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Deine Sitzposition in der Schwangerschaft — wichtiger, als du denkst

Viele von uns verbringen einen großen Teil des Tages im Sitzen.

Und genau daran passt sich der Körper an: nicht nur an tägliches Training, sondern vor allem an deine Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten.

Auch deine Sitzposition kann deshalb Einfluss auf dein Becken, Muskeln, Faszien und das umliegende Gewebe haben —also auf genau die Strukturen, die später deinem Baby Raum geben sollen, damit es sich gut einstellen und durch dein Becken finden kann.

Beine überschlagen?

Nicht grundsätzlich schlecht.
Aber wenn du regelmäßig, lange und immer auf dieselbe Weise sitzt, kann das zu ungleichem Druck und Verdrehungen im Becken beitragen — und deinem Baby potenziell weniger Raum geben, sich optimal auszurichten.

Bist du auch ein Steißbeinhocker?😅

Kommt dir das bekannt vor: Eingezogenes Becken, Rundrücken, Sofa-Lümmelhaltung?

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Auch das ist nicht „verboten“. Aber wenn du sehr häufig so sitzt, kann es das Gewebe rund um Becken, Rücken und Beine weniger beweglich machen, den Beckenboden zusätzlich belasten und die Beweglichkeit des Kreuzbeins einschränken.

Sanfte Unterstützung statt Korrektur


Eine gute Sitzposition sollte sich nicht wie Arbeit anfühlen.

Probier mal:
Lege ein gerolltes Handtuch oder kleines festes Polster direkt unter deine Sitzbeinhöcker. Wichtig: Du sitzt dabei nicht auf deinem Steißbein.

So kann dein Becken leichter in eine neutralere Position finden, ohne dass du dich aktiv in eine „gute Haltung“ zwingen musst. Falls es sich weiterhin wie Arbeit anfühlt - die optimale Höhe kann individuell verschieden sein.

Achte außerdem darauf, dass deine Füße gut abgestützt sind.

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Keine Position ist perfekt

Entscheidend ist aber nicht, den ganzen Tag „richtig“ zu sitzen.
Entscheidend ist Abwechslung.

Wechsle regelmäßig deine Position.
Geh ein paar Schritte.
Mach Hüftkreise oder kleine Achterbewegungen.
Lehn dich über einen Gymnastikball oder eine Stuhllehne.
Heb zwischendurch Fersen oder Vorderfüße an.
Polstere dich so, dass dein Körper sich getragen fühlt.

Denn:
🤸‍♀️Nicht die eine, perfekte Position zählt. Sondern die nächste.🤸‍♀️

Wenn du tiefer einsteigen möchtest:
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1⃣ Mehr als jede andere Körperfunktion erfordert eine Geburt maximale Entspannung.

Durch Beobachtung und Erfahrung lernten meine Kolleginnen und ich auf der Farm (Anm.: eines der ersten außerklinischen Geburtshilfezentren in den USA), dass die Anwesenheit einer einzigen Person, die sich nicht gut in die Mutter einfühlen kann, die Wehentätigkeit zum Stillstand bringen kann.

Anhand der Beobachtung, dass die Wehen schwächer wurden oder aufhörten, wenn jemand das Entbindungszimmer betrat, der nicht achtsam mit den Gefühlen der Mutter war, stellten wir fest, dass wir Recht hatten. Wenn der Betreffende das Zimmer wieder verließ, ging die Geburt wieder normal weiter.

In meinem dritten Jahr als Hebamme entdeckte ich etwas, das ich noch nie zuvor gesehen oder gehört hatte. Ich fand heraus, dass sich der Muttermund auch wieder schließen kann, nachdem er bereits zur Hälfte geöffnet war.

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2⃣ Über diese neue Entdeckung war ich so erstaunt, dass ich etwas über das Phänomen nachlesen wollte, dass sich der Muttermund während der Wehen tatsächlich erst öffnen und dann wieder schließen kann - bewusst oder unbewusst.

