Schweizer Monat
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Artikel der Woche

Bisher haben die meisten Medien die Kommunikation der Zentralbanken unkritisch nachgebetet. Doch nun scheint die Inflationsangst auch bei ihnen ausgebrochen – einige Journalisten tun so, als würden sie aus den Wolken fallen. Wie nur ist es möglich, dass die Teuerung so anzieht?

Ja, wie nur? Wer den «Schweizer Monat» regelmässig liest, wird sich das nicht fragen, denn unser Archiv ist voll mit Artikeln, die sich kritisch mit dem Phänomen der Inflation auseinandersetzen. Einer der frühen Warner vor einem verantwortungslosen Handeln der Zentralbanken ist der frühere texanische Abgeordnete Ron Paul. Er schrieb 2011 in einem auch heute noch hochaktuellen Artikel: «Die nichtgewählten Entscheidungsträger der Fed sind die letzten, die die Effekte der Inflation zu spüren bekommen. Sie profitieren vielmehr von ihnen, so wie dies die Regierung als ganzes tut.»
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Event

In Zusammenarbeit mit dem studentischen Thinktank NEO Network veranstalten wir einen Anlass zum Thema Gesichtserkennung. Redaktor Jannik Belser unterhält sich mit Angela Müller, Head of Policy & Advocacy bei AlgorithmWatch Schweiz, über die Auswirkungen biometrischer Identifikationssysteme auf die Grundrechte.

Zur Anmeldung:
https://www.eventbrite.com/e/neo-keynote-schweizer-monat-im-auge-der-maschine-tickets-329022544287
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Ausgabe 13: Newsletter «Grob gesagt» von Chefredaktor @RonnieGrob.

«Der Euro tanzt Limbo»

Auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Europäischen Kommission gibt es ein Video mit dem Titel «Low inflation with a limbo-dancing euro!» zu sehen. Im 2010 veröffentlichten Werk tanzt eine 1-Euro-Münze den karibischen Tanz Limbo. Das Video ist sehenswert (wenn auch mehr in dem Sinne, wie man von einem schlimmen Unfall oder von einem peinlichen Missgeschick fasziniert ist).

Mit den Worten «How low can you go?» tänzelt sich ein Geldmünzen-Strichmännchen unter eine immer tiefer gehende imaginäre Inflationslinie. Abgesehen von der diskussionswürdigen Qualität des Videos und der Sinnlosigkeit, dafür Steuergelder zu verwenden, hat sich die Frage 12 Jahre danach umgedreht: «How high can you go?», heisst es nun, denn die Inflationsrate im Euroraum ist auf 7,5 Prozent pro Jahr geschnellt....
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...Eurolohnempfänger, die in diesem Jahr nicht wenigstens eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent erhalten, akzeptieren aufgrund der Einbussen ihrer Kaufkraft de facto eine Lohnsenkung. «The Euro keeps inflation low», behauptet das Video. Nun wurde es von der Realität eingeholt und widerlegt.

Wie aber soll man die steigende Inflation denn nun bekämpfen? Gar nicht, findet bisher offenbar die Europäische Zentralbank (EZB) und hält den Leitzins bei 0,0 Prozent. Erst im dritten Quartal 2022 sei der Zeitpunkt, «sich die Zinsen und eine Erhöhung dieser Zinsen anzuschauen». Eine Zinserhöhung sei tatsächlich nicht notwendig, schreibt auch Yves Wegelin in der linken Wochenzeitung. Mittels «fairen Alternativen» dazu wie Steuererhöhungen für Reiche, einem Preisdeckel für Gas, schärferen Kartellkontrollen, um die Gewinnmargen der Konzerne zu senken, oder Massnahmen, um den Konsum fossiler Energie oder die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu reduzieren, könnte die Inflation in den Griff gekriegt werden. Immerhin gibt Journalist Wegelin «Ökonom:innen wie Hans-Werner Sinn» recht, die über ein Jahrzehnt lang vor der grossen Inflation gewarnt und auf eine Abkehr vom billigen Geld gedrängt haben (Studio Libero #36 mit Hans-Werner Sinn).

