich weniger spüren. Möglicherweise ist eine Erklärung für das Bedürfnis an selbstverletzendem Verhalten, sich damit wieder fühlen zu wollen.
Diese Kompensationen reichen jedoch noch nicht zur psychischen Bewältigung aus. Bis jetzt wurde lediglich auf den Schmerz und die Akzeptanz reagiert. Trotzdem braucht der Mensch weiterhin die Erfüllung psychischer Bedürfnisse. Die damit verbundenen positiven Gefühle sind notwendig. Viele Menschen entwickeln entsprechende psychologische Probleme, weil sie keine oder zu wenige Ersatzbefriedigungen finden.
Manche jedoch finden ihren Ersatz, wie die Flucht in Fantasiewelten in z. B. Videospielen, das Zugehörigkeitsgefühl durch Verfallen in Ideologien oder auch Drogen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch schlicht um den Konsum. Um die Probleme des Geldsystems wird es in zwei Wochen in der nächsten Artikelreihe gehen, doch wir erinnern uns an bereits Teil 0:
Digitalisierung an Schulen könnte ebenfalls ein Problem sein, denn was zum Lernen fürs Gehirn wichtig ist, sind je nach Themengebiet nicht nur die in Teil 1 erörterten Emotionen, sondern auch die damit verbundene Motorik. Darauf wird vom Hirnforscher, Arzt und Psychologen Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer hingewiesen. Diese wichtige Motorik fehlt, wenn Kinder lediglich auf Tasten tippen oder auf Displays umher wischen. Die daraus resultierenden negativen Effekte werden von Prof. Spitzer als ›digitale Demenz‹ bezeichnet.
Wie all die bis hierhin geschilderten Probleme gelöst werden könnten und unsere Bildung vielleicht besser umzusetzen wäre, wird in einer Woche im schließlich letzten Teil dieser Artikelreihe behandelt werden.
Nun, welche sind denn die beiden psychischen Grundbedürfnisse, die ich in Teil 1 andeutete? Dabei handelt es sich um ›geistiges Wachstum aus sich selbst heraus‹ sowie ›Bindung zu anderen Menschen als gleichwertiges Mitglied‹. Meiner Vermutung nach ist Bindung zu anderen Tieren ebenfalls ein Teil dessen. Beide Bedürfnisse können auch mit den Begriffen ›Neugierde‹ und ›Verbundenheit‹ zusammengefasst werden. Wenn jeder Mensch damit geboren wird, stellt sich jedoch die Frage, warum so viele Menschen das damit eigentlich zu erwartende Verhalten, wie die Lust am Lernen, völlig zu wünschen übrig lassen.
Die Antwort darauf ist relativ einfach: Die Funktionsweise der Schulen mit ihren festgeschriebenen Lehrplänen unterdrückt aktiv das Neugierde‐Bedürfnis. Auch daheim nach der Schule findet sich oft keine Erholung, wenn die Eltern nicht hinter ihren Kindern stehen, sondern stattdessen weiteren Druck wegen der Noten erzeugen. Das Bedürfnis nach Verbundenheit wird seitens Eltern und Schulen durch diese Behandlung von oben herab sowie durch viel zu häufiges Mobbing ebenfalls verletzt.
Bereits die einfache Unterdrückung der genannten Bedürfnisse aktiviert laut Prof. Hüther im Gehirn die gleichen Areale wie bei körperlichen Schmerzen. Dieser wiederholte unterbewusste Schmerz, der im Gehirn stattfindet, löst nunmehr Kompensationsmechanismen aus. Schließlich möchte unser Gehirn nicht immer wieder verletzt werden. Es ist ein unterbewusster emotionaler Konflikt, den die jungen Menschen selbst nicht lösen können. Daher versucht ihre Psyche, irgendwie damit umzugehen und eine Art von Akzeptanz für die Situation zu finden.
Als Resultat gibt es zwei Formen von Resignation. Die erste ist, dass sie sich fortan einreden, sie selbst seien der Fehler, sie selbst seien irgendwie schlecht und Schuld an dem Konflikt. Die zweite Form ist, sich selbst einzureden, die anderen Menschen seien der Fehler, Schuld am Konflikt, und diese ganze Gesellschaft könne ihnen einfach mal gestohlen bleiben.
Gleichzeitig muss die Psyche natürlich versuchen, mit dem verursachten Schmerz umzugehen. Häufig beginnt das Gehirn daher, die Schmerzen in dieser Region des Gehirns zu betäuben. Die Folge ist, dass sich diese Menschen fortan auch körperlich weniger spüren. Möglicherweise ist eine Erklärung für das Bedürfnis an selbstverletzendem Verhalten, sich damit wieder fühlen zu wollen.
Diese Kompensationen reichen jedoch noch nicht zur psychischen Bewältigung aus. Bis jetzt wurde lediglich auf den Schmerz und die Akzeptanz reagiert. Trotzdem braucht der Mensch weiterhin die Erfüllung psychischer Bedürfnisse. Die damit verbundenen positiven Gefühle sind notwendig. Viele Menschen entwickeln entsprechende psychologische Probleme, weil sie keine oder zu wenige Ersatzbefriedigungen finden.
Manche jedoch finden ihren Ersatz, wie die Flucht in Fantasiewelten in z. B. Videospielen, das Zugehörigkeitsgefühl durch Verfallen in Ideologien oder auch Drogen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch schlicht um den Konsum. Um die Probleme des Geldsystems wird es in zwei Wochen in der nächsten Artikelreihe gehen, doch wir erinnern uns an bereits Teil 0:
Wir brauchen möglichst viele Leute, die mit ganz vielen Bedürfnissen herumlaufen. Weil sie so unglücklich in der Schule gewesen sind, müssen sie dann ganz viel haben.
Digitalisierung an Schulen könnte ebenfalls ein Problem sein, denn was zum Lernen fürs Gehirn wichtig ist, sind je nach Themengebiet nicht nur die in Teil 1 erörterten Emotionen, sondern auch die damit verbundene Motorik. Darauf wird vom Hirnforscher, Arzt und Psychologen Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer hingewiesen. Diese wichtige Motorik fehlt, wenn Kinder lediglich auf Tasten tippen oder auf Displays umher wischen. Die daraus resultierenden negativen Effekte werden von Prof. Spitzer als ›digitale Demenz‹ bezeichnet.
Wie all die bis hierhin geschilderten Probleme gelöst werden könnten und unsere Bildung vielleicht besser umzusetzen wäre, wird in einer Woche im schließlich letzten Teil dieser Artikelreihe behandelt werden.
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Lernen, Teil 3: Der natürliche Weg
Um was handelt es sich denn bei diesem Lernen? Einen ersten Hinweis darauf gibt uns der Freilerner André Stern, wenn er sagt: „Was machen Kinder, wenn man sie in Ruhe lässt? – Das trifft sogar auf schwerkranke Kinder zu: Sie spielen!“ Erwachsene kommen jedoch häufig, das Kind solle mit dem Spielen aufhören, um zu lernen. Dabei erkennen sie nicht den Widerspruch. Kinder bemerken diesen womöglich unterbewusst, erneut resultierend in den Konflikten im Gehirn; denn Spielen entstand evolutionär als beste Methode zum Lernen! Weitere Gedanken dazu sind in einem früheren Text zu finden.
Wir können von den Freilernern lernen. Das sind Menschen, die nie Unterricht hatten, weder in einer Schule, noch daheim. Es ist keine pädagogische Methode, sondern sie wurden schlicht nie beim Spielen unterbrochen. So entwickeln sie sich weiter. Die Spiele werden inhaltsvoller. Beispielsweise werden Formeln zur Berechnung gesucht, wie schnell ein kleines Selbstbauauto fährt. Oder das nun bereits erwachsene Kind ist unzufrieden mit akustischen Gitarren auf dem Markt und wird so schlussendlich zum Gitarrenbaumeister. Ich spreche von André Stern.
Nur, weil es aufgrund der Schulpflicht nicht viele Freilerner gibt, bedeutet das nicht, es handle sich um Einzelfälle. Wie Herr Stern gut erklärt, wundert sich niemand, wenn aus einem Mangokern in der gesunden Erde eine Pflanze heranwächst. Genauso verwundert es nicht, wenn so aus mit Neugierde geborenen Menschen geistig gereifte Individuen heranwachsen. Das ist kein Einzelfall und keine Hochbegabung. Es ist, genauso wie eine wachsende Mangopflanze, natürlich. Wichtig ist eine gesunde Umgebung und die ihnen gelassene Freiheit.
Schulen könnten das Prinzip der Freilerner relativ leicht übernehmen. Lassen wir die negativen Aspekte der Schulen weg. Übrig bleiben Gebäude, die freiwillig besucht werden, mit vielen Räumen für die verschiedenen Themengebiete. Darin finden keine Lehrpläne statt. Kein Stoff kann verpasst werden. Von jedem kann im persönlichen Rhythmus und Tempo gelernt werden.
Es sind Aufenthaltsstätten für alle Menschen, die etwas zum Thema lernen möchten, entsprechend dem eigenen Lerntyp. In bisherigen Schulen wird dieser weitestgehend ignoriert. Die einen lernen am besten, wenn sie es sich anhören oder sie in der Ecke sitzen und ein Buch lesen. Die anderen lernen am besten, wenn sie es in einer Gruppe diskutieren oder in der Praxis umsetzen. In diesen Räumen können Fortgeschrittene zudem die Anfänger unterstützen. Dadurch vertiefen sie ihr eigenes Wissen und entlasten die anwesenden Lehrer.
Dabei benötigen Kinder für eine gesunde Entwicklung außerdem Feedback. Das ist wichtig, um sich moralisch und im Selbstbild zu orientieren. Wenn Feedback wie bisher in Form von Schulnoten mit all deren Konsequenzen gegeben wird, sorgt das laut Prof. Hüther lediglich für Angst und könne nicht als pädagogisches Feedback dienen. Daher sollte dies in optimalen Schulen durch natürliche soziale Interaktion geschehen, ohne mit dem Feedback irgendwelche Konsequenzen zu verbinden.
Ich deutete es bereits an: Schulen müssen freiwillig sein. Positive Gefühle sind wichtig beim Lernen. Zwang ist stets negativ. Die Schulpflicht gehört daher abgeschafft und durch ein Schulrecht ersetzt, wobei Jugendämter jährlich prüfen können, ob Kinder durch Eltern vom Besuch der Schule abgehalten werden.
Trotzdem braucht es Prüfungen. Deren Zeitpunkt und Form ist je nach persönlicher Präferenz frei wählbar. Bei Misserfolg passiert nichts, keine negativen Konsequenzen. Erfolg hingegen bringt ein Zertifikat in einem Levelsystem. Arbeitgeber können individuell angeben, welche Level in welchen Themen sie benötigen. Schüler brauchen nicht zu versuchen, in allen Fächern einen wie auch immer definierten Durchschnitt zu erreichen. Es wird aus wirklichem Interesse gelernt und dadurch auch nicht wieder vergessen. Es kann sich auf Themen konzentriert werden, die bereits jemandes Talent sind und für den individuellen Berufsweg benötigt werden. Resultat daraus wären kompetente Fachkräfte und mündige Demokraten.
Um was handelt es sich denn bei diesem Lernen? Einen ersten Hinweis darauf gibt uns der Freilerner André Stern, wenn er sagt: „Was machen Kinder, wenn man sie in Ruhe lässt? – Das trifft sogar auf schwerkranke Kinder zu: Sie spielen!“ Erwachsene kommen jedoch häufig, das Kind solle mit dem Spielen aufhören, um zu lernen. Dabei erkennen sie nicht den Widerspruch. Kinder bemerken diesen womöglich unterbewusst, erneut resultierend in den Konflikten im Gehirn; denn Spielen entstand evolutionär als beste Methode zum Lernen! Weitere Gedanken dazu sind in einem früheren Text zu finden.
Wir können von den Freilernern lernen. Das sind Menschen, die nie Unterricht hatten, weder in einer Schule, noch daheim. Es ist keine pädagogische Methode, sondern sie wurden schlicht nie beim Spielen unterbrochen. So entwickeln sie sich weiter. Die Spiele werden inhaltsvoller. Beispielsweise werden Formeln zur Berechnung gesucht, wie schnell ein kleines Selbstbauauto fährt. Oder das nun bereits erwachsene Kind ist unzufrieden mit akustischen Gitarren auf dem Markt und wird so schlussendlich zum Gitarrenbaumeister. Ich spreche von André Stern.
Nur, weil es aufgrund der Schulpflicht nicht viele Freilerner gibt, bedeutet das nicht, es handle sich um Einzelfälle. Wie Herr Stern gut erklärt, wundert sich niemand, wenn aus einem Mangokern in der gesunden Erde eine Pflanze heranwächst. Genauso verwundert es nicht, wenn so aus mit Neugierde geborenen Menschen geistig gereifte Individuen heranwachsen. Das ist kein Einzelfall und keine Hochbegabung. Es ist, genauso wie eine wachsende Mangopflanze, natürlich. Wichtig ist eine gesunde Umgebung und die ihnen gelassene Freiheit.
