FromBalanceToBirth
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Manchmal kann es echte Ausschlusskriterien für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt geben, doch in den meisten Fällen spielt die Art der Geburt eine wichtigere Rolle. 

Ob man Wehen anregt oder verstärkt, ob man eine PDA wählt, die Geburt vorwiegend in Rückenlage verbringt, unter CTG-Dauerüberwachung steht oder ob die Plazentageburt beschleunigt wird - das alles sollte gut abgewogen werden. Denn nicht jede „natürliche“ oder medizinische Intervention ist harmlos.

Das Risiko einer Uterusruptur bei geplanter VBAC ist beispielsweise sehr selten und wird häufig ungefähr mit 0,4–0,5 % angegeben.

Doch ehrlicherweise bedeutet „spontaner Wehenbeginn“ in Studien noch lange nicht, dass später keine Wehenverstärkung oder andere Interventionen zum Einsatz kamen. Das Risiko bei wirklich spontanen, nicht verstärkten Wehen könnte daher eher im Bereich von etwa 0,15–0,4 % liegen.

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Aber bleiben wir zum Vergleich bei den ursprünglich genannten 0,4-0,5%: Bei einer Einleitung mit Prostaglandinen steigt das Risiko ungefähr um das 5-fache.

Wird ohne Prostaglandine eingeleitet, steigt das Risiko etwa um das 1,5-fache. Doch auch diese Zahl ist bei genauerer Betrachtung wenig präzise, da Studien oft nicht genau genug aufschlüsseln, welche Maßnahme tatsächlich zum Einsatz kam. „Ohne Prostaglandine“ kann bedeuten: Foley-/Ballonkatheter, Blasensprengung, Oxytocin/Pitocin oder eine Kombination daraus.

Bei Misoprostol/Cytotec lag das Risiko in älteren Daten ungefähr 11-mal so hoch. Heute wird es in der Geburtshilfe unter anderem Namen (Angusta) und in niedrigerer Dosierung weiterhin zur Geburtseinleitung eingesetzt, allerdings wird es nach vorherigem Kaiserschnitt in vielen Leitlinien nicht mehr empfohlen beziehungsweise gilt als kontraindiziert.

Das alles bedeutet jetzt nicht, dass du vor jeder Maßnahme Angst haben musst. Aber es bedeutet, dass du immer auch nachfragen und hinterfragen darfst.

Warum wird diese Maßnahme empfohlen? Welchen Nutzen hat sie? Welche Risiken gibt es? Und welche Alternativen? Was passiert, wenn wir noch warten? Und was sagt mein Gefühl?

Jede Geburt hat ihr eigenes Tempo. Ihre eigene Dynamik. Ihre eigene Geschichte. Daher lieber entschleunigen als drängen, bestärken statt verunsichern, begleiten statt kontrollieren und nicht nach Problemen suchen, wo gerade keine sind.

Und wie auch immer du dich entscheidest: Entscheide dich dafür, weil es das ist, was DU willst, und nicht aus Angst. Nicht aus Druck. Nicht, weil andere meinen, du sollst es so machen. Und nicht, weil du jemandem etwas beweisen musst.

Entscheide dich aus Wissen. Aus der Verbindung heraus. Aus echter Aufklärung. Aus Vertrauen in dich. Und aus Klarheit darüber, was du brauchst.

Und wie auch immer du dich entscheidest: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, ein Kind zur Welt zu bringen. Es gibt nur deinen eigenen Weg.
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Warum Hüftstreckung in der Geburtsvorbereitung das fehlende Puzzleteil sein kann

Hüftstreckung ist weit mehr als „die Vorderseite der Hüfte dehnen“ und kommt in unserer sitzenden Gesellschaft oft zu kurz.

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Aus biomechanischer Sicht kann es sein, dass sich der Oberschenkel nicht mehr wirklich frei nach hinten bewegt im Verhältnis zum Becken. Und der Körper stattdessen die fehlende Beweglichkeit auszugleichen versucht:

Die Rippen schieben nach vorne.
Der Rücken geht ins Hohlkreuz.
Das Becken weicht aus.

