»Die Verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig«
Eine Ausstellung des Initiativkreis Antirassismus
25.–31. Mai 2026 // Lützner Straße 30, Leipzig-Lindenau
Öffnungszeiten: Mo: 14:00–20:00 Uhr // Die–Do: 16:00–19:00 Uhr // Sa: 14:00–18:00 Uhr // So: 12:00-18:00
Rechte Gewalt ist kein Randphänomen, sondern ein Produkt weit verbreiteter, menschenverachtender Ideologien, die die Ungleichwertigkeit von Menschen predigen. Rechte Morde sind kein zufälliges Verbrechen – sie sind die Konsequenz einer Gesellschaft, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder sozialen Lage abwertet und entmenschlicht. Die Täter*innen handeln nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Klima, das solche Gewalttaten begünstigt und oft sogar relativiert. Statt Solidarität erfahren Betroffene und Hinterbliebene oft die gleichen menschenverachtenden Vorurteile, die die Morde überhaupt erst ermöglicht haben.
Die Taten werden entpolitisiert, verharmlost und als „isolierte Einzelfälle“ abgekanzelt, statt endlich als das zu benennen, was sie sind: eine Manifestation einer gesamt-gesellschaftlichen Haltung. 2013 erarbeitete der Initiativkreis Antirassismus die Ausstellung „Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“, um diesen zu gedenken und an sie zu erinnern. Die Ausstellung wurde im vergangenen Jahr überarbeitet, sie soll über die Dimension rechter Gewalt in Deutschland und im Besonderen in Leipzig aufklären. Zudem wird der politische, juristische und gesellschaftliche Umgang mit den Betroffenen und ihren Angehörigen thematisiert und die Notwendigkeit des aktiven Gedenkens an die Getöteten dargelegt.
Die Ausstellung wird gezeigt im Rahmen des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
Eine Ausstellung des Initiativkreis Antirassismus
25.–31. Mai 2026 // Lützner Straße 30, Leipzig-Lindenau
Öffnungszeiten: Mo: 14:00–20:00 Uhr // Die–Do: 16:00–19:00 Uhr // Sa: 14:00–18:00 Uhr // So: 12:00-18:00
Rechte Gewalt ist kein Randphänomen, sondern ein Produkt weit verbreiteter, menschenverachtender Ideologien, die die Ungleichwertigkeit von Menschen predigen. Rechte Morde sind kein zufälliges Verbrechen – sie sind die Konsequenz einer Gesellschaft, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder sozialen Lage abwertet und entmenschlicht. Die Täter*innen handeln nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Klima, das solche Gewalttaten begünstigt und oft sogar relativiert. Statt Solidarität erfahren Betroffene und Hinterbliebene oft die gleichen menschenverachtenden Vorurteile, die die Morde überhaupt erst ermöglicht haben.
Die Taten werden entpolitisiert, verharmlost und als „isolierte Einzelfälle“ abgekanzelt, statt endlich als das zu benennen, was sie sind: eine Manifestation einer gesamt-gesellschaftlichen Haltung. 2013 erarbeitete der Initiativkreis Antirassismus die Ausstellung „Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“, um diesen zu gedenken und an sie zu erinnern. Die Ausstellung wurde im vergangenen Jahr überarbeitet, sie soll über die Dimension rechter Gewalt in Deutschland und im Besonderen in Leipzig aufklären. Zudem wird der politische, juristische und gesellschaftliche Umgang mit den Betroffenen und ihren Angehörigen thematisiert und die Notwendigkeit des aktiven Gedenkens an die Getöteten dargelegt.
Die Ausstellung wird gezeigt im Rahmen des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
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Initiativkreis Antirassismus: Zur Dokumentation von Todesopfern rechter Gewalt in Leipzig
Podiumsgespräch // 25. Mai 2026, 18:30 Uhr // Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
Zwischen 1990 und 2011 sind in Leipzig und Umgebung mindestens elf Personen Opfer rechtsmotivierter Tötungsdelikte geworden: Gerhard S., Horst K., Gerhard Helmut B., Klaus R., Bernd G., Achmed B., Nuno L., Thomas K., Karl-Heinz T., Kamal K. und André K.. Der Großteil unter ihnen wurde für lange Zeit, und manche werden bis heute nicht offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt, obwohl eine rassistische, sozialdarwinistische, antisemitische oder homosexuellenfeindliche Motivlage der Täter*innen offensichtlich ist. Es waren die Ermordung des wohnungslosen Karl-Heinz T. in der Leipziger Innenstadt im Jahr 2008 und der rassistisch-motivierte Mord an Kamal K. nur zwei Jahre später, die den Initiativkreis Antirassismus 2013 dazu veranlasst haben, eine Ausstellung zu den Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig zu erarbeiten, die in den letzten Jahren um weitere Erkenntnisse zu Todesopfern und Motiven erweitert wurde.
Wir möchten an diesem Abend mit dem Initiativkreis Antirassismus über ihre Ausstellung »Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig« sprechen, die in unseren Räumen in der Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau, zwischen dem 25. und 31. Mai besichtigt werden kann. Wie haben sie Ende der 2000er Jahre die Ermordung von Karl-Heinz T. und Kamal K. in Leipzig erlebt? Welche Schwierigkeiten haben sich bei ihren Recherchen zur Dokumentation der Todesopfer ergeben? Was wissen wir über die Betroffenen, was über die Tatmotive? Und warum bleibt eine Anerkennung der rechten Motive häufig aus?
