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Buchvorstellung „Die verdrängte Pandemie“ mit Frédéric Valin

Mo., 29.6.2026 | 19 Uhr | im Haus der Demokratie (Bernhard-Göring-Straße 152) sowie im Livestream

Die Covid-19-Pandemie hat die Gesellschaft in vielfacher Hinsicht zutiefst erschüttert. Inzwischen, da sie in der öffentlichen Wahrnehmung als beendet gilt, stellt sich auch aus linker Perspektive die Frage: Was ist daraus gelernt worden, was hätte daraus gelernt werden müssen? Wie wahrscheinlich sind in naher Zukunft weitere Pandemien, und was haben wir von den nächsten Gesundheitskrisen zu erwarten? Wie hat sich der Umgang insbesondere mit Menschen mit Behinderung durch die Pandemie verändert, und welche sozialen Verwerfungen sind absehbar? Und was macht es mit einer Gesellschaft, hunderttausende Tote und schätzungsweise 450.000 ME/CFS-Erkrankte infolge einer Covid-19-Infektion zu akzeptieren, um eine Normalitätsillusion aufrechtzuerhalten, aus der immer mehr Menschen herausfallen?

Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die sich angesichts der Pandemie stellen; eine Pandemie, die für unzählige Langzeiterkrankte und ihre Freund*innen und Angehörige noch längst nicht beendet ist.
Einer kritischen Auseinandersetzung mit der Pandemie Raum zu geben, ist Ziel des von Paul Schuberth und Frédéric Valin herausgegebenen Sammelbandes „Die verdrängte Pandemie“ (Unrast Verlag 2025), der an diesem Abend zur Diskussion gestellt wird. Vor der Buchpräsentation stellt die Initiative Liegenddemo Leipzig kurz ihre Arbeit und Forderungen vor.

Eine Veranstaltung von translib und Liegenddemo Leipzig.

Moderation: Steven Solbrig (Lesekreis „Krankheit und Behinderung im Kapitalismus“ in der translib)

Infos zur Barrierefreiheit vor Ort: • Es gilt eine Maskenpflicht vor Ort. • Die Veranstaltung wird online gestreamt unter www.youtube.com/@translibleipzig9679. • Zugänge: Der Haupteingang und die barrierefreien Außenflächen sind für Rollstühle ausgelegt. • Sanitäre Anlagen: Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden. • Anreise & Parken: Es gibt zwei markierte Behindertenparkplätze direkt am Haus. Die barrierefreie Haltestelle Connewitzer Kreuz (Linien 9, 10, 11) ist fußläufig erreichbar.

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch DIE LINKE Leipzig.
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Morgen um 19 Uhr stellt Frédéric Valin das Buch „Die verdrängte Pandemie“ im Haus der Demokratie und online auf unserem YouTube vor.
Es wird voraussichtlich regnen, also kommt vorbei oder schaut rein ⛈️☔️
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Ausgehend von unserem Tagesseminar „Kafka lesen im Sozialismus“ ist eine Folge der Sendereihe Wutpilger Streifzüge entstanden, die wir euch sehr ans Herz legen:

Anlässlich des 80. Geburtstages von Franz Kafka fand am 27. und 28. Mai 1963 im Schloss Liblice bei Prag eine internationale Kafka-Konferenz statt. Unter dem Titel “Franz Kafka aus Prager Sicht” hatte der tschechoslowakische Schriftstellerverband zu einer internationalen Tagung eingeladen. An dieser Tagung nahmen Literaturwissenschaftler:innen aus der Tschechoslowakei, Österreich, der DDR, Frankreich, Ungarn, Polen und Jugoslawien teil. In den Beiträgen wurde um die Deutung Kafkas gestritten - es stand die Frage im Raum, ob Kafka dem sozialistischen Kanon zugerechnet werden könne. An der Kategorie der Entfremdung wurde der gesellschaftskritische Gehalt von Kafkas Texten diskutiert - und ob diese Kritik auch für die sozialistischen Verhältnisse gelten müsse. Im Nachhinein wurde immer wieder eine Verbindungslinie zwischen Liblice 1963 und dem Prager Frühling 1968 gezogen.

