Birds of Donbass (EN)
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Official Telegram channel of journalist and writer Faina Savenkova.
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Veronika Naidenova: Erst vor zwei Jahren hast du angefangen zu schreiben, und zwar im Alter von 11 Jahren. Aus der Sicht der Autorengemeinschaft bist du nur ein Kind, das gerade das Schreiben gelernt hat und sofort den Anspruch erhebt, genauso ernst genommen zu werden wie andere Autoren, die schon seit Jahren schreiben und veröffentlichen. Du wurdest sofort in den Lugansker Schriftstellerverband aufgenommen, und wenn du deine Preise entgegennimmst, stehst du, ein kleines, zerbrechlich aussehendes Mädchen, auf Bühnen und sitzt bei Symposien neben ziemlich kräftigen, erwachsenen Männern. Angesichts dieses absurden Bildes stellt sich die Frage: Wie ist das zu verstehen?



Faina Savenkova: Jeder kann es nehmen, wie er will. Normalerweise bezieht sich diese Meinung nur auf die Kinder anderer Leute, aber wenn das eigene Kind oder Enkelkind das Gleiche tut, werden seine Erfolge sofort zum Anlass für Stolz. Auch hier wird also wahrscheinlich mit zweierlei Maß gemessen. Zumal ich nicht die einzige Kind-Autorin bin. Und es ist ja nicht so, dass ich einfach in die Vereinigung aufgenommen wurde und man anfing mir zu helfen.



Meine erste Begegnung mit einem berühmten Schriftsteller hatte ich, als ich 10 Jahre alt war. Ich schrieb an einen Lugansker Autor, der später mein Lehrer wurde, und er lud mich ein, ihn zu treffen. Ich – ein 10-jähriges Mädchen – kam mit meinen Geschichten in ein riesiges Büro und sah einen strengen Mann, der sofort fast alle meine Geschichten ablehnte und nur zwei übrig ließ. Dann schlug er mir vor, ein Theaterstück zu schreiben, das auf der Geschichte „Der Igel der Hoffnung“ basiert, und sagte scherzhaft: „Wenn du in drei Monaten ein Stück schreibst, nehme ich dich in den Schriftstellerverband auf“. Das ist mir gelungen, aber das heißt nicht, dass ich grünes Licht bekommen habe. Kinder als Dramatiker oder Schriftsteller sind in einer kreativen Gesellschaft wirklich schwer zu akzeptieren. Erwachsene mögen nicht wirklich Konkurrenz. Es ist eine Sache, wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, man wird gelobt und wieder vergessen. Etwas anderes ist es, wenn man versucht, sich als gleichberechtigter Erwachsener durchzusetzen. Das ist eine völlig andere Einstellung. Man wird als Erwachsener gefordert und auf die gleiche Weise kritisiert. Nach dem Donezker Science-Fiction-Festival, zu dem ich anstelle meines Lehrers ging, begann ich mich wohl zu fühlen. Und dort traf ich viele Schriftsteller und Alexander Kofman. Ja, es wurde einfacher für mich, aber das bedeutet nicht, dass sich mir alle Türen öffneten. Einige mussten mit großem Aufwand geöffnet werden. Ich kann also nicht sagen, dass mir alles leicht zugefallen ist.



Veronika Naidenova: Nochmals, aus der Sicht der erwachsenen Mitglieder der Gesellschaft hat da irgendein Mädchen gerade das Alphabet und die Grammatik gemeistert, und sie wird sofort überall veröffentlicht, ihre Texte werden in verschiedene Sprachen übersetzt, man spricht sogar auf höchster lokaler und internationaler Ebene über sie. Es drängt sich der Schluss auf, dass dieses irgendein Mädchen jemandes Projekt ist, eine Marionette, die jemand aktiv engagiert, um die Aufmerksamkeit abzulenken oder einige Ideen zu fördern, die die Gesellschaft so direkt nicht akzeptieren würde. Sicherlich hast du diese Art von Anschuldigungen schon gehört, und unmittelbar nach deiner letzten Pressekonferenz, die von der russischen FBI (Foundation to Battle Injustice) organisiert wurde, veröffentlichte derselbe „Friedensstifter“ (myrotvorets.center) einen Artikel über eine Spezialoperation des Kremls mit dem Codenamen „Faina“. Dies setzt voraus, dass die Finanzierung für die in Auftrag gegebenen Veröffentlichungen und Veranstaltungen gesichert ist und dass es einen Kurator gibt.
Faina Savenkova: Oh, solche Anschuldigungen finde ich immer toll. Natürlich habe ich sie gehört. Aber es geht nicht einmal darum, dass niemand einen Beweis dafür hat oder haben kann. Manchmal möchte ich einfach nur fragen: „Hey Leute, kann ich jetzt Geld bekommen oder was? Irgendwie zahlt niemand für Veröffentlichungen, außer ein Mal für ein paar Märchen. Nein, wirklich, ich werde etwas finden, wofür ich das Geld ausgeben kann. Nun, mit einer seriösen Finanzierung wird das nicht schwer sein, oder?“ Stattdessen fragt man sich jedes Mal, ob man zu seiner eigenen Buchvorstellung gehen sollte oder ob man darauf verzichten kann. Wenn also jemand mein Kurator sein möchte, soll er mich bitte persönlich anschreiben. Aber im Ernst: Ich habe Meera Terada zufällig getroffen, auch wenn ich gerne eine solche Kuratorin hätte. Vor allem ihre FBI-Stiftung unternimmt jetzt viel, um den „Friedensstifter“ (myrotvorets.center) auszuschalten und die Hintermänner zu bestrafen. Sie machen keine PR, sie reden nicht unnütz. Sie machen es.