Nach dem Podiumsgespräch wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben. Es bildet den Auftakt des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
Podiumsgespräch // 25. Mai 2026, 18:30 Uhr // Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
Zwischen 1990 und 2011 sind in Leipzig und Umgebung mindestens elf Personen Opfer rechtsmotivierter Tötungsdelikte geworden: Gerhard S., Horst K., Gerhard Helmut B., Klaus R., Bernd G., Achmed B., Nuno L., Thomas K., Karl-Heinz T., Kamal K. und André K.. Der Großteil unter ihnen wurde für lange Zeit, und manche werden bis heute nicht offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt, obwohl eine rassistische, sozialdarwinistische, antisemitische oder homosexuellenfeindliche Motivlage der Täter*innen offensichtlich ist. Es waren die Ermordung des wohnungslosen Karl-Heinz T. in der Leipziger Innenstadt im Jahr 2008 und der rassistisch-motivierte Mord an Kamal K. nur zwei Jahre später, die den Initiativkreis Antirassismus 2013 dazu veranlasst haben, eine Ausstellung zu den Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig zu erarbeiten, die in den letzten Jahren um weitere Erkenntnisse zu Todesopfern und Motiven erweitert wurde.
Wir möchten an diesem Abend mit dem Initiativkreis Antirassismus über ihre Ausstellung »Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig« sprechen, die in unseren Räumen in der Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau, zwischen dem 25. und 31. Mai besichtigt werden kann. Wie haben sie Ende der 2000er Jahre die Ermordung von Karl-Heinz T. und Kamal K. in Leipzig erlebt? Welche Schwierigkeiten haben sich bei ihren Recherchen zur Dokumentation der Todesopfer ergeben? Was wissen wir über die Betroffenen, was über die Tatmotive? Und warum bleibt eine Anerkennung der rechten Motive häufig aus?
Nach dem Podiumsgespräch wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben. Es bildet den Auftakt des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
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Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach
Gedenkveranstaltung // 28. Mai 2026 // 19:00 Uhr // Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
In der Nacht vom 27. Auf den 28. Mai 1994 wurde Klaus R. in der von ihm genutzten Wohnung in der Lützner Straße von vier Neonazis zu Tode geprügelt, nachdem diese ihn tagelang erniedrigt und gequält hatten. Die vier jugendlichen Täter, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 15 und 19 Jahren alt waren, hatten in demselben Haus eine Wohnung besetzt und von Klaus R. ihren Strom bezogen. Die Dynamik zwischen ihnen erhielt immer mehr einen gewaltsamen Charakter, in deren Zuge Klaus R. beispielsweise gezwungen wurde, wie ein Kind auf dem Fußboden mit Spielzeug zu spielen. Seine Weigerung, sich den Demütigungen weiter auszusetzen, nahmen die Täter schließlich zum Anlass, ihn zu ermorden.
Der Leichnam von Klaus R. wurde erst Tage später in der Wohnung aufgefunden. Die Täter wurden in dem darauffolgenden Prozess am Landgericht Leipzig zu mehrjährigen Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Dass sie von sozialdarwinistischen Motiven bei dem brutalen Mord geleitet wurden, blieb dabei jedoch unberücksichtigt. Klaus R. wird deshalb bis heute die Anerkennung als Todesopfer rechter Gewalt verwehrt. Er wurde lediglich 43 Jahre alt.
Wir möchten seinen Todestag, der sich am 28. Mai 2026 zum 32. Mal jährt, zum Anlass nehmen, um Klaus R. zu gedenken. In Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis Antirassimus haben wir dafür eine Gedenkplakette an das von uns genutzte Haus in der Lützner Straße 30, Leipzig – Lindenau angebracht, die seine Geschichte sichtbar macht und in Erinnerung hält. Es werden kurze Reden halten. Wir freuen uns, wenn ihr Blumen und Kerzen mitbringt.
Im Anschluss wird es die Möglichkeit geben, bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen. Die Gedenkveranstaltung findet statt im Rahmen des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert
Gedenkveranstaltung // 28. Mai 2026 // 19:00 Uhr // Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
In der Nacht vom 27. Auf den 28. Mai 1994 wurde Klaus R. in der von ihm genutzten Wohnung in der Lützner Straße von vier Neonazis zu Tode geprügelt, nachdem diese ihn tagelang erniedrigt und gequält hatten. Die vier jugendlichen Täter, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 15 und 19 Jahren alt waren, hatten in demselben Haus eine Wohnung besetzt und von Klaus R. ihren Strom bezogen. Die Dynamik zwischen ihnen erhielt immer mehr einen gewaltsamen Charakter, in deren Zuge Klaus R. beispielsweise gezwungen wurde, wie ein Kind auf dem Fußboden mit Spielzeug zu spielen. Seine Weigerung, sich den Demütigungen weiter auszusetzen, nahmen die Täter schließlich zum Anlass, ihn zu ermorden.
Der Leichnam von Klaus R. wurde erst Tage später in der Wohnung aufgefunden. Die Täter wurden in dem darauffolgenden Prozess am Landgericht Leipzig zu mehrjährigen Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Dass sie von sozialdarwinistischen Motiven bei dem brutalen Mord geleitet wurden, blieb dabei jedoch unberücksichtigt. Klaus R. wird deshalb bis heute die Anerkennung als Todesopfer rechter Gewalt verwehrt. Er wurde lediglich 43 Jahre alt.
Wir möchten seinen Todestag, der sich am 28. Mai 2026 zum 32. Mal jährt, zum Anlass nehmen, um Klaus R. zu gedenken. In Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis Antirassimus haben wir dafür eine Gedenkplakette an das von uns genutzte Haus in der Lützner Straße 30, Leipzig – Lindenau angebracht, die seine Geschichte sichtbar macht und in Erinnerung hält. Es werden kurze Reden halten. Wir freuen uns, wenn ihr Blumen und Kerzen mitbringt.
Im Anschluss wird es die Möglichkeit geben, bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen. Die Gedenkveranstaltung findet statt im Rahmen des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert
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Der Sozialdarwinismus der Straße. Zur Sozialpsychologie rechter Gewalt seit 1990 in Ostdeutschland.
Vortrag von Saskia Gränitz.