Von außen sieht es dann vielleicht nach Hüftstreckung aus — aber in der Hüfte selbst passiert gar nicht so viel.

Entscheidend ist daher, ob Oberschenkelknochen und Becken gut miteinander zusammenarbeiten können — ohne dass der Körper die Bewegung über die Wirbelsäule ausgleicht.

Warum das für die Geburt relevant ist

Echte Hüftstreckung kann dem Becken helfen, sich unter der Geburt besser anzupassen — nicht, weil sie allein „die Geburt leichter macht“, sondern weil sie mehr Bewegungsfreiheit in der Hüfte schafft und das Zusammenspiel von Becken, Kreuzbein, Gesäß und Beckenboden unterstützt.

Dabei geht es nicht darum, dass jede Gebärende bestimmte Positionen wie Walcher’s oder Flying Cowgirl einnehmen muss. Aber wenn Hüftstreckung wirklich gebraucht wird, ist es wichtig zu verstehen, wann, warum und wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann.

In den sozialen Medien wird viel über Innen- und Außenrotation der Oberschenkel gesprochen — und ja, diese Bewegungen sind wichtig.

Aber Hüftbeugung und Hüftstreckung ermöglichen eine der größten Formveränderungen im Becken. Genau deshalb spielen sie in der Geburtsvorbereitung eine viel größere Rolle, als vielen bewusst ist.

Auch der reine Fokus auf Beckeneingang und Beckenausgang greift oft zu kurz.

Der Körper ist komplexer und jeder bringt seine eigenen Muster mit: Bewegungsgewohnheiten, Verletzungen, Kompensationen, Asymmetrien und Spannungsmuster beeinflussen, welche Bewegungsoptionen unter der Geburt tatsächlich verfügbar sind.

Das Ziel ist deshalb nicht, auswendig zu lernen, welche Übung zu welcher Beckenebene passt.

Das Ziel ist, die Zusammenhänge zu verstehen:
zwischen Körper, Becken, Hüfte und den verfügbaren Bewegungsmöglichkeiten während der Wehen.

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Lindsays Originalbeitrag findest du hier:
https://www.instagram.com/reel/DZXwriVxLnY/
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Manchmal wird die Schwangerschaft von einer Übelkeit begleitet, die alles überschattet - so auch bei einer Frau im vierten Monat. Ihr war so übel, dass sie bis zu zehnmal am Tag erbrach. Sie konnte kaum noch Nahrung bei sich behalten, hatte bereits deutlich abgenommen und trug die Einweisung ins Krankenhaus schon in der Tasche. Sie war am Ende mit ihrer Kraft. Und gleichzeitig war da dieses neue Leben in ihr — Zwillinge. Zwei Kinder, die wachsen wollten.

Zu einem vereinbarten Termin für eine telefonische Begleitung legte sie sich ins Bett, schloss die Augen und ging innerlich dorthin, wo die Übelkeit saß und sprach mit ihr. Und dann begann sich etwas zu öffnen.

Sie spürte in ihrem Hals etwas wie ein Brillenglas, das den Weg versperrte. Die Übelkeit wollte heraus, aber das Glas hielt sie zurück. Dann tauchten innere Bilder auf: Kräfte, die miteinander rangen. Zwei gegensätzliche Strömungen in ihr. Wie zwei Armeen, die sich gegenüberstanden. Später kam eine noch tiefere Angst an die Oberfläche: die Urangst, die Zeit nach der Geburt nicht zu überleben.

Und darunter lag eine Überzeugung, die sie bis dahin vielleicht nicht einmal bewusst greifen konnte: dass beide Kinder so viel von ihr fordern würden, dass nichts mehr von ihr übrig bliebe.

Sie war eine starke Frau. Eine, die im Leben viel geschafft hatte. Eine, die gelernt hatte zu leisten, zu funktionieren, zu tragen. Aber nun stand sie vor etwas, das sie nicht mehr mit reiner Stärke lösen konnte, dem sie sich nicht gewachsen fühlte und das unaufhaltsam auf sie zu kam.