Diese Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge erzählt von der Kafka-Konferenz von 1963. Zu Wort kommen dabei Frieder Stange und Maximilian Huschke, die an der Vorbereitung eines Seminars zur Kafka-Konferenz in der Translib Leipzig beteiligt waren. Mit einem Exkurs zum Prager Fühling ist außerdem der Historiker Bernd Gehrke zu hören.

Hier zu hören:
https://www.mixcloud.com/radiocorax/wutpilger-streifz%C3%BCge-062026-kafka-1963/

Weiterführend:
https://wutpilger.org/06-2026-kafka-1963/
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Aktuelle Situation unseres Ladenprojektes in Leipzig – West


Liebe Vereinsmitglieder, Genoss*innen und Freund*innen, Sympathisant*innen und Interessierte,

Im Haus in der Lützner Straße 30 in Leipzig, in dem die translib zuhause ist, gibt es Veränderungen, über die wir euch informieren wollen. In den Ladenflächen des Hausprojektes gehen wir seit 2013 unserer kommunistischen Bildungsarbeit in öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Filmabenden, regelmäßig stattfindenden Lese- und Arbeitskreisen nach. Wir verstehen uns nicht nur als gesellschaftskritischer Zusammenhang, sondern auch als sozialer Ort, an dem durch Selbstbildung, freie Diskussion und offene Begegnung radikale Bedürfnisse und radikale Gedanken miteinander artikuliert und solidarische Beziehungen aufgebaut werden. Um dieser Praxis nachgehen zu können, sind wir wesentlich auf unsere Räume angewiesen, in denen solche Begegnungen, Austausch und Streit im emanzipatorischen Sinne stattfinden können.
Die Hausgruppe A&V hat uns seit 2013 die Räume im Erdgeschoss der Lützner Straße 30 für eine geringe Miete zur Verfügung gestellt. In Anbetracht des desaströsen Mietmarktes war es uns dadurch möglich, unserer kommunistischen Bildungsarbeit im Leipziger Westen nachzugehen und außerdem unabhängig von staatlichen Geldern bleiben zu können. Unsere Zusammenarbeit mit der Hausgruppe A&V war dabei geprägt von einem kooperativen Miteinander, damit alle ihren Vorhaben im Haus nachgehen konnten; von Bauaktionen, um die gemeinsam genutzten Räume in Schuss zu halten; von gelegentlichen Kuchentreffs, um sich über die neusten Entwicklungen auszutauschen.

Im Jahr 2025 hat sich die Hausgruppe A&V aufgelöst. Seither ist die Hauseigentümerin ›Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit‹ auf der Suche nach neuen Wohngruppen für die Lützner Straße 30. Als translib wollen wir auch in Zukunft in unseren Räumen der kommunistischen Bildungsarbeit nachgehen. Wir würden uns daher freuen, auch mit einer neuen Hausgruppe die Lützner Straße 30 weiterhin gemeinsam zu bespielen. Über die weiteren Prozesse werden wir euch auf dem Laufenden halten.

Solidarische Grüße,

Eure translib.
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Wir haben unseren Redebeitrag von der Gedenkkundgebung für Klaus R. am 28. Mai 2026 auf unserer Homepage dokumentiert.

https://www.translib.de/material/dokumentiert-redebeitrag-zum-todestag-von-klaus-r-32-jahre-danach
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Redebeitrag zum Todestag von Klaus R. – 32 Jahre danach

Wir haben uns heute hier versammelt, um Klaus R. zu gedenken. Wir wissen sehr wenig über Klaus R. Wir wissen, dass er 1994 eine Wohnung auf der Lützner Straße nutzte. Vielleicht tatsächlich in diesem Haus. Wir wissen, dass er alkoholabhängig war. Wir wissen, dass er in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai vor 32 Jahren von vier Neonazis zu Tode geprügelt wurde. Wir wissen, dass er 43 Jahre alt war, als er starb. Wir würden euch gern mehr erzählen über Klaus R. Wer er war, was ihn bewegte. So dass mehr von seiner Geschichte bleibt, als Opfer rechter Gewalt geworden zu sein. Aber wir können es leider nicht.