31.05.26, 18:00 Uhr, translib, Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
In den Neunziger- und Nullerjahren kam es insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu einer Welle tödlicher sozialdarwinistischer Gewalt, die dem rechten Straßenterror der sogenannten Baseballschlägerjahre ihren Stempel aufdrückte. Etwa ein Viertel der in den Chroniken verzeichneten Todesopfer rechter Gewalt wurde damals aus Motiven getötet, die mit der Unterscheidung zwischen wertvollem und unwertem Leben zusammenhängen. Der 43-jährige Klaus R. war einer von ihnen: Er wurde am 28. Mai 1994 in seiner Wohnung in Leipzig-Lindenau von Neonazis, die im selben Haus wohnten, getötet. Der Vortrag diskutiert den Sozialdarwinismus der Straße als autoritäre Form der Krisenverarbeitung, die nicht zufällig in dieser Zeit zu einem Massenphänomen wurde.
Dabei wird davon ausgegangen, dass die Gefühlserbschaften, die in solchen Taten zum Ausdruck kommen, sich aus der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus und dessen postnazistischem Erbe, aber auch aus sozialdarwinistischen Traditionslinien der DDR speisen. Charakteristisch für den Sozialdarwinismus der Straße im Unterschied zu anderen Formen rechter Gewalt sind etwa die Dynamik der Eskalation und eine ähnliche Lebenssituation von Opfern und Tätern. Diese soziale Nähe war auch bei der Tötung von Klaus R. von Bedeutung. Aus einer sozialpsychologischen Perspektive wird deutlich, dass sich die Täter in der Aggression gegen wohnungslose, arbeitslose, körperlich oder kognitiv beeinträchtigte, psychisch kranke oder anderweitig marginalisierte Menschen eigener Ohnmachtserfahrungen zu entledigen versuchen. In der spezifischen Form sozialdarwinistischer Gewalt, so die These, verlagern die Täter das, was sie in Bezug auf sich selbst nicht zulassen können, in ihre Opfer hinein. Die äußeren und inneren Krisen der Transformationszeit werden so zur Triebkraft einer Gewalt, die die soziale Ordnung gemäß dem Recht des Stärkeren umgestaltet.
Nach dem Vortrag wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben. Er bildet den Abschluss des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der Initiative »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
Saskia Gränitz arbeitet als Soziologin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und forscht unter anderem zu Wohnungsnot, Autoritarismus und den Gewaltverhältnissen der Nachwendezeit. Zuletzt von ihr erschien »Wohnungsnot und Autoritarismus. Subjektanalytische Zugänge zur psychosozialen Bewältigung prekären Wohnens« (2025).
Vortrag von Saskia Gränitz.
31.05.26, 18:00 Uhr, translib, Lützner Straße 30, Leipzig–Lindenau
In den Neunziger- und Nullerjahren kam es insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu einer Welle tödlicher sozialdarwinistischer Gewalt, die dem rechten Straßenterror der sogenannten Baseballschlägerjahre ihren Stempel aufdrückte. Etwa ein Viertel der in den Chroniken verzeichneten Todesopfer rechter Gewalt wurde damals aus Motiven getötet, die mit der Unterscheidung zwischen wertvollem und unwertem Leben zusammenhängen. Der 43-jährige Klaus R. war einer von ihnen: Er wurde am 28. Mai 1994 in seiner Wohnung in Leipzig-Lindenau von Neonazis, die im selben Haus wohnten, getötet. Der Vortrag diskutiert den Sozialdarwinismus der Straße als autoritäre Form der Krisenverarbeitung, die nicht zufällig in dieser Zeit zu einem Massenphänomen wurde.
Dabei wird davon ausgegangen, dass die Gefühlserbschaften, die in solchen Taten zum Ausdruck kommen, sich aus der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus und dessen postnazistischem Erbe, aber auch aus sozialdarwinistischen Traditionslinien der DDR speisen. Charakteristisch für den Sozialdarwinismus der Straße im Unterschied zu anderen Formen rechter Gewalt sind etwa die Dynamik der Eskalation und eine ähnliche Lebenssituation von Opfern und Tätern. Diese soziale Nähe war auch bei der Tötung von Klaus R. von Bedeutung. Aus einer sozialpsychologischen Perspektive wird deutlich, dass sich die Täter in der Aggression gegen wohnungslose, arbeitslose, körperlich oder kognitiv beeinträchtigte, psychisch kranke oder anderweitig marginalisierte Menschen eigener Ohnmachtserfahrungen zu entledigen versuchen. In der spezifischen Form sozialdarwinistischer Gewalt, so die These, verlagern die Täter das, was sie in Bezug auf sich selbst nicht zulassen können, in ihre Opfer hinein. Die äußeren und inneren Krisen der Transformationszeit werden so zur Triebkraft einer Gewalt, die die soziale Ordnung gemäß dem Recht des Stärkeren umgestaltet.
Nach dem Vortrag wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben. Er bildet den Abschluss des Veranstaltungsprogramms »Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach«, das die translib. Communistisches Labor Leipzig zusammen mit der Initiative »Rassismus tötet!« – Leipzig zwischen dem 25. und 31. Mai 2026 organisiert.
Saskia Gränitz arbeitet als Soziologin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und forscht unter anderem zu Wohnungsnot, Autoritarismus und den Gewaltverhältnissen der Nachwendezeit. Zuletzt von ihr erschien »Wohnungsnot und Autoritarismus. Subjektanalytische Zugänge zur psychosozialen Bewältigung prekären Wohnens« (2025).
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Heute hat unsere Gedenkwoche für Klaus R. begonnen, der am 28. Mai 1994 von Neonazis auf der Lütznerstraße ermordet wurde.
Hier die Programmübersicht für die weitere Woche.
Ausführliche Infos zum Gesamtprogramm und den einzelnen Veranstaltungen findet ihr hier weiter oben im Kanal und auf der translib-Homepage.
Dienstag, 26. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Mittwoch, 27. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Donnerstag, 28. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
19:00 Uhr: Gedenkveranstaltung für Klaus R. – 32 Jahre danach
Samstag, 30. Mai
14:00 bis 18:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Sonntag, 31. Mai
14:00 bis 18:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
18:00 Uhr: Abschlussvortrag – Saskia Gränitz: Der Sozialdarwinismus der Straße. Zur Sozialpsychologie rechter Gewalt seit 1990 in Ostdeutschland
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Ort: translib, Lützner Straße 30, Leipzig-Lindenau
Hier die Programmübersicht für die weitere Woche.