Schulen könnten das Prinzip der Freilerner relativ leicht übernehmen. Lassen wir die negativen Aspekte der Schulen weg. Übrig bleiben Gebäude, die freiwillig besucht werden, mit vielen Räumen für die verschiedenen Themengebiete. Darin finden keine Lehrpläne statt. Kein Stoff kann verpasst werden. Von jedem kann im persönlichen Rhythmus und Tempo gelernt werden.
Es sind Aufenthaltsstätten für alle Menschen, die etwas zum Thema lernen möchten, entsprechend dem eigenen Lerntyp. In bisherigen Schulen wird dieser weitestgehend ignoriert. Die einen lernen am besten, wenn sie es sich anhören oder sie in der Ecke sitzen und ein Buch lesen. Die anderen lernen am besten, wenn sie es in einer Gruppe diskutieren oder in der Praxis umsetzen. In diesen Räumen können Fortgeschrittene zudem die Anfänger unterstützen. Dadurch vertiefen sie ihr eigenes Wissen und entlasten die anwesenden Lehrer.
Dabei benötigen Kinder für eine gesunde Entwicklung außerdem Feedback. Das ist wichtig, um sich moralisch und im Selbstbild zu orientieren. Wenn Feedback wie bisher in Form von Schulnoten mit all deren Konsequenzen gegeben wird, sorgt das laut Prof. Hüther lediglich für Angst und könne nicht als pädagogisches Feedback dienen. Daher sollte dies in optimalen Schulen durch natürliche soziale Interaktion geschehen, ohne mit dem Feedback irgendwelche Konsequenzen zu verbinden.
Ich deutete es bereits an: Schulen müssen freiwillig sein. Positive Gefühle sind wichtig beim Lernen. Zwang ist stets negativ. Die Schulpflicht gehört daher abgeschafft und durch ein Schulrecht ersetzt, wobei Jugendämter jährlich prüfen können, ob Kinder durch Eltern vom Besuch der Schule abgehalten werden.
Trotzdem braucht es Prüfungen. Deren Zeitpunkt und Form ist je nach persönlicher Präferenz frei wählbar. Bei Misserfolg passiert nichts, keine negativen Konsequenzen. Erfolg hingegen bringt ein Zertifikat in einem Levelsystem. Arbeitgeber können individuell angeben, welche Level in welchen Themen sie benötigen. Schüler brauchen nicht zu versuchen, in allen Fächern einen wie auch immer definierten Durchschnitt zu erreichen. Es wird aus wirklichem Interesse gelernt und dadurch auch nicht wieder vergessen. Es kann sich auf Themen konzentriert werden, die bereits jemandes Talent sind und für den individuellen Berufsweg benötigt werden. Resultat daraus wären kompetente Fachkräfte und mündige Demokraten.
Geld, Teil 1: Die generellen Probleme
Wenn es um die Ursachen der Probleme unserer Gesellschaft geht, findet sich die Antwort nicht nur bei gierigen Konzernen oder bei Propaganda betreibenden Medien. Auch die Schulen, welche uns Menschen mit unerfüllten Bedürfnissen zurücklassen und Konsum als Ersatzbefriedigung begünstigen, wie im vorherigen Artikel beschrieben, sind nur ein Teil der Wahrheit.
Nein, es geht auch um die subtil verfestigte Indoktrination, alles drehe sich nur ums Geld. Es geht um die Abhängigkeit der Menschen vom Prinzip des Geldes. Wir können gar nicht mehr ohne dieses System. Es geht um die Verteilung von Arm nach Reich und um jenes Mittel, welches die Machteliten für diesen Zweck nutzen. Deren wichtigstes Werkzeug dafür ist, zusammen mit der Sucht der Bevölkerung danach, die Funktionsweise des Geldsystems selbst.
Doch beginnen wir an der Wurzel. Bisherige Geldsysteme beruhen im Kern erst einmal auf dem Prinzip der doppelten Buchführung: Wenn Du 100 € erhältst, muss diese 100 € jemand anderes weggeben. Dass dabei auch eine Ware in entgegengesetzter Richtung übergeben wird, spielt bei dieser Erklärung vorerst keine Rolle. Geld wird genauso behandelt wie ein festes Gut, obwohl es nur Zahlen auf Zetteln oder Computern sind. Ein häufig übersehenes Problem ist, dass Menschen aufgrund dessen nur an Güter gelangen können, wenn sie den verlangten Geldbetrag besitzen. Aus Gewohnheit am System sehen wir das als Selbstverständlichkeit und Offensichtlichkeit, doch ist es das wirklich?
Wir bezeichnen unser System als Handel oder Markt. Doch würde dazu nicht gehören, zu verhandeln? Versuche das mal im Supermarkt. Sind diese daher nicht eher Erpressungen? Entweder zahlst Du den festgelegten Betrag oder Du verhungerst.
Menschen können benötigte Güter nicht erhalten, obwohl manche Güter realistisch gesehen ausreichend verfügbar sind, um alle Bedürfnisse decken zu können. In der größten Stadt Österreichs wird beispielsweise so viel Brot entsorgt, wie für den Bedarf der zweitgrößten Stadt Österreichs ausreichend wäre. Obwohl Dinge vorhanden sind, existiert Armut und Hunger, weil natürlich Arbeiter und Hersteller auf das zu erhaltende Geld aus sind – und Käufer den exakt gleichen Betrag aufbringen müssen, den der Anbieter erhält. Die mögliche Alternative dazu wird zukünftig erläutert.
Zudem erschwert das bisherige System die Zusammenarbeit. Was meine ich damit? Wenn mehrere Betriebe gemeinsam ein Produkt entwickeln und herstellen, müssen die Einnahmen vom Verkauf dieses Produkts an alle Mitarbeiter und Betriebe aufgeteilt werden. Es würde pro Mitarbeiter und Betrieb weniger Geld übrig bleiben oder das Produkt wäre zu teuer und nicht konkurrenzfähig.
Wenn hingegen nur ein Betrieb das Produkt vertreibt, müssen die Einnahmen dessen nur an den einen Betrieb aufgeteilt werden. Das klingt erneut selbstverständlich und unabänderlich, muss es aber nicht sein; auch dazu später mehr. Jedenfalls fördert diese Systematik eher Konkurrenz anstatt von Kooperation. Unternehmensgeheimnisse bleiben unter Verschluss. Entdeckungen können nicht von anderen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Dinge werden doppelt parallel entwickelt, eine Verschwendung von Arbeitszeit und Ressourcen. Beispielsweise werden Handy‐ und Internetnetze einfach mehrfach gebaut.
Ein Tauschsystem, wie wir es jetzt haben, verleitet dazu, Informationen zurückzuhalten. Wenn ein Händler ein Produkt günstig entdeckt und woanders eine teurere Verkaufsmöglichkeit kennt, behält er dieses Wissen natürlich für sich und nutzt es für seinen Profit aus. Das bietet keinerlei Vorteil für irgendjemanden sonst in der Gesellschaft. Bereits solch eine grundlegende Sache im System ist mindestens fragwürdig.
Der allgemein gegenwärtige Trend von Profitmaximierung zu Ungunsten der Arbeiter und Kunden ist ebenfalls Folge des Geldsystems, welches Kapitalisten dazu antreibt, auf immer höhere Gewinne und Zahlen zu geiern. Bekanntestes Phänomen ist die geplante Obsoleszenz, also das Entwickeln von Produkten, die absichtlich schneller kaputtgehen, damit öfter nachgekauft werden muss.
Wenn es um die Ursachen der Probleme unserer Gesellschaft geht, findet sich die Antwort nicht nur bei gierigen Konzernen oder bei Propaganda betreibenden Medien. Auch die Schulen, welche uns Menschen mit unerfüllten Bedürfnissen zurücklassen und Konsum als Ersatzbefriedigung begünstigen, wie im vorherigen Artikel beschrieben, sind nur ein Teil der Wahrheit.
Nein, es geht auch um die subtil verfestigte Indoktrination, alles drehe sich nur ums Geld. Es geht um die Abhängigkeit der Menschen vom Prinzip des Geldes. Wir können gar nicht mehr ohne dieses System. Es geht um die Verteilung von Arm nach Reich und um jenes Mittel, welches die Machteliten für diesen Zweck nutzen. Deren wichtigstes Werkzeug dafür ist, zusammen mit der Sucht der Bevölkerung danach, die Funktionsweise des Geldsystems selbst.
Doch beginnen wir an der Wurzel. Bisherige Geldsysteme beruhen im Kern erst einmal auf dem Prinzip der doppelten Buchführung: Wenn Du 100 € erhältst, muss diese 100 € jemand anderes weggeben. Dass dabei auch eine Ware in entgegengesetzter Richtung übergeben wird, spielt bei dieser Erklärung vorerst keine Rolle. Geld wird genauso behandelt wie ein festes Gut, obwohl es nur Zahlen auf Zetteln oder Computern sind. Ein häufig übersehenes Problem ist, dass Menschen aufgrund dessen nur an Güter gelangen können, wenn sie den verlangten Geldbetrag besitzen. Aus Gewohnheit am System sehen wir das als Selbstverständlichkeit und Offensichtlichkeit, doch ist es das wirklich?
Wir bezeichnen unser System als Handel oder Markt. Doch würde dazu nicht gehören, zu verhandeln? Versuche das mal im Supermarkt. Sind diese daher nicht eher Erpressungen? Entweder zahlst Du den festgelegten Betrag oder Du verhungerst.
Menschen können benötigte Güter nicht erhalten, obwohl manche Güter realistisch gesehen ausreichend verfügbar sind, um alle Bedürfnisse decken zu können. In der größten Stadt Österreichs wird beispielsweise so viel Brot entsorgt, wie für den Bedarf der zweitgrößten Stadt Österreichs ausreichend wäre. Obwohl Dinge vorhanden sind, existiert Armut und Hunger, weil natürlich Arbeiter und Hersteller auf das zu erhaltende Geld aus sind – und Käufer den exakt gleichen Betrag aufbringen müssen, den der Anbieter erhält. Die mögliche Alternative dazu wird zukünftig erläutert.
Zudem erschwert das bisherige System die Zusammenarbeit. Was meine ich damit? Wenn mehrere Betriebe gemeinsam ein Produkt entwickeln und herstellen, müssen die Einnahmen vom Verkauf dieses Produkts an alle Mitarbeiter und Betriebe aufgeteilt werden. Es würde pro Mitarbeiter und Betrieb weniger Geld übrig bleiben oder das Produkt wäre zu teuer und nicht konkurrenzfähig.
Wenn hingegen nur ein Betrieb das Produkt vertreibt, müssen die Einnahmen dessen nur an den einen Betrieb aufgeteilt werden. Das klingt erneut selbstverständlich und unabänderlich, muss es aber nicht sein; auch dazu später mehr. Jedenfalls fördert diese Systematik eher Konkurrenz anstatt von Kooperation. Unternehmensgeheimnisse bleiben unter Verschluss. Entdeckungen können nicht von anderen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Dinge werden doppelt parallel entwickelt, eine Verschwendung von Arbeitszeit und Ressourcen. Beispielsweise werden Handy‐ und Internetnetze einfach mehrfach gebaut.
Ein Tauschsystem, wie wir es jetzt haben, verleitet dazu, Informationen zurückzuhalten. Wenn ein Händler ein Produkt günstig entdeckt und woanders eine teurere Verkaufsmöglichkeit kennt, behält er dieses Wissen natürlich für sich und nutzt es für seinen Profit aus. Das bietet keinerlei Vorteil für irgendjemanden sonst in der Gesellschaft. Bereits solch eine grundlegende Sache im System ist mindestens fragwürdig.
Der allgemein gegenwärtige Trend von Profitmaximierung zu Ungunsten der Arbeiter und Kunden ist ebenfalls Folge des Geldsystems, welches Kapitalisten dazu antreibt, auf immer höhere Gewinne und Zahlen zu geiern. Bekanntestes Phänomen ist die geplante Obsoleszenz, also das Entwickeln von Produkten, die absichtlich schneller kaputtgehen, damit öfter nachgekauft werden muss.
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Geld, Teil 2: Arten der Geldschöpfung
Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie die Schöpfung des Geldes funktioniert? An welchem Punkt wird neues Geld in die Öffentlichkeit gebracht?
Geld erhältst Du natürlich vom Arbeitgeber, doch der muss es irgendwoher haben. Er erhält es von den zahlenden Kunden, doch die müssen es irgendwoher haben.
Die Antwort darauf ist tatsächlich simpel. Wir nutzen überall auf der Welt sogenanntes Schuldgeld, welches ausschließlich bei der Kreditvergabe von Banken in Umlauf gebracht wird. Wenn Du einen Kredit nimmst, leihst Du nicht das Geld von irgendjemandem, sondern Du erhältst völlig neu geschöpftes Geld.