Klaus R. ist eines zahlreicher Opfer rechter Gewalt. Wie bei so vielen Opfern rechter Gewalt ist auch diese Tat nicht als politisch motiviert anerkannt worden. Wir sagen, die Tat gegen ihn, war sozialdarwinistisch motiviert. Die Täter nutzten Klaus R.s prekäre Lage, seine Alkoholabhängigkeit und Isolation nicht nur aus, um Elektrizität aus seiner Wohnung abzuzwacken, da sie selbst eine der Nachbarwohnungen besetzt hatten, sich also an ihm zu bereichern. Sie reagierten auch ihre Aggressionen an ihm ab, malträtierten und demütigten ihn. Aus der Tat spricht der Hass gegen Schwäche und Abhängigkeit.

Sozialdarwinistische Einstellungen und Überzeugungen sind in dieser Gesellschaft schon immer latent, werden aber seit jüngster Zeit zunehmend artikulierbar und salonfähig. Sie zeigen sich gegenwärtig in den Plänen von CDU und SPD, die Rente weiter zu kürzen, in der herabwertenden Rhetorik von Regierungspolitikern gegen Bürgergeldempfänger:innen und den Plänen sogenannten „Totalverweigerern“ alle Leistungsbezüge zu kürzen. Alle Unnützen, so ist die Logik des Sozialdarwinismus, müssen aussterben. Und unnütz ist, wer arm ist, wer nicht arbeitet und dabei nicht reich genug ist, nicht arbeiten zu müssen. Sozialdarwinismus trifft behinderte Menschen, alte-, kranke-, wohnungslose-, drogenabhängige Menschen, Geringerverdiener:innen, Bürgergeldempfänger:innen, Bettler:innen.

Diese latenten Abwertungen setzen sich nicht nur schnell in allgemeine politische Drohungen um, sondern entwickeln sich zu verbaler und physischer Gewalt. In den letzten Jahren, hat die Gewalt gegen wohnungslose Personen zugenommen. Zuletzt größer in den Schlagzeilen waren etwa die Brandanschläge auf drei Kältebusse in Berlin. Obdachlose Personen sind besonders vulnerabel. Nicht nur, weil sie kaum Rückzugsmöglichkeiten und Schutzräume haben. An Ihnen wollen Täter:innen häufig auch ein Exempel statuieren. Dabei sind die Täter:innen häufig selbst von Obdachlosigkeit betroffen oder drohen in diese abzurutschen. So auch im Fall von Klaus R. Die Gewalt ermöglicht es den Tätern:innen, Aggressionen ob der eigenen misslichen Lage an noch Schwächeren abzureagieren und sich für die selbst erfahrenen gesellschaftlichen Härten an den Opfern zu entschädigen.

Die Überzeugung, es gäbe unnützes und daher unwertes Leben, entsteht nicht von ungefähr. Sie ist das notwendig falsche Bewusstsein, das in einer Gesellschaft entsteht, die Menschen zum Überleben in Lohnarbeit zwingt, die Abhängigkeit bestraft und in der hilfsbedürftig zu werden eine unterschwellige Drohung darstellt. Dieses Klima erzeugt Druck bei den Subjekten. Einen Druck den einige an den nächst Schwächeren gewaltvoll abreagieren.

Wir wissen nicht viel, über Klaus R. Wissen nichts über seine politischen Überzeugungen oder das, was ihm wichtig war. Wir können nur hoffen, dass dieses Gedenken und unser Engagement für eine Gesellschaft, frei vom Zwang zur Lohnarbeit, frei von Diskriminierung und Abwertung, in seinem Sinne ist.

Vielen Dank!
Freundlicher Hinweis:

Am Wochenende findet im Index in Reudnitz wieder die Leipziger Radical Book Fair statt, mit Verlagsständen, Essen und Getränken.

Im Mittelpunkt steht natürlich das spannende Lesungsprogramm, dieses Jahr unter anderem mit einer Buchpräsentation von Katharina Lux (translib), moderiert von Alexandra Ivanova.

