Entfremdung als Objektivität: Eine gesellschaftskritische Analyse des positivistischen Wissenschaftsideals
Vortrag von Christine Zunke
12. Juni , 19:00 – 21:00
Bei dem Begriff Entfremdung denken klassisch geschulte Marxist:innen an proletarische Lohnarbeiter:innen, die im vom Fließband vorgegebenen Takt als Teil einer Produktionsstraße Verrichtungen ausführen, deren Sinn im Gesamtprozess ihnen herzlich egal sein kann, solange sie vom Gehalt am Monatsende ihre Reproduktionskosten bestreiten können. Doch auch in der Wissenschaft hielt mit Beginn der Industrialisierung die Entfremdung Einzug, nicht nur durch zunehmende Arbeitsteilung, sondern auch durch ein neues Wissenschaftsideal, das die Abspaltung der Privatheit der Subjekte aus dem öffentlichen Arbeitsraum gleichermaßen spiegelt wie einfordert: Das positivistische Diktum einer allein an empirisch messbaren Tatsachen zu erfassenden Objektivität trennt jede gedankliche Reflexion über Sinn und gesellschaftliche Funktion von der Wissenschaft ab und bannt sie in den privaten Raum subjektiver Meinung. Durch diese strenge Binarität von objektiven Tatsachen auf der einen Seite und ihrer bloß subjektiven Bewertung auf der anderen ist axiomatisch gesetzt, dass eine Kritische Theorie von Gesellschaft keine objektive Geltung haben kann.
Entwicklung, Funktion und Folgen von diesem Mechanismus, über welchen die kapitalistische Gesellschaft sich hermetisch gegen jede wissenschaftliche Ideologiekritik abriegelt und sie bestenfalls in die Feuilletons verbannt, sollen in diesem Vortrag beleuchtet und diskutiert werden.
Kontakt und alle weiteren Infos unter disputhek.de
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12. Juni , 19:00 – 21:00
Bei dem Begriff Entfremdung denken klassisch geschulte Marxist:innen an proletarische Lohnarbeiter:innen, die im vom Fließband vorgegebenen Takt als Teil einer Produktionsstraße Verrichtungen ausführen, deren Sinn im Gesamtprozess ihnen herzlich egal sein kann, solange sie vom Gehalt am Monatsende ihre Reproduktionskosten bestreiten können. Doch auch in der Wissenschaft hielt mit Beginn der Industrialisierung die Entfremdung Einzug, nicht nur durch zunehmende Arbeitsteilung, sondern auch durch ein neues Wissenschaftsideal, das die Abspaltung der Privatheit der Subjekte aus dem öffentlichen Arbeitsraum gleichermaßen spiegelt wie einfordert: Das positivistische Diktum einer allein an empirisch messbaren Tatsachen zu erfassenden Objektivität trennt jede gedankliche Reflexion über Sinn und gesellschaftliche Funktion von der Wissenschaft ab und bannt sie in den privaten Raum subjektiver Meinung. Durch diese strenge Binarität von objektiven Tatsachen auf der einen Seite und ihrer bloß subjektiven Bewertung auf der anderen ist axiomatisch gesetzt, dass eine Kritische Theorie von Gesellschaft keine objektive Geltung haben kann.
Entwicklung, Funktion und Folgen von diesem Mechanismus, über welchen die kapitalistische Gesellschaft sich hermetisch gegen jede wissenschaftliche Ideologiekritik abriegelt und sie bestenfalls in die Feuilletons verbannt, sollen in diesem Vortrag beleuchtet und diskutiert werden.
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Auf dem Weg durch die Eiswüste – Die Rolle der Abstraktion für kritische Bildung
Vortrag von Simon Helling
22. Juni , 19:00 – 21:00
In der Abstraktion scheint alles Übel zu liegen: Sie verhält sich negativ zur Sinnlichkeit, steht im Ruf, sie ausmerzen oder beherrschen zu wollen und als abstrakte Arbeit liegt in ihr der Keim der schlechten kapitalistischen Wirklichkeit. Doch in der Tat liegt das Problem der Abstraktion nicht ausschließlich in ihr selbst, sondern vielmehr darin, was ihr Ergebnis ist und wie mit ihm umgegangen wird. Für einen Bildungsprozess, der zur Kritik befähigen soll, ist sie vielmehr unumgänglich. Solche kritische Bildung wird unmöglich, wenn sie mit der schlechten Wirklichkeit der Abstraktion in eins gesetzt wird. Die angedeutete ambivalente Rolle der Abstraktion soll im Vortrag mit Passagen aus dem Buch „Über das Gegebene hinaus“ erläutert werden.