Nachdem ich reichlich Fachliteratur für Geburtshelfer und Hebammen durchgesehen und viele Geburtshilfeschwestern und Hebammen danach gefragt hatte, musste ich feststellen, dass ich nichts über dieses Phänomen finden konnte. Die meisten in Kliniken angestellten Geburtshilfeschwestern berichteten mir, dass man immer den Ärzten (und nicht der Hebamme oder Schwester) glaubt, wenn deren Messung des Muttermunds (was von Ärzten häufig gemacht wird) sich von ihrer unterschied. Sie erklärten mir auch, dass ihnen die Ärzte kaum - wenn überhaupt jemals - glauben würden, dass der Muttermund zuvor bereits weiter geöffnet gewesen sei. Es fällt ihnen leichter zu glauben, die Hebamme oder Schwester habe sich geirrt, als sich vorzustellen, die Gebärenden verfügten über Kräfte, die in ihren Fachbüchern nirgendwo erwähnt werden.

Ich fragte mich, ob die medizinische Fachwelt schon immer so blind gegenüber diesem psychosomatischen Aspekt der Wehentätigkeit gewesen ist. Ich wälzte alte Texte aus einer Zeit, in der Geburten noch nicht im Krankenhaus stattfanden, und stellte fest, dass frühere Ärztegenerationen ebenfalls Allgemeinwissen zurückhielten, das im 19. Jahrhundert in anderen medizinischen Texten überliefert wurde. Darin fanden sich nämlich viele Hinweise auf die nachlassende Wehentätigkeit, wie ich sie beobachtet hatte.

Die Ärzte des 19. Jahrhunderts betonten, wie wichtig es sei, sich vom Entbindungszimmer fernzuhalten bis die Geburt unmittelbar bevorstehe oder die Hebammen ärztliche Hilfe für nötig hielten.

👉 Betschler (1880) erwähnt einen Fall, „wo die Wehen plötzlich stillstanden, weil ein heftiges Gewitter losbrach, und der bereits weit geöffnete Muttermund sich wieder schloss. Die Wehen setzten erst 19 Tage später wieder ein.“

👉 Cazeaux (1884) schreibt: „Täglich beobachten wir, dass die Wehentätigkeit ungefähr eine halbe Stunde, bisweilen sogar mehrere Stunden lang stillsteht, nachdem wir die Gebärende besucht haben und sie durch unsere Anwesenheit in ihrem Schamgefühl verletzt wurde.“ In dieser Zeit waren Männer vergleichsweise selten bei Geburten anzutreffen.

👉 Dewees (1847) erklärt: „1792 wurde ich von einer Hebamme zu einer Frau C. gerufen. Nach meiner Ankunft wollte ich sofort zu ihr stürzen, um keine kostbare Zeit zu verlieren. Man zeigte mir den Weg und als ich eintrat, erholte sich Frau C. gerade von einer Wehe - der letzten. Nach etwa einer Stunde, in der die Wehen nicht mehr einsetzten, verließ ich das Haus wieder. Erst zwei Wochen später wurde ich wieder zu ihr gerufen.“ Dr. Lyall sagt: „Ein angesehener Arzt berichtete uns von einer Schwangerschaft, die fast pünktlich zum Geburtstermin endete. Die Wehen kamen jedoch über zwei Tage lang wieder zum Stillstand, nachdem ein Herr zu der Gebärenden geschickt worden war, zu dem sie kein Vertrauen hatte. Jeder Geburtshelfer hat erlebt, dass die Wehen vorübergehend nachließen, nachdem er das Entbindungszimmer betreten hatte, wobei die Dauer von zwei Wochen eher selten vorkommt.“

Mit großer Begeisterung erfuhr ich, dass die meisten Ärzte einmal gewusst hatten, dass die unerwünschte Anwesenheit einer Person die Wehentätigkeit beeinträchtigen konnte. Aber irgendwann wurde dieses Wissen über Hausgeburten verschüttet, und obwohl es einst weit verbreitet war, wurde es selten oder ging sogar völlig verloren.