Es ist kompliziert. Zur Beziehung von Kapitalismus und Feminismus

Samstag, 15 Uhr

Väter in Elternzeit, rechtliche Gleichstellung, Frauen in Führungspositionen – viele feministische Forderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Und doch ist eine von Geschlechternormen und ökonomischen Zwängen befreite Gesellschaft nicht ansatzweise verwirklicht. Was ist schiefgegangen? Warum haben sich viele feministische Bewegungen so mühelos an die kapitalistische Logik angepasst?
In diesem Essay richtet Katharina Lux einen Scheinwerfer auf verschiedene Feminist*innen und analysiert ihre Rolle im Kapitalismus. Es ist kompliziert: Wer von ihnen hat sich in den letzten Jahrzehnten auf welche Form von Beziehung mit dem System eingelassen? Wer führt eine Romanze mit dem Bestehenden und wer verweigert sich? Dieses MaroHeft wirbt für eine harte Beziehungsbilanz. Die Schlussfolgerung: sofortige Trennung und dauerhafter Kontaktabbruch.
Die Grafikerin Amelie Göppel kommentiert und untersucht in der begleitenden Bilderstrecke feministische Werbestrategien großer Konzerne, sogenanntes »Femvertising«.

Das ganze Programm gibt es hier:

https://www.radicalbookfairleipzig.org/programm-2026/
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Liebe Leute,
wir kommen so langsam aus dem Sommerloch zurück und haben uns für den Herbst einiges vorgenommen. Wir beginnen mit einer Einladung zum neuen Lesezyklus des Lesekreises zur Kritik der Geschlechterverhältnisse.
Neuer Lesezyklus:
Angela Y. Davis „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“


Am 10. September 2026 beginnen wir als Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse eine neue Lektüre. Im Juni haben wir Silvia Federicis „Caliban und die Hexe“ zu Ende gelesen. Gemeinsam wollen wir uns als nächstes mit der Essaysammlung „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“ der US-amerikanischen Vordenkerin und Aktivistin Angela Y. Davis auseinandersetzen. In dem Sammelband erörtert die Autorin das Verhältnis Schwarzer Frauen zu Frauenbewegung, Arbeiterbewegung und Schwarzer Bürgerrechtsbewegung und spürt den Widersprüchen innerhalb und zwischen diesen Bewegungen nach. Sie fragt außerdem danach, warum Schwarze Frauen sich innerhalb dieser Befreiungskämpfe häufig anders positionierten als Schwarze Männer oder weiße Frauen.

Wir treffen uns beginnend mit dem 10.9. jeden zweiten Donnerstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr Uhr in den Räumlichkeiten der translib in der Goetzstraße 7. Bislang haben wir den Text vor Ort gelesen und gemeinsam als Gruppe erarbeitet.

Wenn ihr Lust habt mitzumachen, meldet euch gerne an unter: kritikgeschlecht@translib.de

Wir freuen uns über neue Gesichter!
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Auf unserer nächsten Abendveranstaltung zeigen wir den neuen Film von Labournet TV! Kommt vorbei und sagt es gerne weiter.
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Filmveranstaltung und Diskussion

Jeder Acker, Jede Fabrik - Ideen für eine notwendige Revolution

Ein Film von Labournet TV und AngryWorkers (D, 2026, 67 min)

Di., 22.9.26, 19 Uhr, in der translib Leipzig, Lütznerstr. 30 – in Anwesenheit der Filmemacher*innen

Die Art und Weise, wie wir unser Leben produzieren, ist dumm, gefährlich und grausam. Es ist an der Zeit über eine Revolution nachzudenken, die die Gesellschaft grundlegend verändert.

Wir haben Genoss*innen zu den revolutionären Momenten der 1970er Jahre befragt. Wir haben mit Leuten gesprochen, die sich derzeit an Debatten über eine neue Produktionsweise beteiligen. Wir haben dutzende Arbeiter*innen interviewt, die sich aktuell auf Gemüseäckern, in Umspannwerken, Krankenhäusern oder U-Bahnschächten zur Wehr setzen.

In "Jeder Acker, jede Fabrik" entwickeln wir aus all diesen Stimmen ein konkretes Bild davon, wie der Übergang in eine post-kapitalistische Gesellschaft aussehen könnte. - Für alle, die ihren Kopf nicht in den Sand stecken wollen.

Filmwebseite mit weiteren Infos: http://jederacker.de
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