Forwarded from Verschüttete Heilkunst - altes Wissen neu entdeckt
In einer Forschungsarbeit, die 2013 in der Zeitschrift «Science» veröffentlicht wurde, konnte bei Wühlmäusen ein Zusammenhang zwischen einer Oxytocingabe am Tag der Geburt und schwerer Bindungsstörungen der heranwachsenden Tiere festgestellt werden.
«Bei einer spontanen Geburt fällt der Oxytocinspiegel des gebärenden Säugetiers in der letzten Phase stark ab. Kommt das Neugeborene nun zu seiner Mutter an die Brust, lernt sein Gehirn in diesem Moment, dass es Oxytocin produzieren muss, wenn es eine Bindung eingeht. Sind seine Rezeptoren aber bereits mit künstlichem Oxytocin überschwemmt, bleibt dieser Lerneffekt aus.» Die Folgen können auch für menschlichen Nachwuchs diskutiert werden. Sie reichen von beeinträchtigter Mutter-Kind-Bindung, Schwierigkeiten beim Stillen, exzessivem Schreien im Säuglingsalter bis zu ADHS, Autismus und sexuellen Störungen. «Unsere Geburtshilfe mit ihren hohen Interventionsraten ist unter diesem Aspekt ein klinischer Versuch und die Probanden wissen nichts davon», sagt Schwarz.
«Bei einer spontanen Geburt fällt der Oxytocinspiegel des gebärenden Säugetiers in der letzten Phase stark ab. Kommt das Neugeborene nun zu seiner Mutter an die Brust, lernt sein Gehirn in diesem Moment, dass es Oxytocin produzieren muss, wenn es eine Bindung eingeht. Sind seine Rezeptoren aber bereits mit künstlichem Oxytocin überschwemmt, bleibt dieser Lerneffekt aus.» Die Folgen können auch für menschlichen Nachwuchs diskutiert werden. Sie reichen von beeinträchtigter Mutter-Kind-Bindung, Schwierigkeiten beim Stillen, exzessivem Schreien im Säuglingsalter bis zu ADHS, Autismus und sexuellen Störungen. «Unsere Geburtshilfe mit ihren hohen Interventionsraten ist unter diesem Aspekt ein klinischer Versuch und die Probanden wissen nichts davon», sagt Schwarz.
❤3
Frauen mit höherem BMI bekommen in der Schwangerschaft häufig früher oder nachdrücklicher eine Einleitung empfohlen. Das zeigte sich auch in der systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Ellis et al.
Gleichzeitig war im Vergleich zu spontan beginnenden Geburten eine Einleitung — unabhängig vom BMI — häufiger verbunden mit:
• PDA
• mehr fetaler Überwachung
• instrumenteller oder operativer Geburtsbeendigung
• längerer Geburtsdauer
• längeren Krankenhausaufenthalten
Bei Frauen mit Adipositas zeigte sich außerdem:
Die Zeit bis zur Geburt war im Durchschnitt länger als bei normalgewichtigen Frauen.
Häufig waren mehr Medikamente zur Zervixreifung und Wehenförderung nötig, die Methoden wirkten seltener wie erhofft — und die Geburt endete öfter in einem Kaiserschnitt.
In dieser Auswertung war ein Kaiserschnitt nach Einleitung bei Frauen mit Adipositas sogar fast doppelt so wahrscheinlich wie bei normalgewichtigen Frauen.
Wichtig zu wissen:
Frauen mit höherem BMI erhalten im Durchschnitt häufiger ungenauere errechnete Geburtstermine und gebären tendenziell später als Frauen mit durchschnittlichem BMI.
In ihrem Buch „Plus Size Pregnancy“ beleuchtet Sara Wickham, was die Evidenz wirklich über höheren BMI, Schwangerschaft und Geburt sagt — und hinterfragt gängige Mythen, Routinen und pauschale Empfehlungen.
Lass dir also keinen Druck machen — schon gar nicht nur aufgrund deines BMI.
Gleichzeitig war im Vergleich zu spontan beginnenden Geburten eine Einleitung — unabhängig vom BMI — häufiger verbunden mit:
• PDA
• mehr fetaler Überwachung
• instrumenteller oder operativer Geburtsbeendigung
• längerer Geburtsdauer
• längeren Krankenhausaufenthalten
Bei Frauen mit Adipositas zeigte sich außerdem:
Die Zeit bis zur Geburt war im Durchschnitt länger als bei normalgewichtigen Frauen.
Häufig waren mehr Medikamente zur Zervixreifung und Wehenförderung nötig, die Methoden wirkten seltener wie erhofft — und die Geburt endete öfter in einem Kaiserschnitt.
In dieser Auswertung war ein Kaiserschnitt nach Einleitung bei Frauen mit Adipositas sogar fast doppelt so wahrscheinlich wie bei normalgewichtigen Frauen.
Wichtig zu wissen:
Frauen mit höherem BMI erhalten im Durchschnitt häufiger ungenauere errechnete Geburtstermine und gebären tendenziell später als Frauen mit durchschnittlichem BMI.
In ihrem Buch „Plus Size Pregnancy“ beleuchtet Sara Wickham, was die Evidenz wirklich über höheren BMI, Schwangerschaft und Geburt sagt — und hinterfragt gängige Mythen, Routinen und pauschale Empfehlungen.
Lass dir also keinen Druck machen — schon gar nicht nur aufgrund deines BMI.
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Es ist DAS typische Bild in der Austreibungsphase: Frau auf dem Rücken, halb aufrecht, Beine angewinkelt, geöffnet und nach außen gedreht.
Auch in Seitenlage sieht man oft etwas Ähnliches: Das obere Bein wird angehoben, geöffnet und nach außen gehalten — oft für mehr Sicht, mehr Zugang und vermeintlich mehr Platz.
Und es wäre nicht das erste Mal, dass gut meinende Geburtshelfer das forcieren — obwohl der Frau in diesem Moment vielleicht alles andere im Sinn steht, als ihre Beine noch weiter auseinanderziehen zu lassen.
Aber was macht man nicht alles, wenn es der Geburt dienlich ist. Und oberflächlich betrachtet klingt es doch logisch und es sieht überzeugend aus.
Richtiger wird es biomechanisch dadurch allerdings nicht. Lassen wir dabei die Käferhaltung mal komplett außer Acht. Die ist mit fixiertem Kreuzbein und Steißbein ohnehin eine äußerst ungünstige Position. Und vergessen wir, dass die Oberschenkel in Rückenlage meist stark angewinkelt werden (Hüftbeugung an sich kann sogar wirklich sinnvoll sein!).
Der Punkt ist: Weit geöffnete Knie und nach außen rotierte Oberschenkel sehen nach Platz aus. Aber sie öffnen nicht automatisch den Raum, den das Baby am Beckenausgang braucht — egal in welcher Gebärhaltung man sich dabei befindet.
Das Becken hat drei relevante Ebenen: den Beckeneingang, das mittlere Becken und den Beckenausgang. Und je nachdem, wo sich das Baby gerade befindet, können unterschiedliche Bewegungen und Haltungen Platz schaffen.
Die Beine zu öffnen, kann zwar in bestimmten Situationen hilfreich sein. Aber „Beine weit auf“ ist kein präziser biomechanischer Begriff. Entscheidend ist, welche Bewegung im Becken tatsächlich entsteht: Es macht einen Unterschied, ob die Oberschenkel einfach nur seitlich voneinander wegbewegt werden oder ob sie nach außen rotieren (dabei zeigen Knie und Zehen eher nach außen).
Nach außen rotierte Oberschenkel können zwar helfen, den Beckeneingang zu öffnen, aber für den Beckenausgang gilt eher das Gegenteil.
Wenn du es selbst ausprobieren möchtest, mach den Test.
Stell dich hin.🧍♀️🧍♀️🧍♀️
Füße etwa hüftbreit.
Knie leicht angewinkelt.
Bewege den Oberkörper nach vorne, als würdest du eine Autotür mit dem Po schließen.
Jetzt greif von hinten-unten an deine Sitzbeinhöcker — diese zwei Knochenpunkte, auf denen du sitzt.
Dann dreh die Oberschenkel und Knie nach außen. Die Zehen zeigen mehr nach außen, die Fersen eher zueinander.
Und fühl hin.
Versuch zu spüren, wie sich der Abstand deiner Sitzbeinhöcker verringert.
Jetzt in die umgekehrte Richtung:
Zurück zur Ausgangsposition. 🧍♀️🧍♀️🧍♀️
Dreh die Oberschenkel nach innen.
Bewege die Knie aufeinander zu. Die Zehen zeigen eher zueinander, statt voneinander weg.
Und jetzt fühl nochmal.
Vielleicht kannst du spüren, wie sich die Sitzbeinhöcker auseinanderbewegen, wie mehr Raum entsteht.
Wenn es dir noch schwerfällt, spiel ein bisschen damit. Dreh nur einen Oberschenkel nach innen oder außen, während beide Hände auf deinen Sitzbeinhöckern ruhen. Oder berühre mit einer Hand dein Steiß als festen Fixpunkt und mit der anderen deinen Sitzbeinhöcker, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.
Faszinierend oder? 🥰
Und völlig neu ist dieses Wissen womöglich gar nicht.
✍️👇
Auch in Seitenlage sieht man oft etwas Ähnliches: Das obere Bein wird angehoben, geöffnet und nach außen gehalten — oft für mehr Sicht, mehr Zugang und vermeintlich mehr Platz.