(Ausgewählte Zitate aus "Die selbstbestimmte Geburt" von Ina May Gaskin, S. 130-134)

Weiterführende Informationen:

▶️ Was macht eine Geburt sicher und wodurch wird sie gestört?

Ähnlicher Beitrag:

▶️ Vaginale Untersuchungen: unnötiges Übel?

@VerschuetteteHeilkunst
Seit Anbeginn der Zeit und bis heute haben Hebammen in allen Kulturen die Mehrheit der Frauen auf der Welt bei der Geburt begleitet. Mit ihrem Wissen über Geburt und Tod, die Sexualität, Heilmethoden und Heilpflanzen „sollte eine Hebamme das Auge eines Falken, die Hand einer Dame und das Herz eines Löwen haben“ (Hebammentext aus dem 16. Jahrhundert).

@VerschuetteteHeilkunst
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Viele Frauen fragen sich, wie hoch ihre Chancen auf eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt sind.

Die gute Nachricht: Eine VBAC — also eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt — ist kein exotischer Ausnahmefall. Je nach Ausgangslage liegt die Erfolgsrate häufig bei etwa 60–80 %, bei früherer vaginaler Geburt sogar höher.

Und trotzdem gibt es keinen Test, keinen Rechner und keinen einzelnen Messwert, der zuverlässig vorhersagen kann, wie deine Geburt verlaufen wird.

Ja, es gibt Faktoren, die eine VBAC wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen.

Aber ein ungünstiger Faktor bedeutet nicht automatisch: „Du schaffst das nicht.“ Und mehrere ungünstige Faktoren bedeuten nicht einfach: „Es wird wieder ein Kaiserschnitt.“ 

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Geburt ist komplexer als Zahlen und Wahrscheinlichkeiten. Denn jede Studie, jede Zahl und jede Statistik spiegelt nicht nur die Gebärfähigkeit des weiblichen Körpers wider - das wäre zu einfach gedacht. Gemessen wird immer auch die Wirkung des Systems:

Welche Wirkung die Umgebung, die Betreuungspersonen, Überwachung, Zeitdruck, Regeln, Sprache, Erwartungen, verschiedene psychische und emotionale Faktoren oder weiteres mehr auf die Frauen hat.

Deshalb braucht es keine pauschale Antwort. Sondern eine individuelle Einschätzung. Eine informierte Entscheidung. Und Menschen, die dich wirklich unterstützen.

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Eine VBAC beginnt nicht erst mit den Wehen. Sie beginnt schon damit, die vorherige Geburt ehrlich anzuschauen:

Was ist damals passiert? Was wurde vielleicht nie richtig erklärt? Welche Dynamiken, Routinen oder Interventionen spielten eine Rolle?

Ein Kaiserschnitt ist deutlich seltener eine echte medizinisch notwendige Entscheidung, sondern viel öfter eine menschliche Entscheidung, die stark von verschiedenen Umständen beeinflusst wird.

Zum Beispiel von Zeitdruck, Interventionen oder Angst. Von fehlender Unterstützung oder Bewegungsfreiheit. 

Gerade deshalb lohnt es sich, die Vorgeschichte genau anzuschauen — wenn möglich auch mit OP-Bericht, Geburtsverlauf, Anästhesiebericht oder anderen Unterlagen.

Um besser zu verstehen, was sich nicht wiederholen soll.

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Raum für Ängste, Zweifel und Verarbeitung

Eine VBAC besteht nicht nur aus körperlicher Geburtsvorbereitung. Sie kann auch bedeuten, der alten Geburt Raum zu geben:

Der Trauer. Der Wut. Der Enttäuschung. Dem Gefühl der Machtlosigkeit und des Versagens. Der Angst, dass es wieder passiert.