Es ist tollkühn, dass sich die EZB-Führung bisher verweigert, die anziehende Inflation mit Erhöhungen des Leitzinses zu bekämpfen. Weil China aufgrund der verrückten Zero-Covid-Politik des Parteiregimes aktuell kaum noch Waren ausliefert, werden in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr Lieferungen später oder gar nie eintreffen. Also werden die Waren knapp und die Preise weiter steigen. Wer diesen Sommer Limbo tanzen will, sollte einen möglichen Unterbruch von Lieferketten antizipieren und sich schon mal karibischen Rum sichern. Sonst wird er seinen Sommerdrink mit Walliser Williams oder Zuger Kirsch mixen müssen.
Artikel der Woche

Warum wir Gesichtserkennung nicht wollen können

«Im öffentlich zugänglichen Raum eingesetzt, schaffen Gesichtserkennungssysteme die Voraussetzungen für eine biometrische Massenüberwachung», schreibt Angela Müller von AlgorithmWatch Schweiz in unserem aktuellen Schwerpunkt zur Gesichtserkennung. Die Massenüberwachung kollidiere mit dem Recht auf Privatsphäre, der Meinungsäusserungs- oder der Versammlungsfreiheit.

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Studio Libero #45:
Angela Müller, Head of Policy & Advocacy bei AlgorithmWatch, beschäftigt sich mit Menschenrechten im Zeitalter der neuen Technologien. Sie plädiert für einen Marschhalt bei der Nutzung von automatisierter Gesichtserkennung, weil diese Art der Überwachung im Konflikt mit elementaren Freiheitsrechten steht. Das Gespräch wurde an einem Anlass an der ETH Zürich aufgezeichnet.

Zum Video: https://schweizermonat.ch/der-einsatz-der-technologie-nimmt-rasant-zu/

Zum Podcast: https://schweizermonat.ch/podcast/

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Ausgabe 14: Newsletter «Grob gesagt» von Chefredaktor @RonnieGrob.

«Migration verhindern und belohnen»

Die Schweizer Stimmbürger haben gestern Sonntag zugestimmt, sich an den höheren Kosten der europäischen Grenz- und Küstenwache Frontex zu beteiligen. Dass die Aussengrenze der EU geschützt und dafür Geld gesprochen wird, war einigermassen unbestritten: Mit 71,5 Prozent war es jene der drei nationalen Vorlagen mit der grössten Zustimmung. Ergriffen wurde das Referendum von sozialistisch und internationalistisch gesinnten Kreisen, die ein Zeichen für Menschenrechte setzen wollten; im Referendumskomitee versammelten sich Gruppen wie Migrantifa Basel, Klimastreik Zentralschweiz oder Feministischer Streik Schaffhausen. Auf die demokratisch gefasste Zustimmung zum Gesetz reagierten sie auf ihrer Webseite trotzig, das sei ein «Ja», das Mauern baue und rassistisch sei (Bild oben).

Aus anderen Gründen zu den Gegnern der Vorlage gehörte die Libertäre Partei...
...Sie wollte keine Steuergelder für zentralistische EU-Behörden sprechen: «Wir sehen es nicht als Staatsaufgabe an, Menschen daran zu hindern, an andere Orte zu migrieren um ihre Lebenssituation und den allgemeinen Wohlstand durch freiwilligen Austausch (Arbeitsverträge, Mietverträge usw.) mit weiteren Marktakteuren zu verbessern.» Menschen sollen sich frei niederlassen können. Ideen, Güter und Dienstleistungen ungehindert ausgetauscht werden.

Nur ist da der existierende Sozialstaat und der Stimmbürger. Gestern kam in Zürich eine knappe Mehrheit für die Züri City Card zustande. Stadt- und Gemeinderat wollen damit illegal eingereiste Migranten ohne Papiere endlich mit Papieren ausstatten – sie also von Sans-Papiers zu Avec-Papiers machen. Statt den Rechtsstaat durchzusetzen und illegal anwesende Migranten den geltenden Gesetzen entsprechend auszuweisen, belohnt die Stadt Zürich so Glücksritter, die den ungeheuren Mut gehabt haben, eine lange und oft verrückte Reise auf sich zu nehmen, und die es geschafft haben, sowohl die Grenzschutzbehörde Frontex als auch die Behörden in der Schweiz auszutricksen. Personen, die zu schwach sind, um es ihnen gleichzutun, und Anrecht hätten, Asyl zu erhalten, bleiben im Krisengebiet und haben das Nachsehen.