Und es wäre nicht das erste Mal, dass gut meinende Geburtshelfer das forcieren — obwohl der Frau in diesem Moment vielleicht alles andere im Sinn steht, als ihre Beine noch weiter auseinanderziehen zu lassen.
Aber was macht man nicht alles, wenn es der Geburt dienlich ist. Und oberflächlich betrachtet klingt es doch logisch und es sieht überzeugend aus.
Richtiger wird es biomechanisch dadurch allerdings nicht. Lassen wir dabei die Käferhaltung mal komplett außer Acht. Die ist mit fixiertem Kreuzbein und Steißbein ohnehin eine äußerst ungünstige Position. Und vergessen wir, dass die Oberschenkel in Rückenlage meist stark angewinkelt werden (Hüftbeugung an sich kann sogar wirklich sinnvoll sein!).
Der Punkt ist: Weit geöffnete Knie und nach außen rotierte Oberschenkel sehen nach Platz aus. Aber sie öffnen nicht automatisch den Raum, den das Baby am Beckenausgang braucht — egal in welcher Gebärhaltung man sich dabei befindet.
Das Becken hat drei relevante Ebenen: den Beckeneingang, das mittlere Becken und den Beckenausgang. Und je nachdem, wo sich das Baby gerade befindet, können unterschiedliche Bewegungen und Haltungen Platz schaffen.
Die Beine zu öffnen, kann zwar in bestimmten Situationen hilfreich sein. Aber „Beine weit auf“ ist kein präziser biomechanischer Begriff. Entscheidend ist, welche Bewegung im Becken tatsächlich entsteht: Es macht einen Unterschied, ob die Oberschenkel einfach nur seitlich voneinander wegbewegt werden oder ob sie nach außen rotieren (dabei zeigen Knie und Zehen eher nach außen).
Nach außen rotierte Oberschenkel können zwar helfen, den Beckeneingang zu öffnen, aber für den Beckenausgang gilt eher das Gegenteil.
Wenn du es selbst ausprobieren möchtest, mach den Test.
Stell dich hin.🧍♀️🧍♀️🧍♀️
Füße etwa hüftbreit.
Knie leicht angewinkelt.
Bewege den Oberkörper nach vorne, als würdest du eine Autotür mit dem Po schließen.
Jetzt greif von hinten-unten an deine Sitzbeinhöcker — diese zwei Knochenpunkte, auf denen du sitzt.
Dann dreh die Oberschenkel und Knie nach außen. Die Zehen zeigen mehr nach außen, die Fersen eher zueinander.
Und fühl hin.
Versuch zu spüren, wie sich der Abstand deiner Sitzbeinhöcker verringert.
Jetzt in die umgekehrte Richtung:
Zurück zur Ausgangsposition. 🧍♀️🧍♀️🧍♀️
Dreh die Oberschenkel nach innen.
Bewege die Knie aufeinander zu. Die Zehen zeigen eher zueinander, statt voneinander weg.
Und jetzt fühl nochmal.
Vielleicht kannst du spüren, wie sich die Sitzbeinhöcker auseinanderbewegen, wie mehr Raum entsteht.
Wenn es dir noch schwerfällt, spiel ein bisschen damit. Dreh nur einen Oberschenkel nach innen oder außen, während beide Hände auf deinen Sitzbeinhöckern ruhen. Oder berühre mit einer Hand dein Steiß als festen Fixpunkt und mit der anderen deinen Sitzbeinhöcker, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.
Faszinierend oder? 🥰
Und völlig neu ist dieses Wissen womöglich gar nicht.
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Kulturhistorische Belege?
Direkte kulturhistorische Belege, dass dies eine bewusst eingesetzte Technik gewesen sein könnte, habe ich nicht gefunden — traditionelle Geburtsdarstellungen zeigen eher allgemein hockende, kniende, stehende oder nach vorn gelehnte Positionen ohne die Beinstellung explizit zu thematisieren. Aber einzelne Hinweise gibt es:
Die Hebamme Ronnie Falcão wurde interessanterweise in einer Amish-Gemeinde das erste Mal in besonderer Weise mit zueinander geneigten Knien konfrontiert: Sie erlebte, wie eine Mutter während der ganzen Geburt die Knie vollständig geschlossen hielt — ein, wie sie es formulierte, sehr aufschlussreiches Erlebnis.
Je mehr ich über all diese Dinge nachdachte, desto mehr begann ich mich zu fragen: Wann folgen wir während der Geburt einem spontanen körperlichen Impuls, und wann handeln wir nach kulturell tief verankerten Bildern? Auch ohne jedwede Aufforderung habe ich schon Frauen gesehen, die in der Austreibungsphase ihre Knie weit öffneten. Ich selbst tat es freiwillig auf einem Gebärhocker, weil es mir so, ohne wirklich darüber nachzudenken, richtig erschien. Aber richtig weshalb?
Vielleicht wird unsere intuitive Körperlogik auch durch die starken Bilder der modernen, westlichen Geburtshilfe überlagert. Historische Geburtsliteratur zeigt jedenfalls: Weit geöffnete, nach außen rotierte Oberschenkel waren weltweit nicht die Norm und unsere kulturellen Geburtsbilder sind vergleichsweise jung.
Ramsbotham beschrieb, dass Gebärende der irischen Landbevölkerung sich auf Hände und Knie begaben und nur schwer zu einer anderen Haltung zu bewegen waren.
Engelmann sammelte im 19. Jahrhundert Berichte aus verschiedenen Kulturen und fand vor allem kniende, hockende, sitzende, stehende oder nach vorn geneigte Gebärhaltungen. Über die Laguna Pueblo schreibt Engelmann sinngemäß, dass die Frauen ihrer eigenen Neigung fast vollständig folgten. In den frühen Phasen standen oder gingen sie umher. Zur Geburt selbst beschreibt er stehende, halb hockende beziehungsweise hängend gestützte Positionen — und, wenn die Frau müde war, auch Rücken- oder Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien. Bei den Kootenai beschreibt er eine Frau auf der linken Seite. Unter dem Körper lag ein Kissen oder Bündel; zwischen den Knien eine weitere Decken- oder Fellrolle. Die Knie waren dabei etwa einen Fuß voneinander entfernt.
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Direkte kulturhistorische Belege, dass dies eine bewusst eingesetzte Technik gewesen sein könnte, habe ich nicht gefunden — traditionelle Geburtsdarstellungen zeigen eher allgemein hockende, kniende, stehende oder nach vorn gelehnte Positionen ohne die Beinstellung explizit zu thematisieren. Aber einzelne Hinweise gibt es:
Die Hebamme Ronnie Falcão wurde interessanterweise in einer Amish-Gemeinde das erste Mal in besonderer Weise mit zueinander geneigten Knien konfrontiert: Sie erlebte, wie eine Mutter während der ganzen Geburt die Knie vollständig geschlossen hielt — ein, wie sie es formulierte, sehr aufschlussreiches Erlebnis.
Je mehr ich über all diese Dinge nachdachte, desto mehr begann ich mich zu fragen: Wann folgen wir während der Geburt einem spontanen körperlichen Impuls, und wann handeln wir nach kulturell tief verankerten Bildern? Auch ohne jedwede Aufforderung habe ich schon Frauen gesehen, die in der Austreibungsphase ihre Knie weit öffneten. Ich selbst tat es freiwillig auf einem Gebärhocker, weil es mir so, ohne wirklich darüber nachzudenken, richtig erschien. Aber richtig weshalb?
Vielleicht wird unsere intuitive Körperlogik auch durch die starken Bilder der modernen, westlichen Geburtshilfe überlagert. Historische Geburtsliteratur zeigt jedenfalls: Weit geöffnete, nach außen rotierte Oberschenkel waren weltweit nicht die Norm und unsere kulturellen Geburtsbilder sind vergleichsweise jung.
Ramsbotham beschrieb, dass Gebärende der irischen Landbevölkerung sich auf Hände und Knie begaben und nur schwer zu einer anderen Haltung zu bewegen waren.
Engelmann sammelte im 19. Jahrhundert Berichte aus verschiedenen Kulturen und fand vor allem kniende, hockende, sitzende, stehende oder nach vorn geneigte Gebärhaltungen. Über die Laguna Pueblo schreibt Engelmann sinngemäß, dass die Frauen ihrer eigenen Neigung fast vollständig folgten. In den frühen Phasen standen oder gingen sie umher. Zur Geburt selbst beschreibt er stehende, halb hockende beziehungsweise hängend gestützte Positionen — und, wenn die Frau müde war, auch Rücken- oder Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien. Bei den Kootenai beschreibt er eine Frau auf der linken Seite. Unter dem Körper lag ein Kissen oder Bündel; zwischen den Knien eine weitere Decken- oder Fellrolle. Die Knie waren dabei etwa einen Fuß voneinander entfernt.
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Auch für den Damm relevant!
Eine der Hebammen, bei denen Ronnie Falcão gelernt hatte, vermittelte ihr, die Beine von Frauen in Seitenlage eher näher beieinander zu halten. Sie erklärte ihr, dass die gespreizten Knie der Grund dafür sind, dass ein intakter Damm in Käferhaltung nahezu unmöglich wäre. Je näher die Knie also beieinander lägen, desto besser.