Ausführliche Infos zum Gesamtprogramm und den einzelnen Veranstaltungen findet ihr hier weiter oben im Kanal und auf der translib-Homepage.
Dienstag, 26. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Mittwoch, 27. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Donnerstag, 28. Mai
16:00 bis 19:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
19:00 Uhr: Gedenkveranstaltung für Klaus R. – 32 Jahre danach
Samstag, 30. Mai
14:00 bis 18:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
Sonntag, 31. Mai
14:00 bis 18:00 Uhr: Ausstellung »Die Verschwiegenen Toten«
18:00 Uhr: Abschlussvortrag – Saskia Gränitz: Der Sozialdarwinismus der Straße. Zur Sozialpsychologie rechter Gewalt seit 1990 in Ostdeutschland
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Ort: translib, Lützner Straße 30, Leipzig-Lindenau
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Buchvorstellung „Die verdrängte Pandemie“ mit Frédéric Valin
Mo., 29.6.2026 | 19 Uhr | im Haus der Demokratie (Bernhard-Göring-Straße 152) sowie im Livestream
Die Covid-19-Pandemie hat die Gesellschaft in vielfacher Hinsicht zutiefst erschüttert. Inzwischen, da sie in der öffentlichen Wahrnehmung als beendet gilt, stellt sich auch aus linker Perspektive die Frage: Was ist daraus gelernt worden, was hätte daraus gelernt werden müssen? Wie wahrscheinlich sind in naher Zukunft weitere Pandemien, und was haben wir von den nächsten Gesundheitskrisen zu erwarten? Wie hat sich der Umgang insbesondere mit Menschen mit Behinderung durch die Pandemie verändert, und welche sozialen Verwerfungen sind absehbar? Und was macht es mit einer Gesellschaft, hunderttausende Tote und schätzungsweise 450.000 ME/CFS-Erkrankte infolge einer Covid-19-Infektion zu akzeptieren, um eine Normalitätsillusion aufrechtzuerhalten, aus der immer mehr Menschen herausfallen?
Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die sich angesichts der Pandemie stellen; eine Pandemie, die für unzählige Langzeiterkrankte und ihre Freund*innen und Angehörige noch längst nicht beendet ist.
Einer kritischen Auseinandersetzung mit der Pandemie Raum zu geben, ist Ziel des von Paul Schuberth und Frédéric Valin herausgegebenen Sammelbandes „Die verdrängte Pandemie“ (Unrast Verlag 2025), der an diesem Abend zur Diskussion gestellt wird. Vor der Buchpräsentation stellt die Initiative Liegenddemo Leipzig kurz ihre Arbeit und Forderungen vor.
Eine Veranstaltung von translib und Liegenddemo Leipzig.
Moderation: Steven Solbrig (Lesekreis „Krankheit und Behinderung im Kapitalismus“ in der translib)
Infos zur Barrierefreiheit vor Ort: • Es gilt eine Maskenpflicht vor Ort. • Die Veranstaltung wird online gestreamt unter www.youtube.com/@translibleipzig9679. • Zugänge: Der Haupteingang und die barrierefreien Außenflächen sind für Rollstühle ausgelegt. • Sanitäre Anlagen: Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden. • Anreise & Parken: Es gibt zwei markierte Behindertenparkplätze direkt am Haus. Die barrierefreie Haltestelle Connewitzer Kreuz (Linien 9, 10, 11) ist fußläufig erreichbar.
Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch DIE LINKE Leipzig.
Mo., 29.6.2026 | 19 Uhr | im Haus der Demokratie (Bernhard-Göring-Straße 152) sowie im Livestream
Die Covid-19-Pandemie hat die Gesellschaft in vielfacher Hinsicht zutiefst erschüttert. Inzwischen, da sie in der öffentlichen Wahrnehmung als beendet gilt, stellt sich auch aus linker Perspektive die Frage: Was ist daraus gelernt worden, was hätte daraus gelernt werden müssen? Wie wahrscheinlich sind in naher Zukunft weitere Pandemien, und was haben wir von den nächsten Gesundheitskrisen zu erwarten? Wie hat sich der Umgang insbesondere mit Menschen mit Behinderung durch die Pandemie verändert, und welche sozialen Verwerfungen sind absehbar? Und was macht es mit einer Gesellschaft, hunderttausende Tote und schätzungsweise 450.000 ME/CFS-Erkrankte infolge einer Covid-19-Infektion zu akzeptieren, um eine Normalitätsillusion aufrechtzuerhalten, aus der immer mehr Menschen herausfallen?
Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die sich angesichts der Pandemie stellen; eine Pandemie, die für unzählige Langzeiterkrankte und ihre Freund*innen und Angehörige noch längst nicht beendet ist.
Einer kritischen Auseinandersetzung mit der Pandemie Raum zu geben, ist Ziel des von Paul Schuberth und Frédéric Valin herausgegebenen Sammelbandes „Die verdrängte Pandemie“ (Unrast Verlag 2025), der an diesem Abend zur Diskussion gestellt wird. Vor der Buchpräsentation stellt die Initiative Liegenddemo Leipzig kurz ihre Arbeit und Forderungen vor.
Eine Veranstaltung von translib und Liegenddemo Leipzig.
Moderation: Steven Solbrig (Lesekreis „Krankheit und Behinderung im Kapitalismus“ in der translib)
Infos zur Barrierefreiheit vor Ort: • Es gilt eine Maskenpflicht vor Ort. • Die Veranstaltung wird online gestreamt unter www.youtube.com/@translibleipzig9679. • Zugänge: Der Haupteingang und die barrierefreien Außenflächen sind für Rollstühle ausgelegt. • Sanitäre Anlagen: Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Toilette ist vorhanden. • Anreise & Parken: Es gibt zwei markierte Behindertenparkplätze direkt am Haus. Die barrierefreie Haltestelle Connewitzer Kreuz (Linien 9, 10, 11) ist fußläufig erreichbar.
Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch DIE LINKE Leipzig.
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translib
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Morgen um 19 Uhr stellt Frédéric Valin das Buch „Die verdrängte Pandemie“ im Haus der Demokratie und online auf unserem YouTube vor.
Es wird voraussichtlich regnen, also kommt vorbei oder schaut rein ⛈️☔️
Es wird voraussichtlich regnen, also kommt vorbei oder schaut rein ⛈️☔️
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Ausgehend von unserem Tagesseminar „Kafka lesen im Sozialismus“ ist eine Folge der Sendereihe Wutpilger Streifzüge entstanden, die wir euch sehr ans Herz legen:
Anlässlich des 80. Geburtstages von Franz Kafka fand am 27. und 28. Mai 1963 im Schloss Liblice bei Prag eine internationale Kafka-Konferenz statt. Unter dem Titel “Franz Kafka aus Prager Sicht” hatte der tschechoslowakische Schriftstellerverband zu einer internationalen Tagung eingeladen. An dieser Tagung nahmen Literaturwissenschaftler:innen aus der Tschechoslowakei, Österreich, der DDR, Frankreich, Ungarn, Polen und Jugoslawien teil. In den Beiträgen wurde um die Deutung Kafkas gestritten - es stand die Frage im Raum, ob Kafka dem sozialistischen Kanon zugerechnet werden könne. An der Kategorie der Entfremdung wurde der gesellschaftskritische Gehalt von Kafkas Texten diskutiert - und ob diese Kritik auch für die sozialistischen Verhältnisse gelten müsse. Im Nachhinein wurde immer wieder eine Verbindungslinie zwischen Liblice 1963 und dem Prager Frühling 1968 gezogen.
Diese Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge erzählt von der Kafka-Konferenz von 1963. Zu Wort kommen dabei Frieder Stange und Maximilian Huschke, die an der Vorbereitung eines Seminars zur Kafka-Konferenz in der Translib Leipzig beteiligt waren. Mit einem Exkurs zum Prager Fühling ist außerdem der Historiker Bernd Gehrke zu hören.
Hier zu hören:
https://www.mixcloud.com/radiocorax/wutpilger-streifz%C3%BCge-062026-kafka-1963/
Weiterführend:
https://wutpilger.org/06-2026-kafka-1963/
Anlässlich des 80. Geburtstages von Franz Kafka fand am 27. und 28. Mai 1963 im Schloss Liblice bei Prag eine internationale Kafka-Konferenz statt. Unter dem Titel “Franz Kafka aus Prager Sicht” hatte der tschechoslowakische Schriftstellerverband zu einer internationalen Tagung eingeladen. An dieser Tagung nahmen Literaturwissenschaftler:innen aus der Tschechoslowakei, Österreich, der DDR, Frankreich, Ungarn, Polen und Jugoslawien teil. In den Beiträgen wurde um die Deutung Kafkas gestritten - es stand die Frage im Raum, ob Kafka dem sozialistischen Kanon zugerechnet werden könne. An der Kategorie der Entfremdung wurde der gesellschaftskritische Gehalt von Kafkas Texten diskutiert - und ob diese Kritik auch für die sozialistischen Verhältnisse gelten müsse. Im Nachhinein wurde immer wieder eine Verbindungslinie zwischen Liblice 1963 und dem Prager Frühling 1968 gezogen.
Diese Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge erzählt von der Kafka-Konferenz von 1963. Zu Wort kommen dabei Frieder Stange und Maximilian Huschke, die an der Vorbereitung eines Seminars zur Kafka-Konferenz in der Translib Leipzig beteiligt waren. Mit einem Exkurs zum Prager Fühling ist außerdem der Historiker Bernd Gehrke zu hören.
Hier zu hören:
https://www.mixcloud.com/radiocorax/wutpilger-streifz%C3%BCge-062026-kafka-1963/
Weiterführend:
https://wutpilger.org/06-2026-kafka-1963/
Mixcloud
Wutpilger Streifzüge - 06/2026 - Kafka 1963 by Radio CORAX
Anlässlich des 80. Geburtstages von Franz Kafka fand am 27. und 28. Mai 1963 im Schloss Liblice bei Prag eine internationale Kafka-Konferenz statt. Unter dem Titel “Franz Kafka aus Prager Sicht” hatte der tschechoslowakische Schriftstellerverband zu einer…
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Aktuelle Situation unseres Ladenprojektes in Leipzig – West
Liebe Vereinsmitglieder, Genoss*innen und Freund*innen, Sympathisant*innen und Interessierte,
Im Haus in der Lützner Straße 30 in Leipzig, in dem die translib zuhause ist, gibt es Veränderungen, über die wir euch informieren wollen. In den Ladenflächen des Hausprojektes gehen wir seit 2013 unserer kommunistischen Bildungsarbeit in öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Filmabenden, regelmäßig stattfindenden Lese- und Arbeitskreisen nach. Wir verstehen uns nicht nur als gesellschaftskritischer Zusammenhang, sondern auch als sozialer Ort, an dem durch Selbstbildung, freie Diskussion und offene Begegnung radikale Bedürfnisse und radikale Gedanken miteinander artikuliert und solidarische Beziehungen aufgebaut werden. Um dieser Praxis nachgehen zu können, sind wir wesentlich auf unsere Räume angewiesen, in denen solche Begegnungen, Austausch und Streit im emanzipatorischen Sinne stattfinden können.
Liebe Vereinsmitglieder, Genoss*innen und Freund*innen, Sympathisant*innen und Interessierte,
Im Haus in der Lützner Straße 30 in Leipzig, in dem die translib zuhause ist, gibt es Veränderungen, über die wir euch informieren wollen. In den Ladenflächen des Hausprojektes gehen wir seit 2013 unserer kommunistischen Bildungsarbeit in öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Filmabenden, regelmäßig stattfindenden Lese- und Arbeitskreisen nach. Wir verstehen uns nicht nur als gesellschaftskritischer Zusammenhang, sondern auch als sozialer Ort, an dem durch Selbstbildung, freie Diskussion und offene Begegnung radikale Bedürfnisse und radikale Gedanken miteinander artikuliert und solidarische Beziehungen aufgebaut werden. Um dieser Praxis nachgehen zu können, sind wir wesentlich auf unsere Räume angewiesen, in denen solche Begegnungen, Austausch und Streit im emanzipatorischen Sinne stattfinden können.