Für ein gutes Verständnis der Geldschöpfung ist es wichtig zu wissen, welche Typen von Geldsystemen es eigentlich gibt. Daher folgt nun ein kleiner Exkurs: Alle denkbaren Tausch‐ und Geldsysteme lassen sich in fünf Kategorien einordnen. Die fünfte Kategorie wird jedoch erst in einem späteren Teil beleuchtet, zusammen mit dem Vorschlag eines alternativen Geldsystems.
Nun, die erste Kategorie ist, schlicht kein Geld zu benutzen, sprich der direkte Tauschhandel oder eine Gemeinschaft von Menschen, die auf Vertrauensbasis geben, was sie können, und nehmen, was sie brauchen.
Die zweite Kategorie könnte als Sachgeld bezeichnet werden. Dabei wird etwas, das einen eigenen Wert besitzt, direkt als Währung verwendet. Das kann alles Mögliche sein, aber beispielsweise auch Goldtaler.
Die dritte Kategorie könnte als Vollgeld bezeichnet werden. Dabei wird Geld nach einer bestimmten Regel zu einem bestimmten Zeitpunkt geschöpft und dann genauso wie ein Gut zum Tausch verwendet. Mit Geld als Zwischenschritt können die Leute leichter Dinge tauschen, denn man kann nicht immer etwas anbieten, was der andere gerade benötigt. Der Wert eines Vollgeldes basiert auf dem Vertrauen darauf oder auf dessen Deckung.
Wichtig bei dieser Art von Geld ist, dass durch irgendeine Methode die Geldmenge reguliert werden muss, damit keine Inflation entsteht, also das Geld an Wert verliert. Der Plan B der Wissensmanufaktur begrenzt die Geldmenge durch negative Zinsen von gespartem Geld. Der Bitcoin begrenzt es durch die zeitaufwändige Berechnung beim Schürfen. Eine mit Gold gedeckte Währung begrenzt es durch die begrenzte Verfügbarkeit von Gold.
Es gab eine Zeit, in der der Dollar mit Gold gedeckt war. Jedoch flog irgendwann der Betrug auf, dass mehr Dollar ausgegeben wurden, als Gold vorhanden war. Kurz darauf wurde die Golddeckung dann abgeschafft. Seitdem gibt es weltweit ausschließlich die nun folgende…
Die vierte Kategorie wird als Giralgeld bezeichnet und kann am besten mit einer Metapher erklärt werden. Stelle Dir dazu eine Zeit vor, in der das zweite System herrscht. In einem solchen finden sich nun zwei Leute, die einander einen Gutschein von z. B. je 1 kg Gold ausstellen. Solange die Gutscheine im Umlauf sind, gelten sie als Wert, doch wurde nicht wirklich ein Wert geschaffen, da beide Gutscheine sich vernichten, wenn sie gegenseitig eingelöst würden. Es ist ein Trick, sich gegenüber anderen mit diesen nicht‐Werten zu bevorteilen.
Im heutigen Geldsystem wird der Teil mit Gutscheinen durch das Versprechen bzw. die Schuld ersetzt, es wieder zurückzuzahlen. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als um den Kredit bei einer Bank. Die erörterte doppelte Eigenschaft besteht darin, dass auf der einen Seite virtuelles Geld für Kreditnehmer und auf der anderen Seite Schuldscheine für die Bank entstehen, mit denen sie ebenfalls Handel treiben.
Weitere Einnahmen hat die Bank natürlich durch Zinsrückzahlungen und Mahngebühren. Wirklichen Verlust hat die Bank bei Nichtrückzahlung nicht, da sie schließlich kein vorher existierendes Geld herausgegeben hat, sondern es sich um neu geschöpftes Geld handelt. Banken müssen für ihre Kreditvergaben zudem nur wenige Prozent an Reserven in Form von physischem Geld besitzen. Das unterscheidet sich je nach Land. Im Gegensatz dazu, wie das bei der Metapher der Fall war, kann bei diesen Kreditspielchen nur eine von beiden Seiten einen Vorteil aus diesem Trick ziehen.
Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie die Schöpfung des Geldes funktioniert? An welchem Punkt wird neues Geld in die Öffentlichkeit gebracht?
Geld erhältst Du natürlich vom Arbeitgeber, doch der muss es irgendwoher haben. Er erhält es von den zahlenden Kunden, doch die müssen es irgendwoher haben.
Die Antwort darauf ist tatsächlich simpel. Wir nutzen überall auf der Welt sogenanntes Schuldgeld, welches ausschließlich bei der Kreditvergabe von Banken in Umlauf gebracht wird. Wenn Du einen Kredit nimmst, leihst Du nicht das Geld von irgendjemandem, sondern Du erhältst völlig neu geschöpftes Geld.
Für ein gutes Verständnis der Geldschöpfung ist es wichtig zu wissen, welche Typen von Geldsystemen es eigentlich gibt. Daher folgt nun ein kleiner Exkurs: Alle denkbaren Tausch‐ und Geldsysteme lassen sich in fünf Kategorien einordnen. Die fünfte Kategorie wird jedoch erst in einem späteren Teil beleuchtet, zusammen mit dem Vorschlag eines alternativen Geldsystems.
Nun, die erste Kategorie ist, schlicht kein Geld zu benutzen, sprich der direkte Tauschhandel oder eine Gemeinschaft von Menschen, die auf Vertrauensbasis geben, was sie können, und nehmen, was sie brauchen.
Die zweite Kategorie könnte als Sachgeld bezeichnet werden. Dabei wird etwas, das einen eigenen Wert besitzt, direkt als Währung verwendet. Das kann alles Mögliche sein, aber beispielsweise auch Goldtaler.
Die dritte Kategorie könnte als Vollgeld bezeichnet werden. Dabei wird Geld nach einer bestimmten Regel zu einem bestimmten Zeitpunkt geschöpft und dann genauso wie ein Gut zum Tausch verwendet. Mit Geld als Zwischenschritt können die Leute leichter Dinge tauschen, denn man kann nicht immer etwas anbieten, was der andere gerade benötigt. Der Wert eines Vollgeldes basiert auf dem Vertrauen darauf oder auf dessen Deckung.
Wichtig bei dieser Art von Geld ist, dass durch irgendeine Methode die Geldmenge reguliert werden muss, damit keine Inflation entsteht, also das Geld an Wert verliert. Der Plan B der Wissensmanufaktur begrenzt die Geldmenge durch negative Zinsen von gespartem Geld. Der Bitcoin begrenzt es durch die zeitaufwändige Berechnung beim Schürfen. Eine mit Gold gedeckte Währung begrenzt es durch die begrenzte Verfügbarkeit von Gold.
Es gab eine Zeit, in der der Dollar mit Gold gedeckt war. Jedoch flog irgendwann der Betrug auf, dass mehr Dollar ausgegeben wurden, als Gold vorhanden war. Kurz darauf wurde die Golddeckung dann abgeschafft. Seitdem gibt es weltweit ausschließlich die nun folgende…
Die vierte Kategorie wird als Giralgeld bezeichnet und kann am besten mit einer Metapher erklärt werden. Stelle Dir dazu eine Zeit vor, in der das zweite System herrscht. In einem solchen finden sich nun zwei Leute, die einander einen Gutschein von z. B. je 1 kg Gold ausstellen. Solange die Gutscheine im Umlauf sind, gelten sie als Wert, doch wurde nicht wirklich ein Wert geschaffen, da beide Gutscheine sich vernichten, wenn sie gegenseitig eingelöst würden. Es ist ein Trick, sich gegenüber anderen mit diesen nicht‐Werten zu bevorteilen.
Im heutigen Geldsystem wird der Teil mit Gutscheinen durch das Versprechen bzw. die Schuld ersetzt, es wieder zurückzuzahlen. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als um den Kredit bei einer Bank. Die erörterte doppelte Eigenschaft besteht darin, dass auf der einen Seite virtuelles Geld für Kreditnehmer und auf der anderen Seite Schuldscheine für die Bank entstehen, mit denen sie ebenfalls Handel treiben.
Weitere Einnahmen hat die Bank natürlich durch Zinsrückzahlungen und Mahngebühren. Wirklichen Verlust hat die Bank bei Nichtrückzahlung nicht, da sie schließlich kein vorher existierendes Geld herausgegeben hat, sondern es sich um neu geschöpftes Geld handelt. Banken müssen für ihre Kreditvergaben zudem nur wenige Prozent an Reserven in Form von physischem Geld besitzen. Das unterscheidet sich je nach Land. Im Gegensatz dazu, wie das bei der Metapher der Fall war, kann bei diesen Kreditspielchen nur eine von beiden Seiten einen Vorteil aus diesem Trick ziehen.
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Anzeigenhauptmeister: Die Tragik
Das erste Mal von ihm gehört hatte ich in der Reaktion von Gronkh auf die Reportage von Spiegel TV. Beim Schauen erahnte ich nicht, welche Kreise das ziehen würde. Aufgrund der Vorkommnisse möchte ich hier mal meine Gedanken dazu loswerden. Teil 3 der Artikelreihe über Geld erscheint wie gewohnt Sonntag.
In der Reportage stellt sich der 18‐jährige Niclas selbst als Anzeigenhauptmeister vor. In seiner Heimatstadt und deutschlandweit ist er mit dem Fahrrad unterwegs, um Falschparker zu finden und diese über eine App anzuzeigen, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Laut Topliste der App hat er im letzten Jahr 4226 Anzeigen erstattet. 889 sind es offiziell in seiner Heimatstadt.
Wie zu erwarten, sorgt sein Hobby bei den Menschen für Unmut. Der größte Twitch‐Streamer Deutschlands MontanaBlack hat in seiner Reaktion auf sehr zweifelhafte Weise Gewalttaten auf Niclas „vorhergesagt“. In Kommentaren im Internet finden sich Drohungen und Gewaltaufrufe. Es wird versucht, seine Adresse herauszufinden, was wohl auch geglückt ist. Nun wurde er sogar angegriffen und ausgeraubt. Dabei könnte Niclas sein Hobby gar nicht ausüben, gäbe es keine Falschparker.
Bereits beim Schauen der Reaktion von Gronkh fiel mir auf, dass Niclas wahrscheinlich eine Form von Autismus haben wird. Das ist natürlich nur eine Vermutung, doch gehe ich recht stark davon aus. Autismus ist kurz gesagt eine andere Wahrnehmung auf die Realität. Sie sehen die Welt auf eine unkonventionelle Weise, über den Tellerrand schauend oder gesellschaftliche Strukturen erkennend. Manche werden zu Querköpfen. Andere wiederum mögen es, Konventionen oder Regeln zu folgen.
Da sind wir direkt beim Knackpunkt. Autismus hin oder her, kann ich mich in Niclas hineinversetzen; das Gefühl, mit dem Fahrrad umherzufahren, nach Ordnungswidrigkeiten zu suchen, diese zu dokumentieren und zu melden. Es macht sicherlich Spaß, nach den Anzeichen für Regelverstöße zu suchen. Es ist sicherlich erfüllend, dass es durch die Anzeigen sogar realen Einfluss hat. Es ist sicherlich ein schönes Gefühl, damit etwas Gutes zu tun, denn Verkehrsregeln sind aus gutem Grund da. An eventuell schlechten Regeln ist die Politik schuld.
Man selbst würde so etwas nicht tun, da man sich dessen negativen Konsequenzen bewusst ist und weiß, wie seltsam es auf andere wirkt. Jedoch kann zumindest ich genau nachvollziehen, wie er sich bei der Ausübung seines Hobbys fühlen mag. Hoffentlich konnte ich das etwas nachvollziehbarer machen. Jeder Mensch mit solchen Eigenheiten entwickelt sich nun mal anders. Das hängt damit zusammen, ob er es selbst als Störung oder Problem erkannt und damit umgehen gelernt hat. Das trifft unabhängig davon zu, ob meine Diagnose über ihn korrekt ist oder nicht.
Niclas wird mit dem Drachenlord verglichen, über welchen bereits eine Artikelreihe von mir existiert. Dort erklärte ich, dass der Drachenlord höchstwahrscheinlich ein Narzisst ist, und erläuterte die Bedeutung und Auswirkungen dessen. Zudem beschrieb ich das Versagen aller Beteiligten. Da sehe ich in der Tat eine Parallele. Beide gehen nicht geschickt mit der Öffentlichkeit um und bei beiden scheint eine psychologische Störung die Ursache zu sein. Nur handelt es sich hier wohl um unterschiedliche Störungen.