Und genau dort begann etwas Heilsames. Sie erkannte, dass Stärke nicht bedeutet, nie schwach zu sein. Und dass Schwäche nicht bedeutet, verloren zu sein. In dieser inneren Begegnung konnte sich etwas lösen, konnte sie etwas erkennen, was sie bisher so wenig beachtet hatte. Sie stellte sich ihrer Schwäche und begegnete ihrem anderen Sein.

Am nächsten Tag erbrach sie noch zweimal. Dann war die Übelkeit vorbei und kehrte nicht zurück. Zwei Wochen vor dem errechneten Termin gebar sie in einer Klinik ihre Zwillinge auf natürlichem Weg, die ersten Zwillinge die dort in den letzten vier Jahren ohne Kaiserschnitt zur Welt kamen.
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Künstlich erzeugte Wehen unterscheiden sich stark von natürlichen Wehen.

Wusstest du, dass es bei einer Einleitung bis zu zwei oder drei Tage dauern kann, bis die Wehen so richtig in Gang kommen?

Die synthetischen Hormone…

👉können schmerzhaftere und häufigere Kontraktionen verursachen als körpereigene Wehen.
👉lösen nicht die Freisetzung von natürlichen, schmerzlindernden Substanzen aus, wie die eigenen Hormone dies tun würden.
👉haben eine ganze Reihe von möglichen Nebenwirkungen.

Frauen mit Weheneinleitung müssen daher genauer überwacht werden.
Die verstärkte Überwachung kann die Bewegungsfreiheit einer Gebärenden so weit einschränken, dass sich ihr Stress und ihre Schmerzen noch weiter erhöhen.

Neben Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Übelkeit, Erbrechen, Arrhythmie, einer höheren Infektionsgefahr können z.B. hohe Dosen künstlichen Oxytocins das Risiko weiterer Eingriffe steigern (PDA, vaginal-operative Beendigung der Geburt, Kaiserschnitt). Auch die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta, Uterusruptur sowie postpartaler Depressionen und Angstzustände oder vermehrter Blutungen nach der Geburt ist erhöht. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass künstliches Oxytocin die körpereigene Oxytocin-Produktion nach der Geburt stört und es so zur einer Behinderung des Milchspendereflexes kommen kann.

Unser körpereigenes Oxytocin reduziert hingegen Stress und Angst, gibt uns ein Gefühl des Wohlbefindens, hilft der Gebärmutter sich nach der Geburt gut zusammenzuziehen, unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Baby und fördert eine positive Stillbeziehung. 🤱❤️

⭐️ @VerschuetteteHeilkunst ⭐️
In einer Forschungsarbeit, die 2013 in der Zeitschrift «Science» veröffentlicht wurde, konnte bei Wühlmäusen ein Zusammenhang zwischen einer Oxytocingabe am Tag der Geburt und schwerer Bindungsstörungen der heranwachsenden Tiere festgestellt werden.

«Bei einer spontanen Geburt fällt der Oxytocinspiegel des gebärenden Säugetiers in der letzten Phase stark ab. Kommt das Neugeborene nun zu seiner Mutter an die Brust, lernt sein Gehirn in diesem Moment, dass es Oxytocin produzieren muss, wenn es eine Bindung eingeht. Sind seine Rezeptoren aber bereits mit künstlichem Oxytocin überschwemmt, bleibt dieser Lerneffekt aus.» Die Folgen können auch für menschlichen Nachwuchs diskutiert werden. Sie reichen von beeinträchtigter Mutter-Kind-Bindung, Schwierigkeiten beim Stillen, exzessivem Schreien im Säuglingsalter bis zu ADHS, Autismus und sexuellen Störungen. «Unsere Geburtshilfe mit ihren hohen Interventionsraten ist unter diesem Aspekt ein klinischer Versuch und die Probanden wissen nichts davon», sagt Schwarz.
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Einleitung bei höherem BMI: Was Frauen wissen sollten

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Frauen mit höherem BMI bekommen in der Schwangerschaft häufig früher oder nachdrücklicher eine Einleitung empfohlen. Das zeigte sich auch in der systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Ellis et al.

