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Das Wort zum Alltag

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#Barrayar
Die Roman-Reihe von Heyne
Ein Recht auf Frostbeulen

Ja, ich friere! Draußen ist ein schöner Oktobertag mit fast 20 Grad? Mir doch egal – ich friere. Ich habe ein Recht darauf.
Ich habe das Recht, tagsüber im Büro in einer Jacke am Schreibtisch zu sitzen. Es ist keine warme Jacke, aber ich mag die Farbe.
Es ist nicht gerade warm in meinem Kabuff. Nordseite eben, ohne einen einzigen Sonnenstrahl den ganzen Tag über, der meinen Schreibtisch gelb tupft oder auch nur die Wand des Gebäudes anwärmt.
Büroarbeit ist keine, bei der frau sich viel bewegt. Mal zum Kopierer gehen oder sich einen Kaffee holen, das ist auch schon alles. Selbst wenn das Thermometer mir eine Raumtemperatur von 20 Grad anzeigt, nützt mir das nichts, denn ohne Bewegung sind 20 Grad kaum besser als zehn.
Also trage ich meine farbenfrohe Jacke, um die Illusion von Wärme zu erzeugen, und drehe bei der ersten sich bietenden Gelegenheit die Heizung auf.
Irgendwann wird es dann recht angenehm, sofern nicht zu viele Personen mein Büro betreten und die Wärme dadurch wieder das Weite sucht.
Dreimal in der Woche – mindestens – höre ich vormittags folgende Sätze:
"Boah, hast du das warm hier drin!"
"Na? Noch Jacke an?"
"Uh, ist mir warm!"
Ja. Wenn man einen Laufjob hat – und dabei wirklich arbeitet und nicht eine Stunde lang im Nachbarbüro tratscht – kann es schon zu einer gewissen Hitzeentwicklung kommen. Verstehe ich gut, geht mir zu Hause kaum anders. Aber nerve ich meine Mitmenschen deshalb mit immer den gleichen Ausrufen? Nein. Kann ich nachvollziehen, dass ein Sitzjob nun einmal eine höhere Raumtemperatur erfordert? Unbedingt.
Also warte ich zähneknirschend auf eine freundlichere Jahreszeit, in welcher ich die Heizung abstellen und mich von sämtlichen hitzebeständigen Kommentaren endlich wieder erholen kann. Bis dahin – lasst mir das Recht auf meine Frostbeulen!

#eulenalltag
#büroeule
Gedanken eines alten Teddybären
(Ein Drabble)


Ich bin so einsam...
Lange ist es her, seit jemand mich in die Arme nahm und mir sagte, dass er mich gern hat.
Wenn mich heutzutage noch jemand berührt, so ist es meist nur, um mir unsanft den Staub vom Rücken zu klopfen...
Ich bin einsam!
Hört ihr mich denn nicht?!
Wieso glaubt ihr, dass ich weniger lebendig bin, weniger fühle, nur weil ich mit Watte ausgestopft bin?
Daran zu denken macht mich unsagbar traurig.
Ich würde alles verzeihen, alles vergessen, wenn mich nur jemand wieder an sich drücken, wenn mich nur jemand wieder liebhaben würde.
Ich bin so einsam...

#euleschreibt
#teddybär
#Barrayar von Lois McMaster Bujold
Achtung: Spoiler!

Die Welt, in die die Autorin ihre Leser entführt, wirkt sehr real. Sie hat eine Geschichte, sie entwickelt sich weiter. Die immer wieder eingestreuten Anekdoten und Überlieferungen machen Barrayar lebendig.
Die Figuren in den Romanen sind wunderbar gelungen. Sie sind schrullig, abgeklärt, hochmütig, rebellisch, träge, verschlagen, clever, charmant und und und.