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22. Juni , 19:00 – 21:00
In der Abstraktion scheint alles Übel zu liegen: Sie verhält sich negativ zur Sinnlichkeit, steht im Ruf, sie ausmerzen oder beherrschen zu wollen und als abstrakte Arbeit liegt in ihr der Keim der schlechten kapitalistischen Wirklichkeit. Doch in der Tat liegt das Problem der Abstraktion nicht ausschließlich in ihr selbst, sondern vielmehr darin, was ihr Ergebnis ist und wie mit ihm umgegangen wird. Für einen Bildungsprozess, der zur Kritik befähigen soll, ist sie vielmehr unumgänglich. Solche kritische Bildung wird unmöglich, wenn sie mit der schlechten Wirklichkeit der Abstraktion in eins gesetzt wird. Die angedeutete ambivalente Rolle der Abstraktion soll im Vortrag mit Passagen aus dem Buch „Über das Gegebene hinaus“ erläutert werden.
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Über den Freiburger Materialismus
Vortrag von Jörg Finkenberger
6. Juli , 19:00 – 21:00
Von Joachim Bruhn stammt die Bemerkung, Guy Debord habe letztlich nur einen zitierfähigen Satz hinterlassen: „Die Wahrheit dieser Gesellschaft ist die Negation dieser Gesellschaft.“ Nach längeren Vorhaltungen ließ er gelegentlich noch einen zweiten gelten: „In der wirklich verkehrten Gesellschaft ist das Wahre nur ein Moment des Falschen.“ Beides sind schöne Sätze, vor welchen der Marxist steht wie der Ochs vorm Berge.
Die Geschichte des Marxismus ist auch die eines ausgebliebenen Übergangs: des Übergangs zum Materialismus. Stattdessen hat man sich daran gewöhnt, die Kritik der Gesellschaft im Verhältnis von Theorie und Praxis zu behandeln. Die Theorie soll erklären, die Praxis verwirklichen, was jene zuvor erkannt hat. In der Philosophie blieb man dergestalt Hegelianer, in der Praxis wurde man autoritär – beides stützt sich gegenseitig.
Stattdessen ginge es um das Verhältnis von Kritik und Krise. Was aber soll das heißen? Sehen wir uns einmal nach den Grundlagen des sogenannten Freiburger Materialismus um, einfach auf den Verdacht hin, dass man dort vielleicht dazumal recht gehabt haben könnte. Vielleicht finden wir auch eine Antwort auf die Frage, die sich in linken Kreisen alle stellen und die doch niemand ernsthaft auszusprechen wagt: Was ist das eigentlich, Materialismus?
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Vortrag von Jörg Finkenberger
6. Juli , 19:00 – 21:00
Von Joachim Bruhn stammt die Bemerkung, Guy Debord habe letztlich nur einen zitierfähigen Satz hinterlassen: „Die Wahrheit dieser Gesellschaft ist die Negation dieser Gesellschaft.“ Nach längeren Vorhaltungen ließ er gelegentlich noch einen zweiten gelten: „In der wirklich verkehrten Gesellschaft ist das Wahre nur ein Moment des Falschen.“ Beides sind schöne Sätze, vor welchen der Marxist steht wie der Ochs vorm Berge.
Die Geschichte des Marxismus ist auch die eines ausgebliebenen Übergangs: des Übergangs zum Materialismus. Stattdessen hat man sich daran gewöhnt, die Kritik der Gesellschaft im Verhältnis von Theorie und Praxis zu behandeln. Die Theorie soll erklären, die Praxis verwirklichen, was jene zuvor erkannt hat. In der Philosophie blieb man dergestalt Hegelianer, in der Praxis wurde man autoritär – beides stützt sich gegenseitig.
Stattdessen ginge es um das Verhältnis von Kritik und Krise. Was aber soll das heißen? Sehen wir uns einmal nach den Grundlagen des sogenannten Freiburger Materialismus um, einfach auf den Verdacht hin, dass man dort vielleicht dazumal recht gehabt haben könnte. Vielleicht finden wir auch eine Antwort auf die Frage, die sich in linken Kreisen alle stellen und die doch niemand ernsthaft auszusprechen wagt: Was ist das eigentlich, Materialismus?