Ich kann nur hoffen, dass es sich mit Niclas anders entwickelt. Aufgrund der anderen psychologischen Umstände ist nicht vorherzusehen, wie Niclas damit umgehen würde, auf Dauer genauso wie der Drachenlord von einer großen Masse an Menschen derart angegangen zu werden. Zudem stellt sich, auch wenn Niclas der Reportage zustimmte, trotzdem die Frage nach der Verantwortung von Spiegel TV. Ich kann nur hoffen, dass diesmal rechtzeitig die Kurve gekriegt wird; die Ursachen ermittelt, darüber aufgeklärt und von öffentlichen Stellen vernünftig damit umgegangen wird. Ich kann nur hoffen, dass der schlechte Umgang der Behörden damit nicht eine Gemeinsamkeit beider Fälle wird. Große Hoffnung habe ich dabei jedoch nicht, ob des Bürgermeisters seiner Heimatstadt, der ebenfalls unüberlegt gegen Niclas schießt.
Das erste Mal von ihm gehört hatte ich in der Reaktion von Gronkh auf die Reportage von Spiegel TV. Beim Schauen erahnte ich nicht, welche Kreise das ziehen würde. Aufgrund der Vorkommnisse möchte ich hier mal meine Gedanken dazu loswerden. Teil 3 der Artikelreihe über Geld erscheint wie gewohnt Sonntag.
In der Reportage stellt sich der 18‐jährige Niclas selbst als Anzeigenhauptmeister vor. In seiner Heimatstadt und deutschlandweit ist er mit dem Fahrrad unterwegs, um Falschparker zu finden und diese über eine App anzuzeigen, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Laut Topliste der App hat er im letzten Jahr 4226 Anzeigen erstattet. 889 sind es offiziell in seiner Heimatstadt.
Wie zu erwarten, sorgt sein Hobby bei den Menschen für Unmut. Der größte Twitch‐Streamer Deutschlands MontanaBlack hat in seiner Reaktion auf sehr zweifelhafte Weise Gewalttaten auf Niclas „vorhergesagt“. In Kommentaren im Internet finden sich Drohungen und Gewaltaufrufe. Es wird versucht, seine Adresse herauszufinden, was wohl auch geglückt ist. Nun wurde er sogar angegriffen und ausgeraubt. Dabei könnte Niclas sein Hobby gar nicht ausüben, gäbe es keine Falschparker.
Bereits beim Schauen der Reaktion von Gronkh fiel mir auf, dass Niclas wahrscheinlich eine Form von Autismus haben wird. Das ist natürlich nur eine Vermutung, doch gehe ich recht stark davon aus. Autismus ist kurz gesagt eine andere Wahrnehmung auf die Realität. Sie sehen die Welt auf eine unkonventionelle Weise, über den Tellerrand schauend oder gesellschaftliche Strukturen erkennend. Manche werden zu Querköpfen. Andere wiederum mögen es, Konventionen oder Regeln zu folgen.
Da sind wir direkt beim Knackpunkt. Autismus hin oder her, kann ich mich in Niclas hineinversetzen; das Gefühl, mit dem Fahrrad umherzufahren, nach Ordnungswidrigkeiten zu suchen, diese zu dokumentieren und zu melden. Es macht sicherlich Spaß, nach den Anzeichen für Regelverstöße zu suchen. Es ist sicherlich erfüllend, dass es durch die Anzeigen sogar realen Einfluss hat. Es ist sicherlich ein schönes Gefühl, damit etwas Gutes zu tun, denn Verkehrsregeln sind aus gutem Grund da. An eventuell schlechten Regeln ist die Politik schuld.
Man selbst würde so etwas nicht tun, da man sich dessen negativen Konsequenzen bewusst ist und weiß, wie seltsam es auf andere wirkt. Jedoch kann zumindest ich genau nachvollziehen, wie er sich bei der Ausübung seines Hobbys fühlen mag. Hoffentlich konnte ich das etwas nachvollziehbarer machen. Jeder Mensch mit solchen Eigenheiten entwickelt sich nun mal anders. Das hängt damit zusammen, ob er es selbst als Störung oder Problem erkannt und damit umgehen gelernt hat. Das trifft unabhängig davon zu, ob meine Diagnose über ihn korrekt ist oder nicht.
Niclas wird mit dem Drachenlord verglichen, über welchen bereits eine Artikelreihe von mir existiert. Dort erklärte ich, dass der Drachenlord höchstwahrscheinlich ein Narzisst ist, und erläuterte die Bedeutung und Auswirkungen dessen. Zudem beschrieb ich das Versagen aller Beteiligten. Da sehe ich in der Tat eine Parallele. Beide gehen nicht geschickt mit der Öffentlichkeit um und bei beiden scheint eine psychologische Störung die Ursache zu sein. Nur handelt es sich hier wohl um unterschiedliche Störungen.
Ich kann nur hoffen, dass es sich mit Niclas anders entwickelt. Aufgrund der anderen psychologischen Umstände ist nicht vorherzusehen, wie Niclas damit umgehen würde, auf Dauer genauso wie der Drachenlord von einer großen Masse an Menschen derart angegangen zu werden. Zudem stellt sich, auch wenn Niclas der Reportage zustimmte, trotzdem die Frage nach der Verantwortung von Spiegel TV. Ich kann nur hoffen, dass diesmal rechtzeitig die Kurve gekriegt wird; die Ursachen ermittelt, darüber aufgeklärt und von öffentlichen Stellen vernünftig damit umgegangen wird. Ich kann nur hoffen, dass der schlechte Umgang der Behörden damit nicht eine Gemeinsamkeit beider Fälle wird. Große Hoffnung habe ich dabei jedoch nicht, ob des Bürgermeisters seiner Heimatstadt, der ebenfalls unüberlegt gegen Niclas schießt.
Geld, Teil 3: Die speziellen Probleme
Zusätzlich zu den allgemeinen Problemen aus Teil 1, welche auf die in Teil 2 beschriebenen Kategorien Zwei bis Vier gleichermaßen zutreffen, resultieren aus unserem Schuldgeldsystem noch weitere spezielle Nachteile für die arbeitende Bevölkerung.
Bei Kreditvergabe werden zusammen mit dem Geld schließlich ebenso die Schulden in gleicher Höhe erschaffen. Hinzu kommen die Zinsen. Es existieren somit mehr Schulden, als überhaupt Geld in Umlauf gebracht wurde. Es können niemals alle Schulden zurückgezahlt werden. Am Ende würde ansonsten kein Geld mehr existieren, jedoch weiterhin ein Rest von den Schulden.
Wir spielen somit – um unser aller Leben – ‚Die Reise nach Jerusalem‘. Vielleicht kennst Du dieses Spiel mit der Musik und dem fehlenden Stuhl noch aus der Schule. Wir können also festhalten: Alle Menschen rennen dem zu wenigen Geld hinterher, um nicht zu den Gelackmeierten zu gehören.
Die arbeitenden Menschen geben dabei in Deutschland bis zu 70 % ihres Einkommens als Abgaben und Steuern ab. Manche würden an dieser Stelle im Affekt widersprechen, doch vergessen dabei womöglich die Mehrwertsteuer und andere versteckte Steuern. Währenddessen ist die Machtelite konstant dabei, durch Ausbeutung ihr Vermögen auf absurde Weise zu multiplizieren. Warum nennen wir dieses Einkommen aus Zahlenspielereien nicht einfach bedingungsloses Spitzeneinkommen?
Grund für unsere hohe Steuerlast sind jedenfalls einerseits Korruption und der immense Bürokratieapparat, andererseits aber auch der Fakt, dass die eben beschriebenen Schulden irgendwohin und ausgeglichen werden müssen. Der Staat übernimmt einen großen Teil der Schulden, damit auf der anderen Seite dieses Nullsummenspiels mehr Geld existieren kann.
Staatsschulden zu senken, würde unmittelbar zu weniger Geld im Umlauf führen. Dies lässt sich besonders gut an den fünf Konten der Bilanz Deutschlands nach Prof. Bontrup erkennen. Die fünf Konten zeigen die Veränderung von 1991 zu 2011. Die Zahlen ergeben zusammen exakt
Das erste Konto der privaten Haushalte mit
Das zweite Konto der sogenannten nichtfinanziellen Kapitalunternehmen blutet mit
Dagegen haben Finanzinstitute als drittes Konto trotz der Bankenkrise mit
Das vierte Konto des Staates übernahm
Das fünfte Konto Ausland hat
🔗 Andreas Popp
Wo wir gerade bei Zahlen sind: Als Bevölkerung sind wir auf Einkommensstellen angewiesen, um nicht in die Armut abzurutschen, und vernehmen daher besorgte Ausrufe: „Maschinen nehmen uns die Arbeit weg!“ Da stelle ich die Gegenfrage: „Warum können nicht alle Menschen von diesem Fortschritt profitieren?“
Momentan muss der kleine Mann sich geradezu dem Geldsystem unterwerfen. Wir arbeiten und arbeiten, um mit unserer Produktionskraft und unseren Steuerabgaben dieses kaputte System am Laufen zu halten. Doch eigentlich sollte ein Geldsystem doch für die Menschheit arbeiten und nicht der Mensch für das System, oder?
Sollte das Ziel einer wirklich weit fortschrittlichen Gesellschaft nicht sein, nicht mehr arbeiten zu müssen, sondern das Leben genießen und sich ganz auf Gemeinschaftlichkeit sowie auf erfinderische, kreative und philosophische Dinge konzentrieren zu können? Der Sinn des Lebens ist schließlich Freude, Erkenntnisgewinn und Verbundenheit! Für alles Andere kann an Automatisierung gearbeitet werden.
Zusätzlich zu den allgemeinen Problemen aus Teil 1, welche auf die in Teil 2 beschriebenen Kategorien Zwei bis Vier gleichermaßen zutreffen, resultieren aus unserem Schuldgeldsystem noch weitere spezielle Nachteile für die arbeitende Bevölkerung.
Bei Kreditvergabe werden zusammen mit dem Geld schließlich ebenso die Schulden in gleicher Höhe erschaffen. Hinzu kommen die Zinsen. Es existieren somit mehr Schulden, als überhaupt Geld in Umlauf gebracht wurde. Es können niemals alle Schulden zurückgezahlt werden. Am Ende würde ansonsten kein Geld mehr existieren, jedoch weiterhin ein Rest von den Schulden.
Wir spielen somit – um unser aller Leben – ‚Die Reise nach Jerusalem‘. Vielleicht kennst Du dieses Spiel mit der Musik und dem fehlenden Stuhl noch aus der Schule. Wir können also festhalten: Alle Menschen rennen dem zu wenigen Geld hinterher, um nicht zu den Gelackmeierten zu gehören.
Die arbeitenden Menschen geben dabei in Deutschland bis zu 70 % ihres Einkommens als Abgaben und Steuern ab. Manche würden an dieser Stelle im Affekt widersprechen, doch vergessen dabei womöglich die Mehrwertsteuer und andere versteckte Steuern. Währenddessen ist die Machtelite konstant dabei, durch Ausbeutung ihr Vermögen auf absurde Weise zu multiplizieren. Warum nennen wir dieses Einkommen aus Zahlenspielereien nicht einfach bedingungsloses Spitzeneinkommen?
Grund für unsere hohe Steuerlast sind jedenfalls einerseits Korruption und der immense Bürokratieapparat, andererseits aber auch der Fakt, dass die eben beschriebenen Schulden irgendwohin und ausgeglichen werden müssen. Der Staat übernimmt einen großen Teil der Schulden, damit auf der anderen Seite dieses Nullsummenspiels mehr Geld existieren kann.
Staatsschulden zu senken, würde unmittelbar zu weniger Geld im Umlauf führen. Dies lässt sich besonders gut an den fünf Konten der Bilanz Deutschlands nach Prof. Bontrup erkennen. Die fünf Konten zeigen die Veränderung von 1991 zu 2011. Die Zahlen ergeben zusammen exakt
0 €uro.Das erste Konto der privaten Haushalte mit
+2124,1 Milliarden besteht aus Privatpersonen inkl. reicher Menschen; sowie aus juristischen Personen wie z. B. GmbHs.Das zweite Konto der sogenannten nichtfinanziellen Kapitalunternehmen blutet mit
−280,6 Milliarden aus.Dagegen haben Finanzinstitute als drittes Konto trotz der Bankenkrise mit
+313,7 Milliarden sogar Gewinn gemacht; allein im Jahr 2009 ganze 150 Milliarden.Das vierte Konto des Staates übernahm
−1158,8 Milliarden, damit anderswo entsprechend Plus existieren kann. Wie gesagt: All diese Konten ergeben zusammen 0.Das fünfte Konto Ausland hat
−998,4 Milliarden, weil andere Länder zum Kaufen unserer Produkte €uro benötigen. USA beispielsweise fragten bei uns an, €uro von uns zu leihen, um dann unsere Produkte damit zu kaufen.Das Ende vom Lied ist: Wir wissen im Vorfelde, dass sie das niemals zurückzahlen können, aber wir leihen es ihnen trotzdem, weil wir Angst haben um die Exportüberschüsse, die eigentlich völlig virtuell, eigentlich Minus sind.