Wenn man die Romane in chronologischer Reihenfolge liest, begegnet man zunächst Cordelia Naismith und Aral Vorkosigan, die späteren Eltern von Miles Vorkosigan. Cordelia ist Captain eines Forschungsschiffs und stammt von der fortschrittlichen Kolonie Beta. Aral ist ein degradierter Offizier der Barrayaranischen Raumflotte, genannt "der Schlächter von Komarr". So verschieden die beiden sind, sie heiraten und zwingen die traditionsbewusste und damit manchmal rückständige Gesellschaft von Barrayar dazu sich weiter zu verändern, ihre Grenzen zu erweitern und neue Chancen zu erkennen.
Aral ist ein naher Verwandter des Imperators, und in der Position des Regenten hat er die Möglichkeit, die Weichen für die Zukunft seiner Welt zu stellen. Als Cordelia und er Opfer eines Giftgasanschlags werden, bei dem auch das ungeborene Kind der beiden vergiftet wird, sieht Aral die Zeit gekommen, einer der barbarischsten Traditionen seiner Welt den Kampf anzusagen. Säuglinge, die mit einer sichtbaren Missbildung zur Welt kommen, werden sofort getötet. Das Giftgas hat dafür gesorgt, dass Miles Vorkosigan verkrüppelt geboren wird, sein Knochenwachstum wurde stark eingeschränkt. Für Cordelia und Aral ist klar, dass sie sich mit halb Barrayar werden anlegen müssen, um ihrem Sohn eine Zukunft zu geben. Selbst der legendäre Graf Pjotr, Arals Vater und die Geißel der Cetagandaner, wetzt die Messer, er kann keinen Mutanten in der Familie akzeptieren.

Miles Vorkosigan und sein Alter Ego Admiral Naismisth sind die Hauptfiguren fast aller Barrayar-Bücher. In seinem Gefolge lernen wir seinen trägen und auf den ersten Blick (aber nur auf den ersten!) etwas dumpfen Cousin Ivan Vorpatril kennen, dessen aristokratische Mutter Alys, Miles erste große Liebe Elena Bothari, den überaus charismatischen Kaiser Gregor Vorbarra, den Söldnerkapitän Bel Thorne, Miles' rechte Hand Elli Quinn, Miles' geschäftstüchtigen Klon-Bruder Mark und sehr viele mehr. Alle diese Figuren sind wunderbar lebendig und machen das Lesen eines jeden Romans der Reihe zum Erlebnis.

Über Miles' Abenteuer (und die des Admiral Naismith) geht es im nächsten und vorletzten Teil.

Schönen Abend wünscht
@Eulenalltag

#euleliest
#sciencefiction
#loismcmasterbujold #barrayar
Mail von Kundin:
"Warum bekomme ich für die Rechnung vom 20.5. eine Mahnung? Hab ich über PayPal beglichen!"
Ich: "Die letzte Zahlung haben wir am 10.5. bekommen. Bitte teilen Sie mir die Transaktionsnummer mit, damit ich die Zahlung suchen kann."
Kundin: "Ich kann auf der PayPal-Abrechnung deutlich die Zahlung erkennen! Bitte prüfen Sie Ihre Unterlagen nochmal!"
Tja. Sie hat recht. Die Zahlung steht tatsächlich auf dem PayPal-Konto. Angewiesen knapp zwei Stunden vor der letzten Mail-Antwort.

*zensiert*
*zensiert*
Und außerdem *zensiert* !!!

#büroeule
#leutegibts
Über #Barrayar von Lois McMaster Bujold

In den meisten Bänden der Reihe spielt Miles Vorkosigan die Hauptrolle. In „Barrayar“, dem chronologisch zweiten Band taucht Miles als Fünfjähriger auf den letzten Seiten auf, aber auch hier kann man bereits erahnen, was aus ihm einmal wird – ein Mensch, der niemals aufgibt.
Der dritte Band der Reihe, „Der Kadett“, widmet sich ganz und gar Miles. Wir bekommen ihn zunächst als gescheiterten 17jährigen Kadettenanwärter zu sehen. Miles hat Glasknochen, deshalb fällt er bei der Aufnahmeprüfung mit Pauken und Trompeten durch. Seine Eltern schicken ihn zur Großmutter auf Kolonie Beta, und hier startet er unbeabsichtigt seine Karriere als Anführer einer Söldnerflotte. Wie das bei Miles meist so ist, schlittert er ganz zufällig in eine Situation, aus der ein anderer nicht mehr mit heiler Haut herausgekommen wäre. Miles ist aber hat schon sehr früh gelernt, seine körperlichen Mängel durch Schläue, Manipulation und unbändige Energie auszugleichen. Von einem Tag auf den anderen steckt er mitten in einem interplanetaren Krieg, muss sich mit Raumpiraten, Untergebenen und entwerteter Währung herumschlagen und zusehen, wie seine Jugendliebe Elena sich in einen anderen verliebt.
Miles Vorkosigan, nach Meinung seines Cousins Ivan ein hyperaktiver kleiner Mistkerl, ist trotz – oder gerade wegen – seiner Fehler sehr menschlich. Er muss sich selbst und Barrayar ständig beweisen, dass es nicht auf Körpergröße und starke Knochen ankommt. Wenn er sich davon einen Vorteil verspricht, flunkert er und fälscht auch schon mal einen Geheimdienstbericht. Zugleich hat er ein tiefsitzendes Verständnis von Ehre, ist ein loyaler Freund und Untertan. Er entwirft Schlachtpläne, scheitert und macht weiter.
Miles‘ Entwicklung vom Teenager über den Admiral einer Raumflotte bis zum hohen barrayaranischen Staatsmann (der seine neugierige Nase in einfach ALLES stecken muss) wird im Laufe der Reihe eindrucksvoll beschrieben.
Die Autorin geht schwierigen Entscheidungen nicht aus dem Weg und wenn Mies Mist baut, muss er ihn ausbaden. Bujold hätte in einigen Situationen den für Miles leichteren Weg nehmen können, andere Autoren hätten es vielleicht sogar getan, aber das ist hier nicht der Fall. Das Leben ist eben nicht immer ein Zuckerschlecken, manchmal wird man eben mit dem Gesicht in den Dreck getunkt. Genau das lernt Miles und reift daran. Ihm dabei zuzusehen, ist Vergnügen und Privileg zugleich.