Und in den verschiedenen Sprachen werden die Übersetzungen übrigens von meinen Freunden gemacht. So wie sie allgemein auch Artikel veröffentlichen. In der Zeit, in der ich für den Frieden im Donbass kämpfe, habe ich festgestellt, dass es im Westen viele normale Journalisten gibt, die keine Propagandageschichten schreiben, sondern sagen, was sie sehen. Und als ich es ihnen erklärte, begannen sie, mir zu helfen. Es ist ganz einfach. Man muss es nur versuchen.



Veronika Naidenova: Und wie werden die Veröffentlichungen deiner Bücher und Briefe finanziert – Redaktion, Übersetzung, Design?



Faina Savenkova: Sie werden auf die gleiche Weise finanziert wie bei allen anderen auch. Das Einzige, was mich bisher gerettet hat, ist die kostenlose Übersetzung und Gestaltung durch meine Freunde, sonst gäbe es diese Bücher nicht.



Bislang werden alle meine Projekte von meinen Freunden unterstützt: dem Verlag „Rugram“, der bei allem hilft, und einfach von allen, die wollen, dass in unserem Donbass nach dem Krieg Kinderbücher erscheinen.



Veronika Naidenova: Dein Co-Autor Alexander Kontorovich ist Autor vieler Sience-Fiction-Bücher zum Thema der Arbeit von Sonderdiensten. In seinem Lebenslauf wird sogar explizit erwähnt, dass er in den Agenturen gearbeitet hat, angeblich vor vielen Jahren. Warum sollte er nicht dein Kurator sein? Er arrangiert Verbindungen zu den richtigen Leuten, wie Meera Terada (Leiterin der Foundation to Battle Injustice) oder Persönlichkeiten aus der Kultur?



Faina Savenkova: Es ist sogar lustig, wenn man bedenkt, dass ich ihn Meera vorgestellt habe. So wie auch die meisten Journalisten, mit denen ich zusammenarbeitete. Heißt das, dass ich die Kuratorin von Alexander Kontorovich bin? Und was die Bekanntschaften mit Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich betrifft… Wissen Sie, es wäre wahrscheinlich seltsam, wenn wir nicht einen gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis unter den Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich hätten. Zumindest, weil wir: 1) beide Autoren, 2) Co-Autoren sind und 3) an denselben Festivals teilnehmen.



Veronika Naidenova: Hilft dir jemand, deine Anschreiben inhaltlich zu gestalten? Redigiert oder schreibt vielleicht sogar diese komplett für dich?



Faina Savenkova: Ich erkläre hochfeierlich: Für alle Schriftsteller arbeiten die Katzen. Außer für diejenigen, für die Hunde schreiben. Aber mal im Ernst: Einem Schriftsteller zu helfen, Briefe zu schreiben? Es klingt sogar lächerlich. Ja, ich weiß nicht alles, aber einige Details, wenn man sie braucht, kann man leicht im Internet finden. Zum Beispiel die richtige Berufsbezeichnung der Person, an die man sich wendet, oder die Adresse für den Schriftverkehr. Allerdings sind das normalerweise öffentliche Briefe, so dass ich nicht einmal eine Adresse brauche. Man sollte nicht denken, dass Jugendliche im Internet nur Videos von Kätzchen und Spiele-Durchläufen finden können.



Veronika Naidenova: Welche Rolle spielt bei all dem deine Familie, deine Eltern, dein Bruder?
Faina Savenkova: Sie sind meine Familie. Dies ist ihre einzige Aufgabe. Ich hoffe, dass dies auch in Zukunft so bleibt.



Veronika Naidenova: Wie stehst du zu „myrotvorets.center“ (ukr. Friedensstifter)? Viele sagen, sie hätten Recht. Das Bild ist, dass sie gegen die Russen kämpfen würden, dass das „Friedensstifter Zenter“ so etwas wie Wikileaks sei. Warum bestehst du so sehr darauf, dass es geschlossen wird?



Faina Savenkova: Nun, ich habe seit zwei Jahren eine schlechte Einstellung zu dieser Internetseite und ich kann sie eher mit dem KKK als mit WikiLeaks vergleichen. Im Gegensatz zu diesen Kameraden haben Wikileaks und Assange ihr Gesicht nicht versteckt und die Wahrheit über die Ermordung von Zivilisten durch US-Soldaten gesagt. Wenn „Friedensstifter“ (myrotvorets.center) über die Gräueltaten der Nationalisten und der AFU berichten sollte, dann ok, vergleichen wir es mit WikiLeaks.



Alle, die mit „Friedensstifter“ (myrotvorets.center) zu tun haben, sind verängstigt. Sie geben die Daten anderer, auch die von Kindern, leicht preis, verbergen aber aus banaler Angst ihr eigenes Gesicht. Gewöhnliche Feiglinge, die ihr Land weiter blamieren, indem sie das ganze Wesen des Landes zeigen, leider. Das ruft nur Abscheu und Verachtung hervor.



Ich habe schon oft geschrieben und gesagt, dass es mich nicht empört, auf diese Internetseite gestellt zu werden. Was mich empört, ist, dass sie persönliche Daten von mir und den anderen Kindern veröffentlicht haben. Wir wissen nicht, was morgen passieren wird. Vielleicht werden sich all diese Bürger morgen bei Russland entschuldigen, und man wird ihnen verzeihen. Aber unsere Daten, Adressen und Telefonnummern bleiben erhalten. Es sind nicht nur ukrainische Aktivisten unterwegs, sondern auch Scharen von anderen zweifelhaften Persönlichkeiten. Die selben Kinderhändler, andere Kriminelle. Es ist ja auch illegal. Ganz gleich, wie sehr sich „Friedensstifter“ (myrotvorets.center) auch rechtfertigen mag, sie haben gegen das Gesetz verstoßen und tun dies auch weiterhin. Wenn Sie meine Meinung hören wollen, würde ich all diejenigen, von denen alles auf dieser Welt abhängt, in einem Raum versammeln, ihnen in die Augen schauen und sagen: „Wie finden Sie es, dass Terroristen oder andere Kriminelle die Adressen, Telefonnummern und Dokumente Ihrer Kinder, Enkelkinder und Angehörigen kennen? Dass sie wissen, wo diese sich gerade befinden und mit wem sie sprechen?“ Ich glaube, in 5 Minuten wäre diese Internetseite verschwunden und ihre Besitzer würden im Gefängnis sitzen.