🔗 Andreas Popp
Wo wir gerade bei Zahlen sind: Als Bevölkerung sind wir auf Einkommensstellen angewiesen, um nicht in die Armut abzurutschen, und vernehmen daher besorgte Ausrufe: „Maschinen nehmen uns die Arbeit weg!“ Da stelle ich die Gegenfrage: „Warum können nicht alle Menschen von diesem Fortschritt profitieren?“
Momentan muss der kleine Mann sich geradezu dem Geldsystem unterwerfen. Wir arbeiten und arbeiten, um mit unserer Produktionskraft und unseren Steuerabgaben dieses kaputte System am Laufen zu halten. Doch eigentlich sollte ein Geldsystem doch für die Menschheit arbeiten und nicht der Mensch für das System, oder?
Sollte das Ziel einer wirklich weit fortschrittlichen Gesellschaft nicht sein, nicht mehr arbeiten zu müssen, sondern das Leben genießen und sich ganz auf Gemeinschaftlichkeit sowie auf erfinderische, kreative und philosophische Dinge konzentrieren zu können? Der Sinn des Lebens ist schließlich Freude, Erkenntnisgewinn und Verbundenheit! Für alles Andere kann an Automatisierung gearbeitet werden.
Geld, Teil 4: Die fünfte Kategorie
All die zuvor beschriebenen Probleme kann in der Theorie eine von Prof. Dr. Franz Hörmann bekannt gemachte Alternative lösen. Er ist Professor für Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität in Wien, doch ich bezeichne ihn ebenfalls als Philosophen. „Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem.“, fasst er seine Kritik am Status quo zusammen.
Die fünfte Kategorie eines Geldsystems kann als asymmetrisches Geldsystem bezeichnet werden. Es basiert nicht auf doppelter Buchführung. Geld wird nicht getauscht, sondern auf persönlichen Konten jeweiliger Menschen geschöpft und auf selbigen Konten auch wieder vernichtet, ohne zwischen Schöpfung und Vernichtung jemals weitergegeben worden zu sein. Unter welchen Regeln dies geschieht, kann sich unterscheiden.
Errungenschaften und Fortschritt sollten allen Menschen zugutekommen und nicht nur den Machteliten. Prof. Hörmann hat für das Informationsgeldsystem dafür bestimmte Regeln vorgeschlagen. Ziel dessen ist, Ressourcen effizient gegenüber den Bedürfnissen der Menschen zu organisieren – ohne jemanden, der sich etwas davon ab zwackt. Vergiss am besten all die Vorstellungen, wie ein Geldsystem funktionieren müsse. Um das zu erleichtern, spreche ich nachfolgend nicht mehr von Geld, sondern von Punkten. Diese werden wie gesagt nicht mehr weitergegeben, sondern verbleiben immer auf dem persönlichen Konto eines Menschen.
Für Waren oder Dienstleistungen, welche jemand der Gemeinschaft zur Verfügung stellt, werden Punkte auf dessen persönlichem Konto geschöpft. Selbiges gilt für alle anderen Dinge, die der Gemeinschaft in irgendeiner Form nützen, wie das Aufziehen von Kindern oder bisher ehrenamtliche Tätigkeiten. Niemand muss hierbei direkt für die auszuzahlenden Punkte aufkommen, denn diese werden dabei ganz neu erzeugt.
Wenn jemand hingegen eine Ware kauft oder Dienstleistung in Anspruch nimmt, werden dafür Punkte aus seinem persönlichen Konto gelöscht. Wie viele Punkte dem Verkäufer geschöpft und Käufer gelöscht werden, kann sich unterscheiden – da bestimmt durch zwei unterschiedliche Regeln. Der Anbieter kann einen anderen Betrag erhalten, als der Kunde verliert.
Wie viele Punkte jemand in dem System für ein Gut aufbringen muss, wird aus der Verfügbarkeit des Guts im Vergleich zur Nachfrage und insgesamt existierenden Punktemenge errechnet. Bei im Überfluss verfügbaren Gütern werden dabei sogar überhaupt keine Punkte gelöscht. Somit wurde mal eben nebenbei eine bedingungslose Wohlstandsversorgung geschaffen, wie Prof. Hörmann es zu nennen pflegt.
Meine Vorstellung hierzu ist, dass Kunden in einem Onlineshop angeben können, ob sie Interesse an einem Gut haben, damit die tatsächliche Nachfrage unmittelbar erfasst werden kann. Im bisherigen Geldsystem wird die Nachfrage gar nicht ermittelt. Es ist lediglich bekannt, wie viele Leute ein Produkt für einen bestimmten Preis tatsächlich gekauft haben.
Was ein Arbeiter für ein veräußertes Gut auf sein Konto geschöpft bekommt, wird von der Gemeinschaft demokratisch je Produkttyp und Dienstleistungsart entschieden; unter Beachtung des Aufwandes und der Wichtigkeit des Guts für die Gemeinschaft. Da niemand für die Auszahlungen aufkommen muss, weil die Punkte bei der Bezahlung neu geschöpft werden, entsteht bei Entscheidungen tendenziell eine Großzügigkeit. An Entscheidungen beteiligt muss nicht immer jeder Mensch sein. Es reichen schließlich jene, die mit dem Gut selbst irgendwie zu tun haben. Geht es um Gitarren, brauchen beispielsweise evtl. nur Gitarristen und Gitarrenbauer zu entscheiden.
Von Arbeitern erhaltene Punkte können sich wie gesagt von jenen unterscheiden, die der Verbraucher verliert. Der Begriff des Kaufens passt eigentlich nicht mehr. Ein Bäcker kann beispielsweise zehn Punkte erhalten, während der Kunde im Falle eines solchen Überflussguts null Punkte verliert. Es handelt sich nicht mehr um fließendes Geld, das selbst einen Wert hätte, sondern um erstmal wertlose Zahlen auf den Konten, welche lediglich die Information der erbrachten Leistung enthalten. Es ist ein Wertmaßstab.
All die zuvor beschriebenen Probleme kann in der Theorie eine von Prof. Dr. Franz Hörmann bekannt gemachte Alternative lösen. Er ist Professor für Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität in Wien, doch ich bezeichne ihn ebenfalls als Philosophen. „Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem.“, fasst er seine Kritik am Status quo zusammen.
Die fünfte Kategorie eines Geldsystems kann als asymmetrisches Geldsystem bezeichnet werden. Es basiert nicht auf doppelter Buchführung. Geld wird nicht getauscht, sondern auf persönlichen Konten jeweiliger Menschen geschöpft und auf selbigen Konten auch wieder vernichtet, ohne zwischen Schöpfung und Vernichtung jemals weitergegeben worden zu sein. Unter welchen Regeln dies geschieht, kann sich unterscheiden.
Errungenschaften und Fortschritt sollten allen Menschen zugutekommen und nicht nur den Machteliten. Prof. Hörmann hat für das Informationsgeldsystem dafür bestimmte Regeln vorgeschlagen. Ziel dessen ist, Ressourcen effizient gegenüber den Bedürfnissen der Menschen zu organisieren – ohne jemanden, der sich etwas davon ab zwackt. Vergiss am besten all die Vorstellungen, wie ein Geldsystem funktionieren müsse. Um das zu erleichtern, spreche ich nachfolgend nicht mehr von Geld, sondern von Punkten. Diese werden wie gesagt nicht mehr weitergegeben, sondern verbleiben immer auf dem persönlichen Konto eines Menschen.
Für Waren oder Dienstleistungen, welche jemand der Gemeinschaft zur Verfügung stellt, werden Punkte auf dessen persönlichem Konto geschöpft. Selbiges gilt für alle anderen Dinge, die der Gemeinschaft in irgendeiner Form nützen, wie das Aufziehen von Kindern oder bisher ehrenamtliche Tätigkeiten. Niemand muss hierbei direkt für die auszuzahlenden Punkte aufkommen, denn diese werden dabei ganz neu erzeugt.
Wenn jemand hingegen eine Ware kauft oder Dienstleistung in Anspruch nimmt, werden dafür Punkte aus seinem persönlichen Konto gelöscht. Wie viele Punkte dem Verkäufer geschöpft und Käufer gelöscht werden, kann sich unterscheiden – da bestimmt durch zwei unterschiedliche Regeln. Der Anbieter kann einen anderen Betrag erhalten, als der Kunde verliert.
Wie viele Punkte jemand in dem System für ein Gut aufbringen muss, wird aus der Verfügbarkeit des Guts im Vergleich zur Nachfrage und insgesamt existierenden Punktemenge errechnet. Bei im Überfluss verfügbaren Gütern werden dabei sogar überhaupt keine Punkte gelöscht. Somit wurde mal eben nebenbei eine bedingungslose Wohlstandsversorgung geschaffen, wie Prof. Hörmann es zu nennen pflegt.
Meine Vorstellung hierzu ist, dass Kunden in einem Onlineshop angeben können, ob sie Interesse an einem Gut haben, damit die tatsächliche Nachfrage unmittelbar erfasst werden kann. Im bisherigen Geldsystem wird die Nachfrage gar nicht ermittelt. Es ist lediglich bekannt, wie viele Leute ein Produkt für einen bestimmten Preis tatsächlich gekauft haben.
Was ein Arbeiter für ein veräußertes Gut auf sein Konto geschöpft bekommt, wird von der Gemeinschaft demokratisch je Produkttyp und Dienstleistungsart entschieden; unter Beachtung des Aufwandes und der Wichtigkeit des Guts für die Gemeinschaft. Da niemand für die Auszahlungen aufkommen muss, weil die Punkte bei der Bezahlung neu geschöpft werden, entsteht bei Entscheidungen tendenziell eine Großzügigkeit. An Entscheidungen beteiligt muss nicht immer jeder Mensch sein. Es reichen schließlich jene, die mit dem Gut selbst irgendwie zu tun haben. Geht es um Gitarren, brauchen beispielsweise evtl. nur Gitarristen und Gitarrenbauer zu entscheiden.
Von Arbeitern erhaltene Punkte können sich wie gesagt von jenen unterscheiden, die der Verbraucher verliert. Der Begriff des Kaufens passt eigentlich nicht mehr. Ein Bäcker kann beispielsweise zehn Punkte erhalten, während der Kunde im Falle eines solchen Überflussguts null Punkte verliert. Es handelt sich nicht mehr um fließendes Geld, das selbst einen Wert hätte, sondern um erstmal wertlose Zahlen auf den Konten, welche lediglich die Information der erbrachten Leistung enthalten. Es ist ein Wertmaßstab.
Geld, Teil 5: Der natürliche Weg
Unser bisheriges Geld wird wie ein Wert behandelt. Dieser Wert basiert auf dem Vertrauen der Menschen darauf. Wir vertrauen derart darauf, dass es mitunter krankhaft ist – mit der Gefahr des Zusammenbruchs. Das möchten wir unbedingt verhindern. Wir arbeiten für das Geld, anstatt umgekehrt. Wir sind abhängig. Der eigentliche Zweck des Geldes ist längst vergessen.
Das neue System muss uns stillen, während es uns wieder beibringt, worauf es ankommt – auf die Verwaltung des Verfügbaren gegenüber dem Bedarf. Ressourcen würden im Informationsgeld fair auf die Menschen verteilt. Das funktioniert verlustfrei, da sich niemand Gewinne abzwackt und es keine Steuern gibt. Was bisher von Steuern finanziert wird, würde nun schließlich direkt durch die Schöpfung der Punkte bezahlt. Auch Ehrenämter würden dann entlohnt.
Es gäbe keine klassischen Kaufverträge mehr, sondern nur den Vertrag eines jeden Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Ein jeder befände sich im Geben und Nehmen mit der Gemeinschaft. Statt der bisherigen doppelten Parallelarbeit würde Kooperation gefördert, was Arbeitszeit freigäbe. Auch Arbeiter im Finanzsystem und an Steuerabwicklungen würden frei. Wir bräuchten weniger zu arbeiten.
Details des Systems und verwendete Berechnungsformeln würden Gemeinschaften auf demokratischem Wege für sich festlegen. „Der Leistende wird immer belohnt, und zwar nach einer Regel, die wir im Konsens definieren.“, so Prof. Hörmann. Wichtig dabei ist die Selbstbestimmtheit der Gemeinden, denn Menschen aus München haben schließlich nichts mit dem Brot in Hamburg zu tun. Berechnet würde alles nach transparenten Mechanismen durch ein Open‐Source‐Netzwerk. Dafür könnten Bankencomputer umfunktioniert werden.
Wenn in diesem System zu viele Punkte entstehen, würde dies erstmal durch seltene Produkte ausgeglichen, die viele Punkte kosten. Eine steigende Anzahl von Punkten ließe sich auf Dauer jedoch nicht verhindern, wenn irgendwann fast nur noch kostenlose Überflussgüter existieren, was immerhin das Ziel des Systems ist. Die Punktemenge würde steigen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine problematische Inflation.