Gleichzeitig war im Vergleich zu spontan beginnenden Geburten eine Einleitung — unabhängig vom BMI — häufiger verbunden mit:

• PDA
• mehr fetaler Überwachung
• instrumenteller oder operativer Geburtsbeendigung
• längerer Geburtsdauer
• längeren Krankenhausaufenthalten

Bei Frauen mit Adipositas zeigte sich außerdem:

Die Zeit bis zur Geburt war im Durchschnitt länger als bei normalgewichtigen Frauen.
Häufig waren mehr Medikamente zur Zervixreifung und Wehenförderung nötig, die Methoden wirkten seltener wie erhofft — und die Geburt endete öfter in einem Kaiserschnitt.

In dieser Auswertung war ein Kaiserschnitt nach Einleitung bei Frauen mit Adipositas sogar fast doppelt so wahrscheinlich wie bei normalgewichtigen Frauen.

Wichtig zu wissen:
Frauen mit höherem BMI erhalten im Durchschnitt häufiger ungenauere errechnete Geburtstermine und gebären tendenziell später als Frauen mit durchschnittlichem BMI.

In ihrem Buch „Plus Size Pregnancy“ beleuchtet Sara Wickham, was die Evidenz wirklich über höheren BMI, Schwangerschaft und Geburt sagt — und hinterfragt gängige Mythen, Routinen und pauschale Empfehlungen.

Lass dir also keinen Druck machen — schon gar nicht nur aufgrund deines BMI.
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Es ist DAS typische Bild in der Austreibungsphase: Frau auf dem Rücken, halb aufrecht, Beine angewinkelt, geöffnet und nach außen gedreht.

Auch in Seitenlage sieht man oft etwas Ähnliches: Das obere Bein wird angehoben, geöffnet und nach außen gehalten — oft für mehr Sicht, mehr Zugang und vermeintlich mehr Platz.

Und es wäre nicht das erste Mal, dass gut meinende Geburtshelfer das forcieren — obwohl der Frau in diesem Moment vielleicht alles andere im Sinn steht, als ihre Beine noch weiter auseinanderziehen zu lassen.

Aber was macht man nicht alles, wenn es der Geburt dienlich ist. Und oberflächlich betrachtet klingt es doch logisch und es sieht überzeugend aus.

Richtiger wird es biomechanisch dadurch allerdings nicht. Lassen wir dabei die Käferhaltung mal komplett außer Acht. Die ist mit fixiertem Kreuzbein und Steißbein ohnehin eine äußerst ungünstige Position. Und vergessen wir, dass die Oberschenkel in Rückenlage meist stark angewinkelt werden (Hüftbeugung an sich kann sogar wirklich sinnvoll sein!).

Der Punkt ist: Weit geöffnete Knie und nach außen rotierte Oberschenkel sehen nach Platz aus. Aber sie öffnen nicht automatisch den Raum, den das Baby am Beckenausgang braucht — egal in welcher Gebärhaltung man sich dabei befindet.

Das Becken hat drei relevante Ebenen: den Beckeneingang, das mittlere Becken und den Beckenausgang. Und je nachdem, wo sich das Baby gerade befindet, können unterschiedliche Bewegungen und Haltungen Platz schaffen.

Die Beine zu öffnen, kann zwar in bestimmten Situationen hilfreich sein. Aber „Beine weit auf“ ist kein präziser biomechanischer Begriff. Entscheidend ist, welche Bewegung im Becken tatsächlich entsteht: Es macht einen Unterschied, ob die Oberschenkel einfach nur seitlich voneinander wegbewegt werden oder ob sie nach außen rotieren (dabei zeigen Knie und Zehen eher nach außen).

Nach außen rotierte Oberschenkel können zwar helfen, den Beckeneingang zu öffnen, aber für den Beckenausgang gilt eher das Gegenteil.

Wenn du es selbst ausprobieren möchtest, mach den Test.