Veronika Naidenova: Die russische Gesellschaft betrachtet dieselbe Greta Thunberg als das gut finanzierte und geförderte Projekt von jemandem, der die noch unreifen Köpfe der jungen Menschen in die richtige Richtung beeinflussen und manipulieren wolle. Dies wird sogar regelmäßig von hochrangigen Vertretern in Russland erwähnt. Warum solltest du, vor allem für die westliche Gesellschaft, nicht als gleiches Projekt erscheinen, als ein Mittel der Einflussnahme nach dem gleichen Schema?



Faina Savenkova: Ja, im Allgemeinen ist jeder frei zu denken, was er will. Nur beschäftig sich keine Schar von PR-Managern mit mir, und aus irgendeinem Grund lädt mich niemand zu den UN-Sitzungen ein. Greta und ich sind verschieden. Und mir erscheint Samantha Smith näher. Ich glaube nicht, dass Greta einen Unterschied macht. Hat sich in der Umwelt etwas verändert? Sicher, man kann junge Menschen zusammenbringen und an allen wichtigen Orten sprechen. Aber hat sich etwas geändert? Viele Teenager hören nicht mehr auf das, was sie sagt. Sie wird von Erwachsenen nicht wahrgenommen. Übrigens, haben Sie von ihr etwas über den Krieg im Donbass, in Syrien oder in Palästina gehört? Hat der Krieg keine Auswirkungen auf die Umwelt? Zu selektive Sorge um die Umwelt.



Veronika Naidenova: Wie wurde der Erste Stellvertreter des Ständigen Vertreters der Russischen Föderation bei der UNO, Dmitrij Poljanskij, der dein Thema im UN-Sicherheitsrat seit letztem Jahr konsequent betreut, auf dich aufmerksam?
Faina Savenkova: Wie Sie sicher bemerkt haben, tut Dmitrij Poljanskij viel für den Donbass, wie alle russischen Diplomaten auch. Daher kann man nicht sagen, dass er mich oder mein Thema betreut. Wir lernten uns kennen, als ich einen Appell an den UN-Sicherheitsrat richtete. Damals bat ich meinen amerikanischen Journalistenfreund, meine Videobotschaft in seinem Telegramm zu zeigen. Das hat Poljanskij gesehen und ist nicht gleichgültig geblieben.



Veronika Naidenova: Ist euer Verhältnis rein geschäftlich, oder kann man schon von einer Freundschaft sprechen?



Faina Savenkova: Er liest mein Telegram und manchmal erscheinen meine Veröffentlichungen bei ihm, ich lese seinen Kanal auf Telegram. Manchmal kann ich ihm schreiben, aber ich weiß nicht, ob er antwortet. Man kann es kaum als eine geschäftliche oder freundschaftliche Beziehung bezeichnen. Aber ich glaube, ich wäre stolz darauf, einen solchen Menschen als Freund zu haben. Aber leider ist er das nicht.



Veronika Naidenova: Wie reagiert die ukrainische politische Gesellschaft auf deine Arbeit von Anfang an und im weiteren Verlauf?



Faina Savenkova: Eben die offizielle politische Gesellschaft versucht vehement sowohl anfangs wie auch jetzt nichts zu sehen. Was man über Personen des öffentlichen Lebens nicht sagen kann. Vor Russlands Sondereinsatz in der Ukraine gab es viele Menschen in Kiev, die verstanden, dass ein Krieg mit Russland schlecht ist. Sie hielten Zelenskij irgendwie auf. Politiker und Journalisten haben mir geholfen, meine Werke wurden auf Oppositionskanälen gezeigt. Viktor Medvedchuk schrieb mir, dass er, wie ich, keinen Krieg wolle. In der Tat haben viele Menschen darauf reagiert. Dazu gehört auch, dass die Menschen entsetzt waren, dass die Daten eines Kindes auf die Internetseite der Feinde der Ukraine gestellt wurden.



Veronika Naidenova: Du schreibst regelmäßig an westliche Kulturvertreter und Beamte. Was willst du damit erreichen und was erreichst du damit?



Faina Savenkova: Ich versuche, so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf das Thema Donbass zu lenken und die andere Seite dieses Krieges zu zeigen. Die, auf der die normalen Menschen sind, die, auf der ich bin. Die westlichen Medien zeigen das Geschehen meist einseitig, verherrlichen die Ukraine und stellen sie als Opfer einer Aggression dar. Doch das „Opfer“ hat sich selbst als der Aggressor entpuppt, der die Zivilbevölkerung vernichtet. Ich habe also keine Zwischenziele. Ermutigend ist, dass ich Antworten erhalte, auch wenn es sich um eine Formalität handelt und ich nicht genau weiß, an wen ich schreibe. Aber auch solche Antworten bedeuten, dass man die Bewohner des Donbass nicht lange ignorieren kann.