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Oh, ihr Menschenbrüder (Albert Cohen)
Szenische Lesung mit Heinzl Spagl und Renate Obermaier
9. Juli , 20:00 – 21:00
AZ Conni
Während Albert Cohen in Frankreich als Schriftsteller ersten Ranges gilt, ist er hierzulande beinahe unbekannt. Oh, ihr Menschenbrüder (fr. Ô vous, frères humains) begriff er als sein Testament. In dem Alterswerk wendet sich Cohen, der sich dem Tode nahe sieht, seinem sehr viel jüngeren Ich zu und teilt darin seine Erfahrung mit, die ihn zeitlebens nicht mehr loslassen sollte. Als er an seinem zehnten Geburtstag von einem französischen Straßenhändler als Jude beschimpft wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Was folgt, ist eine Erschütterung, wie sie womöglich nur die Literatur darzustellen vermag. Der Antisemitismus, der ihm in der alltäglichsten Szene entgegenschlägt, ist nicht mehr der alte, christliche Antisemitismus, sondern der radikale Antisemitismus der Dreyfus-Affäre. Dieser Antisemitismus hat – wie Cohen selbst festhält – seinen Fluchtpunkt in den deutschen Vernichtungslagern.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Referat Politische Bildung des StuRa der TU Dresden, dem Alternativen Zentrum Conni und dem ça ira-Verlag, in welchem Albert Cohens Werk 2024 in deutscher Übersetzung erschien.
Wir freuen uns außerdem über die liebe Unterstützung seitens des Buchladens König Kurt. An deren Büchertisch werdet ihr die Möglichkeit haben, das Buch von Cohen und weitere thematisch einschlägige Werke zu erwerben.
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9. Juli , 20:00 – 21:00
AZ Conni
Während Albert Cohen in Frankreich als Schriftsteller ersten Ranges gilt, ist er hierzulande beinahe unbekannt. Oh, ihr Menschenbrüder (fr. Ô vous, frères humains) begriff er als sein Testament. In dem Alterswerk wendet sich Cohen, der sich dem Tode nahe sieht, seinem sehr viel jüngeren Ich zu und teilt darin seine Erfahrung mit, die ihn zeitlebens nicht mehr loslassen sollte. Als er an seinem zehnten Geburtstag von einem französischen Straßenhändler als Jude beschimpft wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Was folgt, ist eine Erschütterung, wie sie womöglich nur die Literatur darzustellen vermag. Der Antisemitismus, der ihm in der alltäglichsten Szene entgegenschlägt, ist nicht mehr der alte, christliche Antisemitismus, sondern der radikale Antisemitismus der Dreyfus-Affäre. Dieser Antisemitismus hat – wie Cohen selbst festhält – seinen Fluchtpunkt in den deutschen Vernichtungslagern.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Referat Politische Bildung des StuRa der TU Dresden, dem Alternativen Zentrum Conni und dem ça ira-Verlag, in welchem Albert Cohens Werk 2024 in deutscher Übersetzung erschien.
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Die Deutschen und das Brot – Überlegungen zum Sozialdarwinismus
Vortrag von Simeon Winter
14. Juli , 19:00 – 21:00
Wer kennt es nicht, die wehmütigen Klagen im Urlaub, wenn es mal wieder nur labberiges Weißbrot gibt und kein reichhaltiges Vollkornbrot. Der deutsche Kulturmensch weiß, was gut ist, und das hat ihm die UNESCO auch noch mit dem Weltkulturerbe beglaubigt. Das deutsche Brot ist das Beste, das ist doch klar. Deshalb gilt: Wer „deutsch“ sagt, sagt auch Liebe zum Brot, ob er will oder nicht. So unschuldig-unbefangen die Neigung, sich gediegen ein Brot zu schmieren, auch sein mag, lässt sich im Elend des Ganzen nichts Unberührtes herausscheiden und zum positiv Guten erheben.
Nun soll aber nicht das Anliegen des Vortrags sein, im Nachweis der spezifisch deutschen Verhältnisse zum Vollkornbrot, welche sich bis in die Blut- und Boden-Ideologie des NS verfolgen lassen, ein Plädoyer für „Sammys Sandwich“ zu halten. Dabei liegt dies historisch nicht einmal allzu fern, denn in der Sorge um die Wehrfähigkeit und Autarkie der Ernährung des deutschen Volkskörpers sollte das Brot von deutschem Boden die Importe von industriell und damit dem organisch Guten widersprechendem Weizenmehl aus den USA ersetzen. Auch wenn es für die Pointe dienlich wäre, lässt sich gewiss keine nahtlose Kontinuität des Nachlebens des Nationalsozialismus in der Liebe zum Brot herstellen.