Stell dich hin.🧍‍♀️🧍‍♀️🧍‍♀️
Füße etwa hüftbreit.
Knie leicht angewinkelt.
Bewege den Oberkörper nach vorne, als würdest du eine Autotür mit dem Po schließen.
Jetzt greif von hinten-unten an deine Sitzbeinhöcker — diese zwei Knochenpunkte, auf denen du sitzt.
Dann dreh die Oberschenkel und Knie nach außen. Die Zehen zeigen mehr nach außen, die Fersen eher zueinander.
Und fühl hin.
Versuch zu spüren, wie sich der Abstand deiner Sitzbeinhöcker verringert.

Jetzt in die umgekehrte Richtung:
Zurück zur Ausgangsposition. 🧍‍♀️🧍‍♀️🧍‍♀️
Dreh die Oberschenkel nach innen.
Bewege die Knie aufeinander zu. Die Zehen zeigen eher zueinander, statt voneinander weg.
Und jetzt fühl nochmal.
Vielleicht kannst du spüren, wie sich die Sitzbeinhöcker auseinanderbewegen, wie mehr Raum entsteht.

Wenn es dir noch schwerfällt, spiel ein bisschen damit. Dreh nur einen Oberschenkel nach innen oder außen, während beide Hände auf deinen Sitzbeinhöckern ruhen. Oder berühre mit einer Hand dein Steiß als festen Fixpunkt und mit der anderen deinen Sitzbeinhöcker, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.

Faszinierend oder? 🥰

Und völlig neu ist dieses Wissen womöglich gar nicht.

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Kulturhistorische Belege?

Direkte kulturhistorische Belege, dass dies eine bewusst eingesetzte Technik gewesen sein könnte, habe ich nicht gefunden — traditionelle Geburtsdarstellungen zeigen eher allgemein hockende, kniende, stehende oder nach vorn gelehnte Positionen ohne die Beinstellung explizit zu thematisieren. Aber einzelne Hinweise gibt es:

Die Hebamme Ronnie Falcão wurde interessanterweise in einer Amish-Gemeinde das erste Mal in besonderer Weise mit zueinander geneigten Knien konfrontiert: Sie erlebte, wie eine Mutter während der ganzen Geburt die Knie vollständig geschlossen hielt — ein, wie sie es formulierte, sehr aufschlussreiches Erlebnis.

Je mehr ich über all diese Dinge nachdachte, desto mehr begann ich mich zu fragen: Wann folgen wir während der Geburt einem spontanen körperlichen Impuls, und wann handeln wir nach kulturell tief verankerten Bildern? Auch ohne jedwede Aufforderung habe ich schon Frauen gesehen, die in der Austreibungsphase ihre Knie weit öffneten. Ich selbst tat es freiwillig auf einem Gebärhocker, weil es mir so, ohne wirklich darüber nachzudenken, richtig erschien. Aber richtig weshalb?

Vielleicht wird unsere intuitive Körperlogik auch durch die starken Bilder der modernen, westlichen Geburtshilfe überlagert. Historische Geburtsliteratur zeigt jedenfalls: Weit geöffnete, nach außen rotierte Oberschenkel waren weltweit nicht die Norm und unsere kulturellen Geburtsbilder sind vergleichsweise jung.

Ramsbotham beschrieb, dass Gebärende der irischen Landbevölkerung sich auf Hände und Knie begaben und nur schwer zu einer anderen Haltung zu bewegen waren.

Engelmann sammelte im 19. Jahrhundert Berichte aus verschiedenen Kulturen und fand vor allem kniende, hockende, sitzende, stehende oder nach vorn geneigte Gebärhaltungen. Über die Laguna Pueblo schreibt Engelmann sinngemäß, dass die Frauen ihrer eigenen Neigung fast vollständig folgten. In den frühen Phasen standen oder gingen sie umher. Zur Geburt selbst beschreibt er stehende, halb hockende beziehungsweise hängend gestützte Positionen — und, wenn die Frau müde war, auch Rücken- oder Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien. Bei den Kootenai beschreibt er eine Frau auf der linken Seite. Unter dem Körper lag ein Kissen oder Bündel; zwischen den Knien eine weitere Decken- oder Fellrolle. Die Knie waren dabei etwa einen Fuß voneinander entfernt.

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Auch für den Damm relevant!

