Alte Messe vom Tag
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Ich lieb dich, Herr
Keiner ist wie Du
Anbetend neigt sich mein Herz dir zu
Aus: Ralf Oppermann, Der Widerschein der Herrlichkeit. Begleitbuch zum Kirchenjahr im Alten Ritus. (Sarto Verlag)

Fest des hl. Kasimir

Der hl. Kasimir entstammte der polnischen Jagellionen-Dynastie (1386 - 1572). Sein Vater ist Kasimir IV. (1447 - 1492), König von Polen und Großfürst von Litauen, seine Mutter, Elisabeth von Österreich, eine Habsburgerin. - Kasimir IV. kämpfte 1454 bis 1466 siegreich gegen den Deutschen Orden, der im zweiten Thorner Frieden bis auf Ostpreußen sein südliches Territorium an Polen verlor und Kasimir IV. für dieses Restgebiet den Lehenseid leisten mußte.

Am 5. Oktober 1458 wurde Kasimir IV. ein Thronerbe geboren, der auf denselben Namen getauft wurde, den auch der Vater trug. - Für den Dreizehnjährigen als rechtmäßigen Erben der Krone Ungarns erhob Kasimir IV. 1471 Ansprüche auf den Königsthron, und tatsächlich wählte der ungarische Adel den jungen Kasimir daraufhin zu seinem Monarchen.

Als König von Ungarn herrschte zu jener Zeit Matthias Corvinus (1458 - 1490). Dessen Vater Johannes Hunyadi war innerhalb Ungarns Reichsverweser (1446 - 1453) des unmündigen Königs Ladislaus V. Postumus (1440 - 1457) gewesen, der zugleich König Böhmens und Herzog Österreichs war. Als dieser 1457 mit siebzehn Jahren starb, gelangte des Reichsverwesers fünfzehnjähriger Sohn Matthias auf den ungarischen Königsthron. Dieser nannte sich nach dem Raben im Familienwappen Corvinus. Er zeichnete sich bald wie sein Vater im Kampf gegen die nach Mitteleuropa vordringenden mohammedanischen Türken aus. - 1453 war Konstantinopel gefallen. Es diente seitdem als Hauptstadt des osmanischen Großreiches. - Matthias Corvinus, siegreich im Kampf gegen die irrgläubigen Hussiten, übernahm 1469 auch die Macht in Böhmen, bevor er 1485 schließlich Wien eroberte und Herzog Österreichs wurde. Da Matthias Corvinus starb, ohne einen legitimen Erben zu hinterlassen, erhielten die Habsburger nach seinem Tode Österreich zurück, und Böhmen fiel zusammen mit Ungarn an Wladislaw II. (1490 - 1516), einen Jagellionen.

1471 jedoch beanspruchte Kasimir IV. noch vergeblich den ungarischen Königsthron für die polnische Dynastie, denn der zum Monarchen gewählte, junge Kasimir kehrte mit seinem Heer in die Heimat zurück, nachdem er erfahren hatte, daß Matthias Corvinus ihm gerüstet entgegenzog. Wer von beiden auch immer sich behauptet hätte: Ströme von Blut wären geflossen und das vom Islam bedrängte Abendland wäre durch den Tod so vieler Soldaten an entscheidender Stelle geschwächt worden, trug doch Böhmen-Ungarn zu jener Zeit die Hauptlast des Kampfes gegen die mohammedanischen Türken. Außerdem hatte der junge Kasimir erfahren, daß Papst Sixtus IV. (1471 - 1484) sich für die Königsherrschaft von Matthias Corvinus ausgesprochen hatte.