Den letzten Teil über die Barrayar-Bücher gibt’s bald und nur hier auf
@Eulenalltag

#euleliest
#sciencefiction
#loismcmasterbujold #barrayar
Nickerchen
Forwarded from Täglich schöne Fotos
Ich sitze an der Überarbeitung einer Kurzgeschichte. Die Lektorin hat vieles angestrichten, was es zu ändern gilt und ich bin schon ganz geschlaucht vom Entdecken neuer Synonyme für "Dunkelheit", "sehen" und "lächeln/Lächeln". Gar nicht so einfach!
Ändere ich zuviel, bleibt vom ursprünglichen Tenor der Geschichte vielleicht nicht viel übrig. Es ist eine Gratwanderung, aber ich bleibe dran.
Ach ja - Schokolade hilft bei solchen Denkprozessen 😎

#euleschreibt
Letzter Teil über #Barrayar von Lois McMaster Bujold

Wie weiter oben schon ausgeführt, sind die Bücher nicht chronologisch erschienen.
Hier die Chronologie der Romane und Kurzgeschichten:

„Dreamweaver‘s Dilemma“ – Kurzgeschichte, spielt mehrere Jahrhunderte vor „Barrayar“ und ist nur an einer kurzen Erwähnung von Kolonie Beta als der Reihe zugehörig zu erkennen / keine deutsche Übersetzung
„Die Quaddies von Cay Habitat“ – Roman, spielt ca. 200 Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Reihe
„Scherben der Ehre“ – Roman, erste Begegnung von Cordelia Naismith und Aral Vorkosigan
„Barrayar“ – Roman, Machtkampf auf Barrayar, Cordelia und Aral mittendrin. Miles wird geboren
„Der Kadett“ – Roman, Miles wird versehentlich zum Söldner-Admiral
„Berge der Trauer“ – Kurzgeschichte, Miles untersucht den Mord an einem Säugling
„Der Prinz und der Söldner“ – Roman, Miles schlittert in den Reihen des Kaiserlichen Sicherheitsdienstes
„Cetaganda“ – Roman, Miles und Ivan geraten auf Cetaganda in eine Verschwörung
„Ethan von Athos“ – Roman, Ethan vom Männerplaneten Athos begegnet auf Station Klein Miles‘ rechter Hand Elli Quinn
„Labyrinth“ – Kurzgeschichte, Miles alias Admiral Naismith auf einer Mission auf Jackson’s Whole
„Grenzen der Unendlichkeit“ – Kurzgeschichte, Miles befreit Kriegsgefangene
„Waffenbrüder“ – Roman, Miles trifft auf seinen Klonbruder Mark
„Spiegeltanz“ – Roman, Mark Vorkosigan in der Bredouille, Miles eilt zur Rettung
„Viren des Vergessens“ – Roman, Miles muss Admiral Naismith begraben und zu Lord Vorkosigan werden / der wohl beste Roman der ganzen Reihe
„Komarr“ – Roman, Miles deckt eine Verschwörung auf Komarr auf und begegnet Ekaterin Vorsoisson
„Botschafter des Imperiums“ – Roman, Miles auf Freierfüßen! Der definitiv lustigste Roman der Reihe
„Geschenke zum Winterfest“ – Kurzgeschichte, Miles heiratet
„Diplomatische Verwicklungen“ – Roman, Miles und Ekaterin und das politische Chaos auf der Quaddie-Raumstation
„Captain Vorpatril’s Alliance“ – Roman, Ivan Vorpatril heiratet und bekommt sehr aufregende Verwandtschaft / leider nicht auf Deutsch erschienen
„Cryoburn“ – Roman, Miles ermittelt auf einem Planeten voller Kälteschlaf-Toter / keine deutsche Übersetzung
„Gentleman Jole and the Red Queen“ – Roman, Cordellia, Vizekönigin von Sergyar, kommt Admiral Jole näher / keine deutsche Übersetzung