Die Hausgruppe A&V hat uns seit 2013 die Räume im Erdgeschoss der Lützner Straße 30 für eine geringe Miete zur Verfügung gestellt. In Anbetracht des desaströsen Mietmarktes war es uns dadurch möglich, unserer kommunistischen Bildungsarbeit im Leipziger Westen nachzugehen und außerdem unabhängig von staatlichen Geldern bleiben zu können. Unsere Zusammenarbeit mit der Hausgruppe A&V war dabei geprägt von einem kooperativen Miteinander, damit alle ihren Vorhaben im Haus nachgehen konnten; von Bauaktionen, um die gemeinsam genutzten Räume in Schuss zu halten; von gelegentlichen Kuchentreffs, um sich über die neusten Entwicklungen auszutauschen.
Im Jahr 2025 hat sich die Hausgruppe A&V aufgelöst. Seither ist die Hauseigentümerin ›Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit‹ auf der Suche nach neuen Wohngruppen für die Lützner Straße 30. Als translib wollen wir auch in Zukunft in unseren Räumen der kommunistischen Bildungsarbeit nachgehen. Wir würden uns daher freuen, auch mit einer neuen Hausgruppe die Lützner Straße 30 weiterhin gemeinsam zu bespielen. Über die weiteren Prozesse werden wir euch auf dem Laufenden halten.
Solidarische Grüße,
Eure translib.
Im Jahr 2025 hat sich die Hausgruppe A&V aufgelöst. Seither ist die Hauseigentümerin ›Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit‹ auf der Suche nach neuen Wohngruppen für die Lützner Straße 30. Als translib wollen wir auch in Zukunft in unseren Räumen der kommunistischen Bildungsarbeit nachgehen. Wir würden uns daher freuen, auch mit einer neuen Hausgruppe die Lützner Straße 30 weiterhin gemeinsam zu bespielen. Über die weiteren Prozesse werden wir euch auf dem Laufenden halten.
Solidarische Grüße,
Eure translib.
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Wir haben unseren Redebeitrag von der Gedenkkundgebung für Klaus R. am 28. Mai 2026 auf unserer Homepage dokumentiert.
https://www.translib.de/material/dokumentiert-redebeitrag-zum-todestag-von-klaus-r-32-jahre-danach
https://www.translib.de/material/dokumentiert-redebeitrag-zum-todestag-von-klaus-r-32-jahre-danach
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Redebeitrag zum Todestag von Klaus R. – 32 Jahre danach
Wir haben uns heute hier versammelt, um Klaus R. zu gedenken. Wir wissen sehr wenig über Klaus R. Wir wissen, dass er 1994 eine Wohnung auf der Lützner Straße nutzte. Vielleicht tatsächlich in diesem Haus. Wir wissen, dass er alkoholabhängig war. Wir wissen, dass er in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai vor 32 Jahren von vier Neonazis zu Tode geprügelt wurde. Wir wissen, dass er 43 Jahre alt war, als er starb. Wir würden euch gern mehr erzählen über Klaus R. Wer er war, was ihn bewegte. So dass mehr von seiner Geschichte bleibt, als Opfer rechter Gewalt geworden zu sein. Aber wir können es leider nicht.
Klaus R. ist eines zahlreicher Opfer rechter Gewalt. Wie bei so vielen Opfern rechter Gewalt ist auch diese Tat nicht als politisch motiviert anerkannt worden. Wir sagen, die Tat gegen ihn, war sozialdarwinistisch motiviert. Die Täter nutzten Klaus R.s prekäre Lage, seine Alkoholabhängigkeit und Isolation nicht nur aus, um Elektrizität aus seiner Wohnung abzuzwacken, da sie selbst eine der Nachbarwohnungen besetzt hatten, sich also an ihm zu bereichern. Sie reagierten auch ihre Aggressionen an ihm ab, malträtierten und demütigten ihn. Aus der Tat spricht der Hass gegen Schwäche und Abhängigkeit.
Sozialdarwinistische Einstellungen und Überzeugungen sind in dieser Gesellschaft schon immer latent, werden aber seit jüngster Zeit zunehmend artikulierbar und salonfähig. Sie zeigen sich gegenwärtig in den Plänen von CDU und SPD, die Rente weiter zu kürzen, in der herabwertenden Rhetorik von Regierungspolitikern gegen Bürgergeldempfänger:innen und den Plänen sogenannten „Totalverweigerern“ alle Leistungsbezüge zu kürzen. Alle Unnützen, so ist die Logik des Sozialdarwinismus, müssen aussterben. Und unnütz ist, wer arm ist, wer nicht arbeitet und dabei nicht reich genug ist, nicht arbeiten zu müssen. Sozialdarwinismus trifft behinderte Menschen, alte-, kranke-, wohnungslose-, drogenabhängige Menschen, Geringerverdiener:innen, Bürgergeldempfänger:innen, Bettler:innen.
Diese latenten Abwertungen setzen sich nicht nur schnell in allgemeine politische Drohungen um, sondern entwickeln sich zu verbaler und physischer Gewalt. In den letzten Jahren, hat die Gewalt gegen wohnungslose Personen zugenommen. Zuletzt größer in den Schlagzeilen waren etwa die Brandanschläge auf drei Kältebusse in Berlin. Obdachlose Personen sind besonders vulnerabel. Nicht nur, weil sie kaum Rückzugsmöglichkeiten und Schutzräume haben. An Ihnen wollen Täter:innen häufig auch ein Exempel statuieren. Dabei sind die Täter:innen häufig selbst von Obdachlosigkeit betroffen oder drohen in diese abzurutschen. So auch im Fall von Klaus R. Die Gewalt ermöglicht es den Tätern:innen, Aggressionen ob der eigenen misslichen Lage an noch Schwächeren abzureagieren und sich für die selbst erfahrenen gesellschaftlichen Härten an den Opfern zu entschädigen.