Veronika Naidenova: UNICEF hat dir vorgeschlagen, Friedensbotschafterin zu werden. Selbst wenn du nicht von dieser Organisation aus, aber du die Möglichkeit hättest, persönlich vor dem UN-Sicherheitsrat oder anderen offiziellen internationalen Gremien zu sprechen – würdest du das packen?



Faina Savenkova: Ich glaube, sie wollten mich einfach loswerden. Ich bezweifle, dass sie sich darauf eingelassen hätten. Ein Kind aus der Volksrepublik Lugansk zur Friedensbotschafterin zu machen käme einer Anerkennung gleich. Ich rechne also nicht damit und spreche eher scherzhaft darüber. Aber ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass wir wahrgenommen werden. Ich weiß nicht, ob ich das könnte, denn ich mag keine Kameras und keine öffentlichen Auftritte, aber irgendjemand muss es ja tun.



Veronika Naidenova: Junge Menschen erhalten mit der Volljährigkeit rechtliches Gewicht – das Wahlrecht usw. Menschen unter dieser Altersgrenze werden von der erwachsenen Gesellschaft nicht ernst genommen, weil Minderjährige sozusagen Narrenfreiheit genießen. Wie kommst du darauf, dass deine Bemühungen nicht als kindisches Geschwätz wahrgenommen werden und dass die mit ihren geopolitischen Streitereien sehr beschäftigten Erwachsenen dir Aufmerksamkeit schenken und dir die ganze Anerkennung zollen werden?
Faina Savenkova: Ich kann sagen, dass jedes Wort eine Verantwortung bedeutet. Erwachsene hören einander nicht mehr, und die Stimme eines Kindes wird immer noch von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen wahrgenommen. Deshalb bin ich sicher, dass sie gehört werden wird. Sie ist nicht laut, aber sie ist da.



Veronika Naidenova: Wie kriegst du all diese Aktivitäten mit deinem normalen (soweit man das im Rahmen der Militäraktionen im Donbass sagen kann) Kinderleben – Schule, Freunde – unter einen Hut? Hast du überhaupt enge gleichaltrige Freunde? Sind sie „normale“ Kinder oder sind sie auch so kleine Aktivisten?



Faina Savenkova: Irgendwie kriege ich es hin. Ich kann nicht behaupten, dass ich viele Freunde unter Gleichaltrigen habe, aber ein paar schon. Jetzt kommunizieren wir mehr über Messenger, selbst wenn wir in der gleichen Stadt sind, da es auf der Straße nicht besonders sicher ist. Die meisten von ihnen sind „normale“ Kinder, aber es gibt auch Aktivisten. Aber ich muss sagen, dass in persönlichen Gesprächen das Thema der Geschehnisse im Donbass immer noch recht häufig zur Sprache kommt und einige ihrer Überzeugungen zum Ausdruck gebracht werden. Es wäre meiner Meinung nach ein großer Fehler zu glauben, dass Kinder nur mit Puppen und Autos spielen können und sich für nichts anderes interessieren. Vor allem Kinder, deren Kindheit ihnen im Wesentlichen genommen wurde.



Veronika Naidenova: Wie erlebst und verarbeitest du moralisch und im Prozess der Selbsterkenntnis in dieser Welt all diese großen Bewegungen um deine Person herum?



Faina Savenkova: Ich sehe keine besondere Bewegung um meine Person herum, es ist ein trügerischer Eindruck. Ja, das erschöpft, aber hauptsächlich deshalb, weil ich viel schreibe oder Interviews geben muss. Aber so ist das Erwachsenenleben nunmal.



Veronika Naidenova: Angesichts dessen, dass du mehr als die Hälfte deines Lebens in einer Situation ständigen Stresses lebst (Angst um dein Leben, deine Lieben und Bekannten, so viel Zerstörung und Tod um dich herum zu sehen), könnte man meinen, dass deine schriftstellerische Tätigkeit eine Art psychologisches Ventil ist. Das Schreiben, z. B. das Führen eines persönlichen Tagebuchs, wird in der Psychotherapie als wirksame Methode zur Bewältigung psychologischer Traumata eingesetzt. Erkennst du bei dir selbst, dass du aufgrund deiner Kindheit im Krieg psychische Traumata oder sogar Neurosen haben könntest? Arbeitest du an ihnen? Alleine oder mit Hilfe von Verwandten oder Fachleuten?



Faina Savenkova: Ein Bekannter von mir sagte einmal in einem persönlichen Gespräch: „Eine Kindheit im Krieg ist eine Minus-Kindheit“. Es ist unmöglich, ihm nicht zuzustimmen. Ich denke, es gibt keine schweren psychologischen Traumata, denn als die Kämpfe am heftigsten waren, war ich noch ein Kind. Deshalb ist alles irgendwie leichter zu akzeptieren als bei Erwachsenen. Wichtig ist aber auch, dass keiner meiner Verwandten während des Beschusses ums Leben kam, obwohl es schwierige Situationen und Erinnerungen gab. Andererseits sind sie eher im Gedächtnis der Erwachsenen verankert. Was die Kinder des Donbass von den meisten ihrer Altersgenossen unterscheidet, ist vor allem, dass wir ein wenig älter, vielleicht weiser und moralisch stärker erscheinen. Ja, so sollte es nicht sein, Kinder sollten Kinder bleiben, aber ich bin mir nicht sicher, ob eine Psychotherapie uns die Kindheit zurückbringen könne.