Eine der Hebammen, bei denen Ronnie Falcão gelernt hatte, vermittelte ihr, die Beine von Frauen in Seitenlage eher näher beieinander zu halten. Sie erklärte ihr, dass die gespreizten Knie der Grund dafür sind, dass ein intakter Damm in Käferhaltung nahezu unmöglich wäre. Je näher die Knie also beieinander lägen, desto besser.

Und sie verdeutlichte dies anschaulich mit einem großen Gummiband: Sie hielt es in die Luft und forderte Falcão auf, die beiden Enden von links nach rechts so weit wie möglich auseinanderzuziehen. Dann dehnte die Hebamme das Band zusätzlich in die obere und untere Richtung, so weit, wie es noch ging — viel Spielraum gab es allerdings nicht mehr. Die Dehnung in seitlicher Richtung war bereits maximal. Sie wies Falcão an, loszulassen.

Die Spannung ließ natürlich spürbar nach und es gab mehr Raum in andere Richtungen. Seither ermutigte Falcão ihre Frauen, die Knie in der Austreibungsphase zusammenzubringen, um Risse zu vermeiden.

Das Bild ist simpel. Aber es trifft etwas.
Wenn Gewebe bereits seitlich maximal auf Spannung gebracht wird, bleibt nur wenig Anpassungsfähigkeit in andere Richtungen.

Und ja: Das kann auch für den Damm relevant sein. Nicht, weil jede Dammverletzung von der Beinposition abhängt. Das wäre zu einfach.

Das Gewebe kann aus unterschiedlichen Gründen zu gespannt sein — aber auch weit geöffnete und nach außen rotierte Beine können für mehr Zug im Dammbereich sorgen und weniger Spielraum lassen, sich in eine andere Richtung zu dehnen. Auch hier kann es also wichtig sein, auf die Sprache seines Körpers zu achten.

Und natürlich sind Innen- und Außenrotation nicht die ganze Geschichte, um mehr Raum im Becken zu schaffen. Es geht auch nicht darum, in Extreme zu verfallen und sich z. B. zu sehr auf die nach innen gedrehten Oberschenkel zu fokussieren oder neue Regeln aufzustellen. Aber es ist gut, gängige Routinen in Frage zu stellen. Und Dinge nicht einfach deshalb zu tun, weil sie schon immer so gemacht wurden oder weil wir sie nicht anders kennen.

Denn maximale Beinöffnung ist nicht einfach maximale Beckenöffnung. Entscheidend ist nicht, wie „offen“ uns eine Haltung von außen vorkommt, sondern wo wir im Becken tatsächlich mehr Platz schaffen.

Wo im Becken befindet sich das Baby gerade? Und was kann Mutter und Baby in diesem Moment bestmöglich unterstützen?

Und noch besser: schon in den Monaten vor der Geburt hinzuschauen. Welche Bewegungen sind leicht und intuitiv zugänglich? Wo gibt es Schwierigkeiten, wo braucht es Stärkung und mehr Balance? Ganz individuell. Denn es gibt nicht die eine Lösung für alle. Jeder Mensch bringt seine eigenen Haltungs-, Bewegungs- und Kompensationsmuster mit. Umso mehr durch unsere moderne, oft einseitige Lebensweise, die unserem Körper wenig echte Abwechslung zu bieten hat.

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Viele Schwangere hören im letzten Trimester, ihr Baby sei „zu groß“. Das klingt erst einmal beängstigend. Doch wichtig ist: Eine Gewichtsschätzung per Ultraschall ist keine Garantie. Und „groß“ bedeutet nicht automatisch „zu groß“ und schon gar nicht automatisch „gefährlich“. Häufig geht es um eine statistische Einschätzung – nicht um eine sichere Diagnose oder ein vorhersehbares Geburtsproblem.

Bei einem geschätzten Gewicht von 4 kg kann eine übliche Abweichung von etwa 15 % bedeuten, dass das tatsächliche Gewicht irgendwo zwischen ca. 3,4 und 4,6 kg liegt. Das ist eine sehr große Spannbreite. Einige Babys liegen sogar außerhalb dieser Abweichung. Kurz gesagt: Ultraschall kann Hinweise liefern, aber das tatsächliche Geburtsgewicht nicht sicher vorhersagen.