Alle Kurzgeschichten und Romane wärmstens empfohlen von
@Eulenalltag

#euleliest
#sciencefiction
#loismcmasterbujold #barrayar
Für die nächste Buchvorstellung wollte ich mich eigetlich wieder in die Weiten des Alls begeben. Doch dann kam eine Trilogie dazwischen, über die ich unbedingt reden muss - selbst, wenn es nur Selbstgespräche sind *g
Bei den drei Büchern handelt es sich um die "Salkurning"-Reihe von Loons Gerringer. Der letzte Teil ist im Juli 2018 erschienen und inzwischen gibt es neben den eBooks auch Taschenbücher.
Die Bücher sind eine Mischung aus Fantasy, Steampunk und Roadmovie. Ich hätte das erste eBook "Forlorner" nicht gekauft, wenn ich nicht schon vorher den Namen Loons Gerringer gehört hätte.

Es war 2006. In meinem Stamm-Bücherforum tauchte ein Link zu einer PDF-Datei auf, die eine gut 600-Seitige FanFiction zu "Harry Potter" war. Da der finale Band der berühmten Reihe noch nicht abzusehen war, hatte eine Autorin unter dem Pseudonym Loons Gerringer einfach selbst einen letzten Potter-Band geschrieben, "Harry Potter und die Goldene Festung". Ich habe dieses Buch fasziniert und begeistert gelesen. Bis heute kann ich die Fan-Fiction-Version und das Original nicht gut auseinanderhalten.

Nun also #Salkurning
Mehr zur Trilogie und der dort beschriebenen Welt demnächst im
@Eulenalltag

#euleliest
#fantasy
#salkurning #loonsgerringer
Gute Nacht!
Der Pilot hatte wohl gestern einen Kurzen zuviel
Weiter geht‘s mit #Salkurning

Die Handlung der Trilogie „Salkurning“ von Loons Gerringer ist mit wenigen Worten erzählt: Vier junge Menschen aus London geraten in eine Parallelwelt und stecken nun im Land Salkurning fest. Fast 3.000 Seiten lang versuchen sie einen Rückweg zu finden. Ob es ihnen gelingt, tja, das werde ich hier nicht verraten.

Die beschriebene Welt ist etwa auf dem Stand des frühen 19. Jahrhunderts. Es gibt schon die Fotografie und sogar ein Auto. Der Rest ist in den Augen des modernen Lesers hoffnungslos primitiv. So empfinden das auch die vier aus London und haben entsprechend Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden.

Salkurning ist in den ersten beiden Bänden „Forlorner“ und „Tyggboren“ der heimliche Star der Bücher. Das Land ist so plastisch beschrieben, dass man über weite Strecken das Gefühl hat, dort zu sein. Landschaften, verschiedene Kulturen, die Menschen, alles wirkt authentisch. Loons Gerringer hat beim Erzählen viel Wert auf Details gelegt. Dadurch sind die Bücher natürlich sehr umfangreich geworden. Man muss detaillierte Beschreibungen und eine langsame Handlung mögen, wenn man sich auf diese Reihe einlässt. Die Geschichte fließt scheinbar träge dahin, aber sie ist nie langweilig. Man liest viel über den normalen Alltag bei der Schauspieltruppe, über die Reise nach Norden, später über die hirnverknotende Realität einer Zwischendimension. Dank des Erzähltalents der Autorin ist man mittendrin.

Im nächsten Abschnitt wird es um die Figuren gehen.