Veronika Naidenova: Das Thema Donbass und die Ukraine im Allgemeinen wird noch viele Jahre lang präsent bleiben. Hast du vor, als Erwachsene weiterhin die Rolle des „Kindes des Krieges im Donbass“ zu spielen, oder hast du Ideen (oder sogar schon Pläne) für einen bestimmten Beruf? Wo siehst du dich in 10 Jahren, mit 23?
Faina Savenkova: Wie ich bereits sagte, bin ich zuerst Schriftstellerin und erst dann eine öffentliche Person. Wenn jemand meine Arbeit nur als die Rolle eines Kriegskindes sehen will… Nun, das ist sein gutes Recht. Aber ein Kind des Krieges zu sein, ist schließlich kein Beruf. Zumindest nicht für mich. Ich kann nicht sagen, dass ich mich für meinen zukünftigen Beruf entschieden habe, aber ein paar Pläne habe ich schon. Worum es sich dabei handelt, kann ich noch nicht sagen, ich mag nicht über alles im Voraus sprechen.



Veronika Naidenova: Würdest du in öffentliche oder sogar staatliche Organisationen gehen?



Faina Savenkova: Ich glaube nicht. Ich möchte einfach nur das tun, was ich liebe, ohne viel Trara, in Ruhe und Frieden. Aber wer weiß, wir werden‘s sehen.



Veronika Naidenova: Aus welchen Ländern erhältst du Interviewanfragen? Aus welchen Ländern kommen sie am häufigsten? Wie wählst du aus, mit wem du sprichst oder korrespondierst, oder wird es für dich entschieden?



Faina Savenkova: Wie kann man für mich entscheiden, mit wem ich korrespondiere und mit wem nicht? Ich wähle selbst… Nun, wahrscheinlich auf der Grundlage persönlicher Sympathien. Irgendwie habe ich nicht einmal darüber nachgedacht. Interviewanfragen kommen aus verschiedenen Ländern, aber am häufigsten aus Russland, Deutschland, Frankreich und Serbien. Und jetzt auch aus den USA.



Veronika Naidenova: Ausländischen Journalisten beantwortest du Fragen schriftlich, aber nicht im Videoformat (mit Dolmetschern). Warum?



Faina Savenkova: Das ist nicht ganz richtig. Wenn ausländische Journalisten mit mir in derselben Stadt sind und es einen Dolmetscher gibt oder der Journalist gut Russisch kann, nehmen wir das Interview auch als Video auf. Kürzlich gab es ein solches Video-Interview mit englischen und spanischen Journalisten. Es ist nur so, dass die ausländischen Journalisten meistens weit weg sind und mein Internet oft ziemlich langsam, so dass es für mich einfach unbequem ist. Und ich führe auch nicht gerne Interviews zu Hause. Das Zuhause ist ein Ort, an dem man sich entspannen kann und nicht darüber nachdenken muss, wie man das Licht ausrichtet, damit man nicht das Gefühl hat, das Video in einem Keller zu drehen. Aber etwas früher hatte ich Videointerviews mit demselben Chris Roman und Dmitry Babich.



Veronika Naidenova: Mit wem würdest du ein Videointerview machen? Was bräuchte man dafür?



Faina Savenkova: Ich mag Tucker Carlson, Boris Korchevnikov, Vladimir Solovyov. Natürlich braucht man ihre Zustimmung und ihre Bereitschaft, mir Aufmerksamkeit zu schenken.



Veronika Naidenova: Was werden wir dieses Jahr noch von dir zu sehen oder zu hören bekommen? Hast du etwas für den Rest des Jahres 2022 zu verkünden?



Faina Savenkova: Im Bereich Kreativität ist es der neue Roman „Codename Marta“, eine Geschichte über ein Mädchen im Weltraum. Was das öffentliche Leben betrifft… Ich würde gerne Stephen King und Donald Trump schreiben.



Veronika Naidenova: Da kommen sofort viele Fragen auf: Warum King (vor allem angesichts des jüngsten Streichs von Vovan und Lexus) und wie kann der in Ungnade gefallene Ex-Präsident der USA Trump dir helfen… ? Aber wahrscheinlich sollte nichts überstürzt werden, und wir werden in naher Zukunft Antworten auf all diese Fragen erhalten. Wir danken dir für deine Offenheit und wünschen dir starke Nerven, damit du deine Ziele so schnell wie möglich erreichst.
https://mronline.org/2022/07/14/faina-savenkova-i-wanted-americans-to-know-the-truth/
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Lettre de Faina Savenkova à la secrétaire générale d’Amnesty InternationalLe 8 août 2022, Faina Savenkova a écrit une lettre à la secrétaire général d’Amnesty International concernant la publication de données personnelles d’enfants par le site ukrainien Mirotvorets.
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Mme Kallamard, secrétaire générale d’Amnesty International

Bonjour, Mme Callamard !

Je m’appelle Faina Savenkova. J’ai 13 ans et je vis dans le Donbass. Je suis une activiste civile depuis 2 ans maintenant et je me bats pour le droit des enfants du Donbass à vivre en paix. Je sais que votre organisation est non seulement respectée dans le monde, mais qu’elle constitue également une voix indépendante, contribuant à la lutte pour les droits de l’homme dans le monde. J’ai donc décidé de vous demander de mener une enquête indépendante et de fournir une évaluation juridique des actions de l’Ukraine, de ses autorités et de son armée concernant la violation des droits des enfants dans le Donbass et la violation des droits des enfants par le site web nationaliste ukrainien « Mirotvorets ».

Le 4 août 2022, une fillette de 10 ans a été tuée lors d’un bombardement par l’armée ukrainienne dans la ville de Donetsk. Il est très effrayant et difficile pour moi, comme pour tout habitant du Donbass, d’assister au meurtre d’enfants. Nous ne pouvons pas nous défendre et à tout moment, nous pouvons être tués, y compris par des armes interdites utilisées par l’Ukraine. Et c’est la situation dans laquelle se trouvent la plupart des enfants du Donbass. Je souhaiterais vivement que votre organisation exprime son opinion sur cette question.