🔊 Prof. Dr. Franz Hörmann
Für das bisherige Geldsystem wäre das Erreichen von Automatisierung und Überfluss ein Problem, da wir auf Einkommensstellen angewiesen sind. Für das neue System wäre es hingegen das Erreichen des Zieles, da jeder vom Überfluss profitiert.
Geld sollte nur ein Mittel zum Zweck sein. Um Menschen genau das wieder beizubringen, wurde das Informationsgeld entwickelt, welches Prof. Hörmann auch Methadon fürs Volk nennt. Es ist ein Ersatzstoff, der lediglich wie Geld aussieht, um den Menschen ihre Sucht am Geld abzugewöhnen.
Ziel einer wirklich weit fortschrittlichen Gesellschaft sollte sein, nicht mehr auf ein Geldsystem oder eine Einkommensstelle angewiesen zu sein, sondern das Leben zu genießen und sich ganz auf Gemeinschaftlichkeit sowie auf Erfindergeist, Kreativität und Philosophie konzentrieren zu können. Der Sinn des Lebens ist schließlich Freude, Erkenntnisgewinn und Verbundenheit.
Unser bisheriges Geld wird wie ein Wert behandelt. Dieser Wert basiert auf dem Vertrauen der Menschen darauf. Wir vertrauen derart darauf, dass es mitunter krankhaft ist – mit der Gefahr des Zusammenbruchs. Das möchten wir unbedingt verhindern. Wir arbeiten für das Geld, anstatt umgekehrt. Wir sind abhängig. Der eigentliche Zweck des Geldes ist längst vergessen.
Das neue System muss uns stillen, während es uns wieder beibringt, worauf es ankommt – auf die Verwaltung des Verfügbaren gegenüber dem Bedarf. Ressourcen würden im Informationsgeld fair auf die Menschen verteilt. Das funktioniert verlustfrei, da sich niemand Gewinne abzwackt und es keine Steuern gibt. Was bisher von Steuern finanziert wird, würde nun schließlich direkt durch die Schöpfung der Punkte bezahlt. Auch Ehrenämter würden dann entlohnt.
Es gäbe keine klassischen Kaufverträge mehr, sondern nur den Vertrag eines jeden Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Ein jeder befände sich im Geben und Nehmen mit der Gemeinschaft. Statt der bisherigen doppelten Parallelarbeit würde Kooperation gefördert, was Arbeitszeit freigäbe. Auch Arbeiter im Finanzsystem und an Steuerabwicklungen würden frei. Wir bräuchten weniger zu arbeiten.
Details des Systems und verwendete Berechnungsformeln würden Gemeinschaften auf demokratischem Wege für sich festlegen. „Der Leistende wird immer belohnt, und zwar nach einer Regel, die wir im Konsens definieren.“, so Prof. Hörmann. Wichtig dabei ist die Selbstbestimmtheit der Gemeinden, denn Menschen aus München haben schließlich nichts mit dem Brot in Hamburg zu tun. Berechnet würde alles nach transparenten Mechanismen durch ein Open‐Source‐Netzwerk. Dafür könnten Bankencomputer umfunktioniert werden.
Wenn in diesem System zu viele Punkte entstehen, würde dies erstmal durch seltene Produkte ausgeglichen, die viele Punkte kosten. Eine steigende Anzahl von Punkten ließe sich auf Dauer jedoch nicht verhindern, wenn irgendwann fast nur noch kostenlose Überflussgüter existieren, was immerhin das Ziel des Systems ist. Die Punktemenge würde steigen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine problematische Inflation.
Inflation wird’s durch dieses so geschöpfte Geld nie geben, weil die Preise für die Kunden, die dann eigentlich bezahlen, regeln sich nach lokalen Regeln im Geschäft vor Ort. Wenn das Geschäft lokal sein Viertel mit Brot und Gebäck z. B. abdecken kann, dann wird durch frisch geschöpftes Geld der Bäcker immer bezahlt. Die Kunden kriegen’s aber sogar gratis, denn die Verteilungsfunktion vom Konsumentenpreis muss nicht mehr erfüllt werden. Wenn der Bedarf gedeckt ist, brauchen wir nicht mehr bezahlen.
Und wir wissen sofort, wie das Spiel enden wird. Wir werden irgendwann Millionäre, Milliardäre auf den Konten sein. Wir werden aber keinen Bedarf mehr haben, das Geld auszugeben, weil wir bei Gütern und Dienstleistungen in der kompletten, luxuriösen, nachhaltigen, bestqualitativen Vollversorgung sind, und ab dem Moment dürfen wir sagen: „Hallo, diese Zahlen werden jetzt einfach nur noch größer, ohne dass wir sie vernichten können. Hören wir einfach auf damit. Wir verschwenden Speicherplatz.“
🔊 Prof. Dr. Franz Hörmann
Für das bisherige Geldsystem wäre das Erreichen von Automatisierung und Überfluss ein Problem, da wir auf Einkommensstellen angewiesen sind. Für das neue System wäre es hingegen das Erreichen des Zieles, da jeder vom Überfluss profitiert.
Geld sollte nur ein Mittel zum Zweck sein. Um Menschen genau das wieder beizubringen, wurde das Informationsgeld entwickelt, welches Prof. Hörmann auch Methadon fürs Volk nennt. Es ist ein Ersatzstoff, der lediglich wie Geld aussieht, um den Menschen ihre Sucht am Geld abzugewöhnen.
Ziel einer wirklich weit fortschrittlichen Gesellschaft sollte sein, nicht mehr auf ein Geldsystem oder eine Einkommensstelle angewiesen zu sein, sondern das Leben zu genießen und sich ganz auf Gemeinschaftlichkeit sowie auf Erfindergeist, Kreativität und Philosophie konzentrieren zu können. Der Sinn des Lebens ist schließlich Freude, Erkenntnisgewinn und Verbundenheit.
Geld, Epilog: Kritik am Informationsgeld
Es gibt zehn mehr oder weniger offene Fragen zum Informationsgeldsystem, auf die ich nun in Form einer Art von FAQ eingehen werde.
1️⃣ Geld kann in Punkte getauscht werden. Solches Geld gehört dann der Gemeinschaft. Um Spekulationsgeschäfte zu verhindern, geht dies laut Prof. Hörmann jedoch nicht andersherum. Wie kauft jemand etwas von außerhalb, wo Punkte nicht akzeptiert werden?
🔍 Eine Lösung könnte sein, dass während der Transaktion eines Kaufes doch auch zurück getauscht werden kann. Die teilnehmenden Menschen sind aber frei, parallel auch noch die bisherige Währung zu besitzen.
2️⃣ Genauso, wie die Kalkulation der Verfügbarkeit und zu vernichtenden Punkte lokal abläuft, entscheiden Gemeinschaften lokal die zu erhaltenen Punkte. Verschiedene Preise zwischen Regionen können zu Zwischenhandel führen. Kostenlose Überflussgüter können zudem für Punkte weiterverkauft werden.
🔍 Bisher verdienen Zwischenhändler durch solche Preisdifferenzen ihr Geld. Wie in Teil 1 erklärt, ist das jedoch kein gutes System und gilt im neuen System entsprechend als Betrug. Wenn der Nutzen den Aufwand des Transports übersteigt, wäre es möglich, es in benötigten Mengen zu importieren.
3️⃣ Wie ist das mit Punkten, die für Bestandteile eines Endprodukts ausgegeben wurden?
🔍 Diese Punkte könnten vielleicht bei erfolgtem Verkauf erstattet werden. Punktekosten sollen knappe Güter managen. Dies könnte beim Endprodukt geschehen.
4️⃣ Wie werden Eigentümer von zur Verfügung gestellten Produktionsgeräten gehandhabt?
🔍 Diese können mit Punkten dafür entlohnt werden.
5️⃣ Eine solche Demokratie funktioniert nicht, weil Menschen zu oft egoistisch für ihr eigenes Wohl entscheiden und nicht vorausschauend oder für das Wohl der Gemeinschaft.
🔍 Unsere aktuelle Gesellschaft hat nichts mit echter Demokratie zu tun. Das erklärte Prof. Mausfeld einst sehr gut: Was ist Demokratie?
Zudem ist die Teilnahme am System freiwillig. Teilnehmer, vor allem die ersten, werden idealistisch und motiviert sein, es so gut wie möglich umzusetzen. Das begünstigt gute Entscheidungen.
6️⃣ Dem System würden eher erfolglose, faule oder gierige Menschen beitreten, die kostenlose Überflussgüter abgreifen wollen, oder sich erhoffen, dort erfolgreicher zu sein.
🔍 Wenn Güter ausreichend verfügbar sind, ist es nicht schlimm, dass faule Menschen diese erhalten. Sicherlich ist es in Hörmanns System leichter, erfolgreich zu sein, doch Gier kann in dem System nur durch einen Nutzen für die Gemeinschaft gestillt werden.
7️⃣ Demokratische Entscheidungen sind zu langsam, um effektiv zu entscheiden, welche Güter gerade wichtiger sind und höher vergütet werden müssen, um Ressourcen effizient zu nutzen.
🔍 Das denke ich nicht. Falls doch, könnten die Gemeinschaften sicherlich Lösungen finden. Das Systemkonzept ist ein Vorschlag, keine Vorschrift.
8️⃣ Das System wird Faulheit fördern. Es würden nicht genug Menschen arbeiten, sodass es keine Überflussgüter gäbe. Menschen wären weiterhin arm und könnten verhungern.
🔍 Da in dem System weniger Arbeitszeit notwendig ist und es leichter ist, mit seinen Fähigkeiten etwas zu verdienen, würde es eher Motivation auslösen. Jeder hätte zudem etwas davon, für mehr kostenlose Überflussgüter zu sorgen.
9️⃣ Sein System ist schwer umzusetzen, sowohl bezogen auf juristische Probleme, da das System schließlich steuerfrei ist, als auch bezogen darauf, wie man viele Menschen dafür gewinnt.
🔍 Das ist auch mein Hauptkritikpunkt. Mit OSBEEE gab es bereits einen fehlgeschlagenen Versuch der Umsetzung. Dennoch verbreite ich hoffnungsvoll diese vielversprechende Idee.
🔟 Ein Gesellschaftssystem benötigt eine Selektion von genetisch weniger fleißigen oder intelligenten Menschen, da die Menschheit sonst über viele Generationen hinweg degenerieren würde. Bei einer Versorgung durch kostenlose Überflussgüter fehlt eine solche Selektion.
🔍 Ich halte es für kein gutes Argument, ein schlechteres System zu wählen, nur weil es genetisch schlechtere Menschen aussortiere. Das klingt für mich ziemlich unmenschlich. Wir sollten jeden mitnehmen.
Es gibt zehn mehr oder weniger offene Fragen zum Informationsgeldsystem, auf die ich nun in Form einer Art von FAQ eingehen werde.
1️⃣ Geld kann in Punkte getauscht werden. Solches Geld gehört dann der Gemeinschaft. Um Spekulationsgeschäfte zu verhindern, geht dies laut Prof. Hörmann jedoch nicht andersherum. Wie kauft jemand etwas von außerhalb, wo Punkte nicht akzeptiert werden?
🔍 Eine Lösung könnte sein, dass während der Transaktion eines Kaufes doch auch zurück getauscht werden kann. Die teilnehmenden Menschen sind aber frei, parallel auch noch die bisherige Währung zu besitzen.
2️⃣ Genauso, wie die Kalkulation der Verfügbarkeit und zu vernichtenden Punkte lokal abläuft, entscheiden Gemeinschaften lokal die zu erhaltenen Punkte. Verschiedene Preise zwischen Regionen können zu Zwischenhandel führen. Kostenlose Überflussgüter können zudem für Punkte weiterverkauft werden.
🔍 Bisher verdienen Zwischenhändler durch solche Preisdifferenzen ihr Geld. Wie in Teil 1 erklärt, ist das jedoch kein gutes System und gilt im neuen System entsprechend als Betrug. Wenn der Nutzen den Aufwand des Transports übersteigt, wäre es möglich, es in benötigten Mengen zu importieren.
3️⃣ Wie ist das mit Punkten, die für Bestandteile eines Endprodukts ausgegeben wurden?
🔍 Diese Punkte könnten vielleicht bei erfolgtem Verkauf erstattet werden. Punktekosten sollen knappe Güter managen. Dies könnte beim Endprodukt geschehen.
4️⃣ Wie werden Eigentümer von zur Verfügung gestellten Produktionsgeräten gehandhabt?
🔍 Diese können mit Punkten dafür entlohnt werden.
5️⃣ Eine solche Demokratie funktioniert nicht, weil Menschen zu oft egoistisch für ihr eigenes Wohl entscheiden und nicht vorausschauend oder für das Wohl der Gemeinschaft.
🔍 Unsere aktuelle Gesellschaft hat nichts mit echter Demokratie zu tun. Das erklärte Prof. Mausfeld einst sehr gut: Was ist Demokratie?