Und sie verdeutlichte dies anschaulich mit einem großen Gummiband: Sie hielt es in die Luft und forderte Falcão auf, die beiden Enden von links nach rechts so weit wie möglich auseinanderzuziehen. Dann dehnte die Hebamme das Band zusätzlich in die obere und untere Richtung, so weit, wie es noch ging — viel Spielraum gab es allerdings nicht mehr. Die Dehnung in seitlicher Richtung war bereits maximal. Sie wies Falcão an, loszulassen.
Die Spannung ließ natürlich spürbar nach und es gab mehr Raum in andere Richtungen. Seither ermutigte Falcão ihre Frauen, die Knie in der Austreibungsphase zusammenzubringen, um Risse zu vermeiden.
Das Bild ist simpel. Aber es trifft etwas.
Wenn Gewebe bereits seitlich maximal auf Spannung gebracht wird, bleibt nur wenig Anpassungsfähigkeit in andere Richtungen.
Und ja: Das kann auch für den Damm relevant sein. Nicht, weil jede Dammverletzung von der Beinposition abhängt. Das wäre zu einfach.
Das Gewebe kann aus unterschiedlichen Gründen zu gespannt sein — aber auch weit geöffnete und nach außen rotierte Beine können für mehr Zug im Dammbereich sorgen und weniger Spielraum lassen, sich in eine andere Richtung zu dehnen. Auch hier kann es also wichtig sein, auf die Sprache seines Körpers zu achten.
Und natürlich sind Innen- und Außenrotation nicht die ganze Geschichte, um mehr Raum im Becken zu schaffen. Es geht auch nicht darum, in Extreme zu verfallen und sich z. B. zu sehr auf die nach innen gedrehten Oberschenkel zu fokussieren oder neue Regeln aufzustellen. Aber es ist gut, gängige Routinen in Frage zu stellen. Und Dinge nicht einfach deshalb zu tun, weil sie schon immer so gemacht wurden oder weil wir sie nicht anders kennen.
Denn maximale Beinöffnung ist nicht einfach maximale Beckenöffnung. Entscheidend ist nicht, wie „offen“ uns eine Haltung von außen vorkommt, sondern wo wir im Becken tatsächlich mehr Platz schaffen.
Wo im Becken befindet sich das Baby gerade? Und was kann Mutter und Baby in diesem Moment bestmöglich unterstützen?
Und noch besser: schon in den Monaten vor der Geburt hinzuschauen. Welche Bewegungen sind leicht und intuitiv zugänglich? Wo gibt es Schwierigkeiten, wo braucht es Stärkung und mehr Balance? Ganz individuell. Denn es gibt nicht die eine Lösung für alle. Jeder Mensch bringt seine eigenen Haltungs-, Bewegungs- und Kompensationsmuster mit. Umso mehr durch unsere moderne, oft einseitige Lebensweise, die unserem Körper wenig echte Abwechslung zu bieten hat.
Du willst tiefer einsteigen?
Vom 21.–23. Juli findet die kostenlose dreiteilige Better Birth Pro Fortbildung statt — jeweils von 19–20 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Hier kannst du dich registrieren:
https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/
Außerdem ist ab sofort die Anmeldung für die Fachausbildung im Oktober 2026 geöffnet: https://bodyreadymethod.com/professionals/training/
Spare dir bei einer Anmeldung mit dem Thank You Code „tyc20261595“ 100 Dollar.
Eine der Hebammen, bei denen Ronnie Falcão gelernt hatte, vermittelte ihr, die Beine von Frauen in Seitenlage eher näher beieinander zu halten. Sie erklärte ihr, dass die gespreizten Knie der Grund dafür sind, dass ein intakter Damm in Käferhaltung nahezu unmöglich wäre. Je näher die Knie also beieinander lägen, desto besser.
Und sie verdeutlichte dies anschaulich mit einem großen Gummiband: Sie hielt es in die Luft und forderte Falcão auf, die beiden Enden von links nach rechts so weit wie möglich auseinanderzuziehen. Dann dehnte die Hebamme das Band zusätzlich in die obere und untere Richtung, so weit, wie es noch ging — viel Spielraum gab es allerdings nicht mehr. Die Dehnung in seitlicher Richtung war bereits maximal. Sie wies Falcão an, loszulassen.
Die Spannung ließ natürlich spürbar nach und es gab mehr Raum in andere Richtungen. Seither ermutigte Falcão ihre Frauen, die Knie in der Austreibungsphase zusammenzubringen, um Risse zu vermeiden.
Das Bild ist simpel. Aber es trifft etwas.
Wenn Gewebe bereits seitlich maximal auf Spannung gebracht wird, bleibt nur wenig Anpassungsfähigkeit in andere Richtungen.
Und ja: Das kann auch für den Damm relevant sein. Nicht, weil jede Dammverletzung von der Beinposition abhängt. Das wäre zu einfach.
Das Gewebe kann aus unterschiedlichen Gründen zu gespannt sein — aber auch weit geöffnete und nach außen rotierte Beine können für mehr Zug im Dammbereich sorgen und weniger Spielraum lassen, sich in eine andere Richtung zu dehnen. Auch hier kann es also wichtig sein, auf die Sprache seines Körpers zu achten.
Und natürlich sind Innen- und Außenrotation nicht die ganze Geschichte, um mehr Raum im Becken zu schaffen. Es geht auch nicht darum, in Extreme zu verfallen und sich z. B. zu sehr auf die nach innen gedrehten Oberschenkel zu fokussieren oder neue Regeln aufzustellen. Aber es ist gut, gängige Routinen in Frage zu stellen. Und Dinge nicht einfach deshalb zu tun, weil sie schon immer so gemacht wurden oder weil wir sie nicht anders kennen.
Denn maximale Beinöffnung ist nicht einfach maximale Beckenöffnung. Entscheidend ist nicht, wie „offen“ uns eine Haltung von außen vorkommt, sondern wo wir im Becken tatsächlich mehr Platz schaffen.
Wo im Becken befindet sich das Baby gerade? Und was kann Mutter und Baby in diesem Moment bestmöglich unterstützen?
Und noch besser: schon in den Monaten vor der Geburt hinzuschauen. Welche Bewegungen sind leicht und intuitiv zugänglich? Wo gibt es Schwierigkeiten, wo braucht es Stärkung und mehr Balance? Ganz individuell. Denn es gibt nicht die eine Lösung für alle. Jeder Mensch bringt seine eigenen Haltungs-, Bewegungs- und Kompensationsmuster mit. Umso mehr durch unsere moderne, oft einseitige Lebensweise, die unserem Körper wenig echte Abwechslung zu bieten hat.
Du willst tiefer einsteigen?
Vom 21.–23. Juli findet die kostenlose dreiteilige Better Birth Pro Fortbildung statt — jeweils von 19–20 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Hier kannst du dich registrieren:
https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/
Außerdem ist ab sofort die Anmeldung für die Fachausbildung im Oktober 2026 geöffnet: https://bodyreadymethod.com/professionals/training/
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Viele Schwangere hören im letzten Trimester, ihr Baby sei „zu groß“. Das klingt erst einmal beängstigend. Doch wichtig ist: Eine Gewichtsschätzung per Ultraschall ist keine Garantie. Und „groß“ bedeutet nicht automatisch „zu groß“ und schon gar nicht automatisch „gefährlich“. Häufig geht es um eine statistische Einschätzung – nicht um eine sichere Diagnose oder ein vorhersehbares Geburtsproblem.
Bei einem geschätzten Gewicht von 4 kg kann eine übliche Abweichung von etwa 15 % bedeuten, dass das tatsächliche Gewicht irgendwo zwischen ca. 3,4 und 4,6 kg liegt. Das ist eine sehr große Spannbreite. Einige Babys liegen sogar außerhalb dieser Abweichung. Kurz gesagt: Ultraschall kann Hinweise liefern, aber das tatsächliche Geburtsgewicht nicht sicher vorhersagen.
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Bei einem geschätzten Gewicht von 4 kg kann eine übliche Abweichung von etwa 15 % bedeuten, dass das tatsächliche Gewicht irgendwo zwischen ca. 3,4 und 4,6 kg liegt. Das ist eine sehr große Spannbreite. Einige Babys liegen sogar außerhalb dieser Abweichung. Kurz gesagt: Ultraschall kann Hinweise liefern, aber das tatsächliche Geburtsgewicht nicht sicher vorhersagen.
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Schulterdystokie – von möglichen Zusammenhängen
Auch die Angst vor einer Schulterdystokie wird häufig mit einem „großen Baby“ in Verbindung gebracht. Doch bei den meisten Babys ist eine Schulterdystokie gar kein Thema. Gleichzeitig kann eine Schulterdystokie auch bei Babys auftreten, die nicht besonders groß sind.
Eine von Wickham besprochene Studie konnte keinen klinisch nützlichen Zusammenhang zwischen Ultraschallmessungen und der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie zeigen (Newman et al. 2022). Und im 2025 veröffentlichten Big Baby Trial zeigte die Hauptanalyse keinen Unterschied zwischen früher Einleitung um die 38. Woche und der weiteren Betreuung ohne geplante frühe Einleitung. In einer anderen Auswertung zeigte sich lediglich ein kleiner Unterschied – ohne dass sich daraus ein klarer Vorteil für die Babys ergab.
Was ist mit Schwangerschaftsdiabetes?