Nicht alles braucht sofort eine Lösung. Aber es kann einen großen Unterschied machen, jemanden an deiner Seite zu haben, der deine Geschichte ernst nimmt und dich auf deinem Weg unterstützt.

Alte Muster erkennen

Deine letzte Geburt endete nicht einfach mit einer OP. Dein Körper und Geist erinnern sich:„Bis hierhin bin ich gekommen — dann war Schluss.“

Wenn du während der nächsten Geburt an genau der gleichen Stelle stehst, können Anspannung, Angst, Hilflosigkeit, Unsicherheit und all die Gedanken und Gefühle hochkommen, die du schon einmal erlebt hast. 

Vielleicht wiederholen sich auch schon in der Schwangerschaft alte Muster: Nicht loslassen können. Es allen recht machen. Nicht gut für die eigenen Bedürfnisse einstehen.

Wichtige Fragen könnten deshalb sein: Wo stehe ich innerlich? Was brauche ich, um wirklich in meine Kraft zu kommen? Und darf ich mir mehr zugestehen, als es nur vaginal zu versuchen? Mir mehr wünschen als „Hauptsache kein Kaiserschnitt“?

Was könnte diese Geburt schön machen? Besonders? Heilsam? Selbstbestimmt?

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Möglicherweise hat dein Partner den Kaiserschnitt hautnah miterlebt. Vielleicht hat er auch Angst oder vertraut dem medizinischen System mehr als dem natürlichen Geburtsprozess. Vielleicht war der Kaiserschnitt für ihn vor allem der Moment, in dem „alles gut ausgegangen“ ist.

Du kannst sehr klar eine VBAC wollen — aber wenn dein Partner bei jeder starken Wehe in Panik gerät oder innerlich Richtung OP drängt, beeinflusst das den Raum.

Deshalb braucht auch er Vorbereitung. Ehrliche Gespräche. Aufklärung. Vertrauen. Und die Frage: Welche Rolle kann er wirklich gut halten?

Denn die Anwesenheit des Partners sollte keine Pflichtveranstaltung sein.

Die wichtigere Frage ist nicht: „Darf der Vater dabei sein?“ Sondern: „Hilft dir seine Anwesenheit, dich sicher, unbeobachtet und frei zu fühlen?“

Denn Geburt braucht nicht möglichst viele Menschen im Raum. Aber sie braucht Sicherheit, Privatsphäre, Wärme, Dunkelheit, Ungestörtheit, Ruhe, wenig Adrenalin und eine Umgebung, in der du als Frau loslassen kannst.

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Geburt wird nicht von einem fixen Größenverhältnis bestimmt und unser Becken ist keine starre Schale. Es kann seine Form verändern - besonders auch während der Geburt.

Wenn dir gesagt wurde, dein Baby sei zu groß oder dein Becken zu klein, lohnt sich ein genauerer Blick:

War der Kopf deines Babys gut gebeugt? War er zur Seite geneigt? Lag dein Baby mit dem Rücken vorne oder hinten? Hat es gleichmäßig auf den Muttermund gedrückt? Hatte es zu dem Zeitpunkt, unter diesen Bedingungen, genug Möglichkeiten, sich gut einzustellen und zu rotieren?

Und lag es wirklich an deinem Becken? Oder lag es an der Position, am Setting, an der Angst, am Zeitdruck, an fehlender Unterstützung oder an einem Team, das nicht wirklich an deine vaginale Geburt geglaubt hat?

Denn Geburt ist ein Zusammenspiel zwischen dir, deinem Baby, deinem Körper, deinem Becken, dem umliegenden Gewebe, deinem Atem, deinem Nervensystem, deinen Gefühlen und deiner Umgebung.

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Kein Körper ist völlig symmetrisch und jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit:

Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten. Verletzungen. Narben. Spannungsmuster. Alte Kompensationen. Stress. Atemmuster.