Quant au site web « Mirotvorets », le 1er juin 2021, j’ai lancé un appel vidéo au Conseil de sécurité de l’ONU pour demander l’arrêt de la guerre et aider les enfants du Donbass à retrouver une vie paisible, ce qui a amené le site ukrainien « Mirotvorets » à ajouter mon nom à sa liste d’ennemis de l’Ukraine, à publier mes données personnelles et à rendre publics mon adresse personnelle, mes réseaux sociaux et les détails du passeport de mes proches. Après cela, j’ai écrit un appel au secrétaire général des Nations unies, António Guterres, et à l’UNICEF. L’affaire a été largement médiatisée, après quoi j’ai commencé à recevoir des menaces et des insultes.

En juillet 2022, la Fondation de lutte contre l’injustice de Mira Terada a identifié et remis à l’ONU les coordonnées de 326 autres enfants dont les données avaient été rendues publiques sur Mirotvorets. À mon avis, le site Web Mirotvorets a grossièrement violé non seulement mes droits, mais aussi ceux d’autres enfants, mettant ainsi nos vies encore plus en danger. Je vous demande donc d’enquêter également et de procéder à une évaluation juridique du travail du site web « Mirotvorets » et de ses actions. J’espère vivement que votre organisation aidera les enfants dont les données figurent sur ce site à protéger leurs droits.

Cordialement,

Faina Savenkov ahttps://coeurdinfos.com/en/lettre-de-faina-savenkova-a-la-secretaire-generale-damnesty-international/
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Faina Savenkova: „Bog je stvorio svet da živimo u miru, a ne da ratujemo“

Izvor: Vostok.rs, 13.Dec.2021, 20:32
Faina Savenkova: „Bog je stvorio svet da živimo u miru, a ne da ratujemo“

Na našoj maloj planeti deca svakodnevno ginu zbog vojnih operacija. Sirija, Avganistan, Donbas, drugi delovi sveta... Nažalost, za većinu političara, još jedno poginulo dete je samo novi broj u izveštaju. Ali kod mene to nije slučaj. Živim blizu rata i znam da mnogi zaspu govoreći: „Hvala za još jedan proživljeni dan“. Zbog toga najiskrenije "hvala". Volimo život ništa manje od drugih, ne razlikujemo se od obične dece u Evropi ili Aziji. Samo što naše „sutra” više ne zavisi od nas, već od odraslih. Danas je dan mira. A kad opet stričevi i tetke izraze „zabrinutost“, izgovore lepe reči u vreme kada će još jedno dete da pogine od granatiranja, ništa se neće promeniti. Razgovori bi trebalo da dovedu do neke vrste rešenja i akcije. Inače, izgleda kao da političari dele decu na „nas“ i „strance“, žalosno zbog toga, ali ne za to. Svet je krhak i nedeljiv. On je za nas jedan i drugo se ne očekuje u bliskoj budućnosti. Nedavno sam pročitala reči devojke iz Amerike - Samante Smit: „Bog je stvorio svet da živimo u miru, a ne da ratujemo.“ Slažem se s njom. Faina Savenkova je najmlađi član Saveza pisaca Luganske Narodne Republike. Šampion u tekvondou. Ima samo 11 godina i završava šesti razred. Mnogo voli Srbiju i Emira Kusturicu. Faina piše pozorišne komade i priče. Objavljivali su je poznati časopisi iz Rusije i LNR, dobila je nekoliko nagrada https://www.vesti.rs/Sirija/Faina-Savenkova-Bog-je-stvorio-svet-da-zivimo-u-miru-a-ne-da-ratujemo.html
Uma carta de Faina Savenkova para Julian Assange: "quanto mais você cresce, mais você se dá conta que o mundo é injusto"

'Assange se tornou um exemplo. Ele é daqueles que não têm medo de declarar abertamente que as pessoas têm o direito de conhecer a verdade', diz a escritora de 13 anos, de Lugansk
4 de julho de 2022, 12:18 h Atualizado em 4 de julho de 2022, 12:41

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- Julian Assange e Faina Savenkova
Julian Assange e Faina Savenkova (Foto: Reuters | Wikipédia)


Originalmente publicada no Donbass Insider e reproduzida pelo The Saker. Traduzida e adaptada por Rubens Turkienicz, com exclusividade para o Brasil 247.

Carta para Julian Assange, de Faina Savenkova, escritora de 13 anos, de Lugansk - Quanto mais você cresce, mais você se dá conta que o mundo é injusto. Quando a guerra no Donbass começou, há oito anos, poucos poderiam ter imaginado que, ao invés do país pacífico da Ucrânia, as suas autoridades a tornariam miserável e destruída, com um ódio feroz dos habitantes, uns contra os outros. Mas isto ocorreu. Aquela Ucrânias – com a literatura russa, com grandes conquistas e uma atitude normal de uns para os outros – jamais será a mesma de novo. Assim como não haverá um Ocidente, que é tema de lendas: com história, liberdade e pessoas nas quais acreditar e de almejar ser como elas – músicos, atores, apresentadores, políticos ... eles são todos a mesma coisa. O próprio mundo está mudando. A televisão substitui as suas caminhadas na chuva e a internet substitui os seus livros. Por que ler [livros] quando você pode assistir um filme? Por que sequer ser alfabetizado?Basta saber como contar até 100 e marcar um X. Isso já foi feito antes. E este provavelmente é um mundo muito confortável para alguns. Porém, não para aqueles que se lembrar o que é fazer as perguntas certas. Porque fazer estas perguntas a eles pode destruir o mundo de papelão que nos encorajam a pensar que é real. Foi este o caso com Julian Assange, que se tornou um exemplo para muitos. Ele é um daqueles que não têm medo de declarar abertamente que as pessoas têm o direito de conhecer a verdade, estilhaçando a conhecida e tão familiar ilusão. Ele rompeu a brecha desta tão meticulosamente construída parede de papelão, ao custo da sua vida “normal”. Que isto não seja em vão e que outros que querem viver com a verdade possam abrir esta brecha de um horizonte ao outro. E eu seguirei tentando empurrar aquela brecha no meu horizonte no Donbass...