Zusätzliche Steuergelder fliessen nun also an den Grenzschutz, aber auch direkt zu jenen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten. Wer sich vor den Behörden in Zürich versteckt, vielleicht auch schwarz arbeitet, erhält nun mit der Züri City-Card einen Ausweis, mit dem er günstiger in die Badeanstalt oder ins Theater kann.

Darüber hinaus haben sich die Zürcher Stimmbürger auf Vorschlag der links-grünen Mehrheit dazu verpflichtet, die direkten Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet bis 2040 auf netto null zu reduzieren. Grob gesagt will die Linke also erstens die Grenzen für alle Migranten öffnen, zweitens alle Migranten in der Schweiz legalisieren, drittens den Sozialstaat für alle weiter ausbauen, und viertens – wenn alle einen hohen Lebensstandard erreicht haben, also viel CO2 ausstossen – die Klimafrage möglichst sofort lösen. Im Einzelnen mögen sich die Punkte realisieren lassen. Allesamt zugleich umgesetzt werden sie zuerst eine hohe Zuwanderung auslösen, und dann den Staatshaushalt ruinieren.
Artikel der Woche

Was uns internationale Organisationen alles empfehlen

Im Dossier «Internationale Organisationen» der aktuellen Ausgabe kümmern sich Lukas Leuzinger und Daniel Jung um die Frage, wie die Gesetzgebung von multilateralen Übereinkommen beeinflusst wird. Ob gendergerechtes Amtsdeutsch, Verbote von Tabakwerbung, Folter, Korruption, Rassismus oder Anpassungen im Steuerrecht: Wird die Schweiz öffentlich gerügt, neigt sie dazu, die eigenen Gesetze zu überarbeiten. Unter öffentlichem moralischem Druck wird Soft Law rasch mal zu Hard Law.

Lesen Sie den Artikel hier: https://schweizermonat.ch/was-uns-internationale-organisationen-alles-empfehlen/

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Studio Libero #46:
Matthias Müller, Jurist und Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz, analysiert die Niederlage im Abstimmungskampf zum Filmgesetz. Er spricht auch über die Situation der jungen Menschen während der Coronakrise und über die Zukunft des Schweizer Milizsystems.

Zum Video: https://schweizermonat.ch/viele-junge-menschen-pochen-darauf-frei-und-selbstbestimmt-zu-leben/

Zum Podcast: https://schweizermonat.ch/podcast/

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Ausgabe 15: Newsletter «Grob gesagt» von Chefredaktor @RonnieGrob.

«Die Chinesen werden eingesperrt»

Vielleicht haben Sie es nicht mitgekriegt, weil bisher nur wenige Journalisten darüber berichten: Aber es sieht ganz so aus, als würden 1,4 Milliarden Menschen ihr Land nicht mehr verlassen können: die Chinesen.

Die neue Regelung wurde von der chinesischen Einwanderungsbehörde bereits am 12. Mai über die Social-Media-Plattform WeChat kommuniziert: Die Ausstellung von Reisedokumenten und die Zahl der Ausreisewilligen soll streng begrenzt werden. Die Erklärung, zitiert von Ft.com (https://schweizermonat.us9.list-manage.com/track/click?u=7f77e6d28259fb3c7805846cc&id=84d3110ecc&e=11cf3f4eb1), forderte eine «strenge Umsetzung der Ein- und Ausreiserichtlinien, um nicht unbedingt notwendige Auslandsreiseaktivitäten chinesischer Staatsbürger streng einzuschränken»...
...Als Grund dafür vorgeschoben wird natürlich der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus – was ja auch von westlichen Regierungen als Allzweckwaffe missbraucht wurde, um antiliberale Massnahmen durchzusetzen.

Wer nicht Chinese ist, bleibt fern von China oder flieht so rasch wie möglich. Expats ziehen in Massen ab (https://schweizermonat.us9.list-manage.com/track/click?u=7f77e6d28259fb3c7805846cc&id=e0509d68d1&e=11cf3f4eb1), internationale Firmen haben grosse Mühe, überhaupt noch jemanden vor Ort zu bringen oder halten. Denn mit der verrückten und inhumanen Coronapolitik des Parteiregimes lässt es sich einfach nicht leben. Weil es kaum Medienfreiheit gibt, ist nicht abzuschätzen, wie viele Chinesen davor flüchten wollen.