All das prägt, wie sich dein Körper bewegt — und welche Optionen ihm unter der Geburt zur Verfügung stehen.

Die einen haben mehr Spannung auf einer Seite des Beckens. Andere kompensieren fehlende Beweglichkeit über den unteren Rücken. Manche halten im Beckenboden viel Spannung oder haben wenig Zugang zu echter Hüftstreckung. Wieder andere wirken sehr beweglich, haben aber wenig Stabilität. Oder sie wirken stabil, kommen aber schwer ins Loslassen.

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Deshalb gibt es nicht die eine Lösung, die für alle passt.

Dieselbe Position kann bei einer Frau Raum schaffen — und bei einer anderen Spannung verstärken.

Die Frage ist nicht: „Welche Position ist gut für eine VBAC?“ Sondern: Was passiert bei dir im Körper und was brauchst du?

Denn Geburtsvorbereitung bedeutet nicht, den Körper in ein Schema zu pressen. Es bedeutet,  individuelle Muster zu erkennen und dem Körper mehr Optionen zu geben: Mehr Bewegungsfreiheit, Stabilität, Weichheit, Balance oder Anpassungsfähigkeit.

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Vielleicht fühlst du dich körperlich gut vorbereitet — und trotzdem sind da Ängste, Selbstzweifel oder Gedankenspiralen, die dich nicht loslassen. Oder vielleicht hast du aus einem anderen Grund das Gefühl, für diese Geburt noch nicht ganz bereit zu sein.

Einfach Augen zu und durch?

Vielleicht funktioniert es. Vielleicht wäre das der einfachste Weg. Aber nicht unbedingt der heilsamste.

Denn was wir übergehen, verschwindet nicht einfach. Manchmal kommt es genau dann wieder hoch, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können.

Das Ziel ist nicht, alles perfekt aufzulösen. Oder völlig angstfrei in diese Geburt zu gehen.

Aber das Ziel ist besser zu verstehen, was in dir noch laut ist. Was dich schützen möchte. Was dich zurückhält. Und was du brauchst, um dich der Geburt mit deinem ganzen Sein zuwenden zu können.

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Stell dir vor, du bereitest dich auf eine lange Klettertour vor.

Dein Körper ist trainiert, du hast Ausdauer und du kennst die Route. Aber sobald der Aufstieg herausfordernder wird, kommst du an deine emotionalen Grenzen.

Deine innere Stimme sagt: „Ich kann das nicht.“ „Ich halte das nicht durch.“ „Es wird bestimmt wieder schiefgehen.“ Oder plötzlich sind da Gefühle von Verzweiflung, Ohnmacht oder Überforderung.

Wie wird deine Klettertour laufen, wenn dein Inneres so an dir rüttelt?

Bei einer Geburt ist es ähnlich. Du kannst dich körperlich viel vorbereiten, aber wenn unter der Oberfläche Angst, alte Verletzung, Misstrauen oder Selbstzweifel sehr laut sind, kann es schwerer werden, wirklich loszulassen.

Mentale Vorbereitung bedeutet deshalb nicht: „Denk einfach positiv.“ Sondern: Schau hin. Was trägst du noch mit dir herum? Finde heraus, wie du in deine Kraft kommen, wie Vertrauen wieder wachsen kann. Was dein Nervensystem braucht, um sich sicherer zu fühlen.

Vielleicht brauchst du dafür eine Hebamme. Eine Doula. Eine Geburtshüterin. Körperarbeit. Gespräche. Eine traumatherapeutische Begleitung. Hypnose. Oder eine bindungsorientierte Schwangerschaftsbegleitung. 

Was es auch braucht - wichtig ist, dass du etwas findest, das zu dir passt. Etwas, das dich näher zu dir selbst bringt. In Verbindung mit dir und in Verbindung mit deinem Baby. Denn es ist eure Geburt.