Für Neugierige:
Loons Gerringer kann man auf Twitter unter @LoonsGerringer folgen
Auf www.salkurning.de gibt es unter „Aktuelles“ ein Interview

Gute Nacht wünscht
@Eulenalltag

#euleliest
#fantasy
#salkurning #loonsgerringer
Dieser Teil der #Salkurning Besprechung enthält Spoiler!

1/2

Die Trilogie „Salkurning“ von Loons Gerringer wird aus der Sicht von vier Personen erzählt. Die da wären: Medizinstudent James Barrett, Möchtegern-Goth Frida, genannt Pix, Kate Walker und Erfinder Dorian Inglewing aus Salkurning.
Die Figuren sind alle sehr verschieden. „Ihre“ Kapitel sind ebenfalls alle unterschiedlich.

James, 20 Jahre alt, ist verschlossen, so sehr, dass er manchmal geradezu miesepetrig wirkt. Er beobachtet, passt sich an, kämpft gegen innere Dämonen. Das ist keine Übertreibung, denn James hat eine unsterbliche Seele, er wird immerzu wiedergeboren. Bevor er nach Salkurning kam, hatte er von seinen früheren Leben keine Ahnung. Als er nun immer wieder fremde Erinnerungen durchlebt, glaubt er den Verstand zu verlieren. Kein Wunder, denn mindestens einer seiner Vorgänger war ein psychopatischer Mörder. Nach und nach akzeptiert er seine Vergangenheit(en) und nutzt sie sogar, um seine Ziele zu erreichen. Gegen Ende des letzten Bandes „Halkarna“ ist James ein Wrack, der nur noch ein Ziel hat, er möchte Pix nach Hause bringen.
Ich musste mir beim Lesen oft sein Alter in Erinnerung rufen, denn James Barrett wirkt die meiste Zeit wesentlich älter als 20 Jahre.

Pix (Frida Sterling) ist eine pummelige, ewig schlechtgelaunte 15jährige, die nur eine Lautstärke kann – LAUT. Zwei Bände lang brüllt sie herum und ist allgemein so nervig, dass man es als Leser kaum aushalten kann. Sie ist in Salkurning gelandet, als sie James und ihrem Mitschüler Carmino gefolgt ist, um sie auszuspionieren. Selbst schuld, möchte man fast sagen. Die meiste Zeit ist sie wirklich schwer zu ertragen. Allmählich lernt der Leser sie aber näher kennen, ihre Vergangenheit, ihre perfekte Kindheit, dann Mobbing in der Schule, das Abrutschen. Plötzlich erkennt man, dass ihre ganze Brüllerei nur ein Schutzschild ist, hinter dem sich die wahre Frida verbirgt. Sie ist eigentlich sehr schutzbedürftig und hat ständig Angst, James könnte sie einfach zurücklassen. Sie hängt sich wie eine Klette an ihn und man kann nicht andres, als mit ihr mitzufiebern. Ein besonderes Verhältnis hat Pix zu dem Erfinder Inglewing, dem ersten Menschen, dem die vier Londoner in Salkurning begegnen. Pix glaubt lange, er könne ihnen helfen.
Sie ist die Person im Buch, die sich am meisten entwickelt. Vom unausstehlichen Teenager bis zur treibenden Kraft hinter der Suche nach einem Rückweg.

Weiter geht es in 2/2 (weil der Messenger längere Texte splittet)
@Eulenalltag

#euleliest
#fantasy
#salkurning #loonsgerringer
Dieser Teil der #Salkurning Besprechung enthält Spoiler!

2/2

Dorian Inglewing hat sich in ganz Salkurning einen Namen mit einer besonderen Erfindung gemacht: mit einem Klo. Die sogenannten Inglewinger beinhalten unzählige Käfer, die menschliche Ausscheidungen zu wertvollem Kompost verarbeiten. Die Erfindung ist nützlich, leider aber auch sehr peinlich. Besonders seine Ehefrau Merelle kann mit so einem zweifelhaften Ruhm nicht umgehen.
Über Dorian erfährt man im Laufe der Trilogie vermutlich am meisten und durch ihn auch über Salkurning selbst.
Er erfindet seit seiner Kindheit Dinge, sein Traum ist es jedoch, ein Flugschiff zu bauen. Zunächst aber hat er sich ein Auto gebastelt, mit dem er als Reparateur durchs Land reist. Seit der Trennung von seiner Frau lebt er allein. Wenn er keine kaputten Uhrwerke etc. repariert, widmet er sich seiner Fluidum-Forschung.
Die Begegnung mit vier Gestrandeten aus Gorth Britaine stellt sein geordnetes Reiseleben auf den Kopf. Zum ersten Mal sieht er seine Forschungen bestätigt, doch niemanden scheint es zu interessieren. Leider kann er nichts tun, um seine neuen Freunde wieder nach London zurück zu schicken.
Als Kate ihn ein Stück weit auf seinen Reisen begleitet, entwickelt er Gefühle für sie. Manchmal glaubt er, sie zu lieben, dann hasst er sie geradezu, manchmal versucht er sie zu vergessen. Er kann mit einer so ruhelosen Frau wie Kate Walker nicht umgehen. Ich habe bis zum Schluss gerätselt, ob die beiden sich nun kriegen oder nicht.