Sara Wickham weist darauf hin, dass die Sorge vor einem „großen Baby“ hier häufig als Argument für eine Einleitung genutzt wird. Gleichzeitig zeigt die bisherige Evidenz keine klare Grundlage dafür, bei Schwangerschaftsdiabetes ohne weitere Komplikationen routinemäßig einzuleiten, nur um eine Schulterdystokie zu verhindern. Bei echter Diabetes, medikamentösen Behandlungen oder anderen medizinischen Besonderheiten muss aber natürlich immer eine individuelle Einschätzung an erster Stelle stehen.
Worauf sollten wir stattdessen schauen?
In der von Wickham besprochenen Studie von Newman et al. war der einzige Faktor, der mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Schulterdystokie in Verbindung gebracht werden konnte, eine Epiduralanästhesie/PDA. Natürlich können dabei andere Faktoren wie Geburtsverlauf, Bewegungseinschränkung oder geburtshilfliche Interventionen mit hineinspielen. Auch die Geburtsposition darf mitberücksichtigt werden. Wickham weist darauf hin, dass Schulterdystokie möglicherweise seltener auftritt, wenn Frauen sich während der Geburt frei bewegen können.
Auch die Art, wie über das geschätzte Gewicht gesprochen wird, kann Folgen haben: Die Vorhersage eines „großen Babys“ kann beeinflussen, wie Frauen ihre Schwangerschaft und Geburt erleben – etwa mit mehr Angst, mehr Druck zu Interventionen, weniger Vertrauen in den eigenen Körper oder dem Gefühl, weniger echte Wahlmöglichkeiten zu haben. Auch das Verhältnis zu Betreuungspersonen kann darunter leiden.
Nach Dr. med. Sven Hildebrandt geht die eigentliche Gefahr einer Schulterdystokie weniger von der Lage des Kindes, sondern vor allem vom panischen Handeln der Helfenden aus. Er schreibt in „Notfallmanagement bei Schulterdystokie – erst denken, dann handeln“, dass begutachtete Schädigungen in fast allen Haftpflichtfällen auf geburtshilfliche Manipulationen und nicht auf die Blockade selbst zurückzuführen gewesen waren.
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Auch die Angst vor einer Schulterdystokie wird häufig mit einem „großen Baby“ in Verbindung gebracht. Doch bei den meisten Babys ist eine Schulterdystokie gar kein Thema. Gleichzeitig kann eine Schulterdystokie auch bei Babys auftreten, die nicht besonders groß sind.
Eine von Wickham besprochene Studie konnte keinen klinisch nützlichen Zusammenhang zwischen Ultraschallmessungen und der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie zeigen (Newman et al. 2022). Und im 2025 veröffentlichten Big Baby Trial zeigte die Hauptanalyse keinen Unterschied zwischen früher Einleitung um die 38. Woche und der weiteren Betreuung ohne geplante frühe Einleitung. In einer anderen Auswertung zeigte sich lediglich ein kleiner Unterschied – ohne dass sich daraus ein klarer Vorteil für die Babys ergab.
Was ist mit Schwangerschaftsdiabetes?
Sara Wickham weist darauf hin, dass die Sorge vor einem „großen Baby“ hier häufig als Argument für eine Einleitung genutzt wird. Gleichzeitig zeigt die bisherige Evidenz keine klare Grundlage dafür, bei Schwangerschaftsdiabetes ohne weitere Komplikationen routinemäßig einzuleiten, nur um eine Schulterdystokie zu verhindern. Bei echter Diabetes, medikamentösen Behandlungen oder anderen medizinischen Besonderheiten muss aber natürlich immer eine individuelle Einschätzung an erster Stelle stehen.
Worauf sollten wir stattdessen schauen?
In der von Wickham besprochenen Studie von Newman et al. war der einzige Faktor, der mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Schulterdystokie in Verbindung gebracht werden konnte, eine Epiduralanästhesie/PDA. Natürlich können dabei andere Faktoren wie Geburtsverlauf, Bewegungseinschränkung oder geburtshilfliche Interventionen mit hineinspielen. Auch die Geburtsposition darf mitberücksichtigt werden. Wickham weist darauf hin, dass Schulterdystokie möglicherweise seltener auftritt, wenn Frauen sich während der Geburt frei bewegen können.
Auch die Art, wie über das geschätzte Gewicht gesprochen wird, kann Folgen haben: Die Vorhersage eines „großen Babys“ kann beeinflussen, wie Frauen ihre Schwangerschaft und Geburt erleben – etwa mit mehr Angst, mehr Druck zu Interventionen, weniger Vertrauen in den eigenen Körper oder dem Gefühl, weniger echte Wahlmöglichkeiten zu haben. Auch das Verhältnis zu Betreuungspersonen kann darunter leiden.
Nach Dr. med. Sven Hildebrandt geht die eigentliche Gefahr einer Schulterdystokie weniger von der Lage des Kindes, sondern vor allem vom panischen Handeln der Helfenden aus. Er schreibt in „Notfallmanagement bei Schulterdystokie – erst denken, dann handeln“, dass begutachtete Schädigungen in fast allen Haftpflichtfällen auf geburtshilfliche Manipulationen und nicht auf die Blockade selbst zurückzuführen gewesen waren.
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Deshalb ist es so wichtig, genau hinzuschauen:
• Schulterdystokie ist eine eher seltene Komplikation (laut Wickham betrifft sie etwa 1 von 150-200 Geburten).
• Bei einer großen Mehrheit der Babys über 4 kg – nämlich 94 % - tritt keine Schulterdystokie auf. Auch die meisten Babys über 4,5 kg betrifft dieses Problem nicht.
• Schulterdystokie kommt nicht nur bei großen Babys vor: Etwa die Hälfte aller Schulterdystokien wird bei Babys unter 4 kg beobachtet.
• Nur wenige Babys mit Schulterdystokie haben ein ernstes Problem.
• Das tatsächliche Geburtsgewicht lässt sich vorab nicht exakt bestimmen: Viele Babys – etwa 58–60 % –, die vor der Geburt als „groß“ eingeschätzt werden, sind am Ende gar nicht größer als der Durchschnitt.
• Eine Einleitung oder ein geplanter Kaiserschnitt bringt eigene Risiken und Nachteile mit sich und sollte immer gut abgewogen werden.
• Gute Voraussetzungen können helfen: Beweglichkeit, Positionswechsel, ein freies Kreuzbein und Raum im Becken können dein Baby beim Navigieren unterstützen.
• Angst ist keine gute Grundlage für Entscheidungen.
• Gute Vorbereitung bedeutet auch, mit den begleitenden Fachpersonen über das mögliche Vorgehen bei Schulterdystokie zu sprechen: Welche Maßnahmen werden zuerst genutzt? Wird ruhig und strukturiert gehandelt? Werden Positionswechsel und sinnvolle Manöver berücksichtigt? Ein besonnenes Vorgehen kann entscheidend sein.
Quellen: Sara Wickham, Big Baby Trial 2025, Newman et al. 2022, Baddington et al. 2023, RCOG, Hildebrandt 2013. https://www.sarawickham.com/articles-2/induction-for-big-baby/
• Schulterdystokie ist eine eher seltene Komplikation (laut Wickham betrifft sie etwa 1 von 150-200 Geburten).
• Bei einer großen Mehrheit der Babys über 4 kg – nämlich 94 % - tritt keine Schulterdystokie auf. Auch die meisten Babys über 4,5 kg betrifft dieses Problem nicht.
• Schulterdystokie kommt nicht nur bei großen Babys vor: Etwa die Hälfte aller Schulterdystokien wird bei Babys unter 4 kg beobachtet.
• Nur wenige Babys mit Schulterdystokie haben ein ernstes Problem.
• Das tatsächliche Geburtsgewicht lässt sich vorab nicht exakt bestimmen: Viele Babys – etwa 58–60 % –, die vor der Geburt als „groß“ eingeschätzt werden, sind am Ende gar nicht größer als der Durchschnitt.
• Eine Einleitung oder ein geplanter Kaiserschnitt bringt eigene Risiken und Nachteile mit sich und sollte immer gut abgewogen werden.
• Gute Voraussetzungen können helfen: Beweglichkeit, Positionswechsel, ein freies Kreuzbein und Raum im Becken können dein Baby beim Navigieren unterstützen.
• Angst ist keine gute Grundlage für Entscheidungen.
• Gute Vorbereitung bedeutet auch, mit den begleitenden Fachpersonen über das mögliche Vorgehen bei Schulterdystokie zu sprechen: Welche Maßnahmen werden zuerst genutzt? Wird ruhig und strukturiert gehandelt? Werden Positionswechsel und sinnvolle Manöver berücksichtigt? Ein besonnenes Vorgehen kann entscheidend sein.
Quellen: Sara Wickham, Big Baby Trial 2025, Newman et al. 2022, Baddington et al. 2023, RCOG, Hildebrandt 2013. https://www.sarawickham.com/articles-2/induction-for-big-baby/
🔥4
Geburt ist kein isolierter Vorgang im Becken. Unser Körper funktioniert als verbundenes System: Rippen, Zwerchfell, Körpermitte, Beckenboden, Rücken, Hüften und Becken beeinflussen sich gegenseitig.
Der Latissimus dorsi ist spannend, weil er nicht nur den Oberkörper bewegt. Über fasziale Verbindungen steht er auch in Beziehung zu unterem Rücken und Kreuzbein.