Die Überzeugung, es gäbe unnützes und daher unwertes Leben, entsteht nicht von ungefähr. Sie ist das notwendig falsche Bewusstsein, das in einer Gesellschaft entsteht, die Menschen zum Überleben in Lohnarbeit zwingt, die Abhängigkeit bestraft und in der hilfsbedürftig zu werden eine unterschwellige Drohung darstellt. Dieses Klima erzeugt Druck bei den Subjekten. Einen Druck den einige an den nächst Schwächeren gewaltvoll abreagieren.
Wir wissen nicht viel, über Klaus R. Wissen nichts über seine politischen Überzeugungen oder das, was ihm wichtig war. Wir können nur hoffen, dass dieses Gedenken und unser Engagement für eine Gesellschaft, frei vom Zwang zur Lohnarbeit, frei von Diskriminierung und Abwertung, in seinem Sinne ist.
Vielen Dank!
Wir haben uns heute hier versammelt, um Klaus R. zu gedenken. Wir wissen sehr wenig über Klaus R. Wir wissen, dass er 1994 eine Wohnung auf der Lützner Straße nutzte. Vielleicht tatsächlich in diesem Haus. Wir wissen, dass er alkoholabhängig war. Wir wissen, dass er in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai vor 32 Jahren von vier Neonazis zu Tode geprügelt wurde. Wir wissen, dass er 43 Jahre alt war, als er starb. Wir würden euch gern mehr erzählen über Klaus R. Wer er war, was ihn bewegte. So dass mehr von seiner Geschichte bleibt, als Opfer rechter Gewalt geworden zu sein. Aber wir können es leider nicht.
Klaus R. ist eines zahlreicher Opfer rechter Gewalt. Wie bei so vielen Opfern rechter Gewalt ist auch diese Tat nicht als politisch motiviert anerkannt worden. Wir sagen, die Tat gegen ihn, war sozialdarwinistisch motiviert. Die Täter nutzten Klaus R.s prekäre Lage, seine Alkoholabhängigkeit und Isolation nicht nur aus, um Elektrizität aus seiner Wohnung abzuzwacken, da sie selbst eine der Nachbarwohnungen besetzt hatten, sich also an ihm zu bereichern. Sie reagierten auch ihre Aggressionen an ihm ab, malträtierten und demütigten ihn. Aus der Tat spricht der Hass gegen Schwäche und Abhängigkeit.
Sozialdarwinistische Einstellungen und Überzeugungen sind in dieser Gesellschaft schon immer latent, werden aber seit jüngster Zeit zunehmend artikulierbar und salonfähig. Sie zeigen sich gegenwärtig in den Plänen von CDU und SPD, die Rente weiter zu kürzen, in der herabwertenden Rhetorik von Regierungspolitikern gegen Bürgergeldempfänger:innen und den Plänen sogenannten „Totalverweigerern“ alle Leistungsbezüge zu kürzen. Alle Unnützen, so ist die Logik des Sozialdarwinismus, müssen aussterben. Und unnütz ist, wer arm ist, wer nicht arbeitet und dabei nicht reich genug ist, nicht arbeiten zu müssen. Sozialdarwinismus trifft behinderte Menschen, alte-, kranke-, wohnungslose-, drogenabhängige Menschen, Geringerverdiener:innen, Bürgergeldempfänger:innen, Bettler:innen.
Diese latenten Abwertungen setzen sich nicht nur schnell in allgemeine politische Drohungen um, sondern entwickeln sich zu verbaler und physischer Gewalt. In den letzten Jahren, hat die Gewalt gegen wohnungslose Personen zugenommen. Zuletzt größer in den Schlagzeilen waren etwa die Brandanschläge auf drei Kältebusse in Berlin. Obdachlose Personen sind besonders vulnerabel. Nicht nur, weil sie kaum Rückzugsmöglichkeiten und Schutzräume haben. An Ihnen wollen Täter:innen häufig auch ein Exempel statuieren. Dabei sind die Täter:innen häufig selbst von Obdachlosigkeit betroffen oder drohen in diese abzurutschen. So auch im Fall von Klaus R. Die Gewalt ermöglicht es den Tätern:innen, Aggressionen ob der eigenen misslichen Lage an noch Schwächeren abzureagieren und sich für die selbst erfahrenen gesellschaftlichen Härten an den Opfern zu entschädigen.
Die Überzeugung, es gäbe unnützes und daher unwertes Leben, entsteht nicht von ungefähr. Sie ist das notwendig falsche Bewusstsein, das in einer Gesellschaft entsteht, die Menschen zum Überleben in Lohnarbeit zwingt, die Abhängigkeit bestraft und in der hilfsbedürftig zu werden eine unterschwellige Drohung darstellt. Dieses Klima erzeugt Druck bei den Subjekten. Einen Druck den einige an den nächst Schwächeren gewaltvoll abreagieren.
Wir wissen nicht viel, über Klaus R. Wissen nichts über seine politischen Überzeugungen oder das, was ihm wichtig war. Wir können nur hoffen, dass dieses Gedenken und unser Engagement für eine Gesellschaft, frei vom Zwang zur Lohnarbeit, frei von Diskriminierung und Abwertung, in seinem Sinne ist.
Vielen Dank!
Freundlicher Hinweis:
Am Wochenende findet im Index in Reudnitz wieder die Leipziger Radical Book Fair statt, mit Verlagsständen, Essen und Getränken.
Im Mittelpunkt steht natürlich das spannende Lesungsprogramm, dieses Jahr unter anderem mit einer Buchpräsentation von Katharina Lux (translib), moderiert von Alexandra Ivanova.