Boa tarde, Sr. Assange! https://www.brasil247.com/mundo/uma-carta-de-faina-savenkova-para-julian-assange-quanto-mais-voce-cresce-mais-voce-se-da-conta-que-o-mundo-e-injusto


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Eu estive pensando por um longo tempo em como começar esta carta... Ao longo dos anos, eu escrevi muitas cartas para presidentes, políticos e artistas na Europa e nos EUA. Até para o Papa. Eu fui ignorada e dispensada, com exceção dos funcionários e pequenas autoridades que me responderam com respostas formais. Mas eu continuei escrevendo e mendigando. Era tudo sobre uma única coisa: para ajudar a terminar com a guerra no Donbass e para influenciar a Ucrânia a não matar as crianças no Donetsk e Lugansk, em Makeyevka e Pervomaisk. Você poderia não ter dito coisa alguma ao mundo sobre o que os EUA estavam fazendo, e simplesmente ter ficado em silêncio e viver quieto, como fazem muitos jornalistas. Mas a verdade é necessária. E a coisa ao mesmo tempo mais fácil e mais difícil é contar a verdade às pessoas.
Faina Savenkova about the Ukronazi website “peacemaker
9826 Views September 08, 2022 11 Comments

Yesterday, a press conference was held in Moscow by Mira Terada’s Foundation to Battle Injustice, attended by Western journalists working in the Donbass. The details of these journalists, like mine, are listed on the website myrotvorets.center (ukr. Peacemaker). I know many of them and they, like me, are in danger. Because they tell the truth about what is happening in our country. When a year ago my data became public and I was called an enemy of Ukraine and a “Kremlin special operation”, I reacted to it in the media in the best possible way. Many thought my actions were useless, nonsense.

But be that as it may, I tried to do everything I could to make this story known to the world. I know it’s a long and difficult road, but the fact that the UN has heard about it, that human rights activists have looked into it, that journalists have talked about it – that’s a small success. Yes, I’m just a teenager who doesn’t know anything about politics or public relations, and I don’t think children should do that, but if adults aren’t being heard, children should try to tell the world the truth. I don’t know if much has been achieved yet, but in Germany, Europe and America people are starting to talk about it.

Oliver Stone’s producer, Yuri Lopotenok, whose details are also on this website, is talking about it in his programmes. And that’s great. I don’t know how the war with the “peacemaker” (myrotvorets.centre) will end, but the most important thing is that I am no longer alone and the quiet voice of a child is heard by adults. So it was not all in vain. I really wish that the people whose details are on this website would speak up so that parents whose children are at risk can protect their children. After all, something can only change if people do not remain silent but speak openly about injustice. https://thesaker.is/faina-savenkova-about-the-ukronazi-website-peacemaker/
A Girl in Lugansk Addresses Her American Counterparts Concerning the Murder of Civilians in DonbassLetter from Faina Savenkova: To my friends from America
12373 ViewsJuly 13, 2022 50 Comments

Faina Savenkova, Lugansk,

Two events have recently occurred in the world. In America – in the suburbs of Chicago – people died during the celebration of Independence Day. And during these three days, 5 children died from artillery shelling of Ukraine in the Donbass – in Donetsk and Makeyevka. A 10-year-old girl was torn apart by an incoming Ukrainian shell.

According to the data and evidence collected by the Russian Foundation for Combating Repression, the Ukrainian military was given direct orders to use weapons to kill against civilians of Donbass. Here are the proofs of that https://fondfbr.ru/en/articles/sergey-yudayev-en/

But did American journalists notice this? No. I can understand why America mourns the dead on Independence Day. But at the same time, she stubbornly does not want to see what Ukraine is doing.

I live in Donbass, and after the murder of children with weapons supplied by you and Europe, probably, should hate you and rejoice that the Lord punishes those because of whom our children die. But I am Russian and I have been living in the war for eight years now. I understand what death is, so I don’t feel anger and hatred. And I grieve with you for the dead. Human life is priceless, and murder is always terrible, because it is impossible to bring back those who have been lost, it is impossible to drown out this pain. Just as it is impossible to isolate yourself from the war, because the war, in which your government is no less to blame than the rest, will surely return to you.

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UMA CARTA DE FAINA SAVENKOVA PARA JULIAN ASSANGE
julho 04, 2022
Quanto mais você cresce, mais você percebe que o mundo é injusto. Quando a guerra do Donbass começou há oito anos, poucos poderiam imaginar que, em vez do país pacífico da Ucrânia, suas autoridades o tornariam miserável e dilacerado, com um ódio feroz dos habitantes uns contra os outros. Mas aconteceu. Que a Ucrânia – com literatura russa, grandes conquistas e atitude normal uns para com os outros – nunca mais será a mesma. Assim como não haverá mais o Ocidente das lendas: com história, liberdade e pessoas em quem acreditar e se esforçar para ser como elas. Músicos, atores, apresentadores, políticos… são todos iguais. O próprio mundo está mudando.