Wenn dieser Bereich festhält, kann das beeinflussen,
wie gut sich die Rippen bewegen,
wie frei der Atem fließt,
wie Druck in der Körpermitte reguliert wird,
wie anpassungsfähig der Beckenboden reagiert
und wie frei sich das Kreuzbein bewegen kann.
In der Pressphase sehen wir oft etwas Intuitives: Frauen greifen nach oben, ziehen an einem Tuch oder halten sich am Partner fest. Das kann dem Körper helfen, über Latissimus und Rückenfaszien mehr Verbindung und Bewegungsfreiheit im Becken zu finden — wenn das Baby durch den Beckenausgang navigiert.
Manchmal beginnt mehr Raum im Becken nicht im Becken selbst, sondern mit mehr Beweglichkeit im Oberkörper.
Der Latissimus dorsi ist spannend, weil er nicht nur den Oberkörper bewegt. Über fasziale Verbindungen steht er auch in Beziehung zu unterem Rücken und Kreuzbein.
Wenn dieser Bereich festhält, kann das beeinflussen,
wie gut sich die Rippen bewegen,
wie frei der Atem fließt,
wie Druck in der Körpermitte reguliert wird,
wie anpassungsfähig der Beckenboden reagiert
und wie frei sich das Kreuzbein bewegen kann.
In der Pressphase sehen wir oft etwas Intuitives: Frauen greifen nach oben, ziehen an einem Tuch oder halten sich am Partner fest. Das kann dem Körper helfen, über Latissimus und Rückenfaszien mehr Verbindung und Bewegungsfreiheit im Becken zu finden — wenn das Baby durch den Beckenausgang navigiert.
Manchmal beginnt mehr Raum im Becken nicht im Becken selbst, sondern mit mehr Beweglichkeit im Oberkörper.
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Beim Beckenboden denken viele zuerst an Schwangerschaft, Rückbildung oder Inkontinenz. Dabei ist er weit mehr als ein Bereich, den es lediglich zu kräftigen gilt. Er ist Teil eines fein abgestimmten Systems, das unsere Haltung, Atmung und Bewegung ebenso prägt wie Verdauung, Sexualität und körperliches Wohlbefinden.
Als bewegliche, reaktionsfähige Basis unserer Körpermitte unterstützt uns der Beckenboden bei jedem Atemzug, jeder Bewegung und jeder Belastung. Gemeinsam mit Zwerchfell, Bauch- und Rückenmuskulatur hilft er, Druck zu regulieren, Stabilität zu ermöglichen und sich flexibel an die Anforderungen des Alltags anzupassen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Muskel, sondern das Zusammenspiel von Atmung, Rippen, Wirbelsäule, Becken und individuellen Bewegungsmustern.
Ein gesunder Beckenboden ist deshalb nicht einfach nur kräftig. Er ist beweglich, elastisch und reaktionsfähig. Beim Husten, Niesen, Springen, Heben oder Tragen muss er innerhalb kürzester Zeit auf veränderten Druck reagieren. Er sollte unterstützen können, ohne dauerhaft festzuhalten – und Spannung aufbauen können, ohne die Fähigkeit zum Loslassen zu verlieren.
Auch die Atmung spielt dabei eine zentrale Rolle. Beim Einatmen bewegt sich das Zwerchfell nach unten, während der Beckenboden elastisch nachgeben darf. Beim Ausatmen bewegen sich beide wieder nach oben und der Beckenboden findet in eine leichte, unterstützende Aktivität zurück. So entsteht ein natürlicher Rhythmus zwischen Entspannung und Anspannung, Nachgeben und Haltgeben.
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Als bewegliche, reaktionsfähige Basis unserer Körpermitte unterstützt uns der Beckenboden bei jedem Atemzug, jeder Bewegung und jeder Belastung. Gemeinsam mit Zwerchfell, Bauch- und Rückenmuskulatur hilft er, Druck zu regulieren, Stabilität zu ermöglichen und sich flexibel an die Anforderungen des Alltags anzupassen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Muskel, sondern das Zusammenspiel von Atmung, Rippen, Wirbelsäule, Becken und individuellen Bewegungsmustern.
Ein gesunder Beckenboden ist deshalb nicht einfach nur kräftig. Er ist beweglich, elastisch und reaktionsfähig. Beim Husten, Niesen, Springen, Heben oder Tragen muss er innerhalb kürzester Zeit auf veränderten Druck reagieren. Er sollte unterstützen können, ohne dauerhaft festzuhalten – und Spannung aufbauen können, ohne die Fähigkeit zum Loslassen zu verlieren.
Auch die Atmung spielt dabei eine zentrale Rolle. Beim Einatmen bewegt sich das Zwerchfell nach unten, während der Beckenboden elastisch nachgeben darf. Beim Ausatmen bewegen sich beide wieder nach oben und der Beckenboden findet in eine leichte, unterstützende Aktivität zurück. So entsteht ein natürlicher Rhythmus zwischen Entspannung und Anspannung, Nachgeben und Haltgeben.
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Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung
In Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung zeigt sich besonders deutlich, wie anpassungsfähig der Beckenboden sein muss. Während der Schwangerschaft trägt er zunehmend mehr Gewicht und reagiert auf veränderte Druckverhältnisse, Haltung und Atmung. Gleichzeitig sorgen hormonelle Veränderungen dafür, dass das Gewebe weicher und nachgiebiger wird.
Beschwerden wie ein Druckgefühl im Becken oder ungewollter Urinverlust treten in der Schwangerschaft häufig auf. Sie sollten jedoch nicht als unvermeidbare Begleiterscheinungen abgetan werden. Vielmehr können sie darauf hinweisen, dass der Beckenboden – oder das ihn umgebende System – mehr Unterstützung benötigt: etwa durch eine bessere Druckregulation, bewusstere Atmung, mehr Beweglichkeit, gezielte Kräftigung oder auch mehr Entspannung.
Unter der Geburt verändert sich die Aufgabe des Beckenbodens dann nochmal grundlegend. Nachdem er über Monate getragen und stabilisiert hat, ist nun eine außergewöhnliche Dehnfähigkeit gefragt: Er darf weich werden, nachgeben und Raum schaffen, damit das Baby seinen Weg durch das Becken finden kann.
Biomechanische Modellrechnungen zeigen, welche enorme Leistung dahintersteckt: Vor allem Anteile des Levator ani, einer großen tragenden Muskelgruppe des Beckenbodens, werden unter der Geburt stark gedehnt. Simulationen zeigen, dass sie beim Durchtritt des kindlichen Kopfes auf etwa das 3- bis 3,5-Fache ihrer Ausgangslänge gedehnt werden können. Diese Zahlen stammen aus Computermodellen und beschreiben nicht jede Geburt exakt, machen aber deutlich, wie außergewöhnlich anpassungsfähig dieses Gewebe sein muss. Auch Gebärpositionen spielen dabei eine Rolle: Sie können die Fläche des Muskels um mehrere Quadratzentimeter verändern.
Nach der Geburt beginnt eine neue Anpassungsphase. Der Beckenboden hat viel geleistet und braucht Zeit, um sich von Dehnung, Druck und Belastung zu erholen. Aber er funktioniert nicht wie ein Gummiband, das sofort in seine ursprüngliche Form zurückspringt. Rückbildung ist ein Prozess, der Zeit benötigt und sie findet mitten im neuen Alltag statt: beim Aufstehen, Stillen oder Füttern, Tragen, Heben und Versorgen des Babys.
Eine gute Rückbildung verbindet deshalb gezieltes Training mit Regeneration und alltagsnaher Körperwahrnehmung. Es geht nicht darum, möglichst schnell wieder zu „funktionieren“, sondern Schritt für Schritt Stabilität, Vertrauen und Belastbarkeit aufzubauen. Beckenbodenbewusste Rückbildung bedeutet, frei zu atmen, Belastungen gut zu verteilen, Kraft behutsam aufzubauen und dem Körper die Zeit zu geben, die er für Heilung und Anpassung braucht.
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In Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung zeigt sich besonders deutlich, wie anpassungsfähig der Beckenboden sein muss. Während der Schwangerschaft trägt er zunehmend mehr Gewicht und reagiert auf veränderte Druckverhältnisse, Haltung und Atmung. Gleichzeitig sorgen hormonelle Veränderungen dafür, dass das Gewebe weicher und nachgiebiger wird.
Beschwerden wie ein Druckgefühl im Becken oder ungewollter Urinverlust treten in der Schwangerschaft häufig auf. Sie sollten jedoch nicht als unvermeidbare Begleiterscheinungen abgetan werden. Vielmehr können sie darauf hinweisen, dass der Beckenboden – oder das ihn umgebende System – mehr Unterstützung benötigt: etwa durch eine bessere Druckregulation, bewusstere Atmung, mehr Beweglichkeit, gezielte Kräftigung oder auch mehr Entspannung.
Unter der Geburt verändert sich die Aufgabe des Beckenbodens dann nochmal grundlegend. Nachdem er über Monate getragen und stabilisiert hat, ist nun eine außergewöhnliche Dehnfähigkeit gefragt: Er darf weich werden, nachgeben und Raum schaffen, damit das Baby seinen Weg durch das Becken finden kann.