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Schulterdystokie – von möglichen Zusammenhängen

Auch die Angst vor einer Schulterdystokie wird häufig mit einem „großen Baby“ in Verbindung gebracht. Doch bei den meisten Babys ist eine Schulterdystokie gar kein Thema. Gleichzeitig kann eine Schulterdystokie auch bei Babys auftreten, die nicht besonders groß sind.

Eine von Wickham besprochene Studie konnte keinen klinisch nützlichen Zusammenhang zwischen Ultraschallmessungen und der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie zeigen (Newman et al. 2022). Und im 2025 veröffentlichten Big Baby Trial zeigte die Hauptanalyse keinen Unterschied zwischen früher Einleitung um die 38. Woche und der weiteren Betreuung ohne geplante frühe Einleitung. In einer anderen Auswertung zeigte sich lediglich ein kleiner Unterschied – ohne dass sich daraus ein klarer Vorteil für die Babys ergab.

Was ist mit Schwangerschaftsdiabetes? 

Sara Wickham weist darauf hin, dass die Sorge vor einem „großen Baby“ hier häufig als Argument für eine Einleitung genutzt wird. Gleichzeitig zeigt die bisherige Evidenz keine klare Grundlage dafür, bei Schwangerschaftsdiabetes ohne weitere Komplikationen routinemäßig einzuleiten, nur um eine Schulterdystokie zu verhindern. Bei echter Diabetes, medikamentösen Behandlungen oder anderen medizinischen Besonderheiten muss aber natürlich immer eine individuelle Einschätzung an erster Stelle stehen.

Worauf sollten wir stattdessen schauen?

In der von Wickham besprochenen Studie von Newman et al. war der einzige Faktor, der mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Schulterdystokie in Verbindung gebracht werden konnte, eine Epiduralanästhesie/PDA. Natürlich können dabei andere Faktoren wie Geburtsverlauf, Bewegungseinschränkung oder geburtshilfliche Interventionen mit hineinspielen. Auch die Geburtsposition darf mitberücksichtigt werden. Wickham weist darauf hin, dass Schulterdystokie möglicherweise seltener auftritt, wenn Frauen sich während der Geburt frei bewegen können.

Auch die Art, wie über das geschätzte Gewicht gesprochen wird, kann Folgen haben: Die Vorhersage eines „großen Babys“ kann beeinflussen, wie Frauen ihre Schwangerschaft und Geburt erleben – etwa mit mehr Angst, mehr Druck zu Interventionen, weniger Vertrauen in den eigenen Körper oder dem Gefühl, weniger echte Wahlmöglichkeiten zu haben. Auch das Verhältnis zu Betreuungspersonen kann darunter leiden.

Nach Dr. med. Sven Hildebrandt geht die eigentliche Gefahr einer Schulterdystokie weniger von der Lage des Kindes, sondern vor allem vom panischen Handeln der Helfenden aus. Er schreibt in „Notfallmanagement bei Schulterdystokie – erst denken, dann handeln“, dass begutachtete Schädigungen in fast allen Haftpflichtfällen auf geburtshilfliche Manipulationen und nicht auf die Blockade selbst zurückzuführen gewesen waren.

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Deshalb ist es so wichtig, genau hinzuschauen:

• Schulterdystokie ist eine eher seltene Komplikation (laut Wickham betrifft sie etwa 1 von 150-200 Geburten).

• Bei einer großen Mehrheit der Babys über 4 kg – nämlich 94 % - tritt keine Schulterdystokie auf. Auch die meisten Babys über 4,5 kg betrifft dieses Problem nicht.

• Schulterdystokie kommt nicht nur bei großen Babys vor: Etwa die Hälfte aller Schulterdystokien wird bei Babys unter 4 kg beobachtet.

• Nur wenige Babys mit Schulterdystokie haben ein ernstes Problem.

• Das tatsächliche Geburtsgewicht lässt sich vorab nicht exakt bestimmen: Viele Babys – etwa 58–60 % –, die vor der Geburt als „groß“ eingeschätzt werden, sind am Ende gar nicht größer als der Durchschnitt.