Was tun sozialistische Regierungen, wenn ihnen die Leute davonlaufen? Sie riegeln die Grenzen ab und bauen einen Zaun oder eine Mauer drumrum. So erging es den Ostdeutschen, die von der DDR-Regierung zwischen 1961 und 1989 hinter die Berliner Mauer verbannt wurden.

Die Chinesische Mauer wurde während der Ming-Dynastie (1368-1644) in Nordchina errichtet, um sich gegen die aus dem Norden anstürmenden Mongolen zu schützen. Die Ming-Dynastie untersagte mehrfach die private Seefahrt, jeweils über Jahrzehnte hinweg. Die nachfolgende Qing-Dynastie verstärkte den Isolationskurs und ging als letzte Dynastie in die Geschichte ein.

Bewegt sich China unter Xi Jinping wieder in ein isolationistisches Zeitalter? Noch ist es zu früh für ein Urteil. Das Parteiregime hat sich jedenfalls mit Fleiss, geschickter Hand (und viel Spionage) in vielen Bereichen an die Spitze der technologischen Entwicklung gesetzt; womöglich glaubt nun die Parteiführung, über ausreichend eigene Fähigkeiten zu verfügen, um sich von der restlichen Welt abkoppeln zu können. Doch wer nicht weltoffen bleibt, schadet sich selbst: ob Nordkorea oder die DDR – je länger Länder unter der Herrschaft sozialistischer Regimes abgeschottet sind, je weniger innovativ sind sie.
Artikel der Woche

Der Mensch wird zum Datenpunkt

In einer Vorlesung im Februar 2022 diskutiert ETH-Professor Dirk Helbing den Einsatz von Algorithmen. Er bringt verschiedene Beispiele: Man könne mit Computerprogrammen Lieferketten steuern, Schweine füttern – oder auch Menschen kontrollieren, so wie das in China teilweise bereits geschehe. Besonders chinesische Studenten stossen sich an einer entsprechenden Folie von Helbing, weil sie angeblich mit Schweinen gleichgesetzt würden, und verbreiten sie im Internet. Es folgt ein Shitstorm (https://schweizermonat.us9.list-manage.com/track/click?u=7f77e6d28259fb3c7805846cc&id=63b111df29&e=11cf3f4eb1). Rund um die Welt werden Hassbotschaften gepostet. Der Professor wird als Rassist und Faschist beschimpft, erhält sogar Todesdrohungen, und seine Familie gleich mit...
Im Beitrag erläutern Dirk Helbing und seine Kollegen Peter Seele und Thomas Beschorner, worum es eigentlich ging: nämlich, dass Freiheit und Menschenwürde auch im digitalen Zeitalter geschützt werden müssen. Beides ist in Gefahr, wie allem voran sogenannte Social-Credit-Score-Systeme zeigen, die in China bereits zum Einsatz kommen.

Lesen Sie den Beitrag hier: https://schweizermonat.ch/der-mensch-wird-zum-datenpunkt/

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Schweizer Monat – Ausgabe 1097 - Juni 2022
Hier erhältlich: https://schweizermonat.ch/issue/ausgabe-1097-juni-2022/

Die Ausgabe enthält:
- ein Essay des chinesischen Künstlers Ai Weiwei über das Wesen des chinesischen Totalitarismus,
- einen Schwerpunkt über lokale Produktion,
- einen Kulturschwerpunkt über subventionsfreie Bühnenkultur,
- ein Dossier über Staat und Ernährung,
- mehrere Kolumnen, Rezensionen und Debattenbeiträge.

Mit weiteren Beiträgen von Gardi Hutter, Philipp Tingler, Mathias Binswanger, Lea Ypi, Rudolf Minsch, Hansueli von Allmen, Claudia Wirz, Detlef Brendel u.v.m.


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Studio Libero #47:
Elham Manea ist Menschenrechtsaktivistin und Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Sie spricht über die Rückkehr des Autoritarismus im arabischen Raum, über die Lage der Frauen und das neue Bild des Islamismus.