A televisão substitui suas caminhadas na chuva e a Internet substitui seus livros. Por que ler quando você pode assistir a um filme? Por que ser alfabetizado? Basta saber contar até 100 e colocar um X. Isso já foi feito antes. E é provavelmente um mundo muito confortável para alguns. Mas não para aqueles que se lembram de como é a TI para fazer as perguntas certas. Porque perguntar a eles pode destruir o mundo de papelão que somos encorajados a pensar que é real. Foi o caso de Julian Assange, que se tornou um exemplo para muitos. Ele é um daqueles que não teve medo de declarar abertamente que as pessoas têm o direito de saber a verdade, quebrando a ilusão conhecida e tão familiar. Ele rompeu a brecha nesta parede de papelão meticulosamente construída ao custo de sua vida “normal”. Que não seja em vão e outros que desejam viver na verdade empurram essa brecha de horizonte a horizonte. E continuarei tentando empurrar essa brecha para o meu horizonte no Donbass.

Boa tarde Sr. Assange!

muito tempo venho pensando em como começar esta carta... Escrevi muitas cartas ao longo dos anos para presidentes, políticos e artistas na Europa e nos EUA. Até para o Papa. Fui ignorado e dispensado, exceto pelos funcionários e pequenos funcionários que responderam com respostas formais. Mas continuei escrevendo e implorando. Era tudo sobre uma coisa: ajudar a parar a guerra de Donbass e influenciar a Ucrânia a não matar crianças em Donetsk e Lugansk, Makeyevka e Pervomaisk. Muitas pessoas disseram que eu estava fazendo isso por nada. Só perdendo meu tempo. Mas ao ouvi-los, lembrei-me de você porque você foi e é um exemplo para mim. Você poderia não ter dito nada ao mundo sobre o que a América estava fazendo e simplesmente permanecer em silêncio e viver tranquilamente, como muitos jornalistas fizeram. Mas a verdade é necessária.

Você se tornou um exemplo para muitos, inclusive para mim. Obrigado por sua honestidade, por sua força de vontade e por não ceder aos golpes do destino. Obrigado pelo fato de que você foi capaz de dar força para combater a injustiça.Que Deus abençoe você e sua família.

Nota: A carta foi passada ao advogado de Julian Assange. https://cpelalibertacaodejulianassange.blogspot.com/2022/07/uma-carta-de-faina-savenkova-para.html
Faina Savenkova au journaliste Tucker Carlson : « La vérité est la voie pour sortir du chaos » émoignage d’une jeune écrivaine du Donbass

Bonjour Tucker,

J’ai 13 ans et je vis à Lougansk. Je pense que de nombreuses personnes au sein du pouvoir américain ne savent même pas où cela se trouve, mais continuent à fournir des armes à l’Ukraine pour la guerre avec la Russie. Depuis une semaine, l’artillerie ukrainienne bombarde impitoyablement Donetsk, tuant des civils dans le Donbass. C’est une chose de partir en guerre avec l’armée, mais c’en est une autre de simplement bombarder des écoles, des maternelles et des résidents endormis. Beaucoup diront qu’il s’agit de mensonges et de propagande, mais ce n’est pas le cas. Je suis née et je vis à Lougansk. J’ai passé toute la guerre – depuis 2014 – dans ma ville natale. Vivre 8 ans de guerre, c’est très dur. C’est très effrayant quand on passe son enfance dans de telles conditions. Huit ans d’espoir pour une paix qui n’est jamais venue. Mais ça ne m’a pas brisée. Je continue à dire la vérité sur ce qui se passe. Et je sais que vous faites la même chose quand vous parlez de l’Amérique. Je ne vous considère pas comme un ami de la Russie, mais le fait que vous disiez la vérité et que vous ne vouliez pas de guerre avec la Russie me réjouit. Après tout, s’il y a une guerre nucléaire, il n’y aura pas de gagnants.

Je pense que si M. Trump était au pouvoir aux États-Unis en ce moment, il serait en mesure de négocier avec le président russe. J’en suis convaincue.

J’ai été amenée à solliciter de nombreux dirigeants mondiaux. J’ai essayé pendant trois ans d’arrêter la guerre, mais eux, comme les musiciens avec les politiciens, sont sourds et muets. Peut-être que certains d’entre eux veulent vieillir en paix, d’autres ont peur du changement, et d’autres encore ne comprennent tout simplement pas ce qu’est la guerre. Après tout, cela ne se passe pas près de chez eux.

L’année dernière, des nationalistes ukrainiens ont mis mes données personnelles sur le site web « Mirotvorets » et les ont rendues publiques. Après cela, j’ai commencé à recevoir des menaces. Vous vous demandez peut-être : « Qu’est-ce que Mirotvorets ? » En effet, de nombreuses personnes aux États-Unis ne savent pas ce que c’est. En comparaison, imaginez que le Ku Klux Klan crée un site web aux États-Unis et affiche les adresses, les comptes bancaires et autres détails personnels de tous les politiciens, acteurs et musiciens qui ne sont pas d’accord avec lui. Et le gouvernement les aiderait. C’est ce qui se passe actuellement en Ukraine. Beaucoup de mes amis en Ukraine ont été confrontés au même problème : Mirotvorets a publié leurs données personnelles, y compris leur adresse et leur numéro de téléphone. Pouvez-vous imaginer une telle chose aux États-Unis ? Non.

Il m’est difficile de dire ce qui m’arrivera demain. Après tout, je vis une guerre où les obus arrivent tous les jours. Mais je crois que la guerre prendra fin, tout comme la confrontation entre la Russie et les États-Unis. Et personnellement, Tucker, je veux vous souhaiter bonne chance. Merci d’essayer de dire la vérité, car quelqu’un doit le faire. Si c’est le chaos tout autour, il faut des gens qui puissent montrer le chemin aux autres. https://vigile.quebec/articles/faina-savenkova-au-journaliste-tucker-carlson-la-verite-est-la-voie-pour-sor
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Visiting Boris Korchevnikov
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