Kate Walker, eigentlich Kate Unwin, ist die rastloseste Person im Buch. Man erfährt vergleichsweise wenig über sie, aber das Wenige reicht aus, um ihre Kapitel zu etwas Besonderem zu machen. Ich fand Kates Gedanken wunderbar poetisch und bin ihr gern gefolgt. Sie leidet unter starkem Fernweh und ist unfähig, einfach stehen zu bleiben. Obwohl Dorian ihr nicht gleichgültig ist, kann sie nicht anders, als ihn zu verlassen, um das nächste Abenteuer zu suchen. Für sie ist Salkurning ein Glücksfall. Sie liebt es, Neues zu entdecken und Salkurning ist voller Dinge, die es zu erforschen gilt. Sie ist ehrlich froh, in diese Welt geraten zu sein.

Das sind die vier Hauptfiguren der Trilogie. Es gibt einige interessante Nebenfiguren, um die geht es dann im nächsten Teil.

Gute Nacht wünscht
@Eulenalltag

#euleliest
#fantasy
#salkurning #loonsgerringer
Forwarded from Täglich schöne Fotos
Heute bei Fressnapf

Ich habe eine Riesentüte voll Katzenfutterdosen an die Kasse geschleppt, alles aufs Band gekippt und der (vermutlich) Azubi an der Kasse beginnt mit dem Scannen. Es dauert eine Weile und am Ende sind wir bei etwas mehr als 46 Euro.
Ich sage: "Ich zahle mit Karte."
Der Azubi tippt und drückt auf dem Display herum und am EC-Gerät tut sich nichts. Dann kommt der elend lange Bon aus dem Drucker. Azubi schreit nach einer Kollegin: "Ich habe bar gedrückt, Kundin will aber EC!"
Ich bedauere: "Sorry, ich hab nicht genug Bargeld dabei, sonst wäre das kein Problem."
Kollegin, kopfschüttelnd zum Azubi: "Kann man nichts machen. Du musst einen Storno eintippen und die ganzen Dosen nochmal einscannen."
Ist wohl nicht sein Tag heute. Aber gut, ich kippe die Dosen und Schälchen und Trockenfuttertüten wieder auf das Band und der Vorgang beginnt von vorne. Ein paar Kunden, die nur eine Tüte Hundefutter kaufen wollen, gucken zu und ab und an auf die Uhr. Ein kleiner schwarzer Mops will mit dem Katzenfutter in meiner Einkaufstasche spielen.
Als alles eingescannt ist, lautet der Betrag 53,83 Euro. Ich frage etwas verdutzt: "Ist aber mehr als vorhin. Haben wir beim ersten Mal ein paar Dosen vergessen oder sind jetzt welche doppelt abgerechnet?"
Alles hält die Luft an. Ich überlege, ob ich ihn das Ganze nochmal machen lasse. Der Mops zerrt ungeduldig an der Leine.
Schließlich zahle ich 53,83 Euro und gehe.
Fast glaube ich, erleichterte Seufzer zu hören.

Das war
Das Wort zum Einkauf

Eure Eule
@Eulenalltag

#eulenalltag
Liebe TV Movie,


ich weiß noch genau, wann wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Es war die Ausgabe 2/92, das Fernsehen schien unaufhaltsam voranzuschreiten, die Tage waren gefüllt mit Talkshows auf den Privatsendern und Telenovelas im Ersten und auf den Dritten, die Abende waren voll mit von Dir bewerteten Filmen. Der TV-Movie-Stern – hach ja! Der zeigte auf den ersten Blick, was mich erwartete – gähnende Langeweile oder Spannung pur. Du versuchtest damals nicht nur, Deine Leser übers Fernsehen und Kino zu informieren, sondern sogar zu bilden. Ja, auf Deinen Seiten las ich zum ersten Mal über Quarks. Auf Deinen Titelblättern gab es damals sogar männliche Gesichter wie das von Sean Connery oder Tom Cruise. Ich glaube mich sogar an Daniel Craig zu erinnern, aber vielleicht trügt mich meine Erinnerung, denn es ist wirklich lange her.

