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Religion, Ökonomie, Literatur & Kulturelles
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Ein interessanter kurzer Radiobeitrag vom Deutschlandradio als Podcast:

Warum ich Muslim wurde: zwei Konvertiten berichten
https://www.deutschlandfunk.de/warum-ich-muslim-wurde-zwei-konvertiten-berichten-100.html
Viele Israelis haben das Recht die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen, weil sie Nachfahren deutscher Juden sind. Generell zieht es viele (vor allem linke) Israelis nach Deutschland. Das politische Klima in Israel richtet sich zunehmend auf gegen Israelis, vor allem zionismuskritische und friedensbewegte Israelis.
»Es spricht der Geringe, der Gefangene des Versäumnisses, Muḥammad ibn ʿAlī asch-Schaukānī – möge Allah ihnen beiden vergeben:
Ich bitte Dich, o Allah, um Bewahrung vor dem Anlass zu Gerede und Geschwätz, und ich suche Zuflucht bei Dir davor, Lasten des Streits und der Disputation über das eigene Vermögen hinaus zu tragen.

Denn wenn Du uns zur Erkenntnis der Fehler unserer eigenen Seelen leitest, wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem zu, was für uns vorrangiger und angemessener ist; und wenn Du (es nicht bist, der) uns Einsicht in das gibt, was wir von unseren eigenen Mängeln nicht kennen, dann wird auch niemand sonst an uns sehen, was wir selbst nicht sehen.«

- Muhammad ibn ʿAlī asch-Schaukānī (gest. 1834 zu Sana'a/Jemen)
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»Es spricht der Geringe, der Gefangene des Versäumnisses, Muḥammad ibn ʿAlī asch-Schaukānī – möge Allah ihnen beiden vergeben: Ich bitte Dich, o Allah, um Bewahrung vor dem Anlass zu Gerede und Geschwätz, und ich suche Zuflucht bei Dir davor, Lasten des Streits…
Dieses Bittgebet von asch-Schaukani stammt aus einer Antwort, die er auf die Widerlegung eines Gelehrten verfasste. Der Gelehrte war ῾Abdullah ibn ῾Isa ibn Moḥammad al-Kaukabānī, ein großer Rechtsgelehrter und Poet seiner Zeit im Jemen, und er versuchte eine Abhandlung von Asch-Schaukani zu widerlegen, nämlich "Risālat Ḥall al-Iškāl fī Iĝbār al-Yahūd ῾ala Iltiqāt al-Azbāl", (arab. رسالة حل الإشكال فى إجبار اليهود على التقاط الأزبال), (dt. Abhandlung zur Lösung der Problematik über das Zwingen der Juden, den Müll abzuholen).
Soweit (für mich) aus den Texten zu erkennen ist, gab es in der großen jemenitischen Stadt Sana'a eine Art Müllabfuhr, die den Hausmüll der Bewohner abholte und ihre Abortgruben entleerte. In einer großen Stadt wie Sana'a war diese Dienstleistung vonhoher Notwendigkeit, weil ansonsten Ungezieferplagen und Seuchen drohten.

Obwohl damals in Sana'a eine bedeutende jüdische Minderheit lebte, in einem eigenen jüdischen Stadtviertel (Qa' al-Yahud), wurde diese Arbeit der Müll- und Abortbeseitigung wohl ausschließlich von Muslimen getätigt.

Anscheinend wurden aufgrunddessen Stimmen laut, die forderten, dass den Müll und Abort der Juden auch Juden zu entsorgen haben, und für den Fall, dass sie sich weigerten, wurde die Frage erörtert, ob man die Juden dazu zwingen dürfe diese Arbeiten zu übernehmen.

Asch-Schaukani war der Ansicht, dass es erlaubt sei die Juden dazu zu zwingen, weil diese Arbeit schon erniedrigend genug war, den Dreck der eigenen Leute zu beseitigen, aber den Dreck der anderen noch viel erniedrigender.

Der Gelehrte al-Kaukabānī widersprach im darin in einer Widerlegung. Ein jeder Zwang müsse mit einem eindeutigen Text (nass) im Quran oder der Sunnah belegt werden, wohingegen die Belege in Asch-Schaukanis Abhandlung nicht diese Eindeutigkeit aufwiesen.
Asch-Schaukani und al-Kaukabani haben anscheinend sehr häufig und ausgiebig miteinander disputiert und man merkt dass sie keine wirklichen Freunde waren.

Asch-Schaukani, bekannt als jemand, der sich nach und nach von schiitischen Doktrinen und der zaidischen Rechtslehre lossagte und immer mehr dazu tendierte zu den primären Quellen (Quran und Sunnah) zurückzukehren und dem Verständnis der 3 nachprophetischen Generationen (Salaf as-Salih) einen Vorzug zu geben.

Und al-Kaukabani als ein klassischer Zaidi-Rechtsgelehrter, Intellektueller und Poet.