Der Vortrag wird sich deshalb vermittelt über das Brot dem sich in dieser unscheinbaren Ware kristallisierenden gesellschaftlichen Verhältnis annähern. In der Darstellung der Voraussetzungen für die Möglichkeit, dass Natur und Gesellschaft in dieser Weise verschmolzen werden, letztere nicht mehr erscheint und erstere unhintergehbar schicksalhaft wird, soll der Versuch unternommen werden, dies nicht im Sinne einer historischen Erklärung in dem Vergangenen beruhen zu lassen, sondern durch den Nachvollzug auch versucht werden, etwas über das „Wie es ist“ heute zu zeigen.
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Vortrag von Simeon Winter
14. Juli , 19:00 – 21:00
Wer kennt es nicht, die wehmütigen Klagen im Urlaub, wenn es mal wieder nur labberiges Weißbrot gibt und kein reichhaltiges Vollkornbrot. Der deutsche Kulturmensch weiß, was gut ist, und das hat ihm die UNESCO auch noch mit dem Weltkulturerbe beglaubigt. Das deutsche Brot ist das Beste, das ist doch klar. Deshalb gilt: Wer „deutsch“ sagt, sagt auch Liebe zum Brot, ob er will oder nicht. So unschuldig-unbefangen die Neigung, sich gediegen ein Brot zu schmieren, auch sein mag, lässt sich im Elend des Ganzen nichts Unberührtes herausscheiden und zum positiv Guten erheben.
Nun soll aber nicht das Anliegen des Vortrags sein, im Nachweis der spezifisch deutschen Verhältnisse zum Vollkornbrot, welche sich bis in die Blut- und Boden-Ideologie des NS verfolgen lassen, ein Plädoyer für „Sammys Sandwich“ zu halten. Dabei liegt dies historisch nicht einmal allzu fern, denn in der Sorge um die Wehrfähigkeit und Autarkie der Ernährung des deutschen Volkskörpers sollte das Brot von deutschem Boden die Importe von industriell und damit dem organisch Guten widersprechendem Weizenmehl aus den USA ersetzen. Auch wenn es für die Pointe dienlich wäre, lässt sich gewiss keine nahtlose Kontinuität des Nachlebens des Nationalsozialismus in der Liebe zum Brot herstellen.
Der Vortrag wird sich deshalb vermittelt über das Brot dem sich in dieser unscheinbaren Ware kristallisierenden gesellschaftlichen Verhältnis annähern. In der Darstellung der Voraussetzungen für die Möglichkeit, dass Natur und Gesellschaft in dieser Weise verschmolzen werden, letztere nicht mehr erscheint und erstere unhintergehbar schicksalhaft wird, soll der Versuch unternommen werden, dies nicht im Sinne einer historischen Erklärung in dem Vergangenen beruhen zu lassen, sondern durch den Nachvollzug auch versucht werden, etwas über das „Wie es ist“ heute zu zeigen.
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Aufhören! (Kein) Kongress
Einspruch gegen die Katastrophe, die sich Leben nennt
10. bis 12. September 2026
Unseres Erachtens zeigen sich sowohl Notwendigkeit als auch Drang zur Kritik in der Alltäglichkeit von Leiderfahrungen, denn diese sind nicht zufällig oder bloß privat, sondern Ausdruck des objektiven Zwangs zur Identifikation mit dem gesellschaftlichen Ganzen. Unter dem Diktat der selbstgeschaffenen abstrakten Herrschaft und den damit einhergehenden Imperativen zu Disziplinierung und Kontrolle von Psyche und Körper –schon diese Resultat jener – muss sich in einer durch Tausch, allseitiger Konkurrenz und (Selbst-)Verwertung strukturierten Gesellschaft behauptet werden.