In den ersten Jahren habe ich unserer Beziehung nicht so recht getraut. Auch wenn Du mir alles gabst, was ich von einer Fernsehzeitschrift wünschen konnte, schaute ich mich doch gelegentlich nach Alternativen um. Ja, ich gebe es zu – ich bin drei oder viermal mit der TV Spielfilm fremdgegangen. Es tut mir leid! Ich bin aber immer wieder zu Dir zurückgekehrt, weil Du nicht so warst wie die anderen. Mitte der 90er haben wir unsere Beziehung dann durch ein Abo offiziell gemacht. Alle zwei Wochen habe ich, sobald Du im Briefkasten warst, alles stehen und liegen lassen und Dein Innenleben erforscht. Ich habe Dich sogar gesammelt, vom ersten gekauften Heft an bis in den Herbst 98. Du kannst Dir ausrechnen, wieviele Exemplare von Dir ich in meinem Schrank gestapelt hatte. Dann kam der Umzug und schweren Herzens musste ich mich von der Sammlung trennen…

Ich bin mit Dir durch Dick und Dünn gegangen, oder – genauer gesagt: von Genau-Richtig bis Immer-Weniger. Ich habe Dir keinen Vorwurf gemacht, dass Du ganze Rubriken zugunsten von Werbeanzeigen geopfert hast, schließlich musst auch Du von etwas leben. Ich habe jede Veränderung mitgemacht, von immer leichter bekleideten Damen auf den Covern bis zur Umgestaltung des Innenlayouts. Ich war nicht glücklich darüber, dass Du Dich auf diese Weise den anderen Deiner Art immer weiter annähertest. Dennoch habe ich zu Dir gehalten. Dein Äußeres veränderte sich immer weiter, wurde aufdringlicher. Du hast dem Fernsehen und der Werbung gehuldigt, ohne groß Rücksicht auf Deine Leser zu nehmen.

Du hast mich im Laufe der Zeit immer mehr an jemanden erinnert, der nicht wahrhaben will, dass seine besten Zeiten vorüber sind. Da Reife und Älterwerden zum Leben dazugehören, habe ich das akzeptiert und Dich weiter gelesen. Ich habe selbst dann noch an Dir festgehalten, als ich vor rund zehn Jahren dem Fernsehen fast vollständig entsagte, weil es mich unerträglich langweilte. Ich habe mich an Deinen kurzen Starportraits, den Kinofilmbesprechungen und an den „10 Dingen…“ erfreut, Es hätte vermutlich noch lange Jahre so weitergehen können.

Doch im letzten Jahr hat sich dann bei mir endgültig die TV-Movie-Müdigkeit eingestellt. Du hattest Dich wieder verändert, der Kino-Teil wurde geschrumpft und verschoben, und Du präsentiertest den Lesern plötzlich Themen, die wie Fremdkörper auf Deinen Seiten wirkten. Hübsche Strände und Urlaubsdomizile der Stars?! Hast Du heimlich mit der BUNTEn gesoffen?

Jedenfalls reichte es mir nun. Ich kündigte Dir die Freundschaft. Hämisch wiesest Du mich aber daraufhin, dass ich mich gefälligst an das Trennungsjahr zu halten habe. Das habe ich zähneknirschend akzeptiert, doch nun geht es zu Ende. Nur noch wenige Wochen und wir gehen nach über 25 Jahren getrennte Wege. Ich wünsche Dir alles Gute. Ich glaube, Du wirst mir nicht fehlen.

#euleschreibt
#eulenalltag
#tvmovie
"Schlaflos in Seattle" geguckt.
In dem Moment, in dem Annie den Rucksack von Jonah findet und hineinsieht, stelle ich mir vor, wie die Szene heute aussehen würde: Ein verlassener Rucksack an einem öffentlichen Ort, Sondereinsatzkommando und ein gesprengter Kuschelbär. Bye bye, Howard!

#euleguckt
#eulenalltag
#schlaflosinseattle