klimaschutzundklassenkampf
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„Transformation“ ist aktuell ein beliebtes Wort. Alle planen sie eine „Transformation“: Daimer. Otto. Schaeffler. In der Zeitung liest sich das dann so: „Schaeffler treibt mit Ab- und Umbau die Transformation der Gruppe voran. (…) Insgesamt sind in Europa rund 4400 Stellen vom Abbau betroffen, von denen der weitaus größte Anteil auf Deutschland entfällt.“ „Transformation“, das ist unter den Managern und CEOs die neue Worthülse für: Entlassungen. Die werden zumeist gleichzeitig mit der „Eröffnung von Kompetenzzentren“, Einführung „neuer Technologien“ oder „Umstrukturierungen“ verkündet. Die Übersetzung von „Transformation“, wie die Manager sie verstehen, lautet: Menschen rauswerfen – und dann lustig weiter für den Profit produzieren.
Dabei bräuchten wir aktuell dringender denn je eine tatsächliche Umstellung der Produktion. Fossile Energien und die von ihr abhängigen Branchen haben angesichts der Klimakrise keine Zukunft. Aber das Transformations-Geschwätz der Management-Riegen bietet keine Perspektiven für die Beschäftigten dieser Branchen. Statt ihnen Alternativen zu bieten, sollen sie bis zum bitteren Ende ihrer Branchen in diesen arbeiten – und dann auf die Straße gesetzt werden. So wird die Klimakrise einmal mehr auf den Rücken der arbeitenden Bevölkerung umgewälzt.
Die einzig wirkliche Alternative ist die Konversion von unten: die Umstellung der Produktion in diesen Branchen, nicht nach dem Maßstab des Profits, sondern anhand der Frage, was wir als Gesellschaft brauchen. Die Beschäftigten dieser Branchen haben die Fähigkeiten, die es braucht, um all jene Dinge zu produzieren, auf die wir als Gesellschaft so dringend angewiesen sind. 
Diese Umstellung wird uns aber nicht geschenkt werden. Wir müssen sie erkämpfen – und der Transformation von oben eine Konversion von unten entgegenstellen.
Am Wochenende haben wir fleissig für die Demonstration am Freitag gebastelt. Und obwohl der Zeitrahmen sehr kurzfristig ist, füllen sich die Reihen der Unterstützer.
Aktuell rufen Fridays for Future, das Antikapitalistische Klimatreffen, Zukunft Erkämpfen, die verdi-Jugend, die didf-Jugend und didf gemeinsam zu der Demonstration auf.

Wenn ihr mit eurer Organisation ebenfalls zu der Demo aufrufen wollt, schreibt uns eine Mail an daswerkbleibt@riseup.net

Wir freuen uns auf euch!
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Gestern hat uns eine sehr liebe Zusendung aus Leipzig erreicht. Auch aus anderen Städten wird auf unsere Demonstration heute geschaut!
Das freut uns sehr!

Also kommt alle: heute um 17Uhr vor dem Alten DGB-Haus (Schwanthalerstr. 64)
„Es geht um unsere Zukunft!“ Unter diesem Motto sind wir am Freitag laut und nachdrücklich auf die Straße gegangen. Und haben gezeigt: Wir lassen uns nicht spalten!

„Werk erhalten, Produktion umstellen“!, „Wir werden kämpfen!“, „Gemeinsam gegen Entlassungen und Klimawandel!“ Mit vielen Schildern, kämpferischen Parolen und nachdrücklichen Reden sind gestern die verschiedenen Klimagruppen Münchens gemeinsam mit den Beschäftigten des BOSCH-Werkes und vielen weiteren Unterstützern auf die Straße gegangen. Sie alle alle waren dem Aufruf von „Klimaschutz und Klassenkampf“ gefolgt, den Kampf um das Werk und die Umstellung der Produktion auf die Straße zu tragen.In ihren Reden machten die Aktivist:innen und der betriebsrat des Werkes klar: „Es gibt keine Entlassungen für den Klimaschutz“. „Klimagerechtigkeit bedeutet auch, nicht hinzunehmen, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes unsoziale Politik für den Profit gemacht wird“, erklärte Lisa von Extinction Rebellion in ihrer Rede. Der Betriebsratsvorsitzende Giuseppe Ciccone machte in seinem Beitrag deutlich: Ohne Kampf wird das Werk in München Berg am Laim nicht aufgegeben werden. „Und wir werden in diesem Kampf an eurer Seite stehen!“, ergänzte Mia von „Klimaschutz und Klassenkampf“. „Wenn BOSCH das Werk wirklich schließt, bekommen sie es mit der Klimabewegung zu tun!“Auch Fridays For Future, das Antikapitalistische Klimatreffen, die didf-Jugend, Zukunft Erkämpfen und die Münchner Gewerkschaftlinke drückten in Reden ihre Solidarität mit dem Kampf der Beschäftigten aus – und machten klar: Der Kampf um das Werk hat gerade erst begonnen! (Organisiert worden war die Demonstration von „Klimaschutz und Klassenkampf“, einem Zusammenschluss von Beschäftigten des BOSCH-Werkes und Münchner Klimaaktivist:innen. Sie fordern den Erhalt des von der Schließung bedrohten Werkes und eine Umstellung der Produktion hin zu klimafreundlichen und gesellschaftlich nützlichen Produkten. ) „Die Produktion rein nach Profit trifft die Beschäftigten, die nun einfach auf die Straße gesetzt werden sollen“, erklärte Mia von Klimaschutz und Klassenkampf, „Aber sie trifft auch uns alle – denn mit einem bewohnbaren Planeten ist diese Art des Wirtschaftens nicht vereinbar!“
Auch in den nächsten Wochen und Monaten wird die Münchner Klimabewegung fest an der Seite der BOSCH-Belegschaft stehen. Denn, wie es im Aufruf heißt: „Es geht um die Zukunft von 250 Menschen – genau jetzt. – Und es geht um die Zukunft von uns allen. Zu jeder zeit.“
Der Kampf um das Werk ist auch ein Kampf gegen Outsourcing und Weiterbetrieb der Verbrenner
Egal, wie oft sie beteuern, es ginge um einen „Wandel der Automobilindustrie“, in Wirklichkeit geht es BOSCH nur um eines: Darum, niedrigere Löhne zu zahlen. Die Einspritzventile für Dieselmotoren, die bislang in Berg am Laim gefertigt wurden, sollen in der Zukunft nämlich trotzdem weiter produziert werden. Nur eben fortan im Ausland: In Brasilien oder Tschechien, wo die Löhne günstiger sind. 
Der Kampf der Belegschaft danach, das Werk in München zu erhalten und darin fortan klimafreundliche Produkte herzustellen, ist damit also auch ein Kampf gegen das Outsourcing und den Weiterbetrieb von Verbrennern im Ausland. Denn ein Werk, das hier klimafreundliche Produkte herstellt, kann woanders keine Teile von Verbrennern produzieren.