Kontakt und alle weiteren Infos, sowie der ganze Ankündigungstext auf unserer Webseite: disputhek.de/aufhoeren-keinkongress
Um Anmeldung wird gebeten: tinyurl.com/4tnay76h
Einspruch gegen die Katastrophe, die sich Leben nennt
10. bis 12. September 2026
Unseres Erachtens zeigen sich sowohl Notwendigkeit als auch Drang zur Kritik in der Alltäglichkeit von Leiderfahrungen, denn diese sind nicht zufällig oder bloß privat, sondern Ausdruck des objektiven Zwangs zur Identifikation mit dem gesellschaftlichen Ganzen. Unter dem Diktat der selbstgeschaffenen abstrakten Herrschaft und den damit einhergehenden Imperativen zu Disziplinierung und Kontrolle von Psyche und Körper –schon diese Resultat jener – muss sich in einer durch Tausch, allseitiger Konkurrenz und (Selbst-)Verwertung strukturierten Gesellschaft behauptet werden.
Kontakt und alle weiteren Infos, sowie der ganze Ankündigungstext auf unserer Webseite: disputhek.de/aufhoeren-keinkongress
Um Anmeldung wird gebeten: tinyurl.com/4tnay76h
Feminismus der dummen Kerls* – Transfeindlichkeit und die Verteidigung der »Natürlichen Ordnung«
Vortrag von Lara Wenzel
5. August, 19:00 - 21:00
Nationalistische Bewegungen gehen in den letzten Jahren gezielt gegen die Errungenschaften feministischer und queerer Kämpfe vor. Im Namen einer ‚Natürlichen Ordnung‘ greifen sie das Recht auf körperliche Selbstbestimmung an, um eine binäre Geschlechterhierarchie durchzusetzen. Die reaktionäre Bewegung hat einen überraschenden Partner: Gender Critical Feministinnen setzen sich unter dem Deckmantel der Stärkung von Mädchen- und Frauenrechten für eine biologistische und exklusive Vorstellung von Geschlecht ein und arbeiten daran, mit einer transfeindlichen Bedrohungskulisse die Selbstbestimmung von jungen Menschen anzugreifen.
Der Vortrag zeigt anhand theoretischer Bezüge zu Moishe Postone, wie transmisogyner Hass mit antisemitischen Bedrohungsfantasien verwoben ist. Insbesondere durch die Überhöhung von ‚natürlicher‘ Weiblichkeit und Abwertung ‚abstrakter‘ Genderidentität entsteht eine strukturelle Nähe, die sich in Vorstellungen von einer übermächtigen ‚Trans Lobby‘ oder der Sexualisierung von transfemininen Personen, denen eine eindringende Sexualität zugeschrieben wird, niederschlägt. Der Vortrag analysiert, wie insbesondere transfeminine Personen zur Projektionsfläche eines gesellschaftlichen Backlashs werden und wie dafür der vermeintliche Schutz von Kindern zur Legitimation patriarchaler Normen instrumentalisiert wird.
Vortrag von Lara Wenzel
5. August, 19:00 - 21:00
Nationalistische Bewegungen gehen in den letzten Jahren gezielt gegen die Errungenschaften feministischer und queerer Kämpfe vor. Im Namen einer ‚Natürlichen Ordnung‘ greifen sie das Recht auf körperliche Selbstbestimmung an, um eine binäre Geschlechterhierarchie durchzusetzen. Die reaktionäre Bewegung hat einen überraschenden Partner: Gender Critical Feministinnen setzen sich unter dem Deckmantel der Stärkung von Mädchen- und Frauenrechten für eine biologistische und exklusive Vorstellung von Geschlecht ein und arbeiten daran, mit einer transfeindlichen Bedrohungskulisse die Selbstbestimmung von jungen Menschen anzugreifen.
Der Vortrag zeigt anhand theoretischer Bezüge zu Moishe Postone, wie transmisogyner Hass mit antisemitischen Bedrohungsfantasien verwoben ist. Insbesondere durch die Überhöhung von ‚natürlicher‘ Weiblichkeit und Abwertung ‚abstrakter‘ Genderidentität entsteht eine strukturelle Nähe, die sich in Vorstellungen von einer übermächtigen ‚Trans Lobby‘ oder der Sexualisierung von transfemininen Personen, denen eine eindringende Sexualität zugeschrieben wird, niederschlägt. Der Vortrag analysiert, wie insbesondere transfeminine Personen zur Projektionsfläche eines gesellschaftlichen Backlashs werden und wie dafür der vermeintliche Schutz von Kindern zur Legitimation patriarchaler Normen instrumentalisiert wird.