Zum Video: https://schweizermonat.ch/viele-junge-leute-in-den-arabischen-laendern-sind-sehr-frustriert/

Zum Podcast: https://schweizermonat.ch/podcast/


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Ausgabe 16: Newsletter «Grob gesagt» von Chefredaktor @RonnieGrob.

«Irgendwann wechselt die Richtung»

Wer ganz oben angekommen ist auf der Achterbahn, erreicht einen Punkt, an dem alles schön ist und still: Erhaben thront er über dem Freizeitpark, die Aussicht ist fantastisch. Irgendwann fangen die Menschen in den Wagen vor ihm an zu schreien. Aber daran denkt er noch nicht.

Auch das westliche Wirtschafts- und Finanzsystem scheint gerade einige Höchst- und Tiefststände überwunden zu haben; es scheint fast so zu sein, als würden sich einige langjährige Trends umdrehen. Die Kurve der Aktienpreise neigt sich nach fast 14 Jahren kontinuierlichem Aufstieg wieder nach unten. Die Kurve der Inflationsrate zeigt nach Jahrzehnten der Preisstabilität steil nach oben. Der Ölpreis rasselte am Anfang der Coronazeit aufgrund eines Nachfrageeinbruchs auf unter null: Zeitweilig musste zahlen, wer sein Öl loswerden wollte. Seither steigt der Ölpreis unaufhaltsam....
...Nur ein Trend bleibt unverändert: Staaten finden immer wieder gute Gründe, um sich munter weiter zu verschulden.

Seit dem Sommer von 1971, als sich die Regierung Nixon von der Deckung des US-Dollars durch Gold verabschiedete und damit ein neues Weltwährungsregime einführte, haben Kritiker in grosser Zahl moniert, dass ein Fiat-Geldsystem, ohne Deckung und Anker, auf Dauer gar nicht funktionieren könne. Die Realität allerdings zeigt seit bald 51 Jahren auf, dass das sehr wohl funktioniert. Mit der Gefahr, dass man sich daran gewöhnt: 51 Jahre sind eine so lange Zeit, dass sich nur noch die Allerältesten, Allerjüngsten und Allerverrücktesten der Gesellschaft vorstellen können, dass es sich eines Tages plötzlich neu ordnet.

Wie geht es weiter? Das wissen auch die Zentralbanker nicht. Und doch tun sie so, als hätten sie alles im Griff. Auf die Frage, wie die Geldmengenausweitung rückgängig gemacht werden könne, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei einem Anlass vor Studenten Ende Mai (ab Minute 16: https://schweizermonat.us9.list-manage.com/track/click?u=7f77e6d28259fb3c7805846cc&id=de40421f57&e=11cf3f4eb1) nichts mehr als: «It will come ... in due time ... in due course.» Keine Panik also. Zu gegebener Zeit kommt dann schon Bewegung in die Sache. Unten angekommen ist noch jeder, der zuvor die Aussicht von oben genossen hat. Ganz entgleist sind nur wenige Wagen. Viel mehr als eine gründliche Entwertung von Geld, Aktien oder Immobilien kann eigentlich gar nicht passieren. Am Ende von Monty Pythons «Life of Brian» singen sie alle zusammen (https://schweizermonat.us9.list-manage.com/track/click?u=7f77e6d28259fb3c7805846cc&id=0e1e9771bf&e=11cf3f4eb1), am Kreuz hängend:

I mean, what have you got to lose?
You know, you come from nothing
You're going back to nothing
What have you lost? Nothing.
Artikel der Woche

«Der Konsument lässt sich seine Freiheit nicht so einfach einschränken»

Zum Doppelinterview des Dossiers Staat und Ernährung brachten unsere Redaktoren Daniel Jung und Jannik Belser aus Zürich kleine Köstlichkeiten mit. Doch weder Guido ¬Stäger, CEO der Schweizer Zucker AG, noch Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittel und Ernährung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinär¬wesen (BLV), haben bei den Luxemburgerli zugegriffen. Vielleicht lässt sich die Zurückhaltung damit erklären, dass die ¬beiden auf ihre Linie achten – die bunten Macarons mit einem Zuckeranteil von 64 Prozent wären da natürlich sündhaft süss. Stattdessen stritten sie sich auf konstruktive Weise zur Frage, ob ein Individuum eigentlich noch essen und trinken darf, was es will....