Der Schriftverkehr schien nicht direkt zwischen hnen zu verlaufen, man sprach sich nicht mit Namen an, sondern erwähnte den anderen stets in der 3. Person und der Ton war nach meinem Dafürhalten sehr von Polemik geprägt.
Was asch-Schaukani in der Widerlegung al-Kaubanis wohl besonders getroffen haben muss, war die Tatsache, dass gerade al-Kaubani an der Risala asch-Schaukanis kritsierte, dass sie nicht in eindeutiger Weise auf die primären Quellen der Religion heranzieht und dass er ihn auf der Verständnis der Altvorderen (Salaf) hinwies. Das dürfte wohl fast schon als Kränkung aufgefasst worden sein.
Er (al-Kaubani) sagte: "So wollen wir eine Einleitung voranstellen, die Überlieferungen von den rechtschaffenen Altvorderen (ṣāliḥ as-salaf) enthält, welche von ihrer Vorsicht (waraʿ) in Dingen zeugen, zu denen kein prophetischer Text vorliegt …"
Da bin ich echt in ein rabbit hole geraten.

Ich verfolge ja seit einiger Zeit mit zunehmendem Interesse wieder Kampfsport-Veranstaltungen, insbesondere der MMA-Sport hat es mir da angetan. Angestiftet von dem legendären Kampf zwischen Conor McGregor und Khabib Nurmagomedov (2019?), fing ich damals an regelmäßiger zu schauen.

Mittlerweile bin ich ein richtiger Fan geworden und verfolge neben den großen Promotions auch das Amateur-MMA.

Als die tschechische OKTAGON-Promotion auch in Deutschland groß wurde, fiel mir etwas auf: Tschechien gilt als eines der am stärksten säkularisierten Länder der Welt und als das atheistischste Land Europas. Rund 70 % der Bevölkerung bekennen sich zu keiner Religionsgemeinschaft. Trotzdem ist es unter den meisten tschechischen MMA-Kämpfern verbreitet, sich in der Promotion sowie vor und nach den Kämpfen explizit christlich zu äußern, sei es in Worten oder durch Riten (wie das Sichbekreuzen).

In Deutschland wird der MMA-Sport überdurchschnittlich durch Muslime repräsentiert, was mich ebenfalls verwunderte, ist doch die Ausübung von Kampfsport im Islam deutlich limitiert, da bspw das Schlagen ins Gesicht explizit verboten (haram) ist. Doch im MMA ist gerade das Schlagen ins Gesicht (neben diversen Submissions) ein wichtiger Bestandteil um Schaden zu generieren, was bei einem KO oder Punktsieg dringend vonnöten ist.

Trotzdem zeigen auch Muslime im MMA-Sport oft eine sehr ausgeprägte religiöse Praxis, wie das Knien beim Trinken, das Heben der Hände zum Bittgebert vor dem Betreten des Käfigs oder die Dankbarkeits-Niederwerfung nach dem Kampf.

Als ich kürzlich während der Arbeit ein wenig Zeit hatte, fragte ich spontan die Google-KI folgendes:
"Hat sich schonmal jemand zum Verhältnis MMA und Religion ausführlichere Gedanken gemacht?"

Und siehe da: "Ja, absolut. Das Verhältnis von Mixed Martial Arts (MMA) und Religion – insbesondere dem Christentum und dem Islam – ist mittlerweile ein festes Forschungsfeld in der Sportsoziologie, Theologie und den Kulturwissenschaften."

Und darauf folgend ein großer Fundus an Forschungen und Ergebnissen, die mich wirklich in den Bann gezogen haben.

Und ja, natürlich ist auch das interessierte Schauen von Kampfsportarten, in denen das Schlagen ins Gesicht ein wichtiger Bestandtei ist, aus islamischer Sicht nicht unproblematisch. Das vergegenwärtige ich auch des Öfteren und diese Leidenschaft ist durchaus ein Grund, seinen Schöpfer regelmäßig um Vergebung zu bitten.

Vielleicht ein Grund mehr sich in dieses rabbit hole zu begeben und zu schauen, weshalb MMA und Religion sich dermaßen bindet.
WIR DEUTSCHE LIEBEN KRIMINALSTATISTIKEN!

Besonders wenn die Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeiten sortiert sind, wird es uns Deutschen so richtig muckelig ums Herz.

Hier gern eine solche Statistik aus Österreich, von unserem deutschsprachigen Nachbarn im bergigen Süden.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/975823/umfrage/ermittelte-tatverdaechtige-in-oesterreich-nach-staatsangehoerigkeiten/

Deutsche scheinen nicht so tolle Ausländer zu sein.
Ich beginne wieder meinen Blog für aktuelle Beiträge zu nutzen. Es war lange genug still um al-adala_de.

Die Website hat mittlerweile eine veraltete PHP-Version, weshalb viele Browser den Blog mittlerweile als unsicher erkennt. Ich werde das demnächst ändern. Bis dahin seid versichert, dass ich meinen Blog nicht nutze um von euch illegalerweise Daten sammeln oder ähnliches. Die Website ist einfach nur veraltet.
Ich beginne mit einer neuen Beitragsreihe mit dem Titel "Was ist mit „Verfälschung der Torah“ gemeint?"

http://www.al-adala.de/Neu/was-ist-mit-verfaelschung-der-torah-gemeint/