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Eine kontinuierliche Begleitung kann unglaublich wertvoll sein. Studien zur Doula-Begleitung zeigen, dass sie Geburtsergebnisse verbessern und das Kaiserschnittrisiko deutlich senken kann — je nach Untersuchung um etwa 28–56%.

Aber auch abseits von Zahlen ist wichtig: Eine Doula, Geburtshüterin oder erfahrene Begleitperson kann dir helfen, deine Optionen zu kennen, Entscheidungen bewusst zu treffen und dich dabei unterstützen, deine Geschichte besser zu verstehen.

Sie kann dich mental und körperlich stärken, dich durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten. Sie kann dich erinnern, Fragen zu stellen oder deine Stimme sein, wenn dir selbst die Worte fehlen.

Entscheide dich aber nicht vorschnell und spür hin: Fühlst du dich sicher? Gesehen? Gestärkt?

Kann sie dein Fels in der Brandung sein? Und versteht sie, welche Rolle Geburtssetting, Nervensystem sowie körperliche & mentale Vorbereitung wirklich spielen?

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Manchmal kann es echte Ausschlusskriterien für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt geben, doch in den meisten Fällen spielt die Art der Geburt eine wichtigere Rolle. 

Ob man Wehen anregt oder verstärkt, ob man eine PDA wählt, die Geburt vorwiegend in Rückenlage verbringt, unter CTG-Dauerüberwachung steht oder ob die Plazentageburt beschleunigt wird - das alles sollte gut abgewogen werden. Denn nicht jede „natürliche“ oder medizinische Intervention ist harmlos.

Das Risiko einer Uterusruptur bei geplanter VBAC ist beispielsweise sehr selten und wird häufig ungefähr mit 0,4–0,5 % angegeben.

Doch ehrlicherweise bedeutet „spontaner Wehenbeginn“ in Studien noch lange nicht, dass später keine Wehenverstärkung oder andere Interventionen zum Einsatz kamen. Das Risiko bei wirklich spontanen, nicht verstärkten Wehen könnte daher eher im Bereich von etwa 0,15–0,4 % liegen.

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Aber bleiben wir zum Vergleich bei den ursprünglich genannten 0,4-0,5%: Bei einer Einleitung mit Prostaglandinen steigt das Risiko ungefähr um das 5-fache.

Wird ohne Prostaglandine eingeleitet, steigt das Risiko etwa um das 1,5-fache. Doch auch diese Zahl ist bei genauerer Betrachtung wenig präzise, da Studien oft nicht genau genug aufschlüsseln, welche Maßnahme tatsächlich zum Einsatz kam. „Ohne Prostaglandine“ kann bedeuten: Foley-/Ballonkatheter, Blasensprengung, Oxytocin/Pitocin oder eine Kombination daraus.

Bei Misoprostol/Cytotec lag das Risiko in älteren Daten ungefähr 11-mal so hoch. Heute wird es in der Geburtshilfe unter anderem Namen (Angusta) und in niedrigerer Dosierung weiterhin zur Geburtseinleitung eingesetzt, allerdings wird es nach vorherigem Kaiserschnitt in vielen Leitlinien nicht mehr empfohlen beziehungsweise gilt als kontraindiziert.

Das alles bedeutet jetzt nicht, dass du vor jeder Maßnahme Angst haben musst. Aber es bedeutet, dass du immer auch nachfragen und hinterfragen darfst.

Warum wird diese Maßnahme empfohlen? Welchen Nutzen hat sie? Welche Risiken gibt es? Und welche Alternativen? Was passiert, wenn wir noch warten? Und was sagt mein Gefühl?

Jede Geburt hat ihr eigenes Tempo. Ihre eigene Dynamik. Ihre eigene Geschichte. Daher lieber entschleunigen als drängen, bestärken statt verunsichern, begleiten statt kontrollieren und nicht nach Problemen suchen, wo gerade keine sind.