Es ist kompliziert. Zur Beziehung von Kapitalismus und Feminismus
Samstag, 15 Uhr
Väter in Elternzeit, rechtliche Gleichstellung, Frauen in Führungspositionen – viele feministische Forderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Und doch ist eine von Geschlechternormen und ökonomischen Zwängen befreite Gesellschaft nicht ansatzweise verwirklicht. Was ist schiefgegangen? Warum haben sich viele feministische Bewegungen so mühelos an die kapitalistische Logik angepasst?
In diesem Essay richtet Katharina Lux einen Scheinwerfer auf verschiedene Feminist*innen und analysiert ihre Rolle im Kapitalismus. Es ist kompliziert: Wer von ihnen hat sich in den letzten Jahrzehnten auf welche Form von Beziehung mit dem System eingelassen? Wer führt eine Romanze mit dem Bestehenden und wer verweigert sich? Dieses MaroHeft wirbt für eine harte Beziehungsbilanz. Die Schlussfolgerung: sofortige Trennung und dauerhafter Kontaktabbruch.
Die Grafikerin Amelie Göppel kommentiert und untersucht in der begleitenden Bilderstrecke feministische Werbestrategien großer Konzerne, sogenanntes »Femvertising«.
Das ganze Programm gibt es hier:
https://www.radicalbookfairleipzig.org/programm-2026/
Am Wochenende findet im Index in Reudnitz wieder die Leipziger Radical Book Fair statt, mit Verlagsständen, Essen und Getränken.
Im Mittelpunkt steht natürlich das spannende Lesungsprogramm, dieses Jahr unter anderem mit einer Buchpräsentation von Katharina Lux (translib), moderiert von Alexandra Ivanova.
Es ist kompliziert. Zur Beziehung von Kapitalismus und Feminismus
Samstag, 15 Uhr
Väter in Elternzeit, rechtliche Gleichstellung, Frauen in Führungspositionen – viele feministische Forderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Und doch ist eine von Geschlechternormen und ökonomischen Zwängen befreite Gesellschaft nicht ansatzweise verwirklicht. Was ist schiefgegangen? Warum haben sich viele feministische Bewegungen so mühelos an die kapitalistische Logik angepasst?
In diesem Essay richtet Katharina Lux einen Scheinwerfer auf verschiedene Feminist*innen und analysiert ihre Rolle im Kapitalismus. Es ist kompliziert: Wer von ihnen hat sich in den letzten Jahrzehnten auf welche Form von Beziehung mit dem System eingelassen? Wer führt eine Romanze mit dem Bestehenden und wer verweigert sich? Dieses MaroHeft wirbt für eine harte Beziehungsbilanz. Die Schlussfolgerung: sofortige Trennung und dauerhafter Kontaktabbruch.
Die Grafikerin Amelie Göppel kommentiert und untersucht in der begleitenden Bilderstrecke feministische Werbestrategien großer Konzerne, sogenanntes »Femvertising«.
Das ganze Programm gibt es hier:
https://www.radicalbookfairleipzig.org/programm-2026/
www.radicalbookfairleipzig.org
Programm 2026 - www.radicalbookfairleipzig.org
SAMSTAG 13:00 15:00 17:00 19:00 SONNTAG 13:00 15:00 17:00
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Neuer Lesezyklus:
Angela Y. Davis „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“
Am 10. September 2026 beginnen wir als Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse eine neue Lektüre. Im Juni haben wir Silvia Federicis „Caliban und die Hexe“ zu Ende gelesen. Gemeinsam wollen wir uns als nächstes mit der Essaysammlung „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“ der US-amerikanischen Vordenkerin und Aktivistin Angela Y. Davis auseinandersetzen. In dem Sammelband erörtert die Autorin das Verhältnis Schwarzer Frauen zu Frauenbewegung, Arbeiterbewegung und Schwarzer Bürgerrechtsbewegung und spürt den Widersprüchen innerhalb und zwischen diesen Bewegungen nach. Sie fragt außerdem danach, warum Schwarze Frauen sich innerhalb dieser Befreiungskämpfe häufig anders positionierten als Schwarze Männer oder weiße Frauen.
Wir treffen uns beginnend mit dem 10.9. jeden zweiten Donnerstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr Uhr in den Räumlichkeiten der translib in der Goetzstraße 7. Bislang haben wir den Text vor Ort gelesen und gemeinsam als Gruppe erarbeitet.
Wenn ihr Lust habt mitzumachen, meldet euch gerne an unter: kritikgeschlecht@translib.de
Wir freuen uns über neue Gesichter!
Angela Y. Davis „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“
Am 10. September 2026 beginnen wir als Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse eine neue Lektüre. Im Juni haben wir Silvia Federicis „Caliban und die Hexe“ zu Ende gelesen. Gemeinsam wollen wir uns als nächstes mit der Essaysammlung „Rassismus, Sexismus und Klassenkampf“ der US-amerikanischen Vordenkerin und Aktivistin Angela Y. Davis auseinandersetzen. In dem Sammelband erörtert die Autorin das Verhältnis Schwarzer Frauen zu Frauenbewegung, Arbeiterbewegung und Schwarzer Bürgerrechtsbewegung und spürt den Widersprüchen innerhalb und zwischen diesen Bewegungen nach. Sie fragt außerdem danach, warum Schwarze Frauen sich innerhalb dieser Befreiungskämpfe häufig anders positionierten als Schwarze Männer oder weiße Frauen.
Wir treffen uns beginnend mit dem 10.9. jeden zweiten Donnerstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr Uhr in den Räumlichkeiten der translib in der Goetzstraße 7. Bislang haben wir den Text vor Ort gelesen und gemeinsam als Gruppe erarbeitet.
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Wir freuen uns über neue Gesichter!
translib | Communistisches Labor
translib | ein Communistisches Labor
Diese Bibliothek soll zu einem Stützpunkt für Leute werden, die sich nicht mit ihrem „Schicksal“ abfinden wollen, ihr Dasein als Arbeitskraftbehälter für Kapital und Staat zu fristen – für alle, die an der alltäglichen Entfremdung leiden, eingezwängt in die…
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