Schließlich mag auch das Streben nach Heiligkeit den jungen Kasimir bewogen haben, auf den Thron Ungarns zu verzichten. Er gab sich mit solcher Inbrunst frommen Übungen hin, daß dies mit dem Amt eines Monarchen vielleicht schwer zu vereinbaren gewesen wäre. Schon in frühestem Alter war es ihm eine Freude, das ihm zur Verfügung stehende Geld an Bedürftige zu verteilen. Stets trug der hl. Kasimir ein rauhes Büßergewand, und er schlief auf dem bloßen Fußboden. Morgens eilte er zur Frühmesse und wartete betend so lange vor der Kirchentüre, bis diese endlich geöffnet wurde. Ganz innig verehrte Kasimir auch die Muttergottes. Ihm wird das „Omni die dic Mariae“ zugeschrieben, das wir deutsch singen als „Alle Tage sing’ und sage“.
Noch einmal wurde Kasimir die Krone Ungarns angeboten. Entschieden lehnte er sie nun ab. Als aber sein Vater sich vier Jahre lang in Litauen aufhielt, da übernahm St. Kasimir stellvertretend für ihn die Herrschaft in Polen. Es gelang ihm dabei, seine Reinheit und Frömmigkeit in dem Dornengestrüpp machtpolitischer Interessen zu bewahren.

Von einem Thronanwärter wurde natürlich erwartet, daß er heiratete. Man drängte ihn geradezu, diesen Schritt zu vollziehen. Doch der hl. Kasimir hatte sich längst entschlossen, ehelos zu bleiben und Keuschheit gelobt.

In jungen Jahren erkrankte St. Kasimir an der Schwindsucht. Er sagte den Tag seines Todes voraus, den 4. März 1484. In seinem sechsundzwanzigsten Lebensjahr starb der Heilige. Er küßte das Bild des Gekreuzigten und verschied mit den Worten: „O Jesu, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist.“
Der hl. Kasimir
5. März

Freitag nach dem zweiten Fastensonntag
3. Kl. - Farbe violett

https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/fastenzeit/faso2fr/index.html
Seite 187
Zugleich Herz-Jesu-Freitag

Votivmesse vom Heiligsten Herzen Jesu
https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/pfingstkreis/herzjs/index.html
Schott Seite 611
6. März

Samstag nach dem 2. Fastensonntag
Fest der hll. Perpetua und Felicitas und Perpetua
3. Kl. - Farbe violett

https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/fastenzeit/faso2sa/index.html
Schott Seite 192

Kommemoration der Tagesheiligen
https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/mrz/mrz06/index.html
Schott Seite 799
Zugleich Herz-Mariä-Sühnesamstag

Votivmesse vom Unbefleckten Herzen
3. Kl. - Farbe weiß

https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/augt/aug22/index.html
Schott Seite 1016
Die Gottesmutter mit dem Kind. Die hl. Felicitas steht links von ihr, die hl. Perpetua rechts.
Aus: Ralf Oppermann, Der Widerschein der Herrlichkeit. Begleitbuch zum Kirchenjahr im Alten Ritus. (Sarto Verlag)

Fest der hll. Perpetua und Felizitas
Gedenktag des hl. Fridolin von Säckingen

Am 6. März wird der hll. Perpetua und Felicitas sowie ihrer Gefährten gedacht, die im Jahre 202 zu Karthago das Martyrium erlitten unter Kaiser Septimius Severus (193 - 211). Im allgemeinen war die Dynastie der Severer (193 - 235) dem Christentum gegenüber nicht feindlich eingestellt. Weil er den katholischen Glauben nur oberflächlich kannte, meinte Septimius Severus wohl, man könne seine weitere Ausbreitung verhindern und die Kirche wie den Götzenkult irgendeines Volkes auf ihre damalige Zahl an Getauften beschränken. So verbot der Kaiser 202 den Übertritt zum Christentum. Dies hatte grausamste Martyrien zur Folge. Zu jener Zeit starben auch die edle Perpetua und die Sklavin Felicitas zusammen mit ihren Gefährten, nachdem sie in der Untersuchungshaft die hl. Taufe empfangen hatten.

Perpetua führte bis zur Hinrichtung ein Tagebuch, in dem sie davon berichtet, wie der heidnische Vater ihr kleines Kind ins Gericht mitbrachte, um die Heilige in ihrem Entschluß wankend zu machen. Die Sklavin Felicitas aber wurde noch kurz vor der Hinrichtung von einem Kind entbunden. Dann warf man die Gefährten alle den wilden Tieren vor. Die hll. Perpetua und Felicitas wurden von einer Wildkuh schwer verletzt, lebten aber noch, als die Bestie von ihnen abließ; darum wurden sie von Gladiatoren erstochen.