Zudem ist die Teilnahme am System freiwillig. Teilnehmer, vor allem die ersten, werden idealistisch und motiviert sein, es so gut wie möglich umzusetzen. Das begünstigt gute Entscheidungen.
6️⃣ Dem System würden eher erfolglose, faule oder gierige Menschen beitreten, die kostenlose Überflussgüter abgreifen wollen, oder sich erhoffen, dort erfolgreicher zu sein.
🔍 Wenn Güter ausreichend verfügbar sind, ist es nicht schlimm, dass faule Menschen diese erhalten. Sicherlich ist es in Hörmanns System leichter, erfolgreich zu sein, doch Gier kann in dem System nur durch einen Nutzen für die Gemeinschaft gestillt werden.
7️⃣ Demokratische Entscheidungen sind zu langsam, um effektiv zu entscheiden, welche Güter gerade wichtiger sind und höher vergütet werden müssen, um Ressourcen effizient zu nutzen.
🔍 Das denke ich nicht. Falls doch, könnten die Gemeinschaften sicherlich Lösungen finden. Das Systemkonzept ist ein Vorschlag, keine Vorschrift.
8️⃣ Das System wird Faulheit fördern. Es würden nicht genug Menschen arbeiten, sodass es keine Überflussgüter gäbe. Menschen wären weiterhin arm und könnten verhungern.
🔍 Da in dem System weniger Arbeitszeit notwendig ist und es leichter ist, mit seinen Fähigkeiten etwas zu verdienen, würde es eher Motivation auslösen. Jeder hätte zudem etwas davon, für mehr kostenlose Überflussgüter zu sorgen.
9️⃣ Sein System ist schwer umzusetzen, sowohl bezogen auf juristische Probleme, da das System schließlich steuerfrei ist, als auch bezogen darauf, wie man viele Menschen dafür gewinnt.
🔍 Das ist auch mein Hauptkritikpunkt. Mit OSBEEE gab es bereits einen fehlgeschlagenen Versuch der Umsetzung. Dennoch verbreite ich hoffnungsvoll diese vielversprechende Idee.
🔟 Ein Gesellschaftssystem benötigt eine Selektion von genetisch weniger fleißigen oder intelligenten Menschen, da die Menschheit sonst über viele Generationen hinweg degenerieren würde. Bei einer Versorgung durch kostenlose Überflussgüter fehlt eine solche Selektion.
🔍 Ich halte es für kein gutes Argument, ein schlechteres System zu wählen, nur weil es genetisch schlechtere Menschen aussortiere. Das klingt für mich ziemlich unmenschlich. Wir sollten jeden mitnehmen.
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Über Klassenkampf und Demokratie
Es scheint egal, welches gesellschaftliche Problem wir betrachten. Stets finden wir ganz bestimmte Dinge als Ursache: Da sind die Machteliten, das betrügerische Finanzsystem, Psychopathen in Machtposition, die Indoktrination der Menschen mit trojanischen Neoliberalismus‐Pferden durch Schulen und Medien sowie die daher wie eine Hammelherde allem folgende Bevölkerung.
Begriffe wie links oder rechts sind zu nichtssagenden Worthülsen verkommen, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Dabei sollte der Fokus woanders liegen: Es gibt die Klasse der Machtelite, welche aktiv die Verteilung von Arm nach Reich vorantreiben. Es gibt die Klasse der nützlichen Idioten, welche diesen Neoliberalismus aus Unwissenheit oder Irrglauben vorantreiben. Das trifft häufig auf Journalisten, Wissenschaftler und Politiker zu. Es gibt die Opfer der Propaganda, welche sich in politischen Bewegungen aufspalten und auf Nebenkriegsschauplätzen streiten, während sie in Wirklichkeit nur dem Neoliberalismus dienen.
Und dann gibt es Menschen, die all dies mehr oder weniger verstanden haben und darüber aufzuklären versuchen. Beispiele dafür sind Kayvan Soufi‐Siavash, Ervin Tahirovic oder Aya Velázquez. Solche werden dann häufig als Verschwörungstheoretiker abgewertet, denn sie sind schließlich gefährlich für die Machtelite und müssen daher bekämpft werden. Die Masse der Leute fällt auf solche Rufmordkampagnen herein und wird so vom Verständnis dieser Aspekte abgehalten.
Dabei geht es um Gerechtigkeit und Fortschritt. Wir brauchen neben besserer Bildung und fairem Geld eine echte Demokratie. Damit ist keine direkte Demokratie gemeint, denn dieser Begriff ist ein Widerspruch in sich. Ein System mit direkten Wahlen, welches damit normalerweise gemeint ist, wird tatsächlich Ochlokratie genannt. Eine solche ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.
Echte Demokratie basiert auf dem Subsidiaritätsprinzip. Das heißt, die Macht geht von den kleinen Entitäten aus; zuerst von den Menschen, dann den Gemeinden, dann den Landkreisen, und so weiter. Demokratie bedeutet, dass jede Meinung angehört wird. Es ist der Austausch einer Gemeinschaft mit dem Ziel einer Konsensfindung. Es wird sich im kleinen Rahmen zu einigen versucht. Ist das nicht möglich, steht erst als letztes Mittel die Abstimmung zur Verfügung. Der große Staat muss wieder die Aufgabe wahrnehmen, uns gegenüber der Machtelite zu verteidigen, und nicht, uns zu regulieren.
Nicht der Staat ist das Problem, sondern, wie dieser momentan aufgebaut ist, mit Lobbyismus und Korruption, sprich der Einflussnahme, welche von den Konzernen ausgeht. Großkonzerne und dessen Besitzer, jene Machtelite, wollen die Verteilung von Arm nach Reich beibehalten und ausbauen. Das ist der Neoliberalismus. Dazu verwenden sie sogenannte Denkfabriken, z. B. Mont Pèlerin Society oder The Round Table. Die Bevölkerung soll glauben, die neoliberale Ideologie sei völlig natürlich. Verschiedene gesteuerte politische Bewegungen sollen alle gleichermaßen dort hinführen.
Wir sollen es als normal empfinden, wie wenig Gegenwert wir für unsere Arbeitskraft erhalten. Wir sollen es für erstrebenswert halten, den Staat als unseren Schutz gegenüber den Machteliten abzuschaffen. Wir sollen einen freien Markt mit Konkurrenz statt Kooperation für sinnvoll erachten. Es sollen Konflikte innerhalb der Klasse der Normalbevölkerung angefacht werden, damit wir einander bezichtigen und attackieren, anstatt gemeinsam die Klasse der Machtelite ins Auge zu fassen.
Es sollen Gesetze erlassen und Steuern nur so gesenkt werden, sodass Vorteile für Großkonzerne gegenüber dem Mittelstand entstehen. So ist das selbst bei der angeblichen Alternative für Deutschland. Mit alledem will die Machtelite ihre Vorteile weiter ausbauen. Bereits jetzt ist das System auf eine Weise aufgebaut, uns als normale Bevölkerung zu benachteiligen – mittels des betrügerischen Geldsystems, den manipulativen Medien und indoktrinierenden Schulen. All dies soll dafür sorgen, dass wir brav weiter arbeiten gehen und bedürftige Konsumenten bleiben.
Es scheint egal, welches gesellschaftliche Problem wir betrachten. Stets finden wir ganz bestimmte Dinge als Ursache: Da sind die Machteliten, das betrügerische Finanzsystem, Psychopathen in Machtposition, die Indoktrination der Menschen mit trojanischen Neoliberalismus‐Pferden durch Schulen und Medien sowie die daher wie eine Hammelherde allem folgende Bevölkerung.
Begriffe wie links oder rechts sind zu nichtssagenden Worthülsen verkommen, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Dabei sollte der Fokus woanders liegen: Es gibt die Klasse der Machtelite, welche aktiv die Verteilung von Arm nach Reich vorantreiben. Es gibt die Klasse der nützlichen Idioten, welche diesen Neoliberalismus aus Unwissenheit oder Irrglauben vorantreiben. Das trifft häufig auf Journalisten, Wissenschaftler und Politiker zu. Es gibt die Opfer der Propaganda, welche sich in politischen Bewegungen aufspalten und auf Nebenkriegsschauplätzen streiten, während sie in Wirklichkeit nur dem Neoliberalismus dienen.
Und dann gibt es Menschen, die all dies mehr oder weniger verstanden haben und darüber aufzuklären versuchen. Beispiele dafür sind Kayvan Soufi‐Siavash, Ervin Tahirovic oder Aya Velázquez. Solche werden dann häufig als Verschwörungstheoretiker abgewertet, denn sie sind schließlich gefährlich für die Machtelite und müssen daher bekämpft werden. Die Masse der Leute fällt auf solche Rufmordkampagnen herein und wird so vom Verständnis dieser Aspekte abgehalten.
Dabei geht es um Gerechtigkeit und Fortschritt. Wir brauchen neben besserer Bildung und fairem Geld eine echte Demokratie. Damit ist keine direkte Demokratie gemeint, denn dieser Begriff ist ein Widerspruch in sich. Ein System mit direkten Wahlen, welches damit normalerweise gemeint ist, wird tatsächlich Ochlokratie genannt. Eine solche ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.
Echte Demokratie basiert auf dem Subsidiaritätsprinzip. Das heißt, die Macht geht von den kleinen Entitäten aus; zuerst von den Menschen, dann den Gemeinden, dann den Landkreisen, und so weiter. Demokratie bedeutet, dass jede Meinung angehört wird. Es ist der Austausch einer Gemeinschaft mit dem Ziel einer Konsensfindung. Es wird sich im kleinen Rahmen zu einigen versucht. Ist das nicht möglich, steht erst als letztes Mittel die Abstimmung zur Verfügung. Der große Staat muss wieder die Aufgabe wahrnehmen, uns gegenüber der Machtelite zu verteidigen, und nicht, uns zu regulieren.
Nicht der Staat ist das Problem, sondern, wie dieser momentan aufgebaut ist, mit Lobbyismus und Korruption, sprich der Einflussnahme, welche von den Konzernen ausgeht. Großkonzerne und dessen Besitzer, jene Machtelite, wollen die Verteilung von Arm nach Reich beibehalten und ausbauen. Das ist der Neoliberalismus. Dazu verwenden sie sogenannte Denkfabriken, z. B. Mont Pèlerin Society oder The Round Table. Die Bevölkerung soll glauben, die neoliberale Ideologie sei völlig natürlich. Verschiedene gesteuerte politische Bewegungen sollen alle gleichermaßen dort hinführen.
Wir sollen es als normal empfinden, wie wenig Gegenwert wir für unsere Arbeitskraft erhalten. Wir sollen es für erstrebenswert halten, den Staat als unseren Schutz gegenüber den Machteliten abzuschaffen. Wir sollen einen freien Markt mit Konkurrenz statt Kooperation für sinnvoll erachten. Es sollen Konflikte innerhalb der Klasse der Normalbevölkerung angefacht werden, damit wir einander bezichtigen und attackieren, anstatt gemeinsam die Klasse der Machtelite ins Auge zu fassen.
Es sollen Gesetze erlassen und Steuern nur so gesenkt werden, sodass Vorteile für Großkonzerne gegenüber dem Mittelstand entstehen. So ist das selbst bei der angeblichen Alternative für Deutschland. Mit alledem will die Machtelite ihre Vorteile weiter ausbauen. Bereits jetzt ist das System auf eine Weise aufgebaut, uns als normale Bevölkerung zu benachteiligen – mittels des betrügerischen Geldsystems, den manipulativen Medien und indoktrinierenden Schulen. All dies soll dafür sorgen, dass wir brav weiter arbeiten gehen und bedürftige Konsumenten bleiben.
Falsche Opposition: Meine Gedanken
Heute sind erneut Landtagswahlen. Ob es Zufall ist, dass ich an beiden Wahltagen einen Artikel veröffentliche? Wie dem auch sei, warum geht man wählen? Welches Ziel hat man? Welches Ziel hast Du?
Geht es um das geringere Übel? Darum sollte es nicht gehen, doch bleibt uns nicht viel übrig. Eigentlich sollte es um ein Ziel gehen. Welches ist mein Ziel? Ich bin Utopist und habe Vorstellungen über eine optimale Zukunft, zur Bildung, zum Wirtschaftssystem, zu Anti‐Neoliberalismus und Demokratie. Mein Ziel ist klar, nämlich eine wirklich fortschrittliche und gerechte Welt.
Es gab eine Zeit, da galten meine Positionen gegen die Verteilung von Arm nach Reich als links. Ist das noch so? So sollte es zumindest sein, denn es ist ein wichtiger Kernpunkt. Wie kann man da etwas erreichen? Gar nicht, befürchte ich, aber mit den „Weiter so!“‐Altparteien geht es mit Sicherheit nicht. Die sind, wenn überhaupt, durch die erstarkte AfD zu etwas gezwungen, doch für wie lange?