Und wie auch immer du dich entscheidest: Entscheide dich dafür, weil es das ist, was DU willst, und nicht aus Angst. Nicht aus Druck. Nicht, weil andere meinen, du sollst es so machen. Und nicht, weil du jemandem etwas beweisen musst.

Entscheide dich aus Wissen. Aus der Verbindung heraus. Aus echter Aufklärung. Aus Vertrauen in dich. Und aus Klarheit darüber, was du brauchst.

Und wie auch immer du dich entscheidest: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, ein Kind zur Welt zu bringen. Es gibt nur deinen eigenen Weg.
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Warum Hüftstreckung in der Geburtsvorbereitung das fehlende Puzzleteil sein kann

Hüftstreckung ist weit mehr als „die Vorderseite der Hüfte dehnen“ und kommt in unserer sitzenden Gesellschaft oft zu kurz.

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Aus biomechanischer Sicht kann es sein, dass sich der Oberschenkel nicht mehr wirklich frei nach hinten bewegt im Verhältnis zum Becken. Und der Körper stattdessen die fehlende Beweglichkeit auszugleichen versucht:

Die Rippen schieben nach vorne.
Der Rücken geht ins Hohlkreuz.
Das Becken weicht aus.

Von außen sieht es dann vielleicht nach Hüftstreckung aus — aber in der Hüfte selbst passiert gar nicht so viel.

Entscheidend ist daher, ob Oberschenkelknochen und Becken gut miteinander zusammenarbeiten können — ohne dass der Körper die Bewegung über die Wirbelsäule ausgleicht.

Warum das für die Geburt relevant ist

Echte Hüftstreckung kann dem Becken helfen, sich unter der Geburt besser anzupassen — nicht, weil sie allein „die Geburt leichter macht“, sondern weil sie mehr Bewegungsfreiheit in der Hüfte schafft und das Zusammenspiel von Becken, Kreuzbein, Gesäß und Beckenboden unterstützt.

Dabei geht es nicht darum, dass jede Gebärende bestimmte Positionen wie Walcher’s oder Flying Cowgirl einnehmen muss. Aber wenn Hüftstreckung wirklich gebraucht wird, ist es wichtig zu verstehen, wann, warum und wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann.

In den sozialen Medien wird viel über Innen- und Außenrotation der Oberschenkel gesprochen — und ja, diese Bewegungen sind wichtig.

Aber Hüftbeugung und Hüftstreckung ermöglichen eine der größten Formveränderungen im Becken. Genau deshalb spielen sie in der Geburtsvorbereitung eine viel größere Rolle, als vielen bewusst ist.

Auch der reine Fokus auf Beckeneingang und Beckenausgang greift oft zu kurz.

Der Körper ist komplexer und jeder bringt seine eigenen Muster mit: Bewegungsgewohnheiten, Verletzungen, Kompensationen, Asymmetrien und Spannungsmuster beeinflussen, welche Bewegungsoptionen unter der Geburt tatsächlich verfügbar sind.

Das Ziel ist deshalb nicht, auswendig zu lernen, welche Übung zu welcher Beckenebene passt.

Das Ziel ist, die Zusammenhänge zu verstehen:
zwischen Körper, Becken, Hüfte und den verfügbaren Bewegungsmöglichkeiten während der Wehen.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest:
Vom 21.–23. Juli findet die kostenlose dreiteilige Better Birth Pro Fortbildung statt — jeweils von 19–20 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Hier kannst du dich registrieren:
https://bodyreadymethod.com/better-birth-pro-2026-signup/

Außerdem ist ab sofort die Anmeldung für die Fachausbildung im Oktober 2026 geöffnet: https://bodyreadymethod.com/professionals/training/

Spare dir bei einer Anmeldung mit dem Thank You Code „tyc20261595“ 100 Dollar.

Lindsays Originalbeitrag findest du hier:
https://www.instagram.com/reel/DZXwriVxLnY/