Des hl. Fridolin von Säckingen wird ebenfalls am 6. März gedacht. Er stammte wohl aus Irland und wird deswegen auf das weitgehend heidnische, europäische Festland gekommen sein, damit er die Heimatlosigkeit um Christi willen auf sich nehme. Durch seine Begegnung mit dem Frankenkönig Chlodwig (482 - 511) läßt sich Fridolins Lebenszeit auf die Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert datieren.

Der hl. Fridolin betrat den Boden des fränkischen Reiches, und sein Weg führte ihn als erstes nach Poitiers. Dort forschte er unter den Ruinen der etwa einhundert Jahre zuvor von den Vandalen zerstörten Bischofskirche des hl. Hilarius nach den Reliquien des 367 verstorbenen Bischofs. Tatsächlich entdeckte er das Grab. - Dieses Ereignis markiert einen Wendepunkt im Leben des hl. Fridolin. Er wurde der bedeutendste Verehrer des hl. Hilarius. Als erstes baute er dessen Kirche zu Poitiers wieder auf. Dann zog St. Fridolin weiter in das Gebiet des von den Franken 502 bis 507 zum größten Teil eroberten Alemannenlandes. Über Straßburg und Konstanz kam der hl. Fridolin nach Chur. Auf dem Wege gründete er zahlreiche Kirchen unter dem Patronat des hl. Hilarius. Auf der Rheininsel Säckingen ließ der hl. Fridolin sich nieder, weil der hl. Hilarius ihm diese im Traum gezeigt hatte. König Chlodwig schenkte St. Fridolin Säckingen, und dieser errichtete dort eine Hilarius-Kirche sowie ein Doppelkloster.

Ein reicher Grundbesitzer namens Ursus vermachte dem Heiligen testamentarisch sein Land im Gebiet des heutigen Kantons Glarus. Dessen Bruder Landolf war damit aber nicht einverstanden. Als Ursus verstorben war, behauptete Landolf, der tote Bruder habe ihm seinen Landbesitz vermacht, damit er ihn dem seinigen hinzufüge. Der hl. Fridolin durfte um seiner missionarischen Stiftungen zu Säckingen willen, denen der Landbesitz zu Gute kommen sollte, das Unrecht nicht hinnehmen. So wurde ein königliches Gericht angerufen. Landolf war zuversichtlich, den Prozeß zu gewinnen, da er meinte, der hl. Fridolin könne keine Zeugen herbeischaffen, die seinen Anspruch bestätigen würden. Der hl. Fridolin aber begab sich zu Ursus’ Grabstätte, rief den Toten heraus und führte ihn zum Gericht, damit er die Wahrheit kundtue. Landolf wurde von dem Erscheinen seines toten Bruders so erschüttert, daß er zugab, gelogen zu haben, und Säckingen auch seinen Landbesitz überließ. St. Fridolin aber führte den Toten zurück zu dessen Grab.

An einem 6. März um das Jahr 540 soll der hl. Fridolin zu Säckingen gestorben sein.
7. März

Dritter Fastensonntag - Oculi
1. Kl. - Farbe violett

https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/fastenzeit/faso3/index.html
Schott Seite 199
Evangelium vom Tag

In jener Zeit trieb Jesus eine Teufel aus, der stumm war.
Introit der Messe vom Tag

Meine Augen schauen immer auf zum Herrn; Er ist´s, der meine Füße aus der Schlinge lösen wird. Schau her auf mich und hab mit mir Erbarmen; ich bin so einsam und so arm.

Zu Dir erhebe ich meine Seele, o Herr; mein Gott, auf Dich vertraue ich: drob werd ich nicht erröten.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Meine Augen schauen immer auf zum Herrn; Er ist´s, der meine Füße aus der Schlinge lösen wird. Schau her auf mich und hab mit mir Erbarmen; ich bin so einsam und so arm.