Biomechanische Modellrechnungen zeigen, welche enorme Leistung dahintersteckt: Vor allem Anteile des Levator ani, einer großen tragenden Muskelgruppe des Beckenbodens, werden unter der Geburt stark gedehnt. Simulationen zeigen, dass sie beim Durchtritt des kindlichen Kopfes auf etwa das 3- bis 3,5-Fache ihrer Ausgangslänge gedehnt werden können. Diese Zahlen stammen aus Computermodellen und beschreiben nicht jede Geburt exakt, machen aber deutlich, wie außergewöhnlich anpassungsfähig dieses Gewebe sein muss. Auch Gebärpositionen spielen dabei eine Rolle: Sie können die Fläche des Muskels um mehrere Quadratzentimeter verändern.
Nach der Geburt beginnt eine neue Anpassungsphase. Der Beckenboden hat viel geleistet und braucht Zeit, um sich von Dehnung, Druck und Belastung zu erholen. Aber er funktioniert nicht wie ein Gummiband, das sofort in seine ursprüngliche Form zurückspringt. Rückbildung ist ein Prozess, der Zeit benötigt und sie findet mitten im neuen Alltag statt: beim Aufstehen, Stillen oder Füttern, Tragen, Heben und Versorgen des Babys.
Eine gute Rückbildung verbindet deshalb gezieltes Training mit Regeneration und alltagsnaher Körperwahrnehmung. Es geht nicht darum, möglichst schnell wieder zu „funktionieren“, sondern Schritt für Schritt Stabilität, Vertrauen und Belastbarkeit aufzubauen. Beckenbodenbewusste Rückbildung bedeutet, frei zu atmen, Belastungen gut zu verteilen, Kraft behutsam aufzubauen und dem Körper die Zeit zu geben, die er für Heilung und Anpassung braucht.
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Wenn der Beckenboden sich übernimmt
Beschwerden sollten nicht vorschnell als reine „Beckenbodenschwäche“ verstanden werden. Manchmal arbeitet der Beckenboden tatsächlich zu wenig – manchmal jedoch zu viel. Es kann auch vorkommen, dass er zusätzliche Aufgaben übernimmt, weil andere Körperbereiche nicht ausreichend an einer Bewegung beteiligt sind.
In der Body Ready Method wird dafür das anschauliche Bild eines „überarbeiteten“ Beckenbodens verwendet: Er hält, schützt oder kompensiert fortwährend, obwohl er eigentlich flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren sollte. Auf Dauer kann er dadurch einen Teil seiner Anpassungsfähigkeit verlieren.
Ein angespannter oder überlasteter Beckenboden kann ähnliche Beschwerden verursachen wie ein schwacher. Dazu können häufiger Harndrang, Schwierigkeiten bei der Blasen- oder Darmentleerung, Schmerzen beim Sex sowie Beschwerden im Becken, Unterbauch oder Rücken gehören. Welche Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, ist sehr individuell. Nicht alle Beschwerden müssen gleichzeitig vorhanden sein – manchmal zeigt sich die Überlastung auch nur durch ein einzelnes, zunächst unscheinbares Symptom.
Es geht nicht um Perfektion
Auch unsere Haltung und unsere alltäglichen Bewegungsgewohnheiten beeinflussen dieses Zusammenspiel. Der Körper passt sich an das an, was wir regelmäßig tun – etwa langes Sitzen, häufiges Luftanhalten, Pressen, einseitige Belastungen oder wiederkehrende Schonhaltungen.
Dabei geht es nicht darum, perfekt zu sein. Viel wichtiger ist die Frage, wie flexibel sich der Körper organisieren kann: Hat er verschiedene Möglichkeiten, auf Bewegung und Belastung zu reagieren? Oder greift er immer wieder auf dieselben Ausweichmuster zurück? Gönne ich meinem Körper genügend Abwechslung?
Je mehr Bewegungsoptionen der Körper besitzt, desto besser kann sich auch der Beckenboden an unterschiedliche Anforderungen anpassen.
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Beschwerden sollten nicht vorschnell als reine „Beckenbodenschwäche“ verstanden werden. Manchmal arbeitet der Beckenboden tatsächlich zu wenig – manchmal jedoch zu viel. Es kann auch vorkommen, dass er zusätzliche Aufgaben übernimmt, weil andere Körperbereiche nicht ausreichend an einer Bewegung beteiligt sind.
In der Body Ready Method wird dafür das anschauliche Bild eines „überarbeiteten“ Beckenbodens verwendet: Er hält, schützt oder kompensiert fortwährend, obwohl er eigentlich flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren sollte. Auf Dauer kann er dadurch einen Teil seiner Anpassungsfähigkeit verlieren.
Ein angespannter oder überlasteter Beckenboden kann ähnliche Beschwerden verursachen wie ein schwacher. Dazu können häufiger Harndrang, Schwierigkeiten bei der Blasen- oder Darmentleerung, Schmerzen beim Sex sowie Beschwerden im Becken, Unterbauch oder Rücken gehören. Welche Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, ist sehr individuell. Nicht alle Beschwerden müssen gleichzeitig vorhanden sein – manchmal zeigt sich die Überlastung auch nur durch ein einzelnes, zunächst unscheinbares Symptom.
Es geht nicht um Perfektion
Auch unsere Haltung und unsere alltäglichen Bewegungsgewohnheiten beeinflussen dieses Zusammenspiel. Der Körper passt sich an das an, was wir regelmäßig tun – etwa langes Sitzen, häufiges Luftanhalten, Pressen, einseitige Belastungen oder wiederkehrende Schonhaltungen.
Dabei geht es nicht darum, perfekt zu sein. Viel wichtiger ist die Frage, wie flexibel sich der Körper organisieren kann: Hat er verschiedene Möglichkeiten, auf Bewegung und Belastung zu reagieren? Oder greift er immer wieder auf dieselben Ausweichmuster zurück? Gönne ich meinem Körper genügend Abwechslung?
Je mehr Bewegungsoptionen der Körper besitzt, desto besser kann sich auch der Beckenboden an unterschiedliche Anforderungen anpassen.
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Die Wechselwirkung zwischen Beckenboden und Nervensystem
Bei Stress, Angst oder innerer Anspannung erhöht der Körper unwillkürlich seine Muskelspannung. Manche Menschen ziehen die Schultern hoch oder pressen den Kiefer zusammen. Andere halten Bauch, Gesäß oder Beckenboden fest, oft ohne es zu bemerken. Gleichzeitig wird die Atmung meist flacher.
Daraus kann ein Kreislauf entstehen: Stress erhöht die körperliche Spannung, die Spannung verstärkt Beschwerden, die Beschwerden lösen Sorgen aus – und der Körper hält noch stärker fest.
Auch Scham, Schmerzen, belastende sexuelle Erfahrungen oder eine traumatisch erlebte Geburt können das Körpergefühl im Beckenbereich verändern. Ein respektvoller und ganzheitlicher Blick auf den Beckenboden berücksichtigt deshalb nicht nur Muskeln und Symptome. Er bezieht auch das Nervensystem, persönliche Erfahrungen, Atmung, Bewegung und das individuelle Gefühl von Sicherheit mit ein.
Der Beckenboden steht außerdem in enger Verbindung mit unserer Sexualität. Seine Muskeln sind an Empfindung, Erregung und Orgasmus beteiligt. Sowohl eine ausgeprägte Schwäche als auch eine dauerhafte Verspannung können die Wahrnehmung, die Lust und schmerzfreien Sex beeinträchtigen. Auch hier gilt: Mehr Anspannung ist nicht automatisch besser.
Das vielleicht wichtigste Wissen über den Beckenboden lautet daher: Ein gesunder Beckenboden ist nicht permanent angespannt. Er kann tragen und nachgeben, reagieren und ruhen, Kraft entwickeln und wieder loslassen.
Wer Beschwerden hat, sollte deshalb nicht auf Verdacht einfach immer mehr trainieren. Je nach Ursache kann eine Kräftigung hilfreich sein. Manchmal benötigen der Beckenboden und das ihn umgebende System jedoch zunächst etwas anderes: Entspannung, eine freiere Atmung, ein besser abgestimmtes Druckmanagement oder mehr Beweglichkeit (bei anhaltenden oder schmerzhaften Beschwerden kann eine medizinische oder beckenbodenphysiotherapeutische Abklärung natürlich sinnvoll sein).
Und es lohnt sich, den Beckenboden nicht erst dann kennenzulernen, wenn Beschwerden auftreten. Wer das Zusammenspiel von Atmung, Bewegung, Belastung und Regeneration besser versteht, entwickelt auch ein feineres Gespür für die eigene Körpermitte. Denn Beckenbodengesundheit bedeutet nicht nur Muskelkraft. Sie zeigt sich in Beweglichkeit, Wahrnehmung und Anpassungsfähigkeit – in der Fähigkeit, Halt zu geben, wenn er gebraucht wird, und loszulassen, wenn es möglich ist.
Dieses Wissen schafft nicht nur eine stabile und lebendige Körpermitte, sondern auch Vertrauen in den eigenen Körper: heute und in allen Lebensphasen, die noch kommen.
Bei Stress, Angst oder innerer Anspannung erhöht der Körper unwillkürlich seine Muskelspannung. Manche Menschen ziehen die Schultern hoch oder pressen den Kiefer zusammen. Andere halten Bauch, Gesäß oder Beckenboden fest, oft ohne es zu bemerken. Gleichzeitig wird die Atmung meist flacher.
Daraus kann ein Kreislauf entstehen: Stress erhöht die körperliche Spannung, die Spannung verstärkt Beschwerden, die Beschwerden lösen Sorgen aus – und der Körper hält noch stärker fest.