• Eine Einleitung oder ein geplanter Kaiserschnitt bringt eigene Risiken und Nachteile mit sich und sollte immer gut abgewogen werden.

• Gute Voraussetzungen können helfen: Beweglichkeit, Positionswechsel, ein freies Kreuzbein und Raum im Becken können dein Baby beim Navigieren unterstützen.

• Angst ist keine gute Grundlage für Entscheidungen.

• Gute Vorbereitung bedeutet auch, mit den begleitenden Fachpersonen über das mögliche Vorgehen bei Schulterdystokie zu sprechen: Welche Maßnahmen werden zuerst genutzt? Wird ruhig und strukturiert gehandelt? Werden Positionswechsel und sinnvolle Manöver berücksichtigt? Ein besonnenes Vorgehen kann entscheidend sein.

Quellen: Sara Wickham, Big Baby Trial 2025, Newman et al. 2022, Baddington et al. 2023, RCOG, Hildebrandt 2013. https://www.sarawickham.com/articles-2/induction-for-big-baby/
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Geburt ist kein isolierter Vorgang im Becken. Unser Körper funktioniert als verbundenes System: Rippen, Zwerchfell, Körpermitte, Beckenboden, Rücken, Hüften und Becken beeinflussen sich gegenseitig.

Der Latissimus dorsi ist spannend, weil er nicht nur den Oberkörper bewegt. Über fasziale Verbindungen steht er auch in Beziehung zu unterem Rücken und Kreuzbein.

Wenn dieser Bereich festhält, kann das beeinflussen,
wie gut sich die Rippen bewegen,
wie frei der Atem fließt,
wie Druck in der Körpermitte reguliert wird,
wie anpassungsfähig der Beckenboden reagiert
und wie frei sich das Kreuzbein bewegen kann.

In der Pressphase sehen wir oft etwas Intuitives: Frauen greifen nach oben, ziehen an einem Tuch oder halten sich am Partner fest. Das kann dem Körper helfen, über Latissimus und Rückenfaszien mehr Verbindung und Bewegungsfreiheit im Becken zu finden — wenn das Baby durch den Beckenausgang navigiert.

Manchmal beginnt mehr Raum im Becken nicht im Becken selbst, sondern mit mehr Beweglichkeit im Oberkörper.
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Beim Beckenboden denken viele zuerst an Schwangerschaft, Rückbildung oder Inkontinenz. Dabei ist er weit mehr als ein Bereich, den es lediglich zu kräftigen gilt. Er ist Teil eines fein abgestimmten Systems, das unsere Haltung, Atmung und Bewegung ebenso prägt wie Verdauung, Sexualität und körperliches Wohlbefinden.

Als bewegliche, reaktionsfähige Basis unserer Körpermitte unterstützt uns der Beckenboden bei jedem Atemzug, jeder Bewegung und jeder Belastung. Gemeinsam mit Zwerchfell, Bauch- und Rückenmuskulatur hilft er, Druck zu regulieren, Stabilität zu ermöglichen und sich flexibel an die Anforderungen des Alltags anzupassen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Muskel, sondern das Zusammenspiel von Atmung, Rippen, Wirbelsäule, Becken und individuellen Bewegungsmustern.

Ein gesunder Beckenboden ist deshalb nicht einfach nur kräftig. Er ist beweglich, elastisch und reaktionsfähig. Beim Husten, Niesen, Springen, Heben oder Tragen muss er innerhalb kürzester Zeit auf veränderten Druck reagieren. Er sollte unterstützen können, ohne dauerhaft festzuhalten – und Spannung aufbauen können, ohne die Fähigkeit zum Loslassen zu verlieren.

Auch die Atmung spielt dabei eine zentrale Rolle. Beim Einatmen bewegt sich das Zwerchfell nach unten, während der Beckenboden elastisch nachgeben darf. Beim Ausatmen bewegen sich beide wieder nach oben und der Beckenboden findet in eine leichte, unterstützende Aktivität zurück. So entsteht ein natürlicher Rhythmus zwischen Entspannung und Anspannung, Nachgeben und Haltgeben.

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