Wie sieht es denn mitder dem BSW aus? – Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es der Feminismus heißt? Lol, egal. – Das BSW scheint immerhin als einzige relevante Partei nicht dem Neoliberalismus dienend unterwegs zu sein. Die sind da, um eine echte Alternative zur Alternative zu sein. Ist dem so? Wollen sie wirklich eine Veränderung oder sind sie genauso als kontrollierte Opposition gedacht wie die AfD?
Vor der Wahl warben sie mit einem anderen Umgang mit der AfD. Werden sie das einhalten? Eine Rede von 2020 der nun‐BSW‐Chefin Amira Mohamed Ali ließ mich zweifeln: Die Rückgängigmachung der Kemmerich‐Wahl war für sie demokratisch, während die Wahl selbst für sie undemokratisch war; ganz im Geiste der als verfassungswidrig verurteilten Forderung Merkels. Oh, und nun berichtet die Berliner Zeitung, der Brandenburg‐BSW‐Chef sei offen für ein AfD‐Verbot. Das ist eher kein anderer Umgang. Sehen wir hier ein Muster oder ist das Zufall?
Die generelle Ablehnung gegenüber Abschiebungen von Frau Ali in einem Interview aus 2019 und ihre Ablehnung gegenüber Corona‐Kritikern in einer Rede von 2022 ist ebenso BSW‐widersprüchlich. Warum wurde gerade sie BSW‐Chefin? In einem Artikel von Aya Velázquez wurde zudem offenbar, dass Sahra Wagenknecht eins Machtelite für die Eröffnungsrede zu einer ihrer Demonstrationen einlud.
Wie sieht es mit der AfD aus? Da sind doch Leute wie der Höcke drin! Wie soll man das tolerieren? Das kommt von tolerare und bedeutet erdulden, erleiden, ertragen. Eventuell muss man das. Das Internet hatte sicher einen uns entgegen gewandten, anderen Zweck, wurde aber zum Propaganda‐Leck. Die AfD ist auch neoliberalistisch, siehe z. B. deren Steuerpolitik, wird ja vielleicht aber zum Herrschafts‐Leck. Die AfD lud Prof. Dr. Sucharit Bhakdi in den Reichstag ein. Dort berichtete er über mit Bakterien‐DNA verunreinigte mRNA‐Impfungen. Es werden Konsequenzen für die Verantwortlichen gefordert. Trotz der neoliberalistischen Ader der AfD hat dort solche Machtkritik Platz.
Doch was ist mit dem Elefanten im Raum, der Rassismus‐Gefahr der AfD? Könnte aus dieser nicht die nächste NSDAP werden? Ich persönlich sehe diese Gefahr nicht. Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie reimt sich. Und sie pendelt. Wir sahen in der Gesellschaft einen langsamen Linksruck, oder eher Wokeruck. Mit Links hat das ja nicht viel zu tun. Die Positionen der AfD waren vor zwei Jahrzehnten noch CDU‐Positionen. Bevor die AfD zur NSDAP werden kann, würde sie von den Zähne fletschenden Wachhunden verboten.
Bis jetzt hatte die AfD keine Chance, sich zu beweisen. Zwingen wir die AfD in Verantwortung und nageln sie fest auf ihre Wahlversprechen wie Grenzkontrollen, Corona‐Untersuchungsausschuss und (sogenannte) direkte Demokratie. Vielleicht machen sie den typischen Politiker, aber vielleicht bekommen wir so auch den längst überfälligen Start einer Veränderung – mit der eigentlich neoliberalistischen AfD als Steigbügelhalter. Eine BSW‐AfD‐Koalition wäre wohl am besten, würde die negativen Aspekte der AfD bremsen und die behauptete Veränderung verstärken.
Heute sind erneut Landtagswahlen. Ob es Zufall ist, dass ich an beiden Wahltagen einen Artikel veröffentliche? Wie dem auch sei, warum geht man wählen? Welches Ziel hat man? Welches Ziel hast Du?
Geht es um das geringere Übel? Darum sollte es nicht gehen, doch bleibt uns nicht viel übrig. Eigentlich sollte es um ein Ziel gehen. Welches ist mein Ziel? Ich bin Utopist und habe Vorstellungen über eine optimale Zukunft, zur Bildung, zum Wirtschaftssystem, zu Anti‐Neoliberalismus und Demokratie. Mein Ziel ist klar, nämlich eine wirklich fortschrittliche und gerechte Welt.
Es gab eine Zeit, da galten meine Positionen gegen die Verteilung von Arm nach Reich als links. Ist das noch so? So sollte es zumindest sein, denn es ist ein wichtiger Kernpunkt. Wie kann man da etwas erreichen? Gar nicht, befürchte ich, aber mit den „Weiter so!“‐Altparteien geht es mit Sicherheit nicht. Die sind, wenn überhaupt, durch die erstarkte AfD zu etwas gezwungen, doch für wie lange?
Wie sieht es denn mit
Vor der Wahl warben sie mit einem anderen Umgang mit der AfD. Werden sie das einhalten? Eine Rede von 2020 der nun‐BSW‐Chefin Amira Mohamed Ali ließ mich zweifeln: Die Rückgängigmachung der Kemmerich‐Wahl war für sie demokratisch, während die Wahl selbst für sie undemokratisch war; ganz im Geiste der als verfassungswidrig verurteilten Forderung Merkels. Oh, und nun berichtet die Berliner Zeitung, der Brandenburg‐BSW‐Chef sei offen für ein AfD‐Verbot. Das ist eher kein anderer Umgang. Sehen wir hier ein Muster oder ist das Zufall?
Die generelle Ablehnung gegenüber Abschiebungen von Frau Ali in einem Interview aus 2019 und ihre Ablehnung gegenüber Corona‐Kritikern in einer Rede von 2022 ist ebenso BSW‐widersprüchlich. Warum wurde gerade sie BSW‐Chefin? In einem Artikel von Aya Velázquez wurde zudem offenbar, dass Sahra Wagenknecht eins Machtelite für die Eröffnungsrede zu einer ihrer Demonstrationen einlud.
Wie sieht es mit der AfD aus? Da sind doch Leute wie der Höcke drin! Wie soll man das tolerieren? Das kommt von tolerare und bedeutet erdulden, erleiden, ertragen. Eventuell muss man das. Das Internet hatte sicher einen uns entgegen gewandten, anderen Zweck, wurde aber zum Propaganda‐Leck. Die AfD ist auch neoliberalistisch, siehe z. B. deren Steuerpolitik, wird ja vielleicht aber zum Herrschafts‐Leck. Die AfD lud Prof. Dr. Sucharit Bhakdi in den Reichstag ein. Dort berichtete er über mit Bakterien‐DNA verunreinigte mRNA‐Impfungen. Es werden Konsequenzen für die Verantwortlichen gefordert. Trotz der neoliberalistischen Ader der AfD hat dort solche Machtkritik Platz.
Doch was ist mit dem Elefanten im Raum, der Rassismus‐Gefahr der AfD? Könnte aus dieser nicht die nächste NSDAP werden? Ich persönlich sehe diese Gefahr nicht. Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie reimt sich. Und sie pendelt. Wir sahen in der Gesellschaft einen langsamen Linksruck, oder eher Wokeruck. Mit Links hat das ja nicht viel zu tun. Die Positionen der AfD waren vor zwei Jahrzehnten noch CDU‐Positionen. Bevor die AfD zur NSDAP werden kann, würde sie von den Zähne fletschenden Wachhunden verboten.
Bis jetzt hatte die AfD keine Chance, sich zu beweisen. Zwingen wir die AfD in Verantwortung und nageln sie fest auf ihre Wahlversprechen wie Grenzkontrollen, Corona‐Untersuchungsausschuss und (sogenannte) direkte Demokratie. Vielleicht machen sie den typischen Politiker, aber vielleicht bekommen wir so auch den längst überfälligen Start einer Veränderung – mit der eigentlich neoliberalistischen AfD als Steigbügelhalter. Eine BSW‐AfD‐Koalition wäre wohl am besten, würde die negativen Aspekte der AfD bremsen und die behauptete Veränderung verstärken.
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Media is too big
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AfD und BSW möchten Corona‐Ausschuss starten
Ein mdr‐Bericht über kontaminierte mRNA‐Impfungen wird gelöscht, die Zahl der potentiellen Nebenwirkungen der Impfungen nimmt zu und die Aufarbeitung der Pandemie geht wohl in die nächste Phase. Sarah Wagenknecht möchte gemeinsam mit der AfD einen Corona‐Untersuchungsausschuss beantragen, was der Anfang vom Ende für die Verantwortlichen sein könnte.
ein Videobericht von LION Media vom 20.09.2024
Ein mdr‐Bericht über kontaminierte mRNA‐Impfungen wird gelöscht, die Zahl der potentiellen Nebenwirkungen der Impfungen nimmt zu und die Aufarbeitung der Pandemie geht wohl in die nächste Phase. Sarah Wagenknecht möchte gemeinsam mit der AfD einen Corona‐Untersuchungsausschuss beantragen, was der Anfang vom Ende für die Verantwortlichen sein könnte.
ein Videobericht von LION Media vom 20.09.2024
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Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr! 🎉✨🎊
Dieses Jahr lief es ganz gut mit meiner Aktivität auf dem Kanal. Ich habe 14 Artikel(‐Teile) geschrieben und ich hoffe, dass diese euch gefallen haben. Das kommende Jahr werden es wahrscheinlich nicht so viele, aber ich werde schauen, auch mal wieder mehr kleinere Dinge zu posten. Ein paar Themen für Artikel habe ich jedoch bereits im Kopf. Falls ihr Vorschläge habt oder einen Gastbeitrag schreiben möchtet, lasst es mich wissen.
Es wird jedenfalls wieder spannend – mit der kommenden Bundestagswahl sowie dem Amtsantritt von Donald Trump. Wird er seine ganzen Ankündigungen wahr machen? Und wird die Nintendo Switch 2 mit einem OLED‐ oder doch wieder nur LCD‐Display erscheinen?
Dieses Jahr lief es ganz gut mit meiner Aktivität auf dem Kanal. Ich habe 14 Artikel(‐Teile) geschrieben und ich hoffe, dass diese euch gefallen haben. Das kommende Jahr werden es wahrscheinlich nicht so viele, aber ich werde schauen, auch mal wieder mehr kleinere Dinge zu posten. Ein paar Themen für Artikel habe ich jedoch bereits im Kopf. Falls ihr Vorschläge habt oder einen Gastbeitrag schreiben möchtet, lasst es mich wissen.
Es wird jedenfalls wieder spannend – mit der kommenden Bundestagswahl sowie dem Amtsantritt von Donald Trump. Wird er seine ganzen Ankündigungen wahr machen? Und wird die Nintendo Switch 2 mit einem OLED‐ oder doch wieder nur LCD‐Display erscheinen?
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Was dieser Spieleentwickler dort gerade erlebt, habe ich auch schon so ähnlich am eigenen Leib erlebt. Ich finde es unglaublich traurig, was für ein schlechtes Licht solche LGBT‐Community‐Anhänger auf eben diese Community werfen, wenn man das überhaupt noch so bezeichnen kann.
🔘 youtu.be/opYGYF3h5B8
🔘 youtu.be/opYGYF3h5B8
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wtf is wrong with these people..
Asmongold Clips / Asmongold Reacts To: Soulash 2 under attack once again
Check out Soulash at: https://store.steampowered.com/app/2399160/Soulash_2/
On this Asmongold Clips Youtube Channel you'll never quit finding all the funny Asmongold Moments with Mcconnell…
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Dieser Anwalt beschreibt das eigentliche Problem zunehmender Hausdurchsuchungen wegen juristischer Lappalien. Es sollte weniger darum gehen, welcher Politiker jetzt wieder verantwortlich dafür sei oder die meisten Anzeigen gestellt hat. Das ist nur Ablenkung.
🔘 youtu.be/h-YBNobuxXI
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Täglich rechtswidrige Durchsuchungen - Gefahr für den Rechtsstaat
Wir dürfen diese schweren Eingriffe in das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung nicht hinnehmen.
Diese Justiz entfernt sich vom Rechtsstaat.
Hintergrund der aktuellen Fälle:
Der "Suffkopf"-Fall (Friedrich Merz):
Der "Schwachkopf"-Fall (Robert Habeck):…
Diese Justiz entfernt sich vom Rechtsstaat.
Hintergrund der aktuellen Fälle:
Der "Suffkopf"-Fall (Friedrich Merz):
Der "Schwachkopf"-Fall (Robert Habeck):…
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Diese kleine Geschichte hat mich direkt daran erinnert, wie Dinge ablaufen könnten. Anstatt andere Leute zu verteufeln, anzugreifen und auszugrenzen, kann man freundlich auf sie zugehen. Falls das nichts bewirkt, ist es völlig okay, sie dann hart zu kritisieren und meiden, doch es könnte auch etwas unerwartetes geschehen.
🔘 youtu.be/Zu4kUUySOfA
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He Removed His Racist Tattoos Because Of ONE Woman #shorts
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