Auch Scham, Schmerzen, belastende sexuelle Erfahrungen oder eine traumatisch erlebte Geburt können das Körpergefühl im Beckenbereich verändern. Ein respektvoller und ganzheitlicher Blick auf den Beckenboden berücksichtigt deshalb nicht nur Muskeln und Symptome. Er bezieht auch das Nervensystem, persönliche Erfahrungen, Atmung, Bewegung und das individuelle Gefühl von Sicherheit mit ein.
Der Beckenboden steht außerdem in enger Verbindung mit unserer Sexualität. Seine Muskeln sind an Empfindung, Erregung und Orgasmus beteiligt. Sowohl eine ausgeprägte Schwäche als auch eine dauerhafte Verspannung können die Wahrnehmung, die Lust und schmerzfreien Sex beeinträchtigen. Auch hier gilt: Mehr Anspannung ist nicht automatisch besser.
Das vielleicht wichtigste Wissen über den Beckenboden lautet daher: Ein gesunder Beckenboden ist nicht permanent angespannt. Er kann tragen und nachgeben, reagieren und ruhen, Kraft entwickeln und wieder loslassen.
Wer Beschwerden hat, sollte deshalb nicht auf Verdacht einfach immer mehr trainieren. Je nach Ursache kann eine Kräftigung hilfreich sein. Manchmal benötigen der Beckenboden und das ihn umgebende System jedoch zunächst etwas anderes: Entspannung, eine freiere Atmung, ein besser abgestimmtes Druckmanagement oder mehr Beweglichkeit (bei anhaltenden oder schmerzhaften Beschwerden kann eine medizinische oder beckenbodenphysiotherapeutische Abklärung natürlich sinnvoll sein).
Und es lohnt sich, den Beckenboden nicht erst dann kennenzulernen, wenn Beschwerden auftreten. Wer das Zusammenspiel von Atmung, Bewegung, Belastung und Regeneration besser versteht, entwickelt auch ein feineres Gespür für die eigene Körpermitte. Denn Beckenbodengesundheit bedeutet nicht nur Muskelkraft. Sie zeigt sich in Beweglichkeit, Wahrnehmung und Anpassungsfähigkeit – in der Fähigkeit, Halt zu geben, wenn er gebraucht wird, und loszulassen, wenn es möglich ist.
Dieses Wissen schafft nicht nur eine stabile und lebendige Körpermitte, sondern auch Vertrauen in den eigenen Körper: heute und in allen Lebensphasen, die noch kommen.
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In wenigen Tagen ist es soweit – hast du Lust, Geburt mit neuen Augen zu sehen?
Viele wissen bereits, wie wichtig Balance und Bewegung unter der Geburt sein können.
Aber was, wenn alles, was wir vorschlagen oder ausprobieren, trotzdem kaum etwas verändert?
Wenn das Baby nicht tiefer tritt, obwohl „alles richtig“ aussieht?
Wenn die Geburt festgefahren zu sein scheint?
Das ist der Punkt, an dem es wirklich spannend wird.
Denn jede Geburt hat ihre eigene Handschrift und Geschichte.
Sie zeigt sich in der Atmung, in der Reaktion des Nervensystems, in der Beweglichkeit des Beckenbodens oder in festgehaltenen Spannungsmustern.
Die Kunst liegt darin, diese Hinweise lesen zu lernen.
Nicht das Gefühl zu haben, zu raten.
Nicht einfach eine Liste abzuarbeiten.
Nicht zu denken: „Das hat bei den letzten Geburten doch auch geholfen.“
Sondern zu verstehen:
Warum kann eine Position in einem Moment hilfreich sein — und in einem anderen kaum etwas verändern?
Was braucht diese Frau und dieses Baby gerade? In genau diesem Moment?
Wenn du Geburt als dynamischen Prozess besser verstehen und mit mehr Klarheit, Verständnis und Vertrauen begleiten möchtest — melde dich zur kostenlosen dreiteiligen Better Birth Pro Fortbildung an.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Better Birth Pro
21.–23. Juli
jeweils 19–20 Uhr deutscher Zeit
https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
P.S. Für alle, die sich bereits mit der BRM Fachausbildung beschäftigen: Die Anmeldung für das Pro Training ist bis zum 25. September möglich. Bis zum 31. Juli kannst du dich noch zum Frühbucherpreis anmelden. Mit dem Thank You Code „tyc20261595“ sparst du zusätzlich 100 Dollar.
https://bodyreadymethod.com/professionals/training/
Viele wissen bereits, wie wichtig Balance und Bewegung unter der Geburt sein können.
Aber was, wenn alles, was wir vorschlagen oder ausprobieren, trotzdem kaum etwas verändert?
Wenn das Baby nicht tiefer tritt, obwohl „alles richtig“ aussieht?
Wenn die Geburt festgefahren zu sein scheint?
Das ist der Punkt, an dem es wirklich spannend wird.
Denn jede Geburt hat ihre eigene Handschrift und Geschichte.
Sie zeigt sich in der Atmung, in der Reaktion des Nervensystems, in der Beweglichkeit des Beckenbodens oder in festgehaltenen Spannungsmustern.
Die Kunst liegt darin, diese Hinweise lesen zu lernen.
Nicht das Gefühl zu haben, zu raten.
Nicht einfach eine Liste abzuarbeiten.
Nicht zu denken: „Das hat bei den letzten Geburten doch auch geholfen.“
Sondern zu verstehen:
Warum kann eine Position in einem Moment hilfreich sein — und in einem anderen kaum etwas verändern?
Was braucht diese Frau und dieses Baby gerade? In genau diesem Moment?
Wenn du Geburt als dynamischen Prozess besser verstehen und mit mehr Klarheit, Verständnis und Vertrauen begleiten möchtest — melde dich zur kostenlosen dreiteiligen Better Birth Pro Fortbildung an.
21.–23. Juli
jeweils 19–20 Uhr deutscher Zeit
https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/
P.S. Für alle, die sich bereits mit der BRM Fachausbildung beschäftigen: Die Anmeldung für das Pro Training ist bis zum 25. September möglich. Bis zum 31. Juli kannst du dich noch zum Frühbucherpreis anmelden. Mit dem Thank You Code „tyc20261595“ sparst du zusätzlich 100 Dollar.
https://bodyreadymethod.com/professionals/training/
Kann Hypnose einem Baby helfen, sich aus der Beckenendlage zu drehen? Dieser faszinierenden Frage ging der Arzt und Hypnosetherapeut Lewis E. Mehl in einer 1994 veröffentlichten Untersuchung nach. Im Mittelpunkt standen 100 Schwangere, deren Babys sich zwischen der 37. und 40. Schwangerschaftswoche noch in Beckenendlage befanden – statt sich mit dem Kopf nach unten einzustellen.
Die Frauen erhielten eine individuell auf sie abgestimmte Hypnosebehandlung. Zum Vergleich wurden die Geburtsverläufe von 100 Frauen herangezogen, die ihnen in wichtigen geburtshilflichen und sozialen Merkmalen möglichst ähnlich waren und die übliche medizinische Betreuung ohne Hypnose erhalten hatten.
▷ Ablauf der Sitzungen
In der Originalpublikation beschreibt Mehl die Sitzungen als individuell und nicht direktiv. Sie dauerten üblicherweise etwa eine Stunde und konnten bei Bedarf verlängert werden. Vor der eigentlichen Hypnose fand ein 10- bis 20-minütiges Gespräch statt, in dem offene Fragen geklärt und mögliche Sorgen oder falsche Vorstellungen über Hypnose angesprochen wurden.
Einen zusätzlichen Einblick in den praktischen Ablauf geben Notizen, die beim Ansehen einer Videoaufzeichnung Mehls entstanden. Darin wird die erste, etwa 45 bis 50 Minuten dauernde Hypnose in drei wesentliche Abschnitte gegliedert.
Zunächst wurde die Schwangere in einen Zustand tiefer körperlicher und geistiger Entspannung geführt. Ängste, Anspannung und Sorgen rund um Schwangerschaft und Geburt sollten sich lösen dürfen. Die Frau wurde dabei unterstützt, sich sicher zu fühlen und ihren Körper möglichst weich und entspannt wahrzunehmen.
Im zweiten Teil ging es darum, Gedanken und Gefühle zu erkunden, die ihr zuvor vielleicht noch nicht bewusst gewesen waren. Während der Hypnose wurde sie beispielsweise gefragt, ob es aus ihrer Sicht einen Grund dafür geben könnte, dass ihr Baby noch in Beckenendlage lag. Mehl arbeitete dabei ohne suggestive Leitfragen: Die Frauen sollten auftauchen lassen, was sich zeigte – selbst wenn es zunächst keinen Sinn zu ergeben schien.
Der dritte Abschnitt bestand aus einer intensiven inneren Vorstellung. Die Frau visualisierte, wie sich ihr Körper entspannte, im Bauch ausreichend Raum entstand und sich das Baby sanft mit dem Kopf nach unten drehte. Anschließend stellte sie sich eine Geburt in Schädellage vor.
Wie viele Sitzungen eine Frau erhielt, wurde nicht starr vorgegeben. Die Hypnose konnte fortgesetzt werden, bis sich das Baby gedreht hatte, die Frau keine weitere Behandlung wünschte oder das Baby geboren wurde. Die Teilnehmerinnen hatten sich zu bis zu zehn Stunden Hypnose bereit erklärt. Tatsächlich erhielten 70 Prozent weniger als viereinhalb Stunden; 28 Prozent nahmen lediglich an einer Sitzung teil.
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Die Frauen erhielten eine individuell auf sie abgestimmte Hypnosebehandlung. Zum Vergleich wurden die Geburtsverläufe von 100 Frauen herangezogen, die ihnen in wichtigen geburtshilflichen und sozialen Merkmalen möglichst ähnlich waren und die übliche medizinische Betreuung ohne Hypnose erhalten hatten.
▷ Ablauf der Sitzungen
In der Originalpublikation beschreibt Mehl die Sitzungen als individuell und nicht direktiv. Sie dauerten üblicherweise etwa eine Stunde und konnten bei Bedarf verlängert werden. Vor der eigentlichen Hypnose fand ein 10- bis 20-minütiges Gespräch statt, in dem offene Fragen geklärt und mögliche Sorgen oder falsche Vorstellungen über Hypnose angesprochen wurden.
Einen zusätzlichen Einblick in den praktischen Ablauf geben Notizen, die beim Ansehen einer Videoaufzeichnung Mehls entstanden. Darin wird die erste, etwa 45 bis 50 Minuten dauernde Hypnose in drei wesentliche Abschnitte gegliedert.
Zunächst wurde die Schwangere in einen Zustand tiefer körperlicher und geistiger Entspannung geführt. Ängste, Anspannung und Sorgen rund um Schwangerschaft und Geburt sollten sich lösen dürfen. Die Frau wurde dabei unterstützt, sich sicher zu fühlen und ihren Körper möglichst weich und entspannt wahrzunehmen.
Im zweiten Teil ging es darum, Gedanken und Gefühle zu erkunden, die ihr zuvor vielleicht noch nicht bewusst gewesen waren. Während der Hypnose wurde sie beispielsweise gefragt, ob es aus ihrer Sicht einen Grund dafür geben könnte, dass ihr Baby noch in Beckenendlage lag. Mehl arbeitete dabei ohne suggestive Leitfragen: Die Frauen sollten auftauchen lassen, was sich zeigte – selbst wenn es zunächst keinen Sinn zu ergeben schien.
Der dritte Abschnitt bestand aus einer intensiven inneren Vorstellung. Die Frau visualisierte, wie sich ihr Körper entspannte, im Bauch ausreichend Raum entstand und sich das Baby sanft mit dem Kopf nach unten drehte. Anschließend stellte sie sich eine Geburt in Schädellage vor.
Wie viele Sitzungen eine Frau erhielt, wurde nicht starr vorgegeben. Die Hypnose konnte fortgesetzt werden, bis sich das Baby gedreht hatte, die Frau keine weitere Behandlung wünschte oder das Baby geboren wurde. Die Teilnehmerinnen hatten sich zu bis zu zehn Stunden Hypnose bereit erklärt. Tatsächlich erhielten 70 Prozent weniger als viereinhalb Stunden; 28 Prozent nahmen lediglich an einer Sitzung teil.
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✨ Die bemerkenswerten Ergebnisse
In der Hypnosegruppe drehten sich 81 von 100 Babys spontan in die Schädellage. Weitere fünf wurden durch eine äußere Wendung gedreht, während 14 bis zur Geburt in Beckenendlage verblieben.
In der Vergleichsgruppe drehten sich 26 von 100 Babys spontan. Unter Einbeziehung erfolgreicher äußerer Wendungen erreichten insgesamt 48 die Schädellage. Der Unterschied bei den spontanen Drehungen war somit besonders deutlich: 81 Prozent in der Hypnosegruppe gegenüber 26 Prozent in der Vergleichsgruppe.
💭 Was könnte während der Hypnose geschehen sein?
Lewis E. Mehl vermutete, dass psychophysiologische Vorgänge eine Rolle gespielt haben könnten – also die enge Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen, Nervensystem und Körper.
Seiner Hypothese nach können Angst, Stress und Anspannung dazu beitragen, dass sich der untere Abschnitt der Gebärmutter anspannt und das Eintreten des kindlichen Kopfes in das Becken erschwert wird. Mehl nahm an, dass die hypnotische Entspannung möglicherweise für günstigere Bedingungen gesorgt und eine spontane Drehung des Babys begünstigt haben könnte.
Hinzu kam die innere Vorstellung. Die Frauen sollten nicht bewusst versuchen, die Drehung zu erzwingen, sondern die Kontrolle abgeben und ihrem Körper vertrauen. Laut den ergänzenden Notizen visualisierten sie dabei, wie ihr Baby selbst seinen Weg in die Schädellage findet und später in dieser Lage geboren wird. Damit verband die Behandlung körperliche Entspannung, emotionale Entlastung, eine konkrete Visualisierung und die mentale Vorbereitung auf die Geburt.
Mehls Untersuchung eröffnete damit einen spannenden Blick auf die Frage, wie eng Entspannung, emotionale Prozesse, körperliche Reaktionen und der Verlauf einer Schwangerschaft miteinander verbunden sein können.
↔️ Die Brücke zur Bindungsanalyse
Mehls Ansatz erscheint plausibel: Wenn Angst und Anspannung nachlassen, können sich Atmung und Muskeltonus verändern, unwillkürliche körperliche Reaktionen zur Ruhe kommen und die Bauch- und Beckenregion entspannen.
Doch die Behandlung bestand offenbar nicht nur darin, die Frauen zu hypnotisieren, sie in eine tiefe Entspannung zu führen und ihnen die Drehung des Babys zu suggerieren. Ebenso bedeutsam war die Hinwendung zum inneren Erleben der Mutter. Darin zeigt sich eine deutliche Nähe zur Bindungsanalyse: Auch dort spielen Entspannung, eine nach innen gerichtete Aufmerksamkeit und die bewusste Wahrnehmung innerer Vorgänge eine wichtige Rolle.
Welche Ängste und Anspannungen waren vorhanden? Und hatte die Mutter selbst eine Empfindung dafür, weshalb ihr Baby noch in Beckenendlage lag? Die Hypnose eröffnete hier zumindest die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, die ihr zuvor vielleicht nicht bewusst gewesen waren.
So entstand ein Raum, in dem die Schwangere nicht nur entspannen, sondern auch nach innen lauschen konnte.
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In der Hypnosegruppe drehten sich 81 von 100 Babys spontan in die Schädellage. Weitere fünf wurden durch eine äußere Wendung gedreht, während 14 bis zur Geburt in Beckenendlage verblieben.
In der Vergleichsgruppe drehten sich 26 von 100 Babys spontan. Unter Einbeziehung erfolgreicher äußerer Wendungen erreichten insgesamt 48 die Schädellage. Der Unterschied bei den spontanen Drehungen war somit besonders deutlich: 81 Prozent in der Hypnosegruppe gegenüber 26 Prozent in der Vergleichsgruppe.
💭 Was könnte während der Hypnose geschehen sein?
Lewis E. Mehl vermutete, dass psychophysiologische Vorgänge eine Rolle gespielt haben könnten – also die enge Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen, Nervensystem und Körper.
Seiner Hypothese nach können Angst, Stress und Anspannung dazu beitragen, dass sich der untere Abschnitt der Gebärmutter anspannt und das Eintreten des kindlichen Kopfes in das Becken erschwert wird. Mehl nahm an, dass die hypnotische Entspannung möglicherweise für günstigere Bedingungen gesorgt und eine spontane Drehung des Babys begünstigt haben könnte.
Hinzu kam die innere Vorstellung. Die Frauen sollten nicht bewusst versuchen, die Drehung zu erzwingen, sondern die Kontrolle abgeben und ihrem Körper vertrauen. Laut den ergänzenden Notizen visualisierten sie dabei, wie ihr Baby selbst seinen Weg in die Schädellage findet und später in dieser Lage geboren wird. Damit verband die Behandlung körperliche Entspannung, emotionale Entlastung, eine konkrete Visualisierung und die mentale Vorbereitung auf die Geburt.
Mehls Untersuchung eröffnete damit einen spannenden Blick auf die Frage, wie eng Entspannung, emotionale Prozesse, körperliche Reaktionen und der Verlauf einer Schwangerschaft miteinander verbunden sein können.
↔️ Die Brücke zur Bindungsanalyse
Mehls Ansatz erscheint plausibel: Wenn Angst und Anspannung nachlassen, können sich Atmung und Muskeltonus verändern, unwillkürliche körperliche Reaktionen zur Ruhe kommen und die Bauch- und Beckenregion entspannen.
Doch die Behandlung bestand offenbar nicht nur darin, die Frauen zu hypnotisieren, sie in eine tiefe Entspannung zu führen und ihnen die Drehung des Babys zu suggerieren. Ebenso bedeutsam war die Hinwendung zum inneren Erleben der Mutter. Darin zeigt sich eine deutliche Nähe zur Bindungsanalyse: Auch dort spielen Entspannung, eine nach innen gerichtete Aufmerksamkeit und die bewusste Wahrnehmung innerer Vorgänge eine wichtige Rolle.
Welche Ängste und Anspannungen waren vorhanden? Und hatte die Mutter selbst eine Empfindung dafür, weshalb ihr Baby noch in Beckenendlage lag? Die Hypnose eröffnete hier zumindest die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, die ihr zuvor vielleicht nicht bewusst gewesen waren.
So entstand ein Raum, in dem die Schwangere nicht nur entspannen, sondern auch nach innen